Film Daten

Titel:
Hellraiser
Originaltitel:
Hellraiser
Land & Jahr:
England 1986
Laufzeit ca.: ?
93 Min.
Regie:
Clive Barker
Darsteller:
Andrew Robinson
Clare Higgins
Ashley Laurence
Sean Chapman
Oliver Smith
Robert Hines
Doug Bradley
Antony Allen
Leon Davis
Michael Cassidy
Frank Baker
Kenneth Nelson
Gay Baynes
Niall Buggy
Dave Atkins
Oliver Parker
Alternativtitel:
• Clive Barker's Hellraiser
• Hellraiser - Das Tor zur Hölle
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / k.A.
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 2.0
Englisch - DD 5.1
Untertitel:
-
Extras:
  • Audio-Kommentar von Clive Barker und Ashley Laurence, moderiert von Peter Atkins
  • Featurette: "Resurrection"
  • Trailer
  • Fotogallerie
  • 48-seitiges Booklet (nur in Tin-Box)

Hellraiser

Review

Hellraiser

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Vorgeschichte: Frank (Sean Chapman) ist auf einer seiner Reisen irgendwo im Orient und kauft sich eine geheimnisvolle Puzzlebox. Wider daheim, versucht er die Geheimnisse der Box zu ergründen und eröffnet das Tor zur Höllenwelt der Cenobiten. Dämonenwesen deren oberste Kunst der Schmerz ist, was Frank sofort am eigenen Leibe zu spüren bekommt.

Hellraiser - ScreenshotHellraiser - Screenshot

Gegenwart: Larry (Andrew Robinson), Franks Burder, zieht mit seiner zweiten Frau Julia (Clare Higgins) in Franks Haus ein. Sie finden noch Habseligkeiten von Frank, der ist aber verschwunden und niemand weiß, wo er sein könnte. Julia wird dadurch wieder an frühere Zeiten erinnert, in denen sie mit Frank eine Affaire hatte, obwohl sie Larry heiratete. Beim Umzug verletzt sich Larry und sein Blut tropft auf den Boden des Dachbodens, dort wo Frank sein Leben verlor. Das hat eine ungeahnte Wirkung, denn Franks Herz pocht noch immer unter den Brettern und das Blut seines Bruders leitet seine Reanimierung ein. Um vollständig zu regenerieren, braucht er noch mehr Blut, was Julia für ihn besorgen soll...

Man darf mit Fug und Recht behaupten, daß Hellraiser schon kurz nach seinem Erscheinen zu den Klassiker des Horrorgenres gezählt werden durfte. Clive Barkers Regiedebüt, basierend auf seiner Kurzgeschichte "The Hellbound Heart" widersetzte sich den damaligen Regeln des Horrorfilms. Denn anders als z.B. der ersten Teil von Return of the Living Dead, der die Splattereffekte mit überdrehter schwarzer Komödie vermischte, war Hellraiser von Anfang an als eine ersthafte Horrorstory für Erwachsene gedacht gewesen. Außerdem entstand mit dem Pinhead (gespielt von Doug Bradley, einem alten Freund von Barker) eine neue Kultfigur, die sich gleich in die Reihe von Jason Verhues, Michael Myers und Leatherface einordnete. Fortan sollte er der heimliche Hauptdarsteller aller nachfolgenden Filme sein.

Hellraiser - ScreenshotHellraiser - Screenshot

Es sind vor allem die Special FX und die abgefahrenen Masken der Cenobiten, die den Film herausragen lassen. Die Dämonen sehen wirklich furchteinflößend aus, haben auf ihre Art eine gewisse makabere Schönheit (von dem schweinsgesichtigen Sonnenbrillenträger mal abgesehen) und Pinhead wirkt einfach nur cool. Außerdem ist seine Aussprache im Original einfach nur erhaben (mittlerweile gibt es schon etliche Songs aus dem Metal-Bereich, die als Intro eines seiner Zitate bringen). Ebenfalls als in anderen Filmen, sind sie keine dummen Kreaturen, wie Zombies oder verrückte Kettensägerschwinger, sondern mit Intelligenz versehen. Sie wissen genau was sie tun und wie sie es tun müssen.

Das Haus in England, in dem gedreht wurde, stand während der Dreharbeiten zum Verkauf. Der Vorbesitzer soll sich angeblich durch Gas selber umgebracht haben... Zu Anfang des Films findet Julia Fotos von Frank, die ihn bei Spielchen mit einer Nutte zeigen. Wenn auch sonst nie alle Beteiligten gleichzeitig am Set waren, bei den Shootings für diese paar Fotos wollten dann plötzlich alle zusehen.

Hellraiser - ScreenshotHellraiser - Screenshot

Bemerkenswert bei den Effekten ist vor allem die Reanimierung von Franks Skelett. Okay, im heutigen Zeitalter von schon fast realitätsnahen Computereffekten mag die Szene etwas angestaubt wirken, hat aber dadurch nichts von ihrer Effektivität eingebüßt. Zudem sind die schauspielerischen Leistungen sehr gut, was ja meistens ein Schwachpunkt vieler Horrorfilme ist. Neben der Horrostory konzentriert sich der Film vor allem darauf, wie schnell doch eine nach außen scheinbar heile Familienwelt (die schon zu Anfang gar nicht so heile ist, wie man sofort merkt) auf schnellstem Wege auseinanderzubrechen droht. Kirsty kann ihre Stiefmutter nicht leiden, versucht aber aus Liebe zu ihrem Vater sich mit ihr zu arrangieren. Larry merkt zwar, daß was mit seiner Frau nicht stimmt, traut sich aber auch nicht nachzufragen. Er ist eher der langweilige biedere Typ, während sein Bruder Frank das genaue Gegenteil davon ist.

Clive Barker gehört neben Stephen King mit Sicherheit zu den erfolgreichsten modernen Horrorautoren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Books of Blood / Bücher des Blutes, Cabal, der ebenfalls verfilmt wurde und Imagica, eine komplexe Mixtur aus Fantasy und Horror. In dem Audio-Kommentar der DVD outet Barker sich als großer Dario Argento-Fan. Kirstys Traumszene (sie steht in einem Raum in dem auf einem Tisch ein, von einer Decke bedeckter Körper liegt und die Decke färbt sich blutrot) hat er gedreht, weil er unbedingt eine Argento-mäßige Szene in seinem Film haben wollte! Überhaupt werden in dem Kommentar einige nette Details verraten. Der Film wurde in den USA teilweise synchronisiert, da die Aussprache mancher Schauspieler "zu britisch" war. Die kurze Szene, in der Frank auf dem Kopf hängt und das Blut an ihm herunterläuft, waren eigentlich nur Szenen um die Kameras zu testen, die dann aber mit in dem Film übernommen wurden.

Hellraiser - ScreenshotHellraiser - Screenshot

Wer den Film auf DVD haben möchte, der sollte sich schleunigst die neue Version von Anchor Bay kaufen! Die Firma hat die ersten beiden Teile schonmal auf DVD herausgebracht, aber jetzt wurden beide Filme nochmals gründlich überarbeitet und mit Massen an Zusatzmaterial ausgestattet. Die Bildqualität ist der Oberhammer und stellt jedes andere Video und jede Laserdisc in den Schatten. Neben dem Audio-Kommentar von Clive Barker und Asley Laurence gibt es noch ein Featurette mit kurzen Interviews. Wer das Glück hat und evtl. noch eine der auf 30.000 Stück limitierten DVD-Tin-Boxen ergattern kann, bekommt auch gleich den zweiten Teil, Hellbound: Hellraiser II dazu, der in Austattung und Qualität genauso geil ist. Außerdem liegt der Tin-Box noch ein 48-seitiges Booklet bei, das allerdings nur Szenen- und Produktionsfotos beinhaltet. Natürlich gibt es den ersten Teil auch in einer normalen, unlimitierten Version zu kaufen, deren Inhalt identisch ist. Auf Teil zwei als einzelne DVD wird man noch auf nächstes Jahr warten müssen, die Version wird sich aber auch nicht von der in der Box unterscheiden. Wer die Tin-Box besitzt, dem müßte es eigentlich bei dem DVD-Menü etwas mulmig werden. Man wird von Pinhead mit dem Satz "The box, you opened it. We came!" begrüßt...

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 27.11.2000

Leser-Kommentare

26.02.2006, 21:34:34 Schneider ( Email schreiben Homepage )

Ich finde bis heute das einige Effekte bei Hellraiser ungeschlagen sind! z.B. die frank-szene!
ausserdem ist es einer der wenigen horrorfilme die wirhklich kein bisschen lustig sind! Dieser film ist wirklich ein erwachsenen-movie der nicht nur durch atmo oder effekte sondern vor allem durch die story zu gefallen weiss! sicher ein kultfilm!

05.09.2004, 19:01:58 welpe

Ich habe mir die (geschnittene) deutsche TV-Version angeschaut. Trotz der entschärten Szenen ein großartiger (relativ) harter Horrorfilm. Ganz Clive Barker eben!
Die Cenobiten sind wohl auch die elegantesten und ernstzunehmendsten Gestalten des Genres (im Vergleich zum augenzwinkernden Freddy oder dummmordenden Slashern), die ihre Arbeit klasse verrichten. (Ähnlich wie der Djinn aus Wishmaster, der auch nur die (*einfach* tödlichen) Wünsche der Menschen erfüllt.

Clive Barker ist ein Meister!

15.07.2004, 18:40:28 Florian Kuhn ( Email schreiben )

Spannend, krank, heftig. Ein Klassiker der Horrorfilmgeschichte. Spannend erzählt und eiskalt in die Tat umgesetzt. Ein Tipp für jeden Horrorfilmfan.

04.02.2004, 04:34:01 Itchy ( Email schreiben )

Nicht ganz so düster und surreal wie der zweite Teil, dennoch sehr sehenswert. Eine der wenigen Filmreihen im Horrorgenre, die nicht dem üblichen Horror Einheitsbrei entsprechen (zumindest die beiden ersten Teile, die nachfolgenden drei sind Geschmackssache) und sich dessen gewollt abgrenzen. Horror mit schon fast künstlerischem Anspruch.

29.01.2004, 12:46:45 ParanoidAndroid

das der film in den USA synchroniesiert wurde, weil die englischen schauspieler den amerikanischen vertreibern zu "britisch" klangen, wird wohl daran liegen, das "hellraiser" ein reiner englischer film ist! er wurde ausnahmslos in england gedreht (clive barker ist ja schliesslich ein brite) und nicht wie du in deinem bericht behauptet, in den USA! nicht alles was im film zum kult avanciert, ist gleich US-amerikanischer herkunft! die special-effects sind auch heutzutage noch absolute hochklasse! deine beschriebene szene, in der frank's körper quasi aus dem nichts zusammengesetzt wird, ist einfach nur einzigartig in der film-geschichte! unglaublich, was mit der "stop and motion-technik" damals schon möglích war! ein absoluter film-leckerbissen!

Das mit den USA war in der Tat ein Fehler. Danke für den Hinweis!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann