Film Daten

Titel:
Bichunmoo
Originaltitel:
Bichunmoo
Land & Jahr:
Korea 2000
Laufzeit ca.: ?
118 Min.
Regie:
Young-Jun Kim
Darsteller:
Hyun June Shin
Hee Sun Kim
Jin Young Jung
Dong Jik Jang
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Deltamac
Label:
Deltamac
Regionalcode / Norm:
3 / NTSC
Bild / Zeit:
1.33:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Koreanisch - DD 5.1
Koreanisch - DTS
Kantonesisch - Dolby Surround
Mandarin - Dolby Surround
Untertitel:
Englisch, Chinesisch, Chinesisch (vereinfacht)
Extras:
  • Making-Of
  • Trailer
  • Music Videos

Bichunmoo

Review

Bichunmoo - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Zu einer Zeit, als die Yuan, eine starke Mongolenarmee über China herrscht, lernen sich die Kinder Sullie (Hee Sun Kim) und Jinha (Hyun June Shin) kennen. Sullie ist die Tochter eines mächtigen Mongolenführers, der aber in einer weit entfernten Provinz lebt, während Jinha aufgrund seiner armen Herkunft gar keinen Nachnamen besitzt. Er kennt nicht mal seine Eltern, die gestorben sind, als er noch ein Baby war und lebt bei seinem Onkel. Sie wachsen gemeinsam auf und Jinha bringt Sullie die Kunst des Schwertkampfes bei, was er wiederum von seinem Onkel gelernt hat. Als sie erwachsen sind, erkrankt Sullies Mutter schwer und ihr Vater reist an, um Sullie mit sich zu nehmen. Der plötzliche Abschied ist heftig für beide, denn über all die Jahre haben sie sich ineinander verliebt. Sullie verspricht Jinha in jeder Vollmondnacht an einer bestimmten Pagode auf ihn zu warten.

Bichunmoo - ScreenshotBichunmoo - Screenshot

Nach ihrer Abreise ziehen noch einige Monate ins Land. Jeden Vollmond wartet Sullie an der Pagode auf Jinha, beobachtet von ihrem Bruder, der um die Liebe der beiden weiß. Eines Tages wird Jinhas Onkel, ein Meister der geheimen Bichun-Technik, von Unbekannten angegriffen, die hinter dem Geheimnis dieser Kampfkunst her sind. Jinha kann ihm aber noch zu Hilfe eilen. Schwer verletzt führt sein Onkel ihn zu den Ruinen des Hauses Yu und erzählt Jinha seine wahre Herkunft. Er ist der Sohn der Familie Yu, die kurz nach seiner Geburt von Mongolen getötet wurde. Jinha ist der letzte lebende Nachkomme der Yu und der letzte dem die Bichun-Technik gelehrt wurde, hinter der viele Menschen her sind und mit Gewalt versuchen an das Geheimnis zu kommen. Als sein Onkel stirbt, zieht es Jinha an den Ort an dem Sullie jetzt lebt.

Bei einer Rast an einem Fluß wird er wieder von Unbekannten überfallen, aber diesmal kommt ihm unerwartet Hilfe von Namgung Junkwang (Jin Young Jung) zuteil, mit dem er sich anfreundet. Was er nicht weiß, ist, daß Junkwang mittlerweile bei Sullies Vater um ihre Hand angehalten hat und sie gegen ihren Willen heiraten will. In der Stadt erfährt Jinha dann schließlich von der Hochzeit und ist tief getroffen. Sullie hingegen bekommt zufällig mit, daß ihr Vater in Jinha einen Nachkommen der Familie Yu erkannt hat, die er damals umbrachte. Jinha trifft derweil an der Pagode auf Sullies Bruder und besiegt ihn in einem Kampf, allerdings tötet er ihn nicht. Sullie, die ebenfalls zu der Pagode gekommen ist, flüchtet mit Jinha in eine Höhle. Am nächsten Tag stehen sie sich dann plötzlich ihrem Vater, Junkwang und mehreren Kriegern gegenüber und Sullies Vater offenbart Jinha, daß er damals seine Familie töten ließ. In dem anschließenden Kampf gegen Junkwang unterliegt Jinha aber, weil Sullies Vater ihn von seiner Armee mit Pfeilen beschießen läßt...

Bichunmoo - ScreenshotBichunmoo - Screenshot

Bichunmoo ist ein weiteres Zeichen für die aufblühende koreanische Filmwirtschaft. Wer hätte gedacht, daß ein klassischer Martial Arts Streifen mit kleinen Fantasy-Elementen ausgerechnet aus dem diesem Land kommt. Wäre nicht vorher schon der Erfolgsfilm Crouching Tiger, Hidden Dragon aus Hongkong gewesen, so hätte Bichunmoo sicherlich das Revival des Martial Art Genres eingeläutet. Die Geschichte um einen jungen Mann, der seine ermordeten Eltern zu rächen und für seine Liebe zu kämpfen hat, ist zugegebenermaßen nicht sonderlich originell. Sie basiert auf einen populären 6-bändigen koreanischen Comic aus den späten 80ern, gedreht wurde allerdings fast ausschließlich in China. Zum Glück verstand es Regisseur Kim großes Augenmerk auf die Charakterentwicklung zu legen und sich nicht nur auf platte Oberflächen und Kämpfe zu verlassen, auch wenn die Charaktere gegenüber dem Comic schon vereinfacht wurden. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Low-Budget-Film, sondern Bichunmoo war für koreanische Verhältnisse das teureste Projekt seiner Zeit, was man ihm meiner Meinung nach auch durchaus ansieht. Schöne Kulissen, große Sets und ein gelungener Einsatz von Computertechniken verwöhnen das Auge. Ähnlich wie der Megaerfolg Shiri schaffte es auch Bichunmoo in Korea große Hollywood-Blockbuster fast auf die hinteren Ränge zu verweisen, lediglich Mission Impossible 2 und Gladiator plazierten sich auf besseren Positionen.

Es gibt leider ein nicht zu vernachlässigendes Problem: In Korea herrscht eine strenge Einteilung, daß die dortigen Kinos 6 Filmvorführungen am Tag zeigen. In seiner ursprünglichen Länge, knapp über zwei Stunden, hätte Bichunmoo dieses Schema gesprengt, so daß die Kinos eine Vorführung pro Tag hätten ausfallen lassen müssen, was natürlich niemand aus Angst um Umsatzeinbußen gemacht hätte. So wurde der Film schon vor seiner Premiere vom Vertrieb um einige Minuten erleichtert, damit er in dem üblichen Rahmen in koreanischen Kinos laufen konnte. Diese Schnitte wurden allerdings so dermaßen übel angesetzt, daß man sich als Zuschauer zwischendurch nur noch am Kopf kratzt und sich fragt, was da gerade vor sich geht. Denn nach seinem Duel mit Junkwang wird Jinha gefunden und gepflegt und dann erfolgt ein nicht weiter erklärter Sprung um ganze 10 Jahre! Plötzlich hat Sullie einen Sohn, Jinha gehört einer Rebellengruppe an, hat plötzlich einen anderen Namen angenommen und wird von 10 geheimnisvollen, in schwarz gekleideten Schwertkämpfern begleitet, die aus dem Nichts aufgetaucht sind. Insgesamt handelt es sich um vier Szenen, um die der Film erleichtert wurde. Drei der Szenen dienen der Charakterisierung der Hauptpersonen und vermitteln etwas von der Bedeutung eines Bilders, das im Film auftaucht und für Jinha eine besondere Bedeutung hat. Die vierte Szene ist allerdings von erheblicher Relevanz, sie zeigt nämlich genau die Sachen, die zum Verständnis des Filmes eigentlich zwinged notwendig sind:

  • die Vorstellung zweier wichtiger Charaktere.
  • wie Jinha zu seinem neuen Namen gekommen ist.
  • Jinhas Verbindung zur Anti-Mongolen-Gruppe.
  • zeigt die Angriffsstrategie der Gruppe.
  • erklärt die Herkunft der 10 Schwertkämpfer, die Jinha fortan begleiten.

Leider bleibt keine andere Möglichkeit, als diesen Handlungssprung zu akzeptieren und sich damit abzufinden und sich einfach seinen eigenen Reim auf die Geschehnisse zu machen. Hat man sich dann erst einmal an die veränderten Gegebenheiten gewöhnt, weiß der Film dann auch bis zum Ende hin zu begeistern. Angeblich sollen in der internationalen Auswertung des Films diese Szenen wieder eingefügt werden. Hoffen wir mal das beste...

Bichunmoo - ScreenshotBichunmoo - Screenshot

Regisseur Kim bewies bei seiner Wahl der Schauspieler ein gutes Händchen. Leider hält sich die Informationsflut was koreanische Filme anbelangt in Grenzen, so daß ich jetzt gar nicht viel zu den einzelnen Schauspielern und ihren anderen Werken erzählen kann. Hauptdarsteller Hyun June Shin, spielte in dem vielleicht noch etwas bekannteren koreanischen Film The Gingko Bed aus dem Jahre 1996 mit und Dong Jik Jang in Nowhere To Hide. Man mag dem produzierenden Studio durchaus großen Mut zusprechen, daß sie einem eher unbekannten Regieneuling ein so großes Budget zur Verfügung stellen, der natürlich nicht zögerte mit den ihm dadurch zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu protzen. Dabei verließ er sich aber nicht auf einen Großeinsatz von Computer, wie z.B. in The Stormriders, sondern setzte sie nur als zusätzliches Feature ein um die ohnehin schon rasanten Kampfszenen weiter zu untermalen. Ein kleiner Kritikpunkt mag die vielleicht stets etwas zu hektisch angesetzte Schnittweise der Kampfszenen sein, die ein genaues Beobachten der einzelnen Kämpfe erschweren.

Zusammenfassend kann man Bichunmoo sicherlich attestieren, ganz großes Martial Arts Kino zu sein, der sich seinen Platz in den obersten Regionen sichern wird. Das er nicht an ewige Meisterwerke wie The Bride with White Hair heranreicht, liegt nicht nur an dem heftigen Handlungssprung, sondern auch daran, daß er manchmal mit seinen Charakteren ein wenig zu sehr das Klischee bedient und die Kampfszenen nicht in letzter Vollendung überzeugen können. Trotzdem sollte jeder Fan von Martial Arts-Swordplay Filmen mit leichtem Fantasy-Einschlag unbedingt Bichunmoo antesten.

Bichunmoo - ScreenshotBichunmoo - Screenshot

Diesen Film gibt es mittlerweile in mehreren Versionen auf DVD. Da wäre zum einen die günstige DVD aus Hongkong, allerdings im Vollbild 1.33:1. Das Originalformat ist aber 1.85:1. Zum Glück fällt das in dem größten Teil der Szenen nicht weiter auf, nur an vereinzelten Stellen merkt man es dann doch sehr stark. Zum Beispiel hat Sulli im letzten Drittel des Films eine Diskussion mit ihrem Mann und man sieht in einigen Einstellungen nur ihren Hinterkopf und nicht mehr ihr Gesicht. Dafür ist die DVD anderweitig ganz gut ausgestattet. Der koreanische Ton liegt in DTS und Dolby Digital 5.1 vor, zusätzlich gibt es noch die (eher schlecht gemachten) Synchronisationen in Kantonesisch und Mandarin, beide in Dolby Surround. Die gut lesbaren Untertitel gibt es in Englisch, traditionellem und vereinfachtem Chinesisch. Das Bonusmaterial besteht aus zwei Music-Clips, einem Making-Of und dem Trailer. Es gibt auch direkt aus Korea eine DVD, die um einiges besser zu sein scheint, wenn man den Berichten glauben darf. Sie hat vor allem das richtige Bildformat und das sogar anamorph codiert! Zusätzlich soll sie sogar noch über einen Audiokommentar (wohl dem, der es versteht) und ein paar kleinen Extras mehr verfügen. Aber leider handelt es sich hierbei auch nur um die kürzere Kinoversion. In den USA müßte auch bald eine DVD erscheinen, die ebenfalls nur die Normalversion bietet, aber im korrekten Format. Über das Bonusmaterial ist mir momentan nichts bekannt. Solange also kein Director's Cut veröffentlicht wird, muß man sich wohl mit einer der beiden letzteren DVDs zufrieden geben.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 19.08.2001

Leser-Kommentare

26.12.2005, 01:32:44 sabine bremer ( Email schreiben )

bichumoo
die alte "trisan un isolde -legende"
es treffen sich zwei menschen undwissen es ist die liebe ihres lebens.der vater des mädchens ist gegen die verbindung und das unheil nimmt seinen lauf.
ein sehr romantischer film mit sehr viel gefühl und tränen.schöne menschen,schwertkämpfer,helden! für romantische frauen ein muß!

01.10.2005, 15:01:46 Sunny ( Email schreiben Homepage )

Ach so - unbedingt die DVD mit dem original Bildformat von 1,85:1 besorgen - hatte beide Versionen und die 4:3 Version verliert heftig an Kinoatmosphäre und unterstützt den TV-Look nur noch mehr.

01.10.2005, 14:59:40 Sunny ( Email schreiben Homepage )

Große Emotionen, tolle Swordsplay-Kämpfe und coole Kostüme (ich mag diese geheimnisvollen Fighter die plötzlich mit geneigtem Kopf und Basthut vor einem auftauchen) treffen auf ein etwas wirres Drehbuch, hektische Kamerafahrten und einen leichten Lindenstrassen-/TV-Look. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten.

30.09.2004, 20:30:17 sabine bremer ( Email schreiben )

ich finde den film einfach hinreißend! keiner weint so schön wie jin-ha.mit der sory hatte ich allerdings ebenfalls probleme.man kommt schlecht hinterher wer wer ist.aber trotzdem ich gucke ihn immmer wiedwe gern.

07.08.2004, 22:21:33 Senpai ( Email schreiben )

kann mich meinen vorrednern nur anschliessen, der film ist wirklich einfach nur ein muss. legend of gingko ist dennoch bei mir immer noch an nummer 1. würd nur gern mal den zweiten teil, the gingko bed sehen.

09.07.2004, 22:50:24 Simon Neuenschwander ( Email schreiben )

Hallo.Als Mega Fan solcher Filme muss ich sagen das
BICHUNMOO sich ohne Probleme an Filme wie
Bride with white Hair,Swordsman, Iron Monkey
anschliesst.Ich habe den Film seit ca.3 Wochen habe ihn schon 10 mahl gesehen und ist immer noch faszinierend.
Die Tränen laufen jedesmal.Ein dreifaches Bravo für diesen Film.Sage nur Danke .
Gruss Simon

21.06.2004, 12:06:10 tenam ( Email schreiben Homepage )

Ich kann den Film nur weiter empfehlen. auch the legend of ginko war ein super film..aber Bechinmoo ist unübertrefflich...die Emotionen..und alles drum und dran...sehr sehr gut...zussammen gefügt..

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann