Film Daten

Titel:
Ringu 2
Originaltitel:
Ringu 2
Land & Jahr:
Japan 1998
Laufzeit ca.: ?
95 Min.
Regie:
Hideo Nakata
Darsteller:
Miki Nakatami
Hitomi Sato
Kyoko Fukada
Fumiyo Kohinata
Kenjiro Ishimaru
Yuurei Yanagi
Rikiya Otaka
Yoichi Numata
Nanako Matsushima
Hiroyuki Sanada
Masako
Katsumi Muramatsu
Daisuke Ban
Reita Serizawa
Alternativtitel:
Ring 2
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Tartan Video
Label:
Tartan Video
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.78:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Japanisch - DD 5.1
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Filmographien
  • Film Notes
  • Merchandise Gallerie
  • Trailer: Ring (2x)
  • Trailer: Ring 2 (2x)
  • Trailer: Ring 0
  • Trailer: Hard Boiled
  • Trailer: Audition
  • Trailer: In The Mood For Love
  • Trailer: Nowhere To Hide

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 90:58
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Japanisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Audiokommentar von Javier Lopez
  • 5 Trailer zu Ringu
  • 4 Trailer zu Ringu 2
  • Teaser zu Ringu 2
  • 3 Trailer zu Ringu 0
  • 2 Teaser zu Ringu 0
  • 2 Trailer zu Ring: Spiral
  • 3 Bildergalerien
  • 3 Biographien
  • 2 Interviews mit Hideo Nakata
  • Hörbuch "The Woman"
  • Ringu 0: Behind the Scenes
  • Ringu 0: Deleted Scenes
  • Booklet

Ringu 2

Review

Ringu 2 - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nach den schrecklichen Ereignissen des Videofluchs (siehe Ringu) wird Sadakos Leiche zur Obduktion gebracht. Dort wird festgestellt, dass das vor 30 Jahren eingeschlossene Mädchen sehr lange in dem Brunnen überlebt haben muss, denn laut dem Bericht trat der Tod erst vor ca. 2 Jahren ein. Reiko (Nanako Matsushima) und ihr Sohn Yoichi (Rikiya Otaka), die einzigen Überlebenden des Videofluchs, sind mittlerweile verschwunden. Zusammen mit Mai Takano (Miki Nakatani), der Freundin des durch Sadakos Fluch gestorbenen Ryuji Takayama (Hiroyuki Sanada), forscht der Reporter und Reikos Kollege Okazaki (Yuurei Yanagi) nach Reiko und Yoichi. Ihr Weg führt sie in die psychatrische Klink, wo Masami, eine Freundin eines Opfers, untersucht wird. Nach einigen furchteinflößenden Ereignissen versucht der Arzt auf wissenschaftliche Art und mit Hilfe von Mai Sadakos Fluch zu beenden...

Ringu 2 - ScreenshotRingu 2 - Screenshot

Nach dem immensen Erfolg von Ringu und der Enttäuschung über das erste Sequel Rasen (Ring: Spiral), obwohl das auch recht erfolgreich vom Publikum angenommen wurde, beschloss Hideo Nakata seine eigenen Nachfolger zu drehen. Ringu 2 knüpft nahezu nahtlos an die Ereignisse von Ringu an. Reiko und ihr Sohn sind nach dem Tode Ryujis geflohen und Mai findet sich in einem Strudel übernatürlicher Kräfte wieder. Dabei stellt sie fest, dass sie genau wie Ryuji oder Yoichi über eigene psychische Kräfte verfügt. Ihr zur Seite steht ein Fernsehreporter, der der ganzen Geschichte sehr skeptisch gegenüber steht. Das er sich den Videofluch nicht anschaut verdeutlicht auch, dass er sogar Angst vor der ganzen Geschichte hat, auch wenn ihn seine journalistische Neugier trotzdem vorantreibt.

Das Drehbuch sollte ursprünglich eigentlich von einem Fan geschrieben werden, wofür man extra einen Wettbewerb ausschrieb. Die Resonanz war darauf so enorm, dass an die 400 Skripte eingingen, von denen allerdings keins als wirklich brauchbar eingestuft wurde. Allerdings wurden die vier besten Geschichten später in einem Buch veröffentlicht.

Ringu 2 - ScreenshotRingu 2 - Screenshot

Den Kennern des ersten Teils wird sich natürlich die Frage stellen, ob dies Sequel auch über den Gänsehautfaktor verfügt. Insgesamt betrachtet kommt er nicht an seinen Vorgänger heran, obwohl er auch ein paar grandiose Gruselszenen zu bieten hat. In Teil 1 war es dieser mystische Touch, der um das Tape und den Fluch webte, die Undefinierbarkeit der Gefahr, die den Film so interessant machte. Dies wurde hier zugunsten einer wissenschaftlicheren Herangehensweise fallengelassen, was dem Thema viel von seiner mysteriösen Ader raubt. Wenn versucht wird, dass ganze mit wissenschaftlichen Theorien und Experimenten zu begründen, ist dieser unheimliche Faktor einfach weg. Das Tape bzw. der Fluch sind keine Gefahr des Übernatürlichen mehr, sondern ein Produkt von übermenschlichen, wenn auch außergewöhnlichen Kräften.

Das trotzdem noch die ein oder andere Gänsehaut erzeugt werden kann, liegt vor allem an der geschickten Inszenierung und dem gelungen Einsatz von kleinen technischen Spielereien. Zum Beispiel einige Sequenzen, in denen das Bild plötzlich grobkörnig-verrauscht wird und zu schwarz-weiß wechselt. Auch wird hier der Horror weniger durch heftige Effekte, sondern mehr durch die Atmosphäre erreicht, was wunderbar funktioniert. Das Finale, das die Folgen des letzten großen Experimentes zeigt, ist auch gleichzeitig das Highlight des Films was den Gruselfaktor angeht. Somit ist Ringu 2 zwar keine Steigerung zu seinem Vorgänger und schafft es auch nicht ganz, den gleichen Level zu erreichen. Die Geschichte wird aber interessant fortgeführt und dürfte für all diejenigen interessant sein, die ein größeres Interesse an der Weiterentwicklung der Charaktere haben.

Ringu 2 - ScreenshotRingu 2 - Screenshot

Wobei mir persönlich die eine oder andere Charakterentwicklung nicht ganz so gut gefällt. Reiko müsste seit den ersten Ereignisse eigentlich eine gestärkte Frau sein, die alles tut um ihren Sohn zu schützen. Was bleibt, ist die recht blasse Darstellung einer Person, die keine Akzente in der Geschichte zu setzen vermag und sich nicht so recht zu wehren weiß. Mais Weiterführung von einer unbedeutenden Nebenperson im ersten Teil zum Hauptcharakter in diesem Sequel ist ja noch nachzuvollziehen. Allerdings entwickelt sie jetzt auch plötzlich leichte psychische Kräfte, wobei sie von den ganzen Ereignissen im ersten Teil ja nie wirklich was mitbekommen hatte.

Wie auch von Teil 1 war das britische Label Tartan die ersten, die den Film in einer für uns verständlichen Form auf den DVD-Markt brachten. Leider krankt die DVD-Präsentation des Seuqels an den gleichen Krankheiten wie beim Vorgänger. Zwar ist das Bild hier nicht ganz so dunkel, aber es hätte wieder etwas mehr an Schräfe, Kontrast und Farbsättigung sein dürfen. Auch sind die Untertitel wieder ärgerlicherweise fest im Bild eingebrannt und schwer lesbar, wenn sie vor einem hellen Hintergrund dargestellt werden. Die Extras sind recht spartanisch ausgefallen. Neben ein paar Filmographien und Filmnotizen gibt es noch eine Gallerie von japanischen Merchandiseartikeln aus Japan. Schon lustig, was die für Ideen dort drüben haben. Ansonsten gibt es noch viele Trailer zu den einzelnen Ring-Teilen und weiteren Asien-Filmen aus dem Tartan-Programm.

Update 14.07.2005

In Deutschland hatte sich Anolis Entertainment bereits vor einiger Zeit der drei Ringu-Filme angenommen und jeden separat, aber auch alle zusammen in einer Box, veröffentlicht. Da ich die DVDs aber nie besessen habe, kann ich auch keine weiteren Angaben zu der technischen Qualität machen und viele Extras besaßen die DVDs ohnehin nicht. Das dürfte sich auch ohnehin erübrigt haben, denn mit der neuen, schlicht "Ring Universum" betitelten Box wurde sowohl die alten deutschen DVDs als auch die britischen Veröffentlichungen überflüssig gemacht. Diese beinhaltet Ringu, Ringu 2 und Ringu 0 mit komplett neu gemastertem Bild, sowie noch das erste Sequel Ring: Spiral und eine fünfte DVD mit Bonusmaterial. Die DVDs sitzen in einem dicken und ansprechend designtem Digipack, der zudem in einem Pappschuber geschoben wird.

Genau wie auch bei Ringu kann die neue Version von Anolis Entertainment die alte Tartan-DVD technisch haushoch schlagen. Die Schärfe ist auch hier deutlich besser, die Farben mit mehr Sättigung versehen und der Kontrast ist auch deutlich besser. An Tonformaten gibt es die von Anolis zur damaligen DVD-Veröffentlichung angefertigte deutsche Synchronisation sowie auch den japanischen Originalton, für den auch gut lesbare deutsche Untertitel eingeblendet werden können. Wie auch zum Original, hier ein Bildvergleich zwischen den beiden Versionen:

Auch hier gibt es einen Audiokommentar von Javier Lopez, Webmaster von http://www.theringworld.com/. Genau wie sein Audiokommentar zu Ringu ist dieser Kommentar hier eine exzellente Informationsquelle mit einem Mix aus Informationen über die Entstehung des Films, der Romanvorlage aber auch Anmerkungen zur japanischen Kultur und Sprache und Fehler im Film. Ansonsten gibt es keine weiteren Extras auf dieser DVD.

Die Bonus-DVD aus der "Ring Universum" Box hat dann noch einiges zu bieten. Den Anfang machen die Trailer zu allen vier Filmen in verschiedenen Ausführungen. Zu Ringu gibt es den deutschen Trailer und den Originaltrailer (die beide seltsamerweise auch Ausschnitte aus Ring: Spiral zeigen), einen Export Trailer, den Trailer aus Großbritannien (der von allen noch die beste Atmosphäre aufbaut) und aus Frankreich. Zu Ringu 2 gibt es die gleiche Anzahl an Trailer, nur statt des Beitrags aus Frankreich gibt es einen Teaser-Trailer. Und zu Ringu 0 gibt es dann zwei Teaser-Trailer statt Trailern aus England und Frankreich. Ring: Spiral wurde immerhin mit dem deutschen und dem original Trailer bedacht.

Zu allen Filmen außer Ring: Spiral gibt es dann auch noch dazugehörige Bildergalerien, die alle selbstablaufend sind und von einem Stück des Soundtracks unterlegt wurden. Gezeigt werden aber zumeist Szenen aus den Filmen, sowie ein paar Coverabbildungen. Zu Hideo Nakata, Soundtrack-Komponist Kenji Kawai und Autor des Originalromans Koji Suzuki gibt es umfangreiche Biographien. Mit Nakata gibt es außerdem noch zwei Interviews (23 und 22 Minuten), in denen er sich zu seinen Anfängen als Regisseur äußert, wie er zu den Ringu-Filmen kan, läßt sich auch kurz über das US-Remake aus und auch sein späterer Film Dark Water wird zum Thema gemacht. Das zweite Interview geht dann mehr auf das Ring-Phänomen, seine filmischen Vorbilder, die Änderungen des Films gegenüber des Romans, die Erklärung von ein paar Special-Effects und die Soundtrack-Musik ein. In Form eines Hörbuchs gibt es die vom Originalfilm inspirierte Kurzgeschichte "The Woman" des Autors Sean Chang zu hören, das fast 50 Minuten lang ist. Der letzte Punkt der Extras widmet sich ausschließlich Ringu 0 und bietet eine nicht weiter kommentierte, aber doch einigermaßen interressante Behind-the-Scenes Featurette von 19 Minuten Länge und sechs Deleted Scenes. Eine genauere Beschreibung gibt es im Review zu Ringu 0.

Das i-Tüpfelchen dieser Veröffentlichung ist dann noch das 32 Seiten starken Booklet mit umfangreichen Liner Notes von Jörg Kopetz, der seine Informationen mit einer lockeren Feder wiedergibt und so ein angenehmes Lesevergnügen bereitet. Hier gibt es einen kompakten Überblick über das komplexe Ring-Universum, wie z.B. mit den zahlreichen TV-Produktionen, die außerhalb Japans kaum zu sehen waren. Auch wird kurz auf die reelle Vorlage zum Charakter von Sadakos Muttern eingegangen und die diversen Manga-Adaptionen. Davon gibt es sogar auf 12 Seiten einen ins Deutsche übersetzten Appetithappen.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 30.03.2003
Letzte Textänderung: 10.10.2005

Leser-Kommentare

10.04.2005, 18:05:06 annanym

Ich denke ,dass dieser Film im Vergleich zurm amerikanischen Remake viel besser und fesselnder ist.Auch fand ich es erstaunlich ,wie Nakata mit wenig Mitteln eien derart packenden Film gemacht hat!Hut ab!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann