Film Daten

Titel:
Musa
Originaltitel:
Musa
Land & Jahr:
Korea / China / Japan 2001
Laufzeit ca.: ?
158 Min.
Regie:
Kim Sung-Su
Darsteller:
Woo-sung Jung
Sung-kee Ahn
Jin-mo Ju
Ziyi Zhang
Yong-Woo Park
Jeong-hak Park
Hye-jin Yu
Seok-yong Jeong
Du-il Lee
Yeong-mok Han
Rongguang Yu
Alternativtitel:
• Musa - Der Krieger
• Musa - The Warrior
• Warrior
• Wu Shi
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - CJ Entertainment
Label:
CJ Entertainment
Regionalcode / Norm:
3 / NTSC
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Koreanisch - Dolby Surround
Koreanisch - DD 5.1
Untertitel:
Englisch, Koreanisch
Extras:
  • Production Notes
  • Making Of
  • Dokumentation
  • Trailer
  • Fotogallerie
  • Interviews
  • Biographien
  • Favorite Music
  • Artwork Gallerie
  • Outtakes

Musa

Review

Musa - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

China im Jahre 1375. Das Land befindet sich in einer schweren Zeit, da die Ming-Dynastie immer mächtiger wird und die Yuan aus ihren Territorien vertreibt. Das koreanische Reich entsendet eine Gruppe von Botschaftern in Begleitung von Soldaten nach Nanjing, der Hauptstadt der Ming, um dort in Friedensverhandlungen mit den neuen Herrschern zu treten. Dort wird die Gruppe allerdings in einen Hinterhalt gelockt und des Mordes an Diplomaten und der Spionage beschuldigt. Der Botschafter will sich nicht auf einen Kampf einlassen und befiehlt die Waffen niederzulegen, auch wenn das seinem General, Choi Jung (Ju Jin-Mo), überhaupt nicht gefällt. Die Koreaner werden ins Exil geschickt, aber auf der Reise dorthin von einer Mongolenarmee der Yuan angegriffen. Die Mongolen sind aber nicht an den Koreanern interessiert, sondern töten die Chinesen, die eigentlich dafür sorgen sollten, daß die Gefangenen auch wirklich an ihrem Ziel ankommen. Von nun an auf sich alleine gestellt, versuchen die Koreaner sich durch die Wüste Richtung Heimat durchzuschlagen, was zu einer beschwerlichen Reise für alle wird. Der Vize-Botschafter sieht sein Ende nahen und möchte seinem Sklaven und ergebenen Diener Yeosol (Jung Woo-Sung) die Freiheit schenken. Chio Jung behandelt ihn aber weiterhin als Sklaven. Yeosol zieht in der Nacht alleine mit seinem Herrn weiter, der unterwegs stirbt.

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Choi Jung gelangt schließlich mit seinen Männern an einen kleinen Ort mitten in der Wüste, wo sie zu essen und zu trinken bekommen, das ihnen ein hiflbereiter Buddha-Mönch bezahlt. Die Mongolenarmee taucht ebenfalls wieder auf. Sie haben inzwischen die Ming Prinzessin Buyong (Zhang Ziyi) in ihre Gewalt bekommen, die durch ein Zeichen um Befreiung bittet. Choi Jung beschließt das Wagnis einzugehen, allein schon deswegen um bei der Ming Dynastie den Ruf der Koreaner zu bereinigen. Hier taucht auch Yeosol wieder auf, den Leichnam seines Herrn immer noch mit sich ziehend. Da ein Mann einen groben Fehler gegenüber seinem toten Herrn begeht, tötet er ihn auf der Stelle und muß sich darauf gleich mehreren Gegnern stellen. Seine Art zu kämpfen beeindruckt aber den Mongolengeneral Rambulhwa (Yu Rongguang) und er läßt ihn ebenfalls gefangennehmen. Bei dem erfolgreichen Versuch der Koreaner die Prinzessin zu befreien landet er wieder bei seinen alten Leuten, verteidigt sogar das Leben der Prinzessin.

Nun folgt ein beschwerlicher Weg zu einer Ming-Festung an der Küste des Landes. Prinzessin Buyong verspricht den Koreanern ihre Freiheit und ein Boot, wenn sie sie lebend zu der Festung bringen. Unterwegs schließen sich ihnen noch einfache Bewohner des Landes an, deren Dörfer durch die Mongolen zerstört wurden, die überall nach der Prinzessin suchen. Die extreme Situation sorgt natürlich für Spannungen innerhalb der Gruppe und Choi Jung hat Mühe das seine Befehle auch befolgt werden. Außerdem sitzen ihnen die Mongolen im Nacken und bei einem Angriff wird er schwer verletzt. Trotzdem schaffen sie es die Festung zu erreichen. Die finden sie allerdings verlassen und halb zerstört vor, denn die Mongolen haben von ihrem Ziel erfahren und schon einige Vorarbeit geleistet. Die schlagen ihr Lager in der Nähe der Festung auf und beide Parteien beginnen mit ihren Vorbereitungen auf den alles entscheidenden Endkampf...

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Über Korea braucht man sich ja mittlerweile nicht mehr wundern. Der kleine weißen Fleck in der Filmlandschaft hat es in den letzten 2-3 Jahren geschafft mit mehreren Produktionen auf sich aufmerksam zu machen. Mit Musa (das koreanische Wort für "Krieger") hat sich das Land dann auch im Bereich der großen epischen Dramen platziert, denn dieser Film ist eine grandiose Mischung aus Braveheart, Lawrence von Arabien und etwas Gladiator. Basierend auf historischen Ereignissen inszenierte Regisseur Kim Sung Su ein Epos mit glaubhaften Charakteren, großartigen Schlachten und zwischenmenschlichen Spannungen. Die Charaktere mögen zuerst etwas klischeebehaftet wirken: der General Choi Jung, der strikt seinem militärischen Denken folgt, die zickige Prinzessin Buyong, die zwar hübsch ist, aber man zuerst eigentlich kaum leiden kann, der wortkarge Sklave Yeosol, der seine Position behauptet und sich hochkämpft und im Wettstreit mit Choi Jung um die Gunst der Prinzessin wirbt, und der energische gegnerische Anführer Rambulhwa, der hart kämpft aber stets mit stolzgeschwellter Brust seinen Prinzipien treu ist. Alle diese Leute benehmen sich zuerst so wie man es von ihnen erwartet, aber im Laufe der Handlung machen alle eine Veränderung durch und können sich ihren Positionen nicht mehr so sicher sein. So hat Choi Jung damit zu kämpfen, daß die Leute noch seine Befehle befolgen und Buyong sieht sich gegen Ende mehr mit der Abscheu denn mit der üblichen Unterwürfigkeit ihrer Untertanen konfrontiert. Choi Jung wie auch Yeosol fühlen sich zur Prinzessin hingezogen. Die scheint sich mehr für Yeosol zu interessieren, aber durch die extremen Klassenunterschiede der beiden kommen sie sich nicht näher und drücken auch niemals ihre Gefühle für den anderen aus. Daneben werden noch diverse Nebencharaktere hervorgehoben, die alle einen unterschiedlichen gesellschaftlichen Stand und Vergangenheit haben. Schließlich kann die Gruppe am Ende nur besser funktionieren, als alle Beteiligten ihre Vorbehalte gegen die anderen ablegen.

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Grob gesehen könnte man den Film in drei Kapitel aufteilen: "Vorgeschichte" - in der die wichtigsten Personen vorgestellt und die Grundlagen für den weiteren Handlungsablauf gelegt werden, "Die große Reise" - der schwere Weg zu der Festung, und "Endkampf" - die alles entscheidende Schlacht. Und als Schlacht kann man die teilweise recht brutalen Kampfszenen durchaus bezeichnen. Kim Sung-Su wollte eine möglichst realistische Darstellung der Kämpfe erreichen und so kommt es, daß Musa den ohnehin in seinen Kampfszenen nicht gerade harmlosen Braveheart fast wie einen Kinderfilm aussehen läßt. Körperteile werden abgetrennt, Blutfontänen spritzen aus den Wunden und Pfeile bohren sich in Augen und durch Hälse. Allerdings driftet der Film dabei glücklicherweise nicht in stumpfe Splattergefilde ab, denn durch die rasante Schnittweise der Szenen bekommt man vieles nur für Bruchteile zu sehen. Leider wurde auch hier die nervige, schon aus Gladiator bekannte Schnittechnik verwendet, in denen die Kampfszenen sehr schnell und fast Videoclip-mäßig rüberkommen. Ich verstehe nicht, was daran so toll sein soll. Aber insbesondere möchte ich den Kampf in einem Wald hervorheben, als die Koreaner sich auf dem Weg zur Ming-Festung befinden. Eine atmosphärischere Kampfsequenz hat man selten gesehen. Die Mongolen wissen das sie sich in einer Falle befinden, sehen aber ihren Gegner nicht. Nur wenn es zu spät für sie ist und haben dann kaum eine Chance sich zu wehren.

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In einem Punkt unterscheidet sich Musa aber ganz grundlegend von ähnlichen Schlachtepen, insbesondere von denen aus amerikanischer Produktion. Der Krieg wird hier nicht als Geburtsstätte für stolze Helden glorifiziert. Stattdessen wird durch die drastische Darstellung der Zweikämpfe und der eigentlich nicht vorhandenen Siegesfreude nach einem gewonnen Kampf die Schattenseite des Kampfes dargestellt. Krieg ist nichts erfreuliches, auch siegesreiche Generäle und Kämpfer sehen sich nicht als die hellerleuchteten Helden des Schlachtfeldes, sondern sind hier eher bestürzt wenn ein Kampf hohe Verluste in den eigenen Reihen forderte. Am beispielhaftesten dürfte wohl die Szene sein, in der die Koreaner die Mongolen angreifen um die Prinzessin zu befreien. Daejung, gespielt von Ahn Sung-Kee, ein Meister am Bogen, weiß im Verlaufe des Kampfes gar nicht so recht, auf wen er denn eigentlich schießen soll. Um ihn herum findet nur ein unmenschliches Gemetzel statt.

Musa gehört zu dem bislang teuersten realisierten Filmprojekten der jüngsten koreanischen Filmgeschichte. Gedreht wurde der Film in Kooperation mit China und Japan größtenteils in China unter recht schwierigen Bedinungen. Die verschiedenen Locations lagen teilweise mehrere Hundert oder Tausend Kilometer auseinander und das Wetter war auch entsprechend wechselhaft, bis hin zur tropischen Hitze in den Wüstenbereichen. Insgesamt legte die Crew an die 10.000 Kilometer zurück und alle waren diversen körperlichen Strapazen ausgesetzt. Auch brauchte die Post-Produktion in Australien recht lange, weswegen der Film mit einiger Verspätung in die koreanischen Kinos gelangte. Allerdings war das die Mühe auch wert, denn der Zuschauer wird mit wunderbaren Bildern, glaubhafter Charakterentwicklung und einer ungewöhnlich guten Dramaturgie belohnt. Die Kameraarbeit von Kim Hyung-Ku ist exzellent, stets verstand er es die Schauspieler in grandiosen Darstellungen einzufangen und in den Kampfszenen hat man fast das Gefühl mittendrin zu stehen. In den ruhigeren Passagen gibt es dann herrliche Landschaftsaufnahmen zu sehen, ganz wie es einem richtigen Epos gebührt. Kritische Stimmen mögen anführen, daß sich der Film eigentlich nur von einer Schlachtszene zur nächsten hangelt, aber das sehe ich nicht so. Vielmehr versteht es der Film trotz seiner Länge nie einen Durchhänger oder unnötig langgestreckte Szenen zu haben, eine wahre Kunst heutzutage. Zu Beginn mag man vielleicht seine Probleme haben der Handlung zu folgen und auseinanderzuhalten, wer denn jetzt zu wem in welcher Gruppe gehört, aber das legt sich im Laufe der Geschichte. Bei nochmaligem Ansehen blickt man schon besser durch und man kann sich dann etwas mehr auf den Film an sich konzentrieren. Am Schluß sind dann dem Zuschauer viele Charaktere an Herz gewachsen, so daß man im furiosen, aber auch emotionalen Finale mit den Personen kämpft und leidet.

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Von Regisseur Kim Sung-Sus früheren Werken hat man außerhalb Koreas kaum etwas mitbekommen. Lediglich sein 1997 gedrehter Beat könnte einigen Leuten bekannt sein. Sung-Su hat auch das Drehbuch zu diesem Film verfaßt, deren Geschichte sich angeblich auf wahre Begebenheiten stützt. Der Japaner Shiro Sagisu zeichnet sich für den grandiosen Soundtrack verantwortlich, der teilweise wirklich schön geworden ist und das Geschehen auf der Leinwand passend untermalt. Zu seinen früheren Werken zählt unter anderem der Score für den Anime Neon Genesis Evangelium. Die Schauspielerin Zhang Ziyi kennen die meisten sicherlich aus dem Martial-Arts Erfolg Crouching Tiger, Hidden Dragon. Danach war sie noch in Rush Hour 2 und auch in dem Fantasy/Martial-Arts Spektakel The Legend of Zu zu sehen. Jung Woo-Sung scheint ein Liebling von Kim Sung-Su zu sein, denn Musa ist nach Beat und City of the Rising Sun schon die dritte Zusammenarbeit der beiden. Ahn Sung-Kee ist schon etwas länger im Geschäft. Zu seinen bekanntesten Filmrolle gehört sein Part in dem 1999 gedrehten Nowhere to Hide. Yu Rongguang kann Rollen in einigen recht bekannten Produktionen vorweisen, darunter Der Krieger des Kaisers, China Swordsman, den Arzt aus Iron Monkey und The Stormriders.

In seinem Heimatland ist Musa in einer schönen und limitierten Special Edition Box auf DVD veröffentlicht worden. Die Box besteht aus einem Pappschuber, in der die Doppel-DVD steckt, sowie ein aufwendig gedrucktes, fast 70 Seiten starkes Hardcover-Büchlein. In dem Buch befindet sich eine Inhaltsangabe sowie eine Vorstellung der Hauptcharaktere. Den größten Teil nimmt aber ein "Production Diary" ein und abgeschlossen wird das Buch mit einigen Seiten über die Produktion der DVD. Alles sehr schön, aber mit einem imensen Nachteil versehen: alles komplett in Koreanisch! So bleibt einem sicherlich einige interessante Informationen verschlossen, aber dafür kann man sich noch an den sorgfältig ausgesuchten Szenenbildern erfreuen. Nun komme ich aber zum technischen Umsetzung. Da der Film über zweieinhalb Stunden lang ist, kann man schon im Voraus mit Abstrichen in der Bildqualität rechnen. Leider bestätigen sich diese Befürchtungen, aber trotzdem ist der Transfer im Gegensatz zu dem, was man sonst aus Asien gewohnt ist, noch sehr gut geworden. Das größte Problem ist das eigentlich stets vorhandene Flächenrauschen, das zwar auf dem Fernseher aus 2 Meter Entfernung nicht stört, am Computermonitor aber um so deutlicher auffällt. Außerdem sind die Nachtszenen kontrastbedingt teilweise etwas dunkel geraten, was bei unvorteilhaft eingestellten TV-Sets manche Details schwer erkennbar werden läßt. Davon mal abgesehen werden sich die 16x9 Besitzer über die anamorphe Abtastung freuen. Ansonsten ist das Bild im großen und ganzen zufriedenstellend, auch wenn die Produzenten sicherlich noch ein wenig mehr hätten herausholen können. Vor allem wenn man bedenkt, daß von den möglichen 9 Gigabyte auf der DVD nur 7 genutzt wurden. Da wäre also noch ein wenig Spielraum gewesen.

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Zu dem Ton in Dolby Surround und Dolby Digital 5.1 kann ich mangels passender Hardware mal wieder nicht viel sagen. Ich konnte aber immerhin feststellen, daß die Dialoge nie durch Effekte oder der Musik schwer verständlich werden, sondern immer klar rüberkommen. Auch besitzt der Ton insgesamt einen guten Wums und ich könnte mir gerade in den Kampfszenen gut vorstellen, daß hier die Kanäle voll ausgenutzt werden und den Zuschauer direkt in das Getümmel versetzen können. Die englischen Untertitel sind gut lesbar, aber mit den üblichen Schwächen versehen. Rechtschreib- und Grammatikfehler finden sich zuhauf und selbst die Namen einzelner Charaktere ändern sich teilweise in den Untertiteln. So heißt Yeosol auch mal Yeesol, Yesol oder Yessol. Ungeübte Zuschauer dürfte das erstmal etwas irritieren.

Das Bonusmaterial auf der 2. Disk ist sehr umfangreich ausgefallen. Aber leider ist eigentlich so gut wie alles davon komplett in koreanisch und ohne Untertitel, was den Nutzwert natürlich sehr einschränkt. Es beginnt mit Production Notes, Texttafeln über die Dreharbeiten des Films. Das "Making of MUSA" ist keine zusammenhängende Dokumentation, sondern 5 kleinere Dokus mit einer Gesamtspieldauer von knapp 43 Minuten. Die erste zeigt größtenteils die Vorbereitungen und die Dreharbeiten zu den ersten Szenen im Film. Die zweite bietet einen interessanten Einblick in die Dreharbeiten zur ersten Schlachtszene, als die Mongolen den Gefangenentransport angreifen. Nr. 3 zeigt das Zusammenleben der Crew nach Feierabend (diverse Geburtstage), Widrigkeiten beim Dreh wenn das Wetter nicht mitmacht (Sandstürme) und Dreharbeiten bei Nacht. Als nächstes folgen Aufnahmen der Dreharbeiten zu dem Kampf in dem Wald, dabei bekommt man auch einen interessanten Einblick, die einzelne Effekte realisiert wurden, wie z. B. die Pfeile die sich in Körper bohren. Und die 5. und auch längste Mini-Doku beschäftigt sich ausschließlich mit den Szenen und Kämpfen in der Ming-Festung. Auch wenn man der koreanischen Sprache nicht mächtig ist, so kann man sich diese Dokumentationen gut anschauen, denn lange Erklärungen werden hier nicht vorgetragen, sondern man läßt vielmehr die Bilder sprechen. Dann folgt als nächster Menüpunkt eine 11-minütige Dokumentation vom Produzenten des Films. Die wird von einer koreanischen Sprecherin begleitet und kommt teilweise wie eine dieser üblichen Featurettes rüber, die für Marketingzwecke so gerne eingesetzt werden. Aber das trifft zum Glück nicht ganz zu. Zu einem großen Teil werden Sequenzen aus den Making-Ofs verwendet, so daß man hier nicht so viel neues zu sehen bekommt. Was dafür hier etwas näher dargestellt wird, sind die Vorbereitungen und Durchführung diverser Splattereffekte und das Kampftraining.

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Dann gibt es noch den üblichen Kinotrailer und den Internettrailer. Bei letzterem ist die Qualität merklich schlechter, da wohl nicht auf die Originalvorlage zurückgegriffen wurde, sondern auf eine bereits komprimierte Version, was sich in der Bildqualität deutlich bemerkbar macht. Dann gibt es noch eine selbstlaufende und mit Musik unterlegte Bildergallerie, die allerdings nur Szenenbilder aus dem Film selbst zeigt. Außerdem befinden sich noch einige Interviews von Cast und Crew auf der DVD (ebenfalls nicht untertitelt) sowie etliche Biographien. Hinter dem Menüpunkt "Favorite Music" werden 4 Stücke des Soundtracks näher vorgestellt, wo jeweils jemand etwas zu dem einzelnen Stück erzählt. Die Lieder werden dann jeweils für ca. 2 Minuten abgespielt. Die "Fine Art Gallery" ist zweigeteilt. In der "Image Gallery" werden Storyboardentwürfe und fertige Filmszenen gegenübergestellt. Und hinter "Warming Up Action" befindet sich keine Gallery im herkömmlichen Sinne, sondern das ist wiederum eine 6-minütige Mini-Dokumentation, wo noch genauer auf die Entwürfe und Realisierung der Kleidung und des Make-Ups eingegangen wird. Und zum Schluß gibt es noch 4 Minuten an Outtakes. Insgesamt also eine Ausstattung die ihr Geld wert ist. Erfreulich ist bei dem Bonusmaterial, daß bis auf einige Ausnahmen (z.B. die Interviews) eigentlich keine Kenntnisse der koreanischen Sprache notwendig sind, da nicht soviel nebenbei erklärt wird.

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Auf der 2. DVD befindet sich dann noch ein witziges Easter Egg, daß man leider mangels Sprachkenntnis nicht richtig genießen kann. Wenn man im Hauptmenü einmal nach links drückt, wird die Grafik einer Blume selektiert und wenn man das aktiviert, bekommt man eine Art Cartoon präsentiert. Hier wurden Szenen aus dem Film zu einem Comic zusammengebastelt und mit Sprechblasen versehen. Man versteht zwar nix, sieht aber lustig aus. Insgesamt kann ich nur feststellen, daß mit Musa ein grandioser Epos das Licht der Filmwelt erblickt hat, der den größten Teil vergleichbarer Filme locker in die Tasche steckt. Zudem hat er eine ihm gerechte Umsetzung auf DVD bekommen, die nur durch leichte Abstriche in der Bildqualität getrübt wird. Dem Film ist es zu wünschen, daß er international richtig bekannt und seinen Weg in die Kinos finden wird, aber das wird wohl leider nur Wunschdenken bleiben.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 06.05.2002

Leser-Kommentare

20.09.2002, 20:46:07 Liu Dan Ni ( Email schreiben )

Habe Musa in Frankreich gesehen (Titel dort: Musa - La princesse de la desert), wo er seit August ziemlich erfolgreich läuft. Natürlich nur in Originalton mit Untertiteln.
Seitdem hoffe ich, dass er auch hier in die Kinos kommt.
Hab auf einer Kinovorschauseite Musa - Der Krieger als Film ohne Starttermin gefunden.
Weiß jemand mehr darüber, ob oder wann der Film in deutsche Kinos kommt???

20.08.2002, 19:53:12 Behrang ( Email schreiben )

Hi,

mir habe deine Kritik zu Musa mit grossem Interesse verfolgt. Ich selbst habe den Film jetzt schon einige Monate und bin jedesmal wieder begeistert wenn ich mir ansehe. ich habe ihn auch schon mit Freunden chinesischer und koreanischer Abstammung gesehen, von denen würde ich auf etwas aufmerksam gemacht was du in deiner Kritik (aus verständlichen Gründen) nicht erwähnt hast. Und zwar besteht während des gesamten Filmes ein Sprachproblem zwischen Koreaner und Chinesen. Mit Ausnahme von Choi, Daejung, dem Intepreter und einigen anderen vieleicht kann nämlich keiner der Koreaner chinesisch. Dieser Tatsache lässt einen vielen Szenen vor allem mit Yeosol zusammen mit der Prinzessin oder dem Mongolen General in einem ganz anderen Licht sehen...

Macht weiter so.

Behrang

Das mit den Sprachproblemen ist mir schon aufgefallen. Aber dadurch, daß unsereiner den Film ja immer mit Untertiteln sieht, ist das nicht ganz so deutlich geworden. Vielen Dank für den Hinweis!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann