Film Daten

Titel:
The Lickerish Quartet
Originaltitel:
The Lickerish Quartet
Land & Jahr:
Italien/USA/Deutschland 1970
Laufzeit ca.: ?
90 Min.
Regie:
Radley Metzger
Darsteller:
Silvana Venturelli
Frank Wolff
Erika Remberg
Paolo Turco
Alternativtitel:
• Erotic Illusion
• Erotic Instinct
• Erotic Quartet
• Esotika Erotika Psicotika
• Hide and Seek
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Image Entertainment
Label:
Image Entertainment
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Trailer

The Lickerish Quartet

Review

The Lickerish Quartet

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Eine reiche Familie, ein Ehepaar und ihr erwachsener Sohn schauen sich zusammen einen Super-8-Porno an. Während der Sohn dem Film überhaupt nichts abgewinnen kann, finden seine Eltern ihn recht interessant. Während eines anschließenden Bummels über eine Kirmes, gehen sie zusammen in eine Motorrad-Stuntshow, in der drei Motorradfahrer und eine -fahrerin ihre Show vorführen. Zum Abschluß nehmen alle ihre Helme ab und in der Frau erkennen die drei die Hauptdarstellerin aus dem Porno. Zwar mit anderer Frisur, aber definitiv dieselbe Person. Der Vater spricht sie nach der Show an und lädt sie für den Abend ein. Sie nimmt die Einladung an und während des Abends wollen die Eltern ihr den Film vorführen. Aber seltsames ist geschehen. Während man vorher das Gesicht der Darstellerin deutlich erkennen konnte, so ist es jetzt kein einziges Mal zu sehen, obwohl sonst alle Szenen identisch sind. Das Ehepaar ist verwirrt und kann sich das nicht erklären. Die Frau verbringt auch die Nacht in dem Schloß der Familie und am nächsten Morgen ist der Vater der erste, der mit ihr spricht. Der Vater führt sie durch das Schloß und bringt sie schließlich in seine Bibliothek. Dort schlafen die beiden miteinander. Die beiden Ehepartner geraten danach in einen heftigen Streit miteinander. Währenddessen wendet sich die Frau dem schüchternen Sohn zu, der sich bereitwillig von ihr verführen läßt. Nach dem Streit mit ihrem Ehemann hat sich die Frau verzweifelt ins Schloß zurückgezogen und sieht sich den Film nochmals an. Die andere Frau kommt kurze Zeit später auch dazu und kümmert sich auf ihre Art um die Ehefrau. So hatte die ganze Familie ein besonderes Erlebnis. Dabei kommen verdrängte Ereignisse aus der Vergangenheit wieder hervor, die die Handlung die ganze Zeit unterbrochen haben und sich nun wie ein Puzzle alle zusammenfügen...

Mit diesem Werk hat Metzger, meiner Meinung nach, sein Meisterwerk abgeliefert. Auf kunstvolle Weise verbindet er künstlerische Ambitionen mit erotischen Szenen und schuf einen sehr ungewöhnlichen Film. Hier merkt man deutlich, daß sich Metzger vor seiner Regisseurlaufbahn mit dem Schneiden von Filmen beschäftigt hat. Vergangenheit, Gegenwart, Fragmente aus Erinnerungen und Ausschnitte aus dem Super-8-Film werden zu einem Handlungsteppich gewoben, der einem zu Anfang wie lose Fetzen erscheint, sich aber mehr und mehr zu einem Ganzen entwickelt und mit einem sehr surrealen Ende abschließt. Er griff auf recht außergewöhnliche Elemente zurück, wie z.B. das Zurückspulen einer Szene im Film, die danach ähnlich, aber doch ganz anders weiterläuft. Die erotischen Szenen sind ebenfalls sehr gekonnt umgesetzt worden. Der Sex zwischen dem Ehemann und der Frau findet in der Bibliothek auf einem Teppichboden statt, dessen Motiv die Seiten eines Lexikons sind, aber alle Begriffe kommen aus dem sexuellen Bereich. Definitiv kein Filmgenuß für zwischendurch, aber ein entdeckungswürdiges Werk, das einfach mehr Beachtung verdienen sollte.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 15.01.2000

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