Film Daten

Titel:
Two Undercover Angels
Originaltitel:
El Caso de Las Dos Bellezas
Land & Jahr:
Spanien / Deutschland 1967
Laufzeit ca.: ?
76 Min.
Regie:
Jess Franco
Darsteller:
Janine Reynaud
Rosanna Yanni
Adrian Hoven
Chris Howland
Alexander Engel
Marcelo Arroita-Jáuregui
Manolo Otero
Dorit Dom
Ana Casares
Michel Lemoine
María Antonia Redondo
Vicente Roca
Jesus Franco
Marta Reves
Elsa Zabala
Alternativtitel:
• The Case of the Two Beauties
• Der Wolf - Horror pervers
• Red Lips
• Rote Lippen
• Sadisterotica
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Trailer

Two Undercover Angels

Review

Two Undercover Angels - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die beiden Schönheiten Diana (Janine Reynaud) und Regina (Rosanna Yanni) arbeiten als private Detektivinnen, ihr Deckname lauten "Red Lips", rote Lippen. Ihr aktueller Auftrag ist das Aufspüren eines verschwundenen Mädchens. Ihr Angehöriger, ein gewisser, in Ankara ansässiger Mr. Radeck (Adrian Hoven), entdeckte in einer Kunstgalerie ein Bild, dessen Motiv ein Mädchen zeigt, daß der verschwundenen recht ähnlich sieht. Regina stiehlt als Diebin verkleidet das Bild, hinterläßt in dem leeren Rahmen einen Lippenstiftabdruck ihres Mundes (daher der Deckname) und zeigt es Mr. Radeck. Der sieht seine Vermutung bestätigt, denn das Mädchen auf dem Bild zeigt eine Narbe, die das verschwundene Mädchen ebenfalls hatte. Die Galerie stellt zur Zeit Bilder, Statuen und Skulpturen des mysteriösen Claus Tiller, den kaum einer kennt und der nur über seinen Anwalt mit seinen Geschäftspartnern verhandelt.

Two Undercover Angels - ScreenshotTwo Undercover Angels - Screenshot

Diana besucht in der Tarnung einer High Society Gräfin die Galerie und bittet den Galeriedirektor ihr eine Statue zu verkaufen. Der lehnt dies höflich ab, allerdings nicht die Einladung zu einem gemeinsamen Abend mit der gutaussehenden Gräfin (wer würde das schon tun...). Die füllt ihn erstmal gehörig ab, um noch ein paar Details aus ihm zu quetschen und endlich seine Einwilligung zum Verkauf der Statue zu überreden. Zuerst hält er sich noch ganz wacker, aber die Aussicht auf eine mehr und mehr entblätterte Gräfin löst ihm dann doch die Zunge. Sie kann ihm auch noch ein wenig aus der Nase ziehen, bevor er schließlich von einem Unbekannten mit einem Giftpfeil umgebracht wird. Der Mörder kann allerdings unerkannt entkommen und als Diana und Regina wieder in ihre Wohnung zurückkehren ist auch der Körper des Direktors verschwunden.

Am nächsten Tag fährt Diana wieder als Gräfin zur Galerie um die Skulptur abzuholen. Dabei stößt sie auf den Inspektor Francis McClune (Chris Howland) der den Einbruch in die Galerie und das Verschwinden des Direktors untersucht. Regina klappert abends eine Bar ab und lernt dort den Augenklappe-tragenden Tiller kennen. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause um mit ihr sein nächstes Kunstwerk zu vollbringen. Schnell wird klar, daß es nicht damit getan ist, daß sie sich einfach hinstellt und posiert. Sein Werwolfbehaarter Diener Morpho (Michel Lemoine) will sie sich gerade schnappen, als ihr auch schon Diana zur Hilfe kommt. Sie geben der örtlichen Polizei einen Tip, aber die findet nur noch ein leeres Haus vor. Ihre Detektivarbeit wird schließlich von Unbekannten mit einer Bombe und Kugelhagel gedankt, so daß sie sich entschließen, erstmal in Ankara Urlaub zu machen. Dabei vergessen sie auch nicht die Statue aus der Galerie mitzunehmen und entdecken durch einen Zufall, daß in der Statue der Leichnam eines verschwundenen Mädchens steckt. Sie behalten das erstmal für sich, aber Tiller hat sie schon aufgespürt und will sie in seine Kunstwerke integrieren...

Two Undercover Angels - ScreenshotTwo Undercover Angels - Screenshot

Zu der Zeit, als die ersten James Bond Filme für volle Kinokassen sorgten, gab es eine Vielzahl von mehr oder weniger guten Nachahmern, die an den Erfolg anknüpfen wollten. Auch Jess Franco konnte sich diesem Trend nicht entziehen, vermischte aber das Detektiv-/Agenten-Schema mit den ersten Ansätzen seiner typischen Trademarks: sleazige Atmosphäre, hübsche Hauptdarstellerinnen, erotische Szenen inklusive, und permanenter Einsatz von anspruchsloser Easy Listening Musik. Nur schade, daß Filme wie dieser heutzutage ziemlich angestaubt wirken und ein leichtes Gähnen beim Zuschauer verursachen. Zusammen mit Undercover Angels drehte Franco noch Kiss Me Monster, der, wenn man der IMDB Glauben schenken darf, erst zwei Jahre später veröffentlicht wurde.

Die Story ist relativ unspannend, recht vorhersehbar und bietet kaum Höhepunkte. Auch die Kameraarbeit geht über den üblichen Standard nicht hinaus. Der größte Gag dürfte noch das Auftreten von Winnetou- und Edgar Wallace-Charge Chris Howland sein, der hier den paddeligen Kommissar zum besten gibt. Eine Rollenverteilung, die Jahre später Horst Tappert ebenfalls in einem Franco-Film, und zwar , zuteil wurde. Allerdings scheint hier Howlands Charakter mehr Plan zu haben, auch wenn er sich im Hotel als "Bond, James Bond" anmeldet. Um seinen Film mit etwas Haut und Sex besser verkaufen zu können, gibt es auch zwei eigentlich hoffnungslos überflüssige Disco-Szenen, in denen es außer den tanzenden Menschen jeweils zwei Tänzerinnen zu bewundern gilt, die ihre Darbietung mit ganzem Körpereinsatz spielen. Eine der Szenen nimmt schon den Eröffnungstanz von Vampyros Lesbos vorweg.

Two Undercover Angels - ScreenshotTwo Undercover Angels - Screenshot

Produziert wurden die Filme von Adrian Hoven, der mit den beiden Hexen... ...gequält Filmen deutsche Exploitationgeschichte schrieb. Nach gutbürgerlichen "Filmperlen" wie Heimat, deine Sterne, Die Drei von der Tankstelle oder Im weißen Rößl durfte er irgendwann mal den Dreckslumpen raushängen lassen und spielte unter anderem für Franco und in Filmen wie Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Nibelungen, dessen englischen Alternativtitel "The Lustful Barbarian" ich noch am besten finde. Jess Franco spielt auch hier wieder in seinem eigenen Film mit und glänzt im wahrsten Sinne des Wortes als schwitzenden Nachtwächter, der durch die stümperhafte Erfüllung seines Jobs die unmittelbare Nähe Tillers zu spüren bekommt. Komme ich aber nun zu den beiden Schnitten: Janine Reynaud war noch in anderen Franco-Filmen der Zeit tätig und in Reißern wie Frustrated Woman oder Die Sexsklavinnen von Schloss Porno tätig, aber insgesamt kein einziger Film dessen Namen man sich für längere Zeit merken müßte. Rosanna Yanni war da schon etwas fleißiger und hat sogar noch bis 1999 in Filmen mitgespielt. Ihre Filmographie beinhaltet allerdings auch meist eher unbekanntere Filmchen, die geläufigsten dürften noch Die Vampire des Dr. Dracula (La marca del Hombre-lobo, 1968) und Die Stunde der grausamen Leichen (El jorobado de la Morgue, 1973) sein. Allen gemeinsam ist, daß sie auch alle in dem Nachfolgefilm Kiss Me Monster auftreten, wenn auch teilweise mit ganz anderen Rollen.

Unglaublich aber wahr, dieser Film und sein Nachfolger gibt es schon seit den ersten Jahren der DVD in den USA auf diesem digitalen Medium. Mittlerweile werden sie zwar nicht mehr hergestellt, sind somit offiziell Out-of-Print, was aber nicht wirklich schlimm ist. Besitzen muß man sie wirklich nicht. Wenn man mal von dem eigentlich weniger interessanten Inhalt absieht, bietet diese DVD technisch gesehen auch nur unteren Durchschnitt. Okay, damals war die Technologie noch nicht soweit, aber das Bild ist im (falschen) Vollbild-Format 1.33 : 1, die furchtbare englische Synchronisation in Mono und das Ursprungsmaterial war auch deutlich nicht mehr in seinem besten Zustand. Ständig sind irgendwelche Macken zu sehen, kleine Schäden, Fussel, diese kleinen weißen Flecken, etc. Wirklich grausam ist allerdings die Synchro. Der Film entstand in spanischer und deutscher Co-Produktion und ich vermute mal, daß er auch in Deutsch gedreht wurde. Die Synchronisation wurde auch gleich in Deutschland gemacht und das hört man deutlich. So ein schlechtes, mit deutlichem Akzent versehenes Filmenglisch habe ich selten erlebt. Zudem labern die Sprecher häufig deutlich an den Lippenbewegungen der Schauspieler vorbei, was selbst bei nicht so genauem Hinsehen auffällt. Das Bonusmaterial beschränkt sich auch nur auf den Trailer.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 04.08.2001
Letzte Textänderung: 11.05.2006

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