Film Daten

Titel:
Il Mare - A Lovestory
Originaltitel:
Il Mare
Land & Jahr:
Korea 2000
Laufzeit ca.: ?
96 Min.
Regie:
Hyun-Seung Lee
Darsteller:
Jung-Jae Lee
Ji-Hyun Jun
Mu-saeng Kim
Seung-Yeon Jo
Yun-jae Min
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Spectrum
Label:
Spectrum
Regionalcode / Norm:
3 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Koreanisch - DD 2.0
Koreanisch - DD 5.1
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Trailer-Featurette
  • Musicvideo
  • Soundtrack-Titelstück
  • Cast & Crew Infos

Il Mare - A Lovestory

Review

Il Mare - A Lovestory - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Eun Joo Kim (Ji-Hyun Jun) verläßt ihr modernes Strandhaus und bezieht eine Wohnung in einem Hochhaus in der Stadt. Sie schreibt ihrem Nachmieter noch einen Weihnachtsgruß, in dem sie ihn bittet, eventuelle Post für sie an ihre neue Adresse zu schicken, da sie einen wichtigen Brief erwartet. Außerdem soll er sich nicht über die kleinen Hundespuren am Eingang wundern, die wären nämlich schon da gewesen, als sie in das Haus einzog. Sie unterschreibt den Brief, setzt noch das derzeitige Datum "21. Dezember 1999" drunter und steckt ihn in den Briefkasten, der direkt vor dem Häuschen steht.

Il Mare - A Lovestory - ScreenshotIl Mare - A Lovestory - Screenshot

Seung Hyun Han (Jung-Jae Lee) zieht in das Haus ein. Draußen sprüht er auf einen Holzblock den Namen des Hauses: "Il Mare" (das Meer). Aus lauter Neugier schaut er in den Briefkasten und findet tatsächlich einen Brief für ihn. Der Brief ist der von Eun Joo, allerdings schenkt er ihm zunächst keine weitere Bedeutung, da sie sich wohl in der Adresse geirrt haben muß. Denn er ist der allerste Bewohner von "Il Mare", das gerade mal vor kurzer Zeit fertiggestellt wurde, außerdem befinden sich keine Hundespuren im Eingangsbereich. Tage später läuft ihm ein kleiner Hund zu, den er bei sich aufnimmt. Durch ein Mißgeschick tapert der kleine Vierbeiner durch eine Pfütze schwarzer Farbe und läuft ins Haus, wo er im Eingang natürlich viele nette kleine Flecken hinterläßt. Da muß Seung Hyun wieder an Eun Joos Brief denken und antwortet ihr, allerdings vermutet er trotzdem, daß sie sich in der Adresse geirrt hat. Er unterschreibt den Brief mit dem aktuellen Datum "28.Dezember 1997"...

Il Mare - A Lovestory - ScreenshotIl Mare - A Lovestory - Screenshot

Zur Zeit überrascht das Land Korea mich doch ein wenig, obwohl man ja hier und da schon von den Qualitäten der aufblühenden Filmindustrie gelesen hat. Zuerst kam mir der Actionkracher Shiri in die Finger, der so manche amerikanische Actionfilme verdammt blaß aussehen läßt. Und jetzt entdeckt man ein herzergreifendes, aber niemals schmalziges Liebesdrama mit hervorragenden Schauspielern, wunderschönen Bildern und einer interessanten und vor allem gut umgesetzten Story. Ein Juwel wie man es lange nicht mehr gesehen hat.

Zitat

The reason we are suffering is not because the love is end, but because it still continues. Even after the love is over...

Regisseur Lee versteht es zu Anfang den Zuschauer zuerst eine ganz alltägliche Situation zu zeigen, die durch eine kleine Winzigkeit zunächst etwas seltsam erscheint. Offenbart sich dann der Clou der Geschichte ist man stets fasziniert, wie die Charaktere mit einfachen Dialogen, Gesten und Bildern vorgestellt werden und dem Zuschauer dabei ans Herz wachsen. Beide, Eun Joo wie auch Seung Hyun, haben ihre persönlichen Probleme und Rückschläge und schenken sich durch ihre Briefe gegenseitiges Vertrauen und Stärke. Nur der Briefkasten vor "Il Mare" ist ihre einzige Verbindung, ein fester Punkt in jeder Zeit, ohne den sie nicht mit dem anderen kommunizieren können. Ihre Sehnsucht zueinander zeigt sich dann darin, wie sie ständig den Briefkasten aufsuchen in der Hoffnung eine Nachricht des anderen darin zu finden. Ihre Wohnungen sind erfüllt von Wärme, dargestellt in sanften und leuchtenden Farben, während die Welt draußen meistens eher kalt und damit etwas gefühlslos gezeigt wird. Nur selten kommt ihre innere Wärme nach draußen und die Sonne dringt in die frösteligen Wintertage herein. Der jeweilige Gemütszustand der beiden Personen wird dabei stets durch die Farbgestaltung ihrer Umgebung verdeutlicht, vom traurigen regnerisch-grau bis zur übersättigenden Farbwucht in glücklichen Momenten.

Il Mare - A Lovestory - ScreenshotIl Mare - A Lovestory - Screenshot

Wer allerdings am meisten unter den Umständen zu leiden hat, ist eindeutig Seung Hyun... ... mehr zum Film (Spoiler!) ...

Im Laufe des Films drängt sich dem aufmerksamen Zuschauer irgendwann eine bestimmte Frage auf. Und zwar eine Frage, die mit der Konstellation zwischen den beiden Menschen zu tun hat. Aber auch dafür gibt es eine Lösung, die denjenigen, der sich dem Film intensiv widmet, völlig mitnimmt, ihn wie die Charaktere im Film durchschüttelt und fassungslos zurückläßt. Il Mare zeigt dabei wie man eine einfache Grundidee in großes Kino verwandeln kann, Kino erfüllt von Emotionen und Persönlichkeiten, Wärme und Kälte. Seine große Stärke ist einfach die Unvorhersehbarkeit der Geschichte. Während man bei anderen Liebesschnulzen schon meist nach einer halben Stunde weiß wie das Ende aussieht, bringt dieser Film immer passend kleine Wendungen die die Geschichte interessant machen. Unterstützt wird das noch von den schönen Landschaftsbildern, verbunden mit großartiger Kameraarbeit und einem sehr guten Schnitt, welcher die verschiedenen Zeiten urplötzlich in Parallelhandlungen verwandeln kann und damit für atmosphärische Dichte sorgt.

Il Mare - A Lovestory - ScreenshotIl Mare - A Lovestory - Screenshot

Leider ist es zur Zeit noch recht schwer an einigermaßen vernünftige Informationen zu den einzelnen Personen zu gelangen, die an dem Film mitgewirkt haben. Regisseur Lee drehte 1992 und 1994 die mir unbekannten The Blue In You und Sunset Into The Moon und wirkte an anderen Projekten mit. Für Hauptdarstellerin Ji-Hyun Jun war Il Mare der Durchbruch für ihre Schauspielerkarriere während Jung-Jae Lee schon seit längerer Zeit ein gefragter Schauspieler in Korea ist.

Zitat

Someone who's been to love is more beautiful than the one who haven't, even if that someone lost her love...

Die Bildqualität auf der Korea-DVD ist leider nicht die beste. Für mein Empfinden hätte das Bild nur etwas schärfer sein können und die Kompression ist eindeutig zu stark, was sich in Kompressionsartefakten bemerkbar macht. Der Film mußte wohl unbedingt auf eine DVD-5 passen. Eine Pressung auf einer DVD-9 mit dem fast doppelten Datenvolumen wäre eindeutig besser gewesen. Sitzt man allerdings im normalen Abstand vorm TV fällt das nicht weiter störend auf. Einen groben Fehler hat die DVD allerdings: Beim Mastering des Films ist irgendwas daneben gelaufen und wenn man so wie ich den DVD-Player auf "Letterbox" (oder "4:3") stehen hat, ist das Bild gestaucht und die Proportionen stimmen überhaupt nicht. Man muß seinen Player schon auf "Widescreen" (oder "Breitbild" oder "16:9", je nachdem wie es denn intern nun im Player heißt) stellen, damit das Bild richtig angezeigt wird. Der Ton liegt in den Tonformaten Dolby Digital 5.1 und 2.0 vor, Untertitel gibt es in Englisch. Leider haben sich, wie scheinbar bei asiatischen Filmen üblich, auch hier einige grammatikalische Fehler eingeschlichen, die aber nicht so schlimm sind. Das Bonusmaterial besteht aus den obligatorischen Bio- und Filmographien, die allerdings allesamt in koreanischer Spracher verfaßt sind. Die Trailer-Featurette ist eigentlich mehr eine fast 10-minütige Zusammenfassung des Films, die man sich auf gar keinen Fall anschauen sollte, wenn man den Film noch nicht kennt! Das gleiche gilt auch für das Musik-Video. Denn in beiden wird das Ende verraten. Allerdings gibt es ein paar Szenen zu sehen, die im fertigen Film nicht vorkommen. Klingt natürlich alles nicht so berauschend. Aber aus Mangel an Alternativen sollte man darüber hinweg sehen, sich diese DVD schnappen und sich einfach ein einem der originellsten und schönsten Filme des letzten Jahres erfreuen. Dieser Film hat es nämlich verdient entdeckt zu werden!

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Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 23.09.2001
Letzte Textänderung: 09.08.2006

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