Film Daten

Titel:
Anthropophagous 2000
Originaltitel:
Anthropophagous 2000
Land & Jahr:
Deutschland 1999
Laufzeit ca.: ?
75 Min.
Regie:
Andreas Schnaas
Darsteller:
Achim Kohlhase
Andre Sobottka
Dirk Thies
Joe Neumann
Jens Bauhuf
Bernd Meißner
Carsten De Jonge
Andreas Schnaas
Karl-Heinz Geisendorf
Sybille Kohlhase
Cordula Kruger
Sandra Berg
Maja Carstens
Cornelia de Pablos
Oliver Sauer
Andreas Stoek
Alternativtitel:
• Cannibal 2000
• Man Eater 2000
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Cover

Anthropophagous 2000 Cover

Anthropophagous 2000

Review

Anthropophagous 2000

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

In einer Höhle werden Leichen gefunden. Der Kommissar entdeckt neben einer Leiche ein Buch, in dem die Geschehnisse vor dem Verbrechen niedergeschrieben sind:

Eine Gruppe von Urlaubern hat das Pech, daß ihr Wagen kurz vor einem Dorf liegenbleibt. Drei der fünf Urlauber gehen in das Dorf hinunter um dort eine Werkstatt oder Tankstelle zu finden. Während die anderen sich in dem Dorf umsehen, wird einer der beiden zurückgebliebenen brutal ermordet und die zweite Person, eine schwangere Frau, entführt. In dem Dorf findet sich keine Menschenseele, alles scheint wie ausgestorben. Nur eine in eine Frau in Trauerkleidung schleicht im Dorf umher. In fast jedem Haus finden sie zudem menschliche Leichen und in einer Zeitung einen Artikel, das gerade in diesem Dorf ein wahnsinniger Mörder sein Unwesen treibt. Einer nach dem anderen muß schließlich sein Leben lassen.

"In Memory of Joe D'Amato" erscheint gleich als erstes bei dieser unterdurchschnittlichen Amateurproduktion von Andreas Schnaas (Violent Shit). Joe D'Amato war vielleicht nicht gerade der weltbeste Regisseur, aber so schlecht auch wieder nicht. Anthropophagous 2000 bestätigt wieder mal alle Befürchtungen, die man bei einem deutschem Amateur-Splatterfilm haben kann. Schlechte Schauspieler, bescheuerte Dialoge und absolut stümpferhafte Effekte. Warum haben die nicht gleich eine etwas verzierte Melone genommen, ein Schild mit der Aufschrift "Kopf" drangepappt und dann kräftig drauf eingeschlagen? Die Wirkung auf den Betrachter wäre ungefähr dieselbe. Über die Handlung brauch man sich allerdings weniger aufregen, der Titel und die Widmung deuten ja schon daraufhin, daß es sich hier um eine Neuverfilmung von D'Amatos Man-Eater handelt, auch wenn sich einige andere "Einflüsse" eingeschlichen haben, wie z. B. die Pfählungsszene aus Cannibal Holocaust.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 16.11.1999

Leser-Kommentare

12.12.2006, 15:30:07 Onkel Roman ( Email schreiben )

Wo Schnaas draufsteht, ist auch Schnaas drin.
Ganz im Stile seiner Violent Shit Trilogie bietet auch dieser Film natürlich nicht viel Anspruch und ein ziemlich grottiges handwerkliches Niveau.
Über die Schauspieler oder die Qualität der Dialoge braucht man auch nicht viele Worte verlieren.
Ein simpler, recht harter Slasher Movie, typisch Schnaas halt. Wer mehr erwartet, ist selbst schuld.

"Nikos the Impaler" hat mir jedenfalls um einiges besser gefallen. Ist zwar auch kein Meisterwerk, aber eine ganze Ecke professioneller aufgezogen.

01.04.2006, 18:31:29 leviathan

Ich gebe deiner/eurer Filmbewertung wirklich recht. Letztendlich kann man eigentlich nur sagen, das Menschen schon recht seltsame Ideen haben, wenn ihnen langweilig ist, spiegelt dieser "Film", d.h. das Remake doch recht deutlich die offenbare Geistesverfassung der Macher wieder. die hätten eigentlich auch einen Homemadeporno drehen können, was ja auch in einer der Filmszenen anklang. Ich bin der Überzeugung, das sie damit mehr Erfolg gehabt hätten.
Nur gut, das ich für diesen Mist nur 1,50 Euro auf dem Flohmarkt bezahlt habe, aber geärgert habe ich mich dann schließlich doch.

25.01.2006, 22:25:03 baronmetternich ( Email schreiben )

Ich konnte mir es nicht nehmen lassen, einen Kommentar zu dieser Scheiße abzugeben. Ganz ehrlich, aber ich schäme mich dafür, dass dieses "Es" den Weg in meinen DVD Player gefunden hat. Man könnte es auch als brutale Vergewaltigung eines jeden Abspielgerätes und Fernsehers bezeichnen. Inhalt: Soll wohl dem Original "Men Eater" ähnenln wobei der schon ziemlich platt war. So eine Story schreibe ich im Vollsuff in ca. 15min. aber auch nur wenn ich einen schlechten Tag hatte. Schauspieler: Die wurden alle samt an der Bahnhofscurrybude angesprochen ob sie mitspielen wollen. Derart miese Darsteller findet man nicht mal in "Verbotene Liebe etc." Splattereffekt: Tippex leicht blutgefärbt, Tesafilm und literweise Kunstblut. Fazit: Das Splatterfilme ja bekanntlich nicht wirklich anspruchsvoll sind, wissen wir ja nun aber bei diesem Müll sollte man das Geld besser für ein Abo "Das Goldne Blatt" für Oma investieren.

24.10.2005, 13:10:37 tetsu ( Email schreiben )

Jessas Jessas! Selig sind die Talentfreien, denn ihnen ist der deutsche Horror-Independent-Markt...

Also, ich hab ja wirklich einen Faible für auf Zelluloid gebannten, fortgeschrittenen Dilettantismus und ich erwarte mir keinen Film von "Citizen Kane"-Format, wenn ich mir, zwecks kurzweiligen und wesensfremden Ausgleich, einen Amateur-Splatteranten aus deutschen Landen zu Gemüte führen will, aber was Herr Schnaas mit "Antropophagus 2000" dem Zuschauer da vor die Nase setzt, ist übelstes Kloakenkino der versifftesten Sorte.

Es hätte keinen Zweck diese depremierende Tatsache beschönigen zu wollen: die so called deutschen Filmemacher aus dem Horror-Bereich sind, bis auf wenige Ausnahmen, an der untersten Stufe der filmischen Evolutionsleiter angesiedelt und können von dieser niederen Perspektive aus selbstverständlich nur Flaches und Talentbefreites aus der untersten Schublade zaubern. Aber Herr Schnaas untertrifft diese, man verzeihe mir den behelfsmäßigen Ausdruck, Nicht-Erwartungshaltung germanischen Home-Made-Schbläddas gegenüber, mit einer einzigartigen Unbeholfenheit und einer unsympathischen Geschmacklosigkeit.

Nicht genug, dass der Film ein einziges Logikloch ist, die ? so genannten ? Schauspieler sich ausnahmslos aus dem hölzernen Fundus der Talentlosigkeit rekrutieren (und man sich einem sadistischen Glücksgefühl nicht erwehren kann, wenn endlich einen von ihnen wieder mal der finale Leinwand-Sensenhieb streift), die Effekte - bei aller Schmodderei - lieblos inszeniert sind und die Tonqualität ein Frechheit sondergleichen ist, die in einer besseren Welt wohl eine strafbare Handlung darstellen würde, welche mit schwerem Kerker nicht unter 5 Jahren belegt sein müsste - nein! dem ganzen wird die "Crown of Shit" noch aufgesetzt, indem es sich der Hörr Reschisör nicht nehmen ließ, persönlich den menschen-verschnabulierenden Maniac zu mimen - eine Rolle, die er ausschließlich körperlich ausfüllen kann, der feiste Mensch.

Es sei Herrn Schnaas unbenommen, wenn er glaubt, sich und seine unbedarfte Clique der Lächerlichkeit preisgeben zu müssen - aber dann soll er für diese Attacke auf die Intelligenz und den Geschmack jedes denkenden und fühlenden Wesens kein hart verdientes Geld verlangen (geschenkt wär noch zu teuer!).
Im übrigen bin ich der Meinung, dass Herr Schnaas gut daran täte, sein Equipment bei ebay loszuwerden - dann könnte er für die Kröten einen Kranz für Joe D'Amato-selig kaufen (dessen zahllose Filme ja auch eher in den Katakomben der Geschmacklosigkeit herumdümpeln, die aber im direkten Vergleich zu Schnaas filmischen Ausscheidungen locker zum den Olymp der ambitionierten Arthaus-Kinos aufsteigen) und an dessen Grab um unverdiente Vergebung beten. Und - was wichtiger ist - er könnte uns in Zukunft nicht mehr mit dummdreisten Unverschämtheiten wie "Antropophagus 2000" traktieren.

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann