Film Daten

Titel:
Being John Malkovich
Originaltitel:
Being John Malkovich
Land & Jahr:
USA 1999
Laufzeit ca.: ?
112 Min.
Regie:
Spike Jonze
Darsteller:
John Cusack
Cameron Diaz
Ned Bellamy
Eric Weinstein
Madison Lanc
Octavia Spencer
Mary Kay Place
Orson Bean
Catherine Keener
K.K. Dodds
Reginald C. Hayes
Byrne Piven
Judith Wetzell
John Malkovich
Kevin Carroll
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Being John Malkovich

Review

Being John Malkovich

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Der talentierte, aber völlig erfolglose Puppenspieler Craig Schwartz bewirbt sich aus akutem Geldmangel um die Stelle eines Archivierers bei der Lester Corp. Seltsam wird schon die Ankunft in dem Hochhaus, wo auf einem Schild am Lift steht, daß die Firma sich im 7 1/2 Stockwerk befindet. Eine entsprechende Taste gibt es in dem Fahrstuhl natürlich nicht. Aber eine Frau ist so nett und hilft ihm: zwischen dem 7. und 8. Stock stopt sie den Fahrstuhl und öffnet die Tür mit Hilfe einer Brechstange, damit er in dem kleinen Zwischenstockwerk aussteigen kann. Da sich das Stockwerk wirklich zwischen den anderen beiden befindet, ist es gerade mal so hoch, daß nur zwergwüchsige Menschen darin aufrecht stehen können. Das Vorstellungsgespräch mit dem Chef Dr. Lester nimmt auch einen nicht gerade alltäglichen Verlauf, aber schließlich bekommt Craig den Job.

Bei seiner Arbeit lernt er die attraktive Maxine kennen, in die er sich sofort verknallt. Sie will von ihm aber nun absolut gar nichts wissen. Eines Tages macht er aber aus Zufall eine mehr als denkwürdige Entdeckung: als eine Mappe mit Unterlagen hinter einen Schrank fällt, räumt er den Schrank beiseite und muß auch noch ein Brett von der Wand entfernen, um an die Mappe zu kommen. Hinter dem Brett ist aber eine kleine Tür versteckt, die den Zugang zu einem dunklen Gang öffnet. Neugierig krabbelt er in den Gang und nach ein paar Metern wird er förmlich in den Schlauch hineingezogen. Nach einer Rutschpartie landet er schließlich... im Kopfe des Schauspielers John Malkovich! Für eine Viertelstunde kann er die Welt aus Malkovichs Augen sehen und wird danach unsanft hinausgeschleudert. Nach einer harten Landung findet er sich schließlich an einer Schnellstraße außerhalb der Stadt wieder!

Die Entdeckung muß er natürlich erstmal Maxine und seiner Frau Lotte erzählen. Während Maxine ihn für einen durchgeknallten Spinner hält, will Lotte die Tür unbedingt ausprobieren. Auch sie hat das gleiche Erlebnis und danach ist nichts mehr wie es vorher war. Lotte gerät in eine Sinnkrise und überlegt sich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen, Maxine will mit der Tür das große Geschäft machen und nimmt sich Craig als Partner. Sie verliebt sich schließlich in Lotte, aber nur, wenn sie im Körper des John Malkovich steckt. Craig, der immer noch in Maxine verknallt ist, versucht die Macht über Malkovich' Körper zu erlangen, wenn er als Craig Schwartz schon kein Erfolg hat und noch einiges mehr...

Also dieser Film ist die Überraschung des Jahres für mich. Kaum zu glauben, das ein Film aus Hollywood mal mit völlig neuen, originellen und so schrägen Ideen ankommen würde, wo doch momentan alles recycelt wird, was noch nicht recycelt wurde. Das der Film dabei auch noch anständig produziert wurde, ist eine weitere Überraschung. Allerdings sollte man sich als Zuschauer auch von allen Gewohnheiten und Konventionen befreien können, denn hier verläuft nichts in bekannten Bahnen.

Bis zur Entdeckung der Tür zu John Malkovichs Kopf bekommt man erstmal voll den skurillen Humor des Regisseurs und des Drehbuchautors zu spüren, was zu einem mit dem kuriosen 7 1/2ten Stockwerk zu tun hat und mit den stumpfen Sprüchen, die aus der Situationskomik entstehen, zu tun hat.

Mit dem der Entdeckung des Zugangs zu John Malkovich kommt noch ein starker psychologischer Faktor hinzu. Auch hier wurden einige neue, teilweise schon hintergründige Ideen eingebaut, wie die Liebe zwischen Maxine und Lotte, die auf Seiten Maxines nur funktioniert, wenn Lotte in Malkovich steckt. Als schließlich Malkovich dahinterkommt, daß irgendetwas mit ihm passiert und er schließlich selber in den Gang klettert, folgt eine schon fast psychedelisch anmutende Sequenz, die eine der vielen Highlights im Film darstellt.

Auch den Schauspielern sieht man es an, daß sie viel Spaß mit diesem Film hatten. John Malkovich spielt sich natürlich selber und das sehr selbstironisch (hat aber eine fürchterliche Softie-Synchronstimme bekommen) und Cameron Diaz beweißt Mut zur Häßlichkeit. Ich habe sie jedenfalls erst gar nicht erkannt. Und einen besseren als John Cusack für die Rolle des Craig Schwartz hätte man wohl nicht finden können.

Ich könnte ja noch stundenlang über diesen Film erzählen, aber besser ist es, wenn ihr ihn euch selber anschaut. Der Film beschäftigt einen noch Stunden nachdem man ihn gesehen hat, die Bedeutung mancher Szenen und Ereignisse wird einem manchmal erst viel später klar. Verpaßt also auf keinen Fall den schrägsten Film der letzten Jahre!

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 15.05.2000

Leser-Kommentare

19.05.2004, 16:17:48 Manuel ( Email schreiben )

der film ist wirklich geil. vor allem wegen John Malkovich und wie er sich selbst darstellt. der film hat aber auch einige schwaechen und unlogische seiten an die ich mich aber leider nicht mehr erinnern kann.
was gibts noch yzu sagen?
Spike Jones ist einfach geil... der mann hasste es einfach interviews zu geben. auf dem extra zur dvd faengt er sogar an zu kotzen waehrend die typen seelig weiter filmen. die beastie boys videos - z b sabotage - von ihm sind doch einfach geil... persoenlich finde ich aber seinen zweiten kinofilm, adaptation, besser. der ist noch "realer" indem die hauptperson (nicolas cage) den drehbuch autoren charlie kaufmann (der malkovich geschrieben hat) spielt und der film eigentlich das ist, was er waehrend dem film erlebt und dann alles zu einem drehbuch macht... einfach krass... wers nicht begriffen hat sollte sich den film anschauen. aehnlich wie swimming pool, bei dem der film auch das ergebnis des buches ist das die autorin waehrend des filmes sieht... naja

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