Film Daten

Titel:
Eroberung vom Planet der Affen
Originaltitel:
Conquest of the Planet of the Apes
Land & Jahr:
USA 1972
Laufzeit ca.: ?
89 Min.
Regie:
J. Lee Thompson
Darsteller:
Roddy McDowall
Don Murray
Natalie Trundy
Hari Rhodes
Severn Darden
Lou Wagner
John Randolph
Asa Maynor
H.M. Wynant
David Chow
Buck Kartalian
John Dennis
Paul Comi
Gordon Jump
Dick Spangler
Alternativtitel:
• 1999: conquista della Terra
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - 20th Century Fox
Label:
20th Century Fox
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
2.35:1 / 86:32
Sprachen/Ton:
Englisch - Dolby Surround
Französisch - DD 2.0
Untertitel:
Englisch, Französisch, Spanisch
Extras:
  • Darstellerliste
  • Trailer
  • weitere Trailer: Planet of the Apes / Beneath the Planet of the Apes / Escape from Planet of the Apes / Battle for the Planet of the Apes
  • Planet of the Apes Promotion
  • Weblink
  • Dokumentation "Behind the Planet of the Apes"
  • "Behind the Planet of the Apes" TV-Spot
  • Planet of the Apes Videogame Promo

DVD Daten

DVD Cover - 20th Century Fox
Label:
20th Century Fox
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 83:04
Sprachen/Ton:
Deutsch - Dolby Surround
Englisch - Dolby Surround
Spanisch - Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch
Extras:
  • Darstellerliste
  • Trailer
  • weitere Trailer: Planet of the Apes / Beneath the Planet of the Apes / Escape from the Planet of the Apes / Battle for the Planet of the Apes
  • Planet of the Apes Promotion
  • Dokumentation "Behind the Planet of the Apes"
  • "Behind the Planet of the Apes" TV-Spot
  • Planet of the Apes Videogame Promo

Eroberung vom Planet der Affen

Review

Eroberung vom Planet der Affen - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nordamerika 1991: 20 Jahre sind vergangen, seitdem Caesar (Roddy McDowall) als neugeborenes Baby der sprechenden Affen Zira und Cornelius bei dem Zirkusdirektor Armando (Ricardo Montalban) untergekommen ist. In der Zwischenzeit hat eine Seuche alle Hunde und Katzen getötet und Affen sind zu den neuen Haustieren der Menschen geworden, aber auch zu ihren neuen Sklaven. Armando gerät in den Verdacht, mehr über den sprechenden Affen von damals zu wissen, stirbt aber beim Verhör, das Gouverneur Breck (Don Murray) angeordnet hat. Als Caesar dies erfährt, beginnt er eine Revolution unter den Affen zu organisieren...

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Unter dem Eindruck der 1965 ausgebrochenen Bürgerrevolten im Stadtteil Watts von Los Angeles entstand mit Eroberung vom Planet der Affen der wohl gewaltvollste und auch düsterste aller Affen-Filme. Damals hatten weiße Polizisten am 11. August den dunkelhäutigen Marquette Frye wegen Trunkenheit am Steuer angehalten. Während sie ihn und seinen Bruder auf offener Straße ausfragten, begann sich bereits eine Menschenmenge um sie zu versammeln. Als dann die Mutter der Fryes noch erschien und schließlich alle drei verhaftet wurden, kochten nach der Abfahrt der Polizisten die Emotionen über und es kam zu Straßenschlachten und Plünderungen, die sechs Tage andauerten und bei denen ca. 14.000 Nationalgardisten etwa 50.000 Afro-Amerikanern gegenübergestellt werden mussten.

Mit diesem Hintergrund ist es ein leichtes, in Eroberung vom Planet der Affen die Rolle der Weißen den Menschen und die der schwarzen Bevölkerung den Affen zuzuschreiben. Wie man schon zu Beginn zusammen mit Caesar erfährt, sind die Affen zu Arbeitssklaven verkommen, nicht-Gehorsam wird durch Schläge oder Stromstöße bestraft. Sein Vater Cornelius hat dies ja bereits in Flucht vom Planet der Affen vorhergesagt. Das die Affen als niedrige Spezies angesehen werden wird recht schnell ersichtlich und die Polizei hat hier mehr mit Affen zu tun als mit kriminellen Menschen und tragen zudem schwarze Uniformen, die leicht an die der Gestapo aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Die Separierung zwischen Mensch und Affen spiegelt sich auch in der allgemeinen Kleidung wieder. Fast alle Menschen tragen "neutrale" Farben wie Grau und Schwarz und wirken allein dadurch nicht sehr freundlich und sympathisch. Die Affen hingegen tragen Arbeitskleidung in einem knalligen Rot oder satten Grün.

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Die Sympathien werden daher fast ausschließlich auf der Seite der Affen verteilt. Die einzigen Menschen, die den Affen helfen sind Armando, italienischer bzw. europäischer Abstammung, sowie Brecks Berater MacDonald (Hari Rhodes), ironischerweise ein Mann mit dunkler Hautfarbe. Die Schwarzen haben hier zwar den Stand der Gleichberechtigung innerhalb der menschlichen Rasse erreicht, behandeln die Affen aber trotz ihrer eigenen Vergangenheit ebenfalls wie Sklaven. Es zählt hier nicht mehr ob Weiß oder Schwarz, sondern ob Mensch oder Affe. MacDonald erkennt, dass durch Caesar eine Wendung herbeigerufen werden kann, da er mit Brecks Vorgehen schon lange nicht mehr konform geht. Als einer der wenigen Menschen empfindet er Mitleid mit den Affen und wie sie behandelt werden. Daher hilft er Caesar, denn er glaubt, dass Affen und Menschen gleichberechtig nebeneinander leben können und wird auch als einer der wenigen Menschen bei der anschließenden Revolte von ihm verschont. Zudem weiß auch Caesar um die früheren Stellung der Schwarzen und ihren Kampf in einer von Weißen dominierten Gesellschaft:

Zitat

Caesar: They won't learn to be kind until we force them to. We can't do that until we are free.
MacDonald: How do you propose to gain this freedom?
Caesar: By the only means left to us - revolution.
[...]
Caesar: You above everyone else should understand.

Somit ist Eroberung vom Planet der Affen weniger eine weitere Episode in der Historie der Entwicklung von intelligenten und sprechenden Affen, sondern vor allem ein klares politisches Statement zu Rassendiskreminierung und die Unterdrückung durch eine übergeordnete Schicht. Mit den vorherigen, mehr als Abenteuer inszenierten Filmen aus der Reihe hat dieser Teil nicht mehr viel zu tun, vor allem auch dadurch, dass bis auf Armando kein Charakter aus den früheren Filmen hier auftaucht und der zudem sehr schnell stirbt. Für viele stellen die letzten beiden Filme die Schwachpunkte der Reihe dar. Gerechtfertigterweise muss man sie aber unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachten und sie etwas losgelöst von den anderen Filmen sehen.

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Das bei diesem Film wie bei jedem Sequel noch weniger Geld zur Verfügung stand als bei dem Film davor, merkt man auch hier wieder sehr stark. War der erste Film ein in wunderbarem Technicolor festgehaltenes Hochglanz-Hollywoodprodukt, so hat Eroberung vom Planet der Affen eine sehr rauhe, aber auch sehr realitätsnahe Optik. Die Revolution der Affen wurde häufig mit Handkameras gedreht, so dass ein leichtes Gefühl einer TV-Aufnahme vor Ort entsteht und die Wirkung somit noch erhöht. Auf der anderen Seite wirkt allerdings auch das Produktionsdesign manchmal recht spartanisch und nur wenig detailiert.

Durch diese rauhe Inszenierung, die übrigens auch im fünften Film budgetbedingt vorhanden ist, kann man die fünf Filme der Reihe durchaus in zwei Gruppen einteilen. Gruppe eins bildet sich aus den ersten drei Filmen Planet der Affen, und Flucht vom Planet der Affen. Diese Filme zeichnen sich vor allem durch die zentralen Charaktere Zira und Cornelius aus. Außerdem wirken die Filme durch ihre etwas höheren Budgets produktionstechnisch deutlich ausgereifter und alle politischen Elemente werden eher subtil, weniger direkt vorgetragen. Gruppe zwei formt sich schließlich aus Eroberung vom Planet der Affen und Schlacht um den Planet der Affen. Hier steht Caesar im Mittelpunkt und beide Filme sind deutlich actionlastiger, mit einem Schwerpunkt auf zwei entscheidende blutige Kämpfe, ausgefallen. Durch die geringen Budgets von gerade mal 1,7 bzw. 1,8 Millionen Dollar wirken sie auch optisch etwas "billiger" als die anderen Filme.

Die Produktion

Im Gegensatz zu allen anderen Affen-Filmen ist Eroberung vom Planet der Affen der einzige, der damals mit einem PG-Rating statt dem deutlich familienfreundlicheren G-Rating in die Kinos kam. Durch das Zeigen der Folterungen der Affen und der Revolte am Ende, bietet der Film auch die meisten und direktesten Gewaltszenen von allen Teilen. Regisseur J. Lee Thompson wollte damals bewußt ein politisches Statement abliefern und auch Drehbuchautor Paul Dehn verarbeitete die Geschehnisse aus den Watts-Riots in seinem Drehbuch. Thompsons ursprüngliche Version des Films sollte mit der Hetzrede von Caesar enden, wo er die Unterdrückung der Menschen durch die Affen ankündigt - und so im Grunde genommen die Lage umkehrt und die gleichen Fehler zu begehen droht wie die Menschen. Dies war aber den Studiobossen von Fox zu heiß und baten um eine Entschärfung des Films. Um das PG-Rating zu bekommen, musste Thompson ohnehin schon vorher einiges entfernen. Das Ende wurde dann schließlich durch das Einfügen von extremen Close-Ups auf Caesars Augen und einer nachträglich im Tonstudio aufgenommenen Rede entschärft, in der sich Caesar, nachdem ihn das Affenmädchen Lisa (Natalie Trundy) um Nachsicht bat, für eine Ko-Existenz von Affen und Menschen aussprach. Was daraus wurde, wird schließlich im letzten Film der Reihe Schlacht um den Planet der Affen dargestellt.

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Dadurch, dass mit diesem Film und Caesar eine deutliche handlungstechnische Abtrennung zu den vorherigen Filmen stattfand, sind hier gegenseitige Bezüge zu den anderen Filmen (in den anderen Reviews unter der Überschrift "Das Planet der Affen Universum") kaum noch vorhanden. Von den vorherigen Filmen sind hier nur noch Roddy McDowall als Caesar und Natalie Trundy als Lisa dabei, zum ersten Mal spielt sie einen Affencharakter. J. Lee Thompson wurde schon früher die Regie der anderen Filme angeboten, aber entweder war er mit anderen Projekten beschäftigt und interessierte sich nicht dafür, wie z.B. im Falle von , wo ihm das Drehbuch gar nicht gefiel.

Zitat

Man was born of the ape and there's still an ape curled up inside of every man. The beast that must be whipped into submission. The savage that must be shackled in chains. You are that beast, Caesar. You taint us. You poisoned our guts. When we hate you, we're hating the dark side of ourselves. - Breck

Roddy McDowall hatte bei den Dreharbeiten zu diesem Film regelrecht zu leiden, da er sich gleich am ersten Tag einen Knöchel verstauchte und fast immer unter Schmerzen seine Szenen drehen musste. Außerdem handelte er sich auch noch am Kopf eine Zyste ein, die durch eine nicht-entfernte Nadel an einer Perücke ausgelöst wurde. Auffällig ist bei diesem Film auch, dass die Gorillas im Gegensatz zu den früheren Filmen im Gesicht deutlich dunkler, fast komplett schwarz aussehen. Die Außenaufnahmen entstanden an dem damals frisch erbauten "Century City" Komplex und verleiht dem Film so einen leichten Science Fiction Touch (man muss bedenken, dass die Handlung damals, als der Film produziert wurde, in der Zukunft spielte).

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Der Film kam zur Blütezeit des Blaxploitation-Kinos raus, das mit Filmen wie Shaft gerade große Erfolge feiern konnte. Durch die offensichtlichen rassenpolitischen Elemente in dem Film war Eroberung vom Planet der Affen gerade bei der schwarzen Bevölkerung sehr beliebt, da sie sich leicht in die Lage der Affen versetzen konnten. So bekam der Film trotz des geringen Budgets halbwegs akzeptable Einspielergebnisse und ein weiteres Sequel wurde gefordert, dass dann in Form von Schlacht um den Planet der Affen ein Jahr später in die Kinos kam und den Abschluß der Reihe bildete.

Zu J. Lee Thompsons bekanntesten Regie-Arbeiten gehört das Kriegsdrama The Guns of Navarone (Die Kanonen von Navarone) und der original Cape Fear (Ein Köder für die Bestie). Er ist auch der einzige Regisseur, der mit Eroberung... und Schlacht... zwei Filme aus der Planet der Affen Reihe drehen durfte. Don Murray sah man unter anderem in der Hammer-Produktion The Viking Queen (Königin der Wikinger) oder auch etwas leichteren Stoffen wie The Bachelor Party (Die Junggesellenparty). Hari Rhodes trat z.B. in Samuel Fullers Shock Corridor, der TV-Serie Daktari oder dem Medizinthriller Coma auf.

DVD-Veröffentlichungen

Wie alle Sequels, kann man auch diesen Film nur in der Box-Veröffentlichung der kompletten Reihe auf DVD bekommen. Die DVD aus der US-Box zeichnet sich wieder dadurch aus, dass sie im Gegensatz zur deutschen Veröffentlichung nicht anamorph kodiert wurde und somit im Bereich der Detailschärfe im Nachteil ist. Die allgemeine Schärfe, Farben und Kontrast kann man noch als relativ gut bezeichnen, wobei man auch bedenken muss, dass der Film bewußt mit einer eingeschränkten Farbpalette arbeitet. Tonoptionen gibt es in Form des englischen Originaltons in Dolby Surround und einer französischen Spur in Mono. Untertitel gibt es in Englisch und Spanisch. Die Extras der Film-DVD bestehen aus der üblichen Darstellerliste, Trailer zum Film und allen anderen Teilen und einem Weblink.

Eroberung vom Planet der Affen - ScreenshotEroberung vom Planet der Affen - Screenshot

Die DVD aus der deutschen Box sieht aufgrund der anamorphen Abtastung ein wenig besser aus, auch wenn sie aufgrund ihres Alters nicht mehr mit heutigen Referenzleistungen vergleichbar erscheint. Die Farben und Kontraste wirken identisch zu der US-DVD, vielleicht sogar einen Tacken besser. Englischer, deutscher und spanischer Ton liegen alle in Dolby Surround vor, an Untertiteloptionen gibt es Englisch, Spanisch und Deutsch für Hörgeschädigte. Die Extras sind identisch zu US-DVD, nur gibt es hier den Weblink nicht.

Die Bonusdisk in der Box wurde insgesamt bereits ausführlich im Review zum ersten Film besprochen. Auf der Bonus-DVD sowie auf DVD 2 der 35th Anniversary Edition von Planet der Affen bzw. der Behind the Planet of the Apes Solo-Veröffentlichung von Image Entertainment findet man noch eine Featurette namens "J. Lee Thompson directs Conquest of the Planet of the Apes". Dabei handelt es sich aber nur um 1 Minuten an unkommentierten Aufnahmen von den Dreharbeiten und ist somit nicht von wirklichem Interesse.

Quellennachweis

[1] Joe Russo, Larry Landsman, Edward Gross - Planet of the Apes Revisited
[2] Eric Greene - Planet of the Apes as American Myth

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 21.01.1999
Letzte Textänderung: 19.05.2005

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