Film Daten

Titel:
Anatomie
Originaltitel:
Anatomie
Land & Jahr:
Deutschland 1999
Laufzeit ca.: ?
95 Min.
Regie:
Stefan Ruzowitzky
Darsteller:
Franka Potente
Benno Fürmann
Anna Loos
Sebastian Blomberg
Holger Speckhahn
Traugott Buhre
Oliver Wnuk
Arndt Schwering-Sohnrey
Andreas Günther
Antonia Cäcilia Holfelder
Rüdiger Vogler
Barbara M. Ahren
Werner Dissel
Gennadi Vengerov
Thomas Meinhardt
Alternativtitel:
• Anatomy
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Columbia Tristar
Label:
Columbia Tristar
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Englisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Extras:
  • Audio-Kommentar des Regisseurs
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Storyboard -> Szenenvergleich
  • Musikvideo
  • Trailer
  • Produktionsfotos
  • Making Of des Makeups und der Leichenplastinate
  • Cast & Crew infos
  • Interviews

Anatomie

Review

Anatomie - Logo

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Die Medizinstudentin Paula (Franka Potente) bekommt die Möglichkeit an der Elite-Universität in Heidelberg Anatomie zu studieren. Auf dem Weg dorthin lernt sie ihre Kommilitonin Gretchen (Anna Loos) kennen und den jungen, herzkranken David (Arndt Schwering-Sohnrey), dem sie das Leben rettet. Das Studentenleben nimmt erstmal seinen normalen Verlauf. Gretchen wickelt jeden männlichen Studenten um den Finger, während Paula sich eher wie eine scheue Maus verhält und eigentlich nur ihr Studium im Kopf hat. Die Vorlesungen in der Anatomie werden von dem alten Professor Grombeck (Traugott Buhre) geführt. Eines Tages liegt aber auf dem Obduktionstisch die Leiche von David. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine alte Ärztegilde, die ihre Hochzeiten bereits im Mittelalter hatte...

Das es das noch geben kann. Ein deutscher Horrorfilm neueren Datums, der nicht irgendwie peinlich oder aufgesetzt wirkt und durchaus ein bißchen Spannung verbreiten kann. Okay, alles was in diesem Film passiert, hat man irgendwo schon mal gesehen, aber dafür machen die Schauspieler ihre Sache ganz gut und die Story ist akzeptabel. Leider verfliegt etwas der Thrill nach der Hälfte des Films, als der Hauptmörder identifiziert ist. Zum Schluß hin geht dem Film auch etwas die Puste und die Ideen aus. Trotzdem sollte man sich freuen, daß nicht nur die Amis alleine den Slasherfilm gepachtet haben. Kurioserweise ist der Film sogar manchmal recht splatterig und das Blut fließt auch reichlich.

Deutliche Vorbilder sind Nightwatch aka Nachtwache (Anatomiesaal, Leichenhalle), die Scream-Filme (Slashermotiv) und sogar Lars von Triers Gruselserie Geister, auf die garantiert die Idee mit der Ärzteloge zurückzuführen ist. Wer von Euch die Ausstellung "Körperwelten" besucht hat, wird hier einige Exponate wiedererkennen. Sie dienen hier in einem Museum und Forschungsraum in der Universität als Lernobjekte der Studenten.

Die deutsche DVD braucht sich auch nicht hinter anderen Special Editions verstecken. Deutsche und englische (!) Tonspur, Musikvideo, Trailer, Making-Of, Audio-Kommentar des Regisseurs und und und... Lohnt sich. Vor allem weil das Menü ganz dem Thema nachempfunden wurde und alle Menüpunkte auf dem Körper einer Leiche stehen! Eine deutliches Ärgernis ist aber der völlig unpassend gelegte Layerwechsel zwischen den Schichten der DVD, mitten in einer Szene und nicht zwischen zwei Szenen, wie es sich eigentlich gehört.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 15.11.2000

Leser-Kommentare

18.03.2007, 15:41:23 Dietmar Kesten

ANATOMIE

TÖDLICH

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 2.

NOVEMBER 2005.

Drapierte Leichenteile auf Toast. Das wäre der erste Eindruck des Slasher – Psychothrillers „Anatomie“ (Regie: Stefan RUZOWITZKY, 1999/2000), bei dem sich Deutschlands Film- und Schauspielgrößen die Hand geben: Franka POTENTE, Rüdiger VOGLER, Benno FÜHRMANN, Sebastian BLOMBERG, Holger SPECKHAHN, Traugott BUHRE. Der zweite Eindruck könnte sich aus einer Abneigung gegen amerikanisches, allzu amerikanisches nähren. Damit könnte man zwei wesentliche Argumente, die gegen den Film sprechen auf seiner Seite haben.

Jetzt hat Deutschland endlich seinen Michael MEYERS, einen Schlitzer, einen Messerträger, der mir nichts, dir nichts, und mit genauesten Schnitten, sich an Toten und Lebenden gleichermaßen ‚vergeht’, Leichenteile in einem Aufwasch mit anderen Organen und blutigem Nass auf Fußböden und Tischen ins Bild setzt, um auf diese Weise eine latente morbide Stimmung zu erzeugen, die mit Farben und Tönen und reich an Marter- und Sezierwerkzeug ausgestattet für ein fragwürdiges Sehvergnügen sorgt.

„Anatomie“ zeigt die Medizinstudentin Paula (Franka POTENTE), die sich in der Universitätsstadt Heidelberg durch hervorragende Leistungen ausgezeichnet hat. Als sie während eines Anatomielehrgangs einem verbotenen Geheimbund von Medizinern auf die Spur kommt, der sich unter Studenten um Nachwuchs bemüht, wittert sie Verstöße gegen Humanmedizin, hippokratischer Eid, (medizinische) Ethik und Moral. Fast zu spät bemerkt sie, dass an lebenden Objekten Experimente durchgeführt werden.

Am Anfang wäre der erste Eindruck, der bestätigt, dass dieser Film lebend dem Adernetz Amerikas entsprungen ist. Wie die meisten dieser Plagiat - Versionen, so ist der unmittelbare psychische Schock, der erzielt werden soll, gleich einer ganzen Reihe von ähnlichen Slashern entlehnt, die die gleiche glatte Typisierung aufweisen wie dieser Film. So folgt dieser Aufbau den Regeln der amerikanischen Kinodramaturgie; dem schematischen Ablauf von Exposition, Durchführung und Schluss, zum Ende hektisch werdend, wobei der Handlungsfluss kein glanzvolles Spiel auszudrücken vermag. Das vertraute Muster mit den Motiven erinnert stark an
„Das Schweigen der Lämmer“ (Regie: Jonathan DEMME, 1991), aber auch an die bekannte „Scary Movie“ Serie (2000 - 2003) oder Werke der Zombie - Industrie. Timing und Zusammenspiel der Bilder werden erst durch die Übersetzung in die Sprache eingelöst.

Am Ende wäre der zweite Eindruck, der bestätigt, dass das handwerkliche Können ebenfalls einem amerikanischen Gesetz entspricht, nämlich das alles teilbar ist, was da spritzt. Diese Blutorgien bringen dennoch das Kino in Gang: sie kündigen die Schrecken von morgen an. Das Mittelmäßige ruht bloß in sich selbst. Und der mechanische Fluss des Geschehens passt sich ganz automatisch mit erlesenen Details in einen Horrorschinken ein.

Die Bild- und Denkschemata, gestreute Klischees, der Blick der Kamera durch Flure und OP - Säle- hier werden Geschichten mechanisch konstruiert, die gleichsam als Signatur für das gelten, was geschehen wird: die Erzielung der puren Lust durch planvolle Zerstörung. Zusätzlich ist „Anatomie“ noch mit der Faszination des Bösen unterlegt, wobei der Triumph des Guten in Gestalt von Paula als Magnetismus wirkt.

So ist Augenlust und Nervenschock gleichermaßen präsent. Beides aber driftet dann dermaßen ins Lächerliche ab, dass der Film nun selbst in Gefahr gerät, aufgeschlitzt zu werden. Altlasten sind bekanntlich die, die an einem, aus grauer Vorzeit in die Gegenwart hineingeholt, nagen. Denn es waren schon die Nazi - Mediziner, sich mit abartigen Dingen hervortaten. Und das kann getrost breitgetreten werden. Im geistigen Überbau liegen hier die Geheimnisse der Perversion. Um diesen Zustand tauber Anspannung und bewegungsloser Panik zu erreichen, bedarf es nicht viel. Wenn die größten Dummheiten im Kino für wahr gehalten werden, nur weil das Auge sie wahr nimmt, dann muss man hier nur auf ein einziges Organ verzichten: das Gehirn


Fazit:

Der Film verwandelt Klischees in Klischees. Am Ende kann man nur enttäuscht sein.
Doch Vorsicht ist geboten: Hinter der nächsten Tür könnten die (intellektuellen) Drapierkünstler stehen, die einem das letzte Licht ausblasen wollen.

06.03.2005, 20:49:35 Shagrat

Sorry Donnie Darko, aber ich teile deine Meinung nicht!

Franka Potente liefert eine gute Leistung ab! Auch die anderen Schauspieler überzeugen in ihrer Rolle. Der Film ist spannend und teils auch sehr schwarzhumorig (die "lustige Kaufhausmusik" bei der Sektion )

Ich liebe ihn!

27.02.2004, 23:28:10 Donnie Darko ( Email schreiben )

schlechter Film! Keine Spannung, dumme Handlung und sonst sehr begabte Schauspieler machen sich hier nur lächerlich!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann