Film Daten

Titel:
Keoma
Originaltitel:
Keoma
Land & Jahr:
Italien 1976
Laufzeit ca.: ?
95 Min.
Regie:
Enzo G. Castellari
Darsteller:
Franco Nero
Woody Strode
William Berger
Donald O'Brien
Olga Karlatos
Giovanni Cianfriglia
Orso Maria Guerrini
Gabriella Giacobbe
Antonio Marsina
Joshua Sinclair
Lee Lenoir
Wolfango Soldati
Victoria Zinny
Alfio Caltabiano
Alternativtitel:
• Keoma - Melodie des Sterbens
• The Violent Breed
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Cover

Keoma Cover

Keoma

Review

Keoma

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Keoma kehrt aus dem Bürgerkrieg in seine Heimat zurück. Er hat das Töten und Sterben in all seinen Facetten erlebt und möchte nur nach Hause und seine Ruhe haben. Auf dem Weg dorthin trifft er auf einen kleine Gruppe von schießwütigen Gangstern, die Menschen, die an den Pocken erkrankt sind, in ein Lager außerhalb der Stadt abschieben wollen. Alle versuchen die Flucht, werden aber hinterrücks erschossen. Nur eine Frau bleibt zurück, die auch noch hochschwanger ist. Keoma nimmt sie mit sich und in der Stadt will er sie mit Essen und Trinken versorgen. Die Frau wird aber erkannt und man rät ihm, die Frau schnellstens aus der Stadt zu bringen. Er setzt sich aber über alles hinweg. Sein nächstes Ziel ist die Farm seines Vaters, der sich freut nach all den Jahren seinen Adoptivsohn wiederzusehen. Durch ihn erfährt Keoma auch, was in der Zwischenzweit alles passiert ist. Der mächtige Caldwell hat jetzt das Sagen in der Stadt und hat auch dafür gesorgt, daß die kranken Menschen ausgesondert werden. Unterstützt wird er von Keomas Stiefbrüdern, die gar nicht erfreut sind über Keomas Rückkehr. Während seiner Abwesenheit wurde die Frau in das Lager verfrachtet. Keoma holt sie von dort wieder raus und versteckt sie beim Arzt der Stadt. Auf ihn wird inzwischen rücksichtslos Jagd gemacht und die einzige Unterstützung erfährt er durch seinen Vater und den ehemaligen Sklaven und Jugendfreund George. Es kommt schließlich zu einer wilden Schießerei in der Stadt...

Dieser Film verbreitet eine sehr apokalyptische Stimmung. Schon der Beginn, wo Keoma über die zerstörte Farm reitet, in der er am Schluß seine drei Brüder erschießen muß, hat mehr was von einem Endzeit-Film. Die Alte, der er begegnet, ist wie ein Todesengel immer bei ihm. Jedesmal, wenn er in Lebensgefahr schwebt, ist die Frau in der unmittelbaren Nähe. Keoma ist eigentlich ein gerechter Mann, der nur in Ruhe gelassen werden will. Aber sein Einsatz für die Frau, für die Unterdrückten, bringt ihm nur Gewalt auf seiner Gegenseite ein. Die Menschen wollen ihn nicht, seinen Gerechtigkeitssinn, seine Auffassung von Richtig und Falsch. Er paßt nicht in ihr Bild einer korrupten und schlechten Welt. Aber trotz aller Schlechtigkeit hat der Film mit der Geburt eines gesunden Kindes ein lebensbejahendes Ende zu bieten. Keoma ist gewiss kein typischer Vertreter des Italo-Western-Genres. Er sitzt vielmehr zwischen allen Stühlen. Er ist Western, Endzeit-Film und hat ab und zu auch einen gewissen Gothic-Flair. Franco Nero, als langhaariger Hippie-Lookalike, spielt die Rolle des Keoma sehr überzeugend. Die schwangere Frau wird von Olga Karlatos gespielt, die in Woodoo - Schreckensinsel der Zombies den Holzsplitter ins Auge bekommt. Und William Berger ist in der Rolle von Keomas Vater kaum wiederzuerkennen, so grau wurde er geschminkt.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 14.08.1999

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