Ich habe mich nochmal dem Hinweis von mobilus angenommen und ein wenig recherchiert und so einiges über die „Goldene Bohne“ aus der ZDF-Serie „Märchen der Völker“ herausgefunden. Was ich allerdings nicht in Erfahrung bringen konnte, ist, ob der im ZDF ausgestrahlte Film mit dem Sat.1-Film identisch ist.
Dann fasse ich mal zusammen:
- „Die goldene Bohne“ wurde am 29.08.1978 im ZDF ausgestrahlt und ist laut ZDF-Archiv (wahrscheinlich inklusive dem von Curt Linda gezeichneten Serien-Intro) 12,36 Minuten lang.
- Die 39-teilige Sendereihe „Märchen der Völker“ wurde vom 7. März bis einschließlich 12. Dezember allwöchentlich dienstags um 18:20 bis 18:40 Uhr ausgestrahlt und von 37 Trickfilmern aus 21 europäischen Ländern gezeichnet; die Beiträge der einzelnen Länder sollten für ihr jeweiliges Herkunftsland typisch sein.
- „Die goldene Bohne“ ist ein italienischer Beitrag von 1974. Der Originaltitel lautet „Il fagiolo d’oro“, Regisseur war ein gewisser Magdalo Mussio, die Produktionsfirma heißt Corona Cinematographica, fotografische Leitung hatte Franco Zambelli und die Musik stammt von Giancarlo Schiaffini.
- Es handelt sich um die Umsetzung eines umbrischen Märchens; inhaltlich geht es um die Bewohner einer armen Stadt, die sich nach Glück sehnen.
- Das Copyright für die italienische Version liegt bei der Cineteca di Bologna, wo man wohl auch eine Kopie des Films anfordern kann; weitere Details findet ihr hier:
http://www.filmarchives-online.eu/viewD
nt_tab=eng
- Außerdem könnte man vielleicht auch beim ZDF an eine Kopie des Films gelangen, ich habe auf meine Anfrage vom ZDF folgende Antwort bekommen:
„Sofern es die Rechte- und Materiallage erlaubt - was jeweils im Einzelfall geprüft werden muss - können Sie direkt bei uns eine Videokopie oder DVD bestellen. Es handelt sich jedoch um eine aufwändig produzierte Einzelkopie, die eigens für Sie erstellt werden muss. Entsprechend liegen die Kosten in jedem Fall über den Preisen für industriell und damit massenhaft gefertigte Kaufkopien; der Preis richtet sich nach Sendelänge, Aufwand und Verwendungszweck.“
Wie gesagt ist die Frage, die immer noch nicht geklärt ist, ob es sich tatsächlich um den Sat.1 Film, den wir alle gesehen haben, handelt. Vielleicht würde es weiterhelfen, wenn man das Originalmärchen mal lesen könnte, ich habe es bislang aber noch nicht gefunden. Was dafür spricht ist aber, dass Sat.1 in den 80er Jahren wohl öfter auf Zeichentrickfilme bzw. Serien, die in den 70er Jahren im ZDF gelaufen sind, zurückgegriffen hat. (Zum Beispiel bei der Serie „Sindbad“)
Auf die richtige Spur bin ich mit Hilfe dieser beiden Bücher gelangt:
Adaptionen klassischer Märchen im Kinder- und Familienfernsehen: eine volkskundlich-filmwissenschaftliche Dokumentation und genrespezifische Analyse der in den achtziger Jahren von den westdeutschen Fernsehanstalten gesendeten Märchenadaptionen mit einer Statistik aller Ausstrahlungen seit 1954
Schmitt, Christoph . - Frankfurt am Main : Haag + Herchen, 1993
Grimms Märchen in Medien, Aspekte verschiedener Erscheinungsformen in Hörfunk, Fernsehen und Theater
Jerrendorf, Marion 1985, Tübingen, Univ., Diss., 1985
...und jetzt erwarte ich Applaus ;o)