Film Daten

Titel:
Deep Throat
Originaltitel:
Deep Throat
Land & Jahr:
USA 1972
Laufzeit ca.: ?
60 Min.
Regie:
Gerard Damiano
Darsteller:
Linda Lovelace
Harry Reems
Dolly Sharp
Bill Harrison
William Love
Carol Connors
Bob Phillips
Ted Street
Jack Byron
Michael Powers
Gerard Damiano
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - VCA
Label:
VCA
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Filmographien

Deep Throat

Review

Deep Throat

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Linda Lovelace (Linda Lovelace) leidet unter einem seltsamen Problem. Sie ist nie richtig erregt, wenn sie mit einem Mann schläft und wendet sich in ihrer Not an den Arzt Dr. Young (Harry Reems). Der diagnostiziert, daß ihre Klitoris sich nicht an ihrem Platz befindet, sondern sich auf seltsam biologisch-mutiertem Wege in ihrem Hals plaziert hat (!!!). Sein "Therapie"-Vorschlag ist Oral-Verkehr, was er seine Patientin gleich an sich selber machen läßt. Und tatsach, es funktioniert. Linda bekommt einen richtigen Orgasmus und ist hin und weg. Dr. Young stellt sie als seine Assistentin für besonders schwere Fälle ein und sie darf nun in humanistischer Mission jeden männlichen Patienten nuckeln... In dem, von der Natur großzügig ausgestattenen, Wilbur Wang (William Love) findet sie schließlich ihren Mann fürs Leben...

Au weia... Eigentlich halte ich von Pornos gar nichts, finde sie eher langweilig und auch Deep Throat ist weder in irgendeiner Art und Weise anregend und schon gar nicht ästhetisch, denn gut aussehen tut keine Frau in dem Film. Seine komödiantischen Elemente unterscheiden ihn vielleicht noch von anderen Hardcore-Filmchen. Der Film interessiert eigentlich eher in seiner historischen Relevanz. Nachdem sich zum Ende der 60er Jahre der Gedanke der freien Liebe breit machte, schlug sich das natürlich auch in der Filmwelt nieder, allerdings wurde mit solchen Themen noch mehr im Underground gearbeitet. In manchen Staaten wurden selbst Kinobesitzer verhaftet, die Filme zeigten, in denen der Sexualverkehr nur simuliert wurde.

Der Regisseur Gerard Damiano (der vorher als Friseur sein Geld verdiente), lernte durch einen Fotografen Linda Lovelace kennen, die eine besondere Oraltechnik beherrschte. Flux wurde schnell eine Rahmenhandlung erfunden und mit 24.000$ der Film gedreht. Bei der Uraufführung in einem New Yorker Kino platzte die Polizei herein und Theaterbesitzer Bob Sumner bekam eine Klage an den Hals. Allerdings wurde der Film weiter gezeigt, während die Mühlen der Justiz nicht so recht in die Pötte kamen. Das sorgte für einen solchen Wirbel, daß plötzlich der Film selbst etablierte Tageszeitungen und Publikationen beschäftigte und es als chic galt, den Film gesehen zu haben. Singles wie Ehepaare standen Schlange vor den Kinos. So wanderte der Film unter die 10 erfolgreichsten Filme des Jahres 1973, was wohl nach ihm kein Film mit explizieten Sexszenen geschafft haben dürfte.

Hauptdarstellerin Linda Lovelace (das klingt ja fast wie Lucy Lawless...) wurde zu einem gefeierten Medienstar. Es wurde sogar darüber nachgedacht, eine Las Vegas-mäßige Show für sie zu entwerfen. Das war dann vorbei, als sie wegen Drogenmißbrauchs verhaftet wurde. Nach ihrer Entlassung wandelte sie sich um 180° und behauptete, daß alle ihre Aussagen über ihr Sexleben eine Lüge wären und das sie zu den Sexualpraktiken gezwungen worden wäre. Jedenfalls sorgten die Pro- und Kontra-Diskussionen über Pornos im allgemeinen und Deep Throat im speziellen für eine Liberalisierung von Hardcore Filmen, die seitdem in Amerika nicht mehr unter Strafe gestellt wurden.

Es gibt eine DVD von VCA, allerdings geht die Bildqualität nicht über VHS-Qualität hinaus. Aber muß das auch...?

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 01.10.2000

Leser-Kommentare

19.10.2006, 13:06:00 Tonga Wabonga ( Email schreiben )

Sehr empfehlen kann ich die 2006 auf DVD erschienene Doku "Inside Deep Throat", in der einerseits die maßgeblich am Film beteiligten Personen in größtenteils sehr authentischen Interviews zu Wort kommen, andererseits ein tiefer Blick in die Abgründe US-Amerikanischer Sexualmoral der späten 60er/frühen 70er geworfen wird. Man kann sich ja schon denken, daß die Fraktion, die "D.T." als tödliche Bedrohung amerikanischer Moral und Sittlichkeit verfolgte, einiges in Bewegung setzte, um ihn vom Angesicht der Erde zu fegen - daß diese Bemühungen aufrechter US-Bürger aber u.a. in der Idee gipfelten, nur ein vaginaler Orgasmus wäre ein "richtiger" Orgasmus (im Gegensatz zum In "D.T." prominent gemachten klitoralen Orgasmus), ist schon atemberaubend. Darüberhinaus hinterläßt "Inside Deep Throat" ein tragisches Bild von Linda Lovelace, die Zeit ihres Lebens eine sehr abhängige Frau gewesen zu sein scheint - abhängig z.B. von Typen, die sie verkloppten und ausbeuteten oder von Feministinnen, die ihr in einer Phase der Distanzierung von "Deep Throat" als Sprachrohr dienten. Nirgends entsteht der Eindruck einer halbwegs autonomen Persönlichkeit, statt dessen dominieren Bedürftigkeit, Hörigkeit, Naivität und Vereinnahmtwerden.

09.10.2004, 17:01:02 Heinz ( Email schreiben )

Es gibt gute Pornofilme aus den späten 70ern und frühen 80er jahren(ginger Lynn z.B.)In "Deep Throat"übersieht man nicht so leicht die blauen Flecken und Striemen,mit denen die Aktrice L.Lovelace übersät ist.Der Film entbehrt nicht nur jeder Logik,er ist nicht nur qualitativ schlecht,es ist nicht zu übersehen,das die hauptdarstrellerin unter massiver Gewaltanwendung stand.

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