Film Daten

Titel:
The Fog
Originaltitel:
The Fog
Land & Jahr:
USA 1980
NTSC-Laufzeit:
89:27
Regie:
John Carpenter
Darsteller:
Adrienne Barbeau
Jamie Lee Curtis
Janet Leigh
John Houseman
Tom Atkins
James Canning
Charles Cyphers
Nancy Kyes
Ty Mitchell
Hal Holbrook
John F. Goff
George 'Buck' Flower
Regina Waldon
Jim Haynie
Darrow Igus
Alternativtitel:
• The Fog - Nebel des Grauens
• John Carpenter's The Fog
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - MGM
Label:
MGM
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 89:27
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1
Englisch - DD 2.0
Französisch - DD 2.0
Untertitel:
Englisch, Französisch, Spanisch
Extras:
  • Audiokommentar von John Carpenter und Debra Hill
  • Dokumentation: "Tales From the Mist - Inside 'The Fog'"
  • Dokumentation: "Fear on Film: Inside 'The Fog'"
  • Outtakes
  • Storyboard-zu-Film Vergleich
  • 3 Trailer
  • 3 TV Spots
  • Postergalerie
  • Behind-the-Scenes Galerie
  • Publicity Scene Stills Galerie
  • Hidden Feature: Behind-the-Scenes Aufnahmen der Nebelgenerierung

The Fog

Review

The Fog - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Das kleine verschlafene Küstenstädtchen Antonio Bay feiert sein 100-jähriges Bestehen. Genau am Abend zuvor entdeckt Pfarrer Malone (Hal Holbrook) in seiner Kirche das Tagebuch seines Vorfahren. Dort wird geschildert, dass die damaligen Bewohner und Gründer der Stadt ein Schiff absichtlich auf die Riffs vor der Küste gelockt haben um an das Gold auf dem Schiff zu kommen. Die Besatzung der "Elizabeth Dane" ertrank in den Fluten des Meeres. In der gleichen Nacht spielen in Antonio Bay plötzlich alle elektronischen Geräte verrückt. Ein auf offener See treibender Fischkutter wird von einer dichten Nebelbank eingehüllt und ein altes vermodertes Schiff taucht neben ihnen auf. Unheimliche Gestalten entern das Fischerboot und töten die Fischer.

The Fog - ScreenshotThe Fog - Screenshot

Am morgen danach findet Andy Wayne (Ty Mitchell), der Sohn von Stevie (Adrienne Barbeau), der Radiosprecherin des einzigen Radiosenders von Antonio Bay, ein Brett, auf dem noch der Name "Dane" zu lesen ist. Stevie nimmt das Brett mit in ihren Sender im Leuchtturm, das dort für einen Kurzschluß in der Elektronik sorgt, als plötzlich Wasser aus dem Brett fließt. Derweil suchen Nick Castle (Tom Atkins) und die Anhalterin und seine neue Freundin Elizabeth (Jamie Lee Curtis) nach dem Fischerbott, das Nick gehört. Sie finden es einsam und verlassen vor und stolpern schließlich über eine Leiche, die laut der späteren Untersuchung des Pathologen schon seit Monaten im Wasser hätte liegen müssen...

Nach dem großen Erfolg von Halloween widmete sich John Carpenter mit seinem nächsten Film The Fog einem etwas anderen Genre. Die Grundstruktur des Films ist ein klassischer Geisterfilm, in dem sich untote Seelen an den Nachfolgern der Peiniger aus früheren Tagen rächen. Dies wurde von Carpenter in ein modernes Gewand gehüllt und mit den, seit den Siebzigern immer mehr aufkommenden grafischen Special-Effects gespickt. Der Nebel selber ist ein gesichtsloses Monster, ein undefinierbares Grauen, in dessen Innereien sich die Seelen der alten Seemänner rumtreiben und außerhalb dieses Nebels auch nicht existieren.

The Fog - ScreenshotThe Fog - Screenshot

Im Gegensatz zu Halloween, dem Prototypen des Slasherfilms, bewegt sich The Fog komplett auf übernatürlichen Pfaden. Wie eine schön schaurige Geschichte wird der Film mit der Geschichte der Elizabeth Dane eingeleitet, die am Lagerfeuer von einem alten Mann wiedergegeben wird. Wenn nicht Stevies Sohn Andy zwischen den Kids sitzen würde, denen die Geschichte erzählt wird, könnte man diese Einleitung auch als Einführung in das Geschehen des Films verstehen, denn von der Erzählung am Lagerfeuer wird langsam zur Stadt Antonio Bay hinübergeblendet, wo schon kurz danach die ganze Technik verrückt spielt.

Zitat

Our celebration tonight is a travesty. We're honoring murderers. - Vater Malone

Atmosphärisch ist dieser Film auf alle Fälle und das ist es auch was den Film eigentlich rettet. Denn die Charaktere sind mehr oder weniger die üblichen Klischeepersonen und die Handlung ist auch nicht gerade originell. Man wird als Zuschauer durch den Lagerfeuererzähler mit den Grundlagen vertraut gemacht, die Entdeckung Malones liefert noch mehr Informationen und ansonsten geht es in dem Film nur darum wie die Untoten bzw. der Nebel die Menschen bedroht und ob die den Geistern noch entkommen können oder ins nasse Gras beißen. Aber das stört nicht wirklich, denn trotz seiner Einfachheit ist der Film recht spannend. Außer der Radiomoderatorin Stevie und Pfarrer Malone weiß eigentlich kaum jemand in Antonio Bay was um sie herum passiert. Interessant ist auch, dass später Stevie und einige andere Personen, die sich in der Kirche verschanzt haben, jeder für sich allein kämpfen muss und so eine Art Parallelhandlung am Leuchtturm und in der Kirche stattfindet. Getragen wird die Handlung zudem noch von der stimmungsvollen Musik, die auch wie bei Halloween von John Carpenter persönlich komponiert wurde.

The Fog - ScreenshotThe Fog - Screenshot

Die Idee zu dem Film kam John Carpenter und Debra Hill, als sie in der Zeit nach Halloween für ein paar Wochen in England waren und dort Stonehenge besuchten, wo die weitere Umgebung in einen dichten Nebel gehüllt war. Nachdem die erste Fassung des Films innerhalb von 30 Tagen fertiggestellt worden war, fiel ein Testscreening ziemlich enttäuschend aus und es wurde vieles nochmal gedreht oder neues Material produziert. So stammt z.B. der Prolog am Lagerfeuer, die verrückt spielende Technik in Antonio Bay, die Sequenz in der Pathologie und alle heftigeren Schockszenen aus der zweiten Drehphase. Produziert wurde der Film von Avco Embassy, die von sich aus an Carpenter herantraten und für die er dann zwei Filme abdrehte. Der zweite war Escape from New York (Die Klapperschlange), wo er das erste Mal mit Kurt Russell zusammenarbeitete. Gedreht wurde unter anderem an den Orten, die sich auch Hitchcock für seinen Klassiker The Birds (Die Vögel) ausgesucht hatte.

Kurz nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen waren, heirateten John Carpenter und Adrienne Barbeau, die Ehe hielt aber nur bis 1984. Adrienne Barbeau war zunächst fürs amerikanische Fernsehen tätig, The Fog stellt ihr Kinofilmdebüt dar. Nach Cannonball Run (Auf dem Highway ist die Hölle los) war sie in einigen Filmen des phantastischen Genres zu sehen, unter anderem in dem nächsten Carpenter-Werk Escape from New York (Die Klapperschlange), Swamp Thing (Das Ding aus dem Sumpf) oder Creepshow (Die unheimlich verrückte Geisterstunde). Jamie Lee Curtis, die hier eigentlich mehr nur eine größere Nebenrolle hat, ist außer aus den Halloween-Filmen und anderen Horrorproduktionen noch aus A Fish called Wanda (Ein Fisch namens Wanda), dem Nachfolger Fierce Creatures (Wilde Kreaturen) oder an der Seite von Arnie aus True Lies bekannt.

The Fog - ScreenshotThe Fog - Screenshot

In diesem Film stand Jamie Lee Curtis auch mit ihrer Mutter Janet Leigh zusammen vor der Kamera, ihre Charaktere haben allerdings nichts miteinander zu tun. Janet Leigh stand im Laufe ihrer Karriere schon mit Größen wie Errol Flynn, Gary Cooper, James Stewart oder Orson Welles vor der Kamera. Zu ihren bekanntesten Werken gehört sicherlich Alfred Hitchcocks Psycho, durch den sie in der berühmten Duschszene zu dem wohl berühmtesten Mordopfer der Filmgeschichte wurde. John Carpenter persönlich ist ganz zu Beginn des Films als Gehilfe des Pfarrers Malone zu sehen. Und viele der Charakternamen im Film sind richtigen Namen aus seinem Bekanntenkreis entliehen. So ist z.B. Nick Castle in Wirklichkeit ein alter Kollege aus seiner Zeit an der Filmschule, mit dem er sogar gemeinsam mit Tommy Lee Wallace, der bei The Fog als Production Designer, Editor und untoter Seemann fungierte, in einer Rockband lärmte.

The Fog hat mittlerweile einen kleinen Klassikerstatus inne und gehört zu den beliebtesten Filmen John Carpenters. Dies war sich auch MGM bewußt und brachte zumindestens in den USA eine nette Special Edition DVD heraus. Neben dem original-Bildformat 2.35:1 in anamorpher Kodierung gibt es auf der anderen Seite der DVD noch die Fullscreen-Version des Films. Wer immer noch nicht glauben mag, dass eine Vollbildabtastung ein Verbrechen an Widescreenfilmen ist, der kann sich jetzt persönlich überzeugen wie Pan & Scan der Bildkomposition eines Films schaden kann. In Anbetracht des Alters ist mit einem Maßstäbe setztenden Transfer natürlich nicht zu rechnen, aber das Ergebnis ist trotzdem sehr erstaunlich. Zwar macht sich in dunklen Szenen und problematischen Sequenzen wie z.B. in dichten Nebelschwaden eine gewisse Körnung bemerkbar, aber ansonsten gibt es nicht großartig viel an dem Bild auszusetzen. Es hätte nur insgesamt etwas mehr Schärfe vertragen können. Dem Ton wurde ein 5.1 Upmix spendiert. Dialoge, Effekte etc. dringen glasklar aus den Boxen. Daneben gibt es aber noch den original Monoton, der qualitativ auch zu gefallen weiß. Zusätzlich gibt es noch den französischen Ton, ebenfalls in Mono, der ein wenig dumpfer als der englisch Monoton klingt.

The Fog - ScreenshotThe Fog - Screenshot

Das Bonusmaterial ist angenehm umfangreich. Der Audiokommentar mit John Carpenter und der damaligen Produzentin Debra Hill ist recht informativ. Beide kann man gut verstehen, ergänzen sich in ihrem Informationsfluss und haben außer technischen Dingen auch ein paar Anekdoten zu erzählen. Dann gibt es zwei Dokumentationen. Die erste, "Tales from the Mist" ist extra für diese DVD produziert worden und holt in den 28 Minuten noch einmal John Carpenter, Debra Hill, Tommy Lee Wallace (Production Design), Adrienne Barbeau, Dean Cundy (Kamera) und Janet Leigh vor die Kamera. Zwar überschneiden sich einige Informationen mit dem Audiokommentar, aber das hält sich noch in Grenzen. Die etwas über 7-minütige "Fear on Film" Featurette stammt noch aus dem Jahre 1980, kurz nachdem der Film fertiggestellt wurde. Aufgrund der Kürze kann man schon sehen, dass man es hier eher mit einem Marketing-Filmchen zu tun hat und weniger mit einer informativen Doku.

Die Outtakes sind eine ca. 4-minütige Ansammlung von verunglückten Szenen und Ulkereien am Set. Der Film-to-Storyboard vergleich zeigt im Splitscreen die Szene, in der die Untoten das Fischerboot entern. Parallel dazu wird darüber die entsprechende Storyboardzeichnung gezeigt. Hinter der Advertising Gallery verbergen sich ein Trailer, zwei Teaser und drei TV-Spots, und zwei kurze Galerien von Postermotiven und anderem Material. Der Trailer ist nur im Vollbild-Format und weist auch viele Beschädigungen auf. Im Gegensatz dazu sehen die Teaser aber noch schlechter aus, die kaum über VHS-Qualität hinauskommen. Bei den TV-Spots sieht auch nicht viel besser aus. Die richtigen Fotogalerien sind recht umfangreich. Die erste zeigt viele Aufnahmen von den Dreharbeiten und die zweite diverse Publicity Stills. Als kleinen versteckten Menüpunkt gibt es noch ein paar Aufnahmen, in denen man sieht wie die Filmcrew den Nebel für bestimmte Szenen generiert.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 04.09.2003

Leser-Kommentare

01.02.2007, 17:44:32 knobi ( Email schreiben Homepage )

Hier ist mal wieder ein Beweiss dafür,nicht was,sonder wie man eine Geschichte erzählt.Ein absolutes Muss für Leute die sich gerne gruseln ohne das einem gleich das Essen aus Gesicht fällt.John Carpenter ist einfach eine Klasse für sich,der sein Steel favorisiert hat.Absolute Empfehlung eines Genre kenners.

09.03.2006, 09:00:44 Horrorist ( Email schreiben )

The Fog-Nebel des Grauens, ist wohl eine komerzielle, aber echt super gelungene, Verfilmung die trotz relativ wenig blut unter die Haut geht und einem das fürchten lehren können, der für sowas empfänglich ist! Als ich den Film mit meinem Lebensgefährten angeschaut habe, wir aber nachts unverhofft, noch einmal aus dem Haus mussten, bin ich gefahren weil Ihm doch unbehaglich war.(*lach*)
Der Film wirkt sehr real und ist daher empfehlenswert auch für menschen die kein Blut sehen können!

18.11.2005, 22:29:58 Dutschi666 ( Email schreiben )

Wenn man sich die ganzen Veröffentlichung der letzten Jahre ansieht, kann man vor Filmen wie The Fog nur den Hut ziehen. Ein Klassiker der sich jederzeit mit einem x-beliebigen Neuzeit-Grusel-Shocker messen lassen kann. Was J. Carpenter hier aus einer einfachen Geschichte "gezaubert" hat, ist ein Meilenstein des Gruselfilms und zeigt, das keine millionenteuren Spezialeffekte nötig sind, um einen ein paar Schauer über den Rücken zu jagen.
Düster, bedrohlich, eigentlich eher unblutig in Szene gesetzt und mit einem der besten Soundtracks des Genres ausgestattet, ist dieser Film trotz des Alter immer noch eine Referenz des Gruselfilms!

22.05.2004, 16:53:24 Mersad ( Email schreiben )

Der Film ist absolute spitze. Das keine Gewalt und kein Sex drin vorkommt ist nur ein Zeichen das man sich auch ohne Horror-Clisches gruseln kann. John Carpenter's Meisterwerk des Spukhororrs ist jetzt schon kult. Und die neue doppel DVD ist einfach hinreißend.
Ich empfehle diesen Film gerne weiter

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann