Film Daten

Titel:
Emanuelle in America
Originaltitel:
Emanuelle nera in America
Land & Jahr:
Italien 1976
Laufzeit ca.: ?
95 Min.
Regie:
Joe D'Amato
Darsteller:
Laura Gemser
Gabriele Tinti
Roger Browne
Riccardo Salvino
Lars Bloch
Paola Senatore
Maria Piera Regoli
Giulio Bianchi
Efrem Appel
Matilde Dell'Aglio
Carlo Foschi
Maria Renata Franco
Giulio Massimini
Stefania Nocilli
Alternativtitel:
• Black Emanuelle - Stunden wilder Lust
• Brutal Nights
• Emanuelle nera in America
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Astro
Label:
Astro
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
2.00:1 / k.A.
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Black Emanuelle Slideshow
  • Dokumentation "Porno Holocaust" über Joe D'Amato

DVD Daten

DVD Cover - Blue Underground
Label:
Blue Underground
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Französisch - DD 1.0
Italienisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • "Joe D'Amato and the Black Emanuelles" - Interview mit Joe D'Amato
  • Audio-Interview mit Laura Gemser
  • Poster- & Fotogalerie
  • "The Unofficial Emmanuelle Phenomenon" - Textessay über die Emanuelle-Filme
  • Biographien: Joe D'Amato, Laura Gemser

Emanuelle in America

Review

Emanuelle in America - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die Fotografin Emanuelle (Laura Gemser) hat ihr eigenes Studio und arbeitet auch noch für eine große Zeitung als Fotoreporterin. Ihr Chefredakteur gibt ihr verschiedene Aufträge, die sie mit ganzem Körpereinsatz erfüllt. So landet sie zuerst bei einem Milliardär, der sich diverse Schönheiten für sich und seine Gäste hält und eine Pferdezucht der etwas anderen Art betreibt. Seine Mädels hat er sich hörig gemacht und keine von ihnen bringt den Mut auf zu fliehen. Emanuelle flüchtet mit seinem Geschäftspartner Graf de Montereza nach Venedig. Dort lebt der scheinbar die heile Welt mit seiner Ehefrau Laura. Aber natürlich ist nicht alles bei denen so toll wie es aussieht. Die Ehe kriselt, aber wofür gibt es Emanuelle, die die beiden wieder zusammenführt. Während einer Party der beiden findet Emanuelle dann heraus, daß der Graf gar nicht so edel ist und sich als professioneller Bildfälscher betätigt. Der Graf hat aber mit der auf der Party startenden Orgie besseres zu tun als sich um Emanuelle zu kümmern.

Emanuelle in America - ScreenshotEmanuelle in America - Screenshot

Ihr nächstes Ziel ist ein privater Club, in dem sich Millionärinnen von bezahlten Stechern umsorgen lassen. Dabei ist dort jegliche Spielerei möglich. Hier stößt Emanuelle bei ihrer "Recherche" auf ein Snuffvideo, von dem sich eine Kundin anregen läßt. Sie ermittelt wegen des Videos weiter und bekommt den Tip, daß ein angesehener Politiker seine Finger mit im Spiel hat. Der zeigt nach außen den erfolgreichen Geschäftsmann und Familienvater, scheut sich aber natürlich auch nicht Emanuelle näher kennenzulernen. Sie bringt ihn dazu den Snuff-Film zu zeigen. Er betäubt sie mit LSD, aber trotzdem schafft sie es mit ihrer kleinen geheimen Kamera einige Bilder zu schießen und legt sie ihrem Redakteur vor. Der verweigert die Veröffentlichung, da die Zeitung eben jenem Politiker gehört...

Emanuelle in America ist einer dieser Filme, von dem man hier und da mal was gehört und gelesen hat und meistens ging es darum, wo denn die kompletteste Fassung zu finden ist, da der Film weltweit meistens nur gekürzt veröffentlicht wurde. Sagenumwobene Snuffszenenen sollen sich in diesem Film befinden und eine zweideutige Sequenz mit einem Pferd (!!!) treibt die Sammler dazu jeden Schnipsel dieses Streifens in die Sammlung aufzunehmen. So ist man dann selber auch sehr gespannt, wenn man endlich auch mal die Gelegenheit hat, so einen schon als berüchtigt zu bezeichnenden Film zu sehen. Und wie das bei solchen Filmen so ist, ist man hinterher voller Begeisterung und versteht das der unbedingt in die Sammlung gehört oder man ist maßlos enttäuscht, und versteht die ganze Aufregung nicht. Bei diesem Film tendiere ich zur zweiten Variante, allerdings ist der Film auf Joe D'Amato typische Art doch einigermaßen unterhaltsam, wenn auch eigentlich im Grunde genommen etwas langweilig.

Emanuelle in America - ScreenshotEmanuelle in America - Screenshot

Das man nicht viel von der Story und auch keine tiefe Charakterisierung der Personen erwarten darf, versteht sich wohl von selbst. Die Rahmenhandlung der Fotoreportage ist, wie bei den anderen Emanuelle Filmen D'Amatos, nur Aufhänger um Laura Gemser und andere Frauen und Männer in diversen Handlungsepisoden möglichst oft freizügig zu zeigen. Mit ihrem Körper kommt Emanuelle natürlich überall an. Sie kittet damit kaputte Ehen und bekehrt sogar einen jungen keuschen Moralapostel, der in ihr die christliche Sünde in Person sieht und sie deswegen mit der Waffe bedroht, zur körperlichen Akrobatik. Dessen Freundin ist natürlich glücklich und Emanuelle schmunzelt sich einen. Blowjobs und Gruppensex als Lebenstherapie sozusagen.

Zitat

Ich weiß nicht, warum er so scheußlich zu mir ist, ich habe ihm wirklich keinen Grund gegeben. Wenn er mich doch wenigstens mal übers Knie legen würde.
(Lebensphilosophien im Milliadärsharem...)

Wenn der Film einfach nur der übliche Sexfilm wäre, keiner würde sich großartig darum scheren, auch wenn Laura Gemser beauty as ever aussieht und der Streifen einige Hardcoreszenen (ohne Laura) enthält. Was ihn damals zu einem Skandalfilm machte, waren die Szene in der ein Pferd eine weibliche Hand angelegt bekommt und der angebliche Snuff-Film. Gerade wegen der heftigen Snuffszenen bekam Joe D'Amato kräftigen Ärger. Eine Darstellerin aus dieser Sequenz zeigte ihn an, weil sie sich durch die Spezialeffekte traumatisiert fühlte und Joe D'Amato durfte die folgenden 5 Jahre Italien nicht verlassen. Dabei handelt es sich auch wirklich um ein heftiges Stück Zelluloid, die Snuffszenen wirken sehr rau und realistisch und können auch nicht einfach so vom Zuschauer verdaut werden. Dabei ist er ähnlich wie Ruggero Deodato in Cannibal Holocaust vorgegangen, indem er die Szenen wie von einem Amateur gefilmt aussehen ließ. Gedreht wurden die Szenen auf 35mm und dann nachträglich bearbeitet, wodurch die Szenen aussehen, als wären sie wirklich mit schlechtem Filmmaterial von einem Amateur gefilmt wurden. D'Amato war übrigens in diesem Film auch komplett für die Kamerarbeit zuständig und wußte durch seinen reichen Erfahrungsschatz genau, wie er die Szenen zu inszenieren und bearbeiten hat, damit sie diesen realistischen Touch bekommen. Was er sich allerdings mit der Pferdeszene gedacht hat, wird wohl nur er alleine gewußt haben. Jedenfalls ist sie sehr selbstzweckhaft in dem Film eingefügt worden und dient nur zum Schocken. Erotisch ist das in jedem Fall in keinster Weise. In der deutschen Fassung fehlt übrigens der komplette Snuff-Part, die Tierszene und viele der Hardcoreszenen. D'Amato drehte danach noch einige Black Emanuelle Filme mit Laura Gemser. Die stand hier, wie auch schon in fast allen anderen Emanuelle nera Filmen (so der Name der Filmreihe im Original), mit ihrem Ehemann Gabriele Tinti vor der Kamera, die beiden heirateten während der Dreharbeiten zu diesem Film in New York. In der kleinen Nebenrolle einer sexuell frustrierten Haremsfrau wurde Lorraine De Selle besetzt, die später in Deodatos La Casa sperduta nel parco (House on the Edge of the Park / Der Schlitzer) von David Hess traktiert wurde und in Umberto Lenzis Cannibal Ferox in die Hände eines hungrigen Kannibalenstamms geriet.

Emanuelle in America - ScreenshotEmanuelle in America - Screenshot

Die auf 3000 Stück limitierte und (angeblich) nur in Österreich erhältliche DVD von Astro ist qualitativ dem Film ebenbürtig. Die Verpackung warnt den potentiellen Käufer schon mit dem Hinweis: "Die vorliegende Fassung wurde aus mehreren weltweit unterschiedlichen Versionen rekonstruiert. Daraus resultiert eine schwankende Bild & Tonqualität sowie das angepasste (gemattete) Bildformat." Naja, nett das die wenigstens darauf hinweisen. Trotzdem ist das Bild selbst für so einen alten Film unter aller Sau. Die Farben sind blaß und die Bewegungsunschärfen so stark wie ich es noch auf keiner DVD erlebt habe. Das Matten des Bildes auf das Format 2.00:1 macht sich vor allem bei den Credits am Anfang und Ende bemerkbar, wo die Schrift deutlich an den Seiten abgeschnitten ist. Das Bild wurde nicht nur oben und unten gematted, sondern auch an den anderen Seiten, was einen noch höheren Verlust an Bildinformationen zu Folge hat. Der Ton ist in seinem original Monoformat belassen worden und hört sich extrem dumpf an, schwankt in Lautstärke und Qualität und ist auch nicht frei von Knacksern und anderen Störgeräuschen. Das Bonusmaterial besteht aus einer Fotogallerie, die seltsamerweise nur Aushangfotos vom ersten Black Emanuelle Film zeigt und der Dokumentation "Porno Holocaust". Die wurde von Andreas Bethmann (X-Rated) produziert, der auch sein Werk persönlich moderiert. In diesen 25 Minuten bietet er einen allgemeinen Überblick über D'Amatos Schaffen mit allerlei Filmausschnitten, wobei allerdings die extrem expliziten Ausschnitte unnötig lange vorgeführt werden.

Emanuelle in America - ScreenshotEmanuelle in America - Screenshot

Update 17.08.2003:

Die US-DVD von Blue Underground verweist die Astro-DVD in die qualitativen Niederungen alter VHS-Zeiten. Das Bild ist tausendmal besser was Schärfe, Kontrast und vor allem die Farben angeht. Dann fällt noch auf, dass die Anfangscredits auf der Astro-Scheibe etwas anders zusammengeschnitten wurden. Es entzieht sich allerdings meiner Kenntnis, ob das nicht schon bei der alten deutschen Kino- bzw. Videofassung so war. Außerdem zeigt die Blue Underground DVD den Film in seinem richtigen Bildformat, denn im direkten Vergleich fällt sofort auf, dass der Bildausschnitt der Astro DVD ein ganzes Stück vom unteren Bildrand unterschlägt. Wahrscheinlich wollte Astro wohl so ein einheitliches Format schaffen, da sie ja Material aus zig verschiedenen Quellen zusammengesucht haben. Leider ist das deutlich danebengegangen, denn so wurde teilweise gut ein Fünftel des Bildes unterschlagen. Der Blue Underground Transfer bietet viel natürlichere Farben, während die Astro Scheibe einen derben Grünstich aufweist. Außerdem ist das Astro-Bild auch noch irgendwie vertikal gestreckt. Aber anstatt viel zu erklären lasse ich lieber die Bilder für sich sprechen. Bei der Gelegenheit habe ich hier die Screenshots und das Logo oben komplett mit den Screens der Blue Underground DVD ausgetauscht.

Die Blue Underground DVD bietet sogar den italienischen Originalton sowie die englische und französische Synchronisation. Leider wurden Untertitel nicht für diese DVD angefertigt. Allerdings sind alle Tonspuren in einer guten Qualität und frei von Störgeräuschen. Auch im Bereich des Bonusmaterials ist die Blue Underground DVD der Astro überlegen. Zwar gibt es nicht sehr viel, war auch nicht wirklich zu erwarten, aber dafür informatives Material. Es beginnt mit "Joe D'Amato and the Black Emanuelles", einem in italienisch geführten und fast 13-minütigen Interview mit Joe D'Amato, das allerdings schon etwas älter sein muss, da D'Amato ja bereits 1999 verstorben ist. In diesem Interview geht er auf seine Zusammenarbeit mit Laura Gemser ein, hat eine Anekdote über einen seiner männlichen Darsteller zu erzählen und berichtet von den Hintergründen, warum er wegen den Snuff-Szenen damals derben Ärger bekam.

Emanuelle in America - ScreenshotEmanuelle in America - Screenshot

Da Laura Gemser aus persönlichen Gründen eigentlich nichts mehr zu ihren alten Filmen sagt, ist man erfreut und erstaunt, dass für diese DVD ein altes Audio-Interview aufgetrieben wurde, dass die Hintergrundakkustik zu der Fotogalerie darstellt. Das Interview wurde 1996 für ein Filmmagazin geführt. Blue Underground warnt mit einer Texttafel schon davor, dass die Tonqualität nicht die beste ist. Da aber das Interview in italienisch geführt wurde und englische Untertitel fürs Verständnis sorgen, kann man das noch verschmerzen. Laura Gemser hat ein paar interessante Sachen über die Dreharbeiten zu erzählen und das sie heutzutage die Filme und ihr Image was dadurch aufgebaut wurde, eigentlich gar nicht mehr mag. Die Bildergalerie besteht aus unzähligen Aushangfotos, Plakatmotiven und Werbematerialien etlicher Filme in denen Laura Gemser mitgewirkt hat und bietet wirklich einige nette Motive. "The Unofficial Emmanuelle Phenomenon" nennt sich ein Textessay von David Flint, Buchautor und Journalist. Hier geht er auf die ganzen Em(m)anuelle-Filme im allgemeinen ein und stellt sogar kurz völlig unbekannte Werke aus den USA, Japan oder Griechenland vor. Abgeschlossen wird der Bonusbereich von Biographien von Joe D'Amato und Laura Gemser.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 12.02.2002
Letzte Textänderung: 05.09.2004

Leser-Kommentare

26.06.2005, 22:58:52 Peter von Frosta

Also wenn man die Bildvergleiche sieht bekomme ich direkt das kalte Kotzen wenn man bedenkt das ich bei der letzten Börse die Auswahl zwischen der Snake Films und der BU hatte, und ich die Snake Filme genommen habe (basiert auf dem Astro Master) und ich mich jetzt tierisch ärgere.

16.10.2004, 17:49:55 Savini ( Email schreiben )

Ein absolut überbewerteter Schwachsinns Möchtergern Porno der nur durch die beiden oben beschriebenen Szenen ins Gerede kam.

Naja die 30 sek Pseudo Snuff wirken hart und die 5 sek Hand am Hengst.

Der Rest ist ne nackte Laura Gemser aber das kennt man ja aus der Zeit.

Finger Weg von diesem Amato Dreck.
(Es sei denn man braucht diesen trashigen Müll wirklich)

27.09.2004, 18:07:32 Sal from Cologne

Ein Klassiker, ein super Film der heute noch schockiert. Unerreicht.

Joe D'Amato: ein unterschätztes Genie, der immer noch nur unter Insidern die verdiente Anerkennung findet. Sein Tod wurde von den Medien nicht mal bemerkt. So wie er aus dem Nichts gekommen ist, so ist er auch gegangen.
Bahnbrechend für den Italotrash.

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann