Film Daten

Titel:
Maniac
Originaltitel:
Maniac
Land & Jahr:
USA 1980
Laufzeit ca.: ?
88 Min.
Regie:
William Lustig
Darsteller:
Joe Spinell
Caroline Munro
Gail Lawrence
Kelly Piper
Rita Montone
Tom Savini
Hyla Marrow
James Brewster
Linda Lee Walter
Tracie Evans
Sharon Mitchell
Carol Henry
Nelia Bacmeister
Louis Jawitz
Denise Spagnuolo
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - Dolby Surround
Englisch - DD 5.1-EX
Englisch - DTS
Französisch - Dolby Surround
Spanisch - Dolby Surround
Untertitel:
Spanisch
Extras:
  • Audiokommentar mit William Lustig, Tom Savini, Lorenzo Marinelli, Luke Walter
  • Dokumentation: "The Joe Spinell Story" (50 Min.)
  • 19-minütiges Radio-Interview
  • Fotogallerie
  • "Gallery of Outrage"
  • Trailer: USA (2x), Deutschland (2x), Frankreich, Italian, Internationaler Trailer
  • 9 TV-Spots
  • 4 Radio-Spots
  • Biographien
  • Hidden Feature: Outtake von einem anderen Audiokommentar (1 Minute)

Maniac

Review

Maniac - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Eine Reihe von grausamen Morden macht die Großstadt unsicher. Der Killer schlägt scheinbar wahllos und mit viel Brutalität zu. Dahinter verbrigt sich Frank Zito (Joe Spinell), der alleine in einer kleinen dunklen Wohnung lebt. Er hat keine Arbeit und keine Hobbys. Er zieht einfach durch die Straßen der Stadt. Als ihn eine Nutte anspricht und zu sich aufs Zimmer lockt, geht er darauf ein. Allerdings ist es ihm nicht möglich mit der Frau zu schlafen, stattdessen erwürgt und skalpiert er sie. Die Haare und Kleidung nimmt er mit und bestückt in seiner Wohnung eine Schaufensterpuppe mit den Utensilien, so wie er es bei den Morden zuvor auch schon gemacht hat. Die Puppen sind für ihn nicht nur einfach eine Zierde, sondern Personen mit denen er spricht.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Die Morde gehen weiter. Als nächstes ist ein weiteres Pärchen fällig, sowie eine Krankenschwester, die er bis in eine verlassene U-Bahn-Station verfolgt. Eines Tages lernt er die hübsche Fotografin Anna (Caroline Munro) kennen. Die beiden kommen sich sogar etwas näher. Als er sie bei einer Fotosession mit Models besucht, klaut er Rita (Gail Lawrence), einem der Mädchen, eine Halskette, um so einen Grund zu haben, sie in ihrer Wohnung zu besuchen. Auch über sie fällt er her, fesselt sie an ihr Bett und tötet sie nach einem Gespräch, in der er sie für seine Mutter hält. Anna ahnt von alledem nichts. Aber als sie ihn bei einem Besuch an dem Grab seiner Mutter begleitet, bedroht er auch sie...

Mit Maniac verhielt es sich bislang bei mir so wie mit der Friday the 13th Reihe: ich konnte nie verstehen, warum darum so ein immenser Kult betrieben wurde. Ich hatte den Film als billige Low Budget Produktion in Erinnerung, die die wenigen, aber derben, Splattereffekte nur in den Vordergrund rückt um zu schocken. Nachdem ich den Film jetzt nach langer Zeit wieder gesehen habe und auch diesmal etwas aufgeschlossener und aufmerksamer an die Sache heran gegangen bin, kann ich mit dem Film schon deutlich mehr anfangen. William Lustig und Hauptdarsteller Joe Spinell, der zu einem großen Teil für die Story und die Charakterentwicklung verantwortlich ist, schufen das Bildnis eines Mannes, der durch ein Kindheitstrauma extrem geschädigt ist. Frank Zito hatte es als Kind einer Prosituierten ohnehin schon schwer (hier finden sich deutliche Parallelen zu Jess Francos Jack the Ripper) und wurde in seiner Kindheit auch noch von seiner Mutter geschlagen, was zu einer extremem Hassliebe führte und wahrscheinlich hat er sie sogar irgendwann selber umgebracht.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Auch wenn die Romanze zwischen Anna und Frank nicht ganz zum Rest des Films passen will, zeigt sie doch eins: Frank ist unfähig zu lieben. Selbst die noch in den Anfängen steckende Beziehung kann er nicht aufrecht erhalten. Sie, die in ihm einen netten zuvorkommenden Mann sieht, ist auch nicht geschützt vor seinen plötzlichen Wandlungen, die ihn seine Mitmenschen nicht mehr als das erkennen lassen was sie sind. Am deutlichsten wird das in dem letzten Mord an dem Model. Bevor er das Mädchen tötet spricht er zu ihr, als würde dort seine Mutter vor ihm liegen. Auch bei dem Besuch an dem Grab seiner Mutter ist sie allgegenwärtig, was dort schließlich in einer famosen Wahnvorstellung gipfelt. Sein Hass richtet sich außerdem gegen das, was im Allgemeinen als schön und hübsch erachtet wird. Die Prostituierte zu Beginn bittet er, sich wie ein Model zu bewegen, "like in the magazines." Das Pärchen kommt gerade aus einer Disko, beide sind entsprechend bekleidet, zurechtgemacht und gestylt. Und schließlich ist sein letztes Opfer von Beruf Model. Diese Motivation kehrt er aber wieder um, indem er den Schaufensterpuppen die Klamotten anzieht und die skalpierte Kopfhaut aufsetzt. Diese Puppen sind auch Teil eines gewissen Schönheitsbewußtseins, da sie ja normalerweise die neuste Mode in den Schaufenstern präsentieren. Dies ist eine Art Konservierung der Opfer. In einem Gespräch mit Anna über die Schönheit ihrer Models meint er, "Things change, people die. But in a painting or picture they're yours forever." Ganz ähnlich verhält es sich mit seinen Puppen, die so für ihn wieder lebendig werden. Daher redet er auch zu ihnen wie mit normalen Menschen.

Dabei ist Frank aber nicht unbedingt eine unmenschliche Bestie. Die Morde machen ihm keinen Spaß, aber durch seine psychische Störung kann er seine Probleme nicht mehr anders kanalisieren. Nach dem Mord an der Prostituierten übergibt er sich sofort, nicht gerade ein Indiz für einen kaltblütigen Killer, der schon sowas wie Routine entwickelt hat. Beim letzten Opfer schwebt er nach der Tat für einige Minuten in einer Art Lethargie, aus der er nur langsam erwacht. Diese Einstellung kam schnell in den Verruf, er würde sich sexuell an der Leiche vergehen, was aber so nicht stimmt. Vielmehr macht es deutlich, dass er seine Taten nicht mit klarem Verstand ausübt, sondern erst hinterher erfasst, was er gerade getan hat. Er muss erst wieder aus diesem Zustand, diesem anderen Ich langsam erwachen. Diese Schizophrenie zeigt sich auch in seinem Faible für die Schaufensterpuppen. Sie sind die einzigen, denen er vor sich und seinen Taten warnt ("I warned you not to go out tonight..."). Ihnen, und nicht den Opfern, macht er klar, warum er so ist, was sie falsch gemacht haben. In Franks fensterlosen Raum dringen auch keinerlei Geräusche von außen. Damit wollten Joe Spinell und William Lustig zeigen, wie isoliert Frank Zito eigentlich lebt. Er hat kaum Kontakt zur Außenwelt, nur durch Mord und Totschlag kann er sich ihr nähern.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Als Fazit muss ich sagen, dass hinter dem Film mehr steckt, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Bei oberflächlicher Betrachtung wirkt er wie ein billiger Splatterstreifen, der nur den Zuschauer mit seiner drastischen Darstellung vor den Kopf stoßen will und eine nur sehr minimale Story bietet. Fakt ist auch, dass bis auf Frank keiner der anderen Charaktere weiter ausgearbeitet wird und höchstens die üblichen Stereotypen sind. Läßt man sich aber auf den Charakter Frank ein, erkennt man das Bildnis eines zutiefst gestörten Mannes, dessen Psychose unerkannt bleibt, sich stattdessen nur noch verstärkt und in unkontrollierten Morden endet. Allerdings kann ich auch nicht behaupten, dass Maniac mich vollends überzeugt hat. Dafür wirken die Morde dann doch zu sehr aneinandergereiht, was ihn wieder in die Richtung handelsüblicher Slasher rückt. Wer sich für Slasher oder Serienkillerfilme interessiert, in denen es nicht zu stumpf und eintönig hergeht, darf sicherlich einen Blick riskieren. Im Gegensatz zu den durchschnittlichen Werken dieses Genres, wurde hier wenigstens versucht die Psyche des Mannes darzustellen und dem Zuschauer einen Einblick zu bieten, warum er diese Taten vollführt und es selber nicht zu verhindern weiß. Das hebt ihn von den anderen Werken wohlwollend ab.

Jugendlichen würde ich den Film aber dennoch nicht zumuten, denn dafür ist er wirklich extrem drastisch in den Mordszenen und besitzt auch eine insgesamt düster-apokalyptische Stimmung. Mal ganz davon abgesehen, dass jüngere Zuschauer die Hintergründe seiner psychischen Störung und die Motivation hinter seinen Taten wohl nur schwer erfassen würden, denn die kommen manchmal nur sehr subtil zum Vorschein. Zugutehalten muss man dem Film allerdings, dass mit Frank Zito kein heldenhafter Mörder geschaffen wurde, wie es mit Michael Meyers oder Jason Vorhees geschehen ist. Diese tragenden Figuren des Slashergenres sind mittlerweile "Kult". In Maniac wird der Mörder aber nicht als eine bewundernswerte Figur dargestellt, bei der man es cool findet, dass wieder ein blöder Teenager auf einfallsreiche Art und Weise sein Leben lassen musste. Hier wird er als das präsentiert, was er ist: eine psychisch kranke Person, die mit ihrer Umwelt nicht klar kommt und auf eine abstoßende Weise darauf antwortet. Und nicht so ein zurückgebliebener Kerl, der pekiert darauf reagiert, wenn sich zwei Kiddies am Rande eines Sees mal körperlich näher kennenlernen wollen...

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Wie schon erwähnt, zeigte sich Joe Spinell hauptverantwortlich für die Entwicklung des Frank Zito Charakters. Ohne ihn würde der Film auch nur halb so gut funktionieren. Spinell schafft es sehr gut, den Wechsel der Gefühle und Stimmungen in Frank Zito rüberzubringen. Er kam auch auf die Idee, den Aspekt der Kindesmißhandlung aufzunehmen, und das zu einer Zeit, wo das Thema noch nicht allgegenwärtig war. Viele der Dialoge und Gespräche hat er sich selber ausgedacht und für die Arbeit an Maniac sogar auf andere, gutbezahlte Angebote verzichtet. Der Film wurde im übrigen größtenteils aus eigener Tasche von Lustig, Joe und dem Produzenten Andrew Garroni finanziert. Erst nachdem Caroline Munro für ihre Rolle zugesagt hatte, flossen weitere Gelder von außerhalb. Sie kam durch Joe Spinell zu dem Projekt, der sie schon länger kannte. Ursprünglich war Dario Argentos damalige Ehefrau Daria Nicolodi für die Rolle vorgesehen, aber sie konnte wegen den Dreharbeiten zu Inferno nicht daran teilnehmen. Geboren wurde das Projekt übrigens durch eine Idee eines Freundes von William Lustig, der ihn eher im Scherz vorgeschlagen hatte, ob er nicht eine Art Jaws (Der weiße Hai) an Land machen könnte. Dazu kommen in Maniac noch Einflüsse aus The Texas Chain Saw Massacre, Ekel und Der Exorzist, sowie die alten italienischen Meister Dario Argento und Mario Bava hinzu.

Die Dreharbeiten fanden aufgrund des niedrigen Budgets nicht unter üblichen Produktionsbedingungen statt. Maniac wirkt gerade so verstörend, weil die Lichtverhältnisse ein recht reales Bild der Umgebung liefern. Hier griff Lustig teilweise schon der "Dogma"-Philosophie von Lars von Trier vor, denn viele Szenen entstanden mit dem natürlichen gegebenen Licht und wurden nicht explizit ausgeleuchtet. Der Wagen Frank Zitos war in Wirklichkeit William Lustigs privater PKW, der unglücklicherweise das auch nicht ohne Schäden überlebte. Teilweise wurde auch in den Straßen ohne Drehgenehmigung gedreht. Für die Spezialeffekte zeigte sich niemand geringerer als Tom Savini (Dawn of the Dead) verantwortlich. Erst durch ihn kamen Joe und William auf die Skalpierungsidee. Und Tom durfte sich glücklich schätzen, von seinem eigenen Kopf ein Abbild zu fertigen, den der Maniac in einer der berüchtigsten Szenen des Filmes mit einer Schrotflinte wegbläst. Tom spielte den armen Kerl, der mit dem Mädel aus der Disco kommt und statt eines netten Schäferstündchens plötzlich ohne Kopf zurechtkommen muss. Diese Szene war auch eine derjenigen, die sie einfach so ohne Genehmigung gedreht haben. Sie wurde nachts gedreht, bei dem Effekt kamen richtige Patronen zum Einsatz und nachdem die Szene im Kasten war, mussten alle schnellstens verschwinden, bevor die Gefahr bestand, dass die örtliche Polizei eintraf!

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Der Film war schon gleich nach seinem Release ein Erfolg, in positiver wie negativer Hinsicht. Er wurde beim Filmfestival in Cannes gezeigt, wo er recht erfolgreich lief. Durch die Horror- und Splatterfans aus aller Welt entstand bald ein regelrechter Kult um den Film. Auf der anderen Seite mußte Lustig auch extrem viel Kritik einstecken. Vor allem wurde dem Film eine eklatante Frauenfeindlichkeit nachgesagt, weil unter den 7 gezeigten Opfern nur zwei Männer dabei waren und deren Morde im Gegensatz zu den anderen auch nur recht kurz gezeigt werden. In Deutschland stieß der Film ebenfalls auf wenig Gegenliebe und gehörte schnell zu den hierzulande beschlagnahmten Filmen, woran sich bis heute auch nichts geändert hat.

Für William Lustig war Maniac nicht sein erster Film, auch wenn es in manchen Filmographien so aussehen mag. Davor betätigte er sich in den 70ern als Regisseur von Hardcore-Pornos, sicherlich liegt es daran, dass Pornodarstellerin Sharon Mitchell (unter anderem Radley Metzgers Barbara Broadcast) hier eine kleine Nebenrolle als Krankenschwesterkollegin inne hat. Nach Maniac folgte 1982 der Thriller Vigilante sowie später die drei Maniac Cop Filme. Ab 1999 widmet er sich ganz der Produktion von DVDs sowie der von Filmdokumentationen für diverse DVD-Veröffentlichungen. In Maniac hat er eine kleine Rolle als schmieriger Hotelbesitzer, in das Frank der Prostituierten folgt. Caroline Munro ist den meisten sicherlich als Naomi in dem James Bond Abenteuer The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte) bekannt. Sie hat aber schon vorher in kleinsten Rollen in vielen Genreproduktionen wie den beiden Dr. Phibes Filmen, Dracula A.D., Kronos (Captain Kronos - Vampirjäger) oder Golden Voyage of Sindbad mitgespielt. Nach der James Bond Mainstream-Rolle ging es aber wieder zurück zu kleinen Produktionen wie Starcrash, Jess Francos Faceless oder Fulcis Il Gatto Nero (The Black Cat).

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Der in New York geborene Joe Spinell, dessen richtiger Name Joseph J. Spagnuolo lautete, begann seine Schauspielkarriere in einer Theatergruppe. Seine erste Filmerfahrung war die eher unbedeutende Rolle des Killers Willy Cici in den ersten beiden The Godfather (Der Pate) Filmen. Danach folgten einige Nebenrollen (Taxi Driver) und sogar mit Sylvester Stallone hat er in Rocky und Rocky II zusammengearbeitet. Frank Zito in Maniac ist eine seiner seltenen Hauptrollen gewesen. 1989 starb er in seiner Wohnung an einem Herzinfarkt. Er brachte sogar seine eigene Mutter in einigen Filmen unter, wenn sich die Gelegenheit bot. In dem Film The Last Horror Movie arbeitete er nochmal mit Caroline Munro zusammen.

Von Maniac gab es unzählige Videoveröffentlichungen und auch auf dem digitalen Medium DVD wird er langsam präsenter. Zu Beginn der DVD Zeiten brachte das Label Elite Entertainment eine DVD in den USA heraus. Das Label Anchor Bay Entertainment veröffentlichte den Film ein weiteres Mal bereits letztes Jahr in einer auf 5000 Stück limitierten Special Edition Tin-Box. Das für diesen Film so ein Aufwand betrieben wurde, verwundert nur wenig, denn zu der Zeit war William Lustig einer der wichtigsten Männer bei Anchor Bay, bevor er sein eigenes DVD-Label Blue Underground gründete. Dementsprechend ist die Bildqualität sehr gut, da wohl ein persönliches Master von Lustig als Grundlage diente. Während der ganzen Laufzeit sind keine Defekte, Drop Outs oder Artefakte zu sehen. Das Bild mag nur insgesamt etwas farbarm und in manchen Szenen recht dunkel erscheinen. Das hat aber auch sicherlich damit zu tun, dass der Film nun mal unter einem geringen Budget entstanden ist und somit das Ursprungsmaterial einfach nicht mehr hergab. Bemerken sollte man noch, dass William Lustig schon damals eine Szene herausgeschnitten hatte, weil sie ihm etwas fehlplaziert erschien und nicht wirklich zum Rest des Films passte. Diese Szene in einem Restaurant zeigt lediglich eine Unterhaltung zwischen Frank und Anna während eines gemeinsamen Essens. Auf dieser DVD wurde die Szene an der entsprechenden Stelle wieder eingefügt, während sie auf früheren DVDs oder Laserdiscs nur als separater Bonus dazugepackt wurde.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Ein besonderer Aspekt des Films sind seine ungewohnte Soundeffekten. Zu der Zeit seiner Entstehung drang das Stereoformat in die Kinos durch und dies nutzen die Macher für einige Experimente. So hört man z. B. bei den meisten Morden Soundeffekte, die in hohen oder niedrigen Frequenzen liegen und sich keinesfalls wie die üblichen Schockeffekte anhören. Außerdem wurden viele Effekte auch leiste in den Hintergrund gemischt, die dem Zuschauer vielleicht sofort auffallen, aber doch präsent genug sind, um die Atmosphäre des Films zu unterstützen. Der Limited Edition DVD liegt der Soundtrack in Form einer witzigen Shape-CD bei. Im Film funktioniert der wunderbar, allerdings ist das nichts, was ich mir losgelöst von dem Film so zwischendurch anhören könnte. Dafür klingt alles einen Ticken zu langweilig und eintönig. Trotzdem hat Anchor Bay bei der Soundabmischung für die DVD schon fast Overkill betrieben, denn der englische Ton liegt in den neueren Formaten Dolby Digital 5.1 Surround EX und DTS 6.1 vor, während Italienisch und Französisch im alten Stereo Format geblieben sind.

Da ist es auch nicht weiter verwunderlich, wenn sich Anchor Bay im Bereich der Extras auch nicht hat lumpen lassen. Als erstes nenne ich den Audiokommentar mit William Lustig, Tom Savini, Editor Lorenzo Marinelli und Spinellis damaliger Assistent Luke Walter. Dieser Kommentar ist einerseits informativ, andererseits auch erfreulich locker gehalten, so dass keine Langeweile beim Zuhören entsteht, wenngleich die beiden letztgenannten nicht sehr viel zu erzählen haben. Die vier verzichten auch größtenteils auf hochtrabende Analysen und dergleichen, sondern erzählen lieber Anekdoten von den Dreharbeiten, über Joe Spinell oder den Erfolg des Films. Dieser Kommentar ist allerdings noch aus Laserdisc Zeiten. Bislang war der Film immer ohne die herausgeschnittene Restaurantszene veröffentlicht worden, jetzt ist während der entsprechenden Szene der Kommentar kurz unterbrochen.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Als ganz besonderes Features entpuppt sich allerdings die gut 50-minütige Dokumentation The Joe Spinell Story.. Hier kommen Kollegen sowie Verwandte von Joe zu Wort, die ihn, seine Herkunft und seine Art zu arbeiten beschreiben. Dabei beschreiben ihn alle in den höchsten Tönen als einen netten Zeitgenossen, der ohne Allüren seine Arbeit zur vollen Zufriendeheit ausführte. Aufgelockert wird die Dokumentation durch private Aufnahmen, Behind-the-Scenes Material und Ausschnitten aus TV-Sendungen. Hier wird auch ein wenig auf die Freundschaft zwischen ihm und Sylvester Stallone eingegangen, den Joe schon vor seinem Erfolg mit Rocky so gut es ging unterstützte. Überhaupt war Joe mit vielen Hollywoodgrößen befreundet, darunter sogar Steven Spielberg. Auch beleuchtet die Doku die unangenehmen Seiten Spinellis wie z. B. seinen Hang zum Alkohol oder wie er unter dem Tod seiner Mutter und seines Bruders zu leiden hatte. Amüsant sind dagegen die alten TV-Aufnahmen der Feministinnen, die gegen den Film protestieren. Insgesamt ist dies ein bemerkenswertes Porträt eines eher unbekannteren, aber markanten Schauspielers, das nicht mal für viele Hollywoodstars produziert worden wäre.

Das weitere Bonusmaterial besteht aus einer Wagenladung von Trailern, darunter sogar zwei deutsche! Außerdem noch 9 TV-Spots und 4 Radio Spots. Dann gibt es noch ein 19-minütiges Radio Interview mit Joe Spinell, Caroline Munro und William Lustig. Die Tonqualität ist von schwankender Qualität. Das Interview wurde kurz nach dem Kinorelease des Films aufgenommen, deswegen sollte man schon nicht die beste Qualität erwarten. Der Radiomoderator ist recht gut zu verstehen, allerdings klingen seine Interviewpartner leiser und dumpfer, als ob sie nicht nah genug am Mikrofon gesessen haben. Dieses Interview ist allerdings nicht ganz so unterhaltsam wie der Audiokommentar, häufig sprechen auch mehrere Leute gleichzeitig, was die Verständlichkeit erschwert. Die erste der zwei Galerien zeigt Szenen aus dem Film und von den Dreharbeiten sowie anderen netten Goodies wie Cover, Eintrittskarten, Kinoprogramme von damals, etc. Die "Gallery of Outrage" ist eine amüsante Ansammlung von Zitaten aus Kritiken, die den Film alle durch die Bank zerreißen. Abschließend findet man noch Biographien zu Joe Spinell und Caroline Munro. Als Hidden Feature kann man einen kurzen Ausschnitt aus den Aufnahmen des Audiokommentars zu dem Film The Guardian finden, in dem Regisseur William Friedkin (Der Exorzist) William Lustig und sein Film Maniac in den höchsten Tönen lobt.

Maniac - ScreenshotManiac - Screenshot

Andere DVD-Alternativen wären die schon erwähnte DVD von Elite und die normale DVD-Version der Anchor Bay DVD, die nicht über die Soundtrack-CD verfügt. In England ist der Film ebenfalls von Anchor Bay veröffentlicht worden. Allerdings nur in einer um 50 Sekunden gekürzten Fassung. Aber immerhin, denn bislang war Maniac dort genauso beliebt bei der BBFC wie hier bei diversen Gerichten und gehörte jahrelang zu den dort genannten "Video Nasties". Auch in Deutschland gibt es eine nette Special Edition des Films, allerdings habe ich darüber leider keine weiteren Informationen parat.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 02.02.2003
Letzte Textänderung: 31.12.2004

Leser-Kommentare

12.05.2008, 18:15:45 steptheman ( Email schreiben )

Als ich damals den Film in Deutschland im Kino sah, konnte ich danach einige Nächte nur sehr schlecht schlafen. Kam bei Horrorfilmen bei mir so gut wie nie vor. Eher ein Prädikatssiegel.
Selbst 28 Jahre später haben sich die Slasherscenen bei mir ins Gehirn gebrannt. TOPFILM

30.08.2004, 12:36:11 syk0 ( Homepage )

dieser film ist einer der besten in der kategorie splatter/gore.
er ist nicht nur atmosphärisch sehr gelungen sondern übertrifft auch durch die filmmusik und das porträt das von frank zito gezeichnet wird andere machwerke (henry, new york ripper) bei weitem.
ich würde nicht sagen dass dieser titel reisserisch aufgemacht ist, wie es z.b bei ny ripper oder anderen fulci filmen der fall ist (obwohl ich auch denen etwas abgewinnen kann)
fazit: zusammen mit bloodsucking freaks (message), braindead (fun factor) einer der besten je gedrehten filme in diesem genre.

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