Film Daten

Titel:
[infinite]
Originaltitel:
[infinite]
Land & Jahr:
Österreich 2003
PAL-Laufzeit:
17:14
Regie:
Bastian Zach
Matthias Bauer
Darsteller:
Werner Vorhofer
Christian Schmid
Sandra Rohrer
Dagmar Knitel
Markus Brejla
Franz Clementschitsch
Mike Gehmair
Susanne Persterer
Monika Senfter
Birgit Zach
Friederike Zach
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Open Door Productions
Label:
Open Door Productions
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 / 17:14
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Trailer
  • Making of
  • Outtakes
  • [infinite] Effects
  • "Behind-the-Scenes" Fotos
  • Storyboards

[infinite]

Review

[infinite] - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Gabriel (Werner Vorhofer) findet sich in einem komplett dunklen Raum wieder, den selbst die vereinzelt herunterhängenden Lampen nicht erhellen können. Nach einer Zeit des Umherirrens trifft er auf einen Portier (Christian Chmid). Auf die Frage wo er sei, verweist der ihn in Richtung eines großen Portals hinter dessen Eingang sich ein unendliches Labyrinth von gleich aussehenden Gängen mit tausenden von Türen verbirgt. Kaum ist er eingetreten, ist das Tor hinter ihm schon verschwunden und er muss sich dem Wahnsinn der in diesen Gängen lauert stellen...

[infinite] - Screenshot[infinite] - Screenshot

Nach dem netten Erstlingswerk ausWeg haben die Jungregisseure Zach und Bauer nun ihr zweites Werk fertiggestellt, das schon gleich mehrere Schritte professioneller wirkt. Kein Wunder, das Budget wurde gegenüber dem Debüt verzehnfacht, das Team verdoppelt und ein paar fähige Hände halfen in der Postproduction die visuellen Effekte zu gestalten. Zwar sind die Computereffekte noch deutlich als solche zu erkennen, aber sie sind immerhin fast nahtlos mit den Realszenen verknüpft worden. Durch sie bekommt der Film erst seine surreale Note, die ihn so interessant macht. Man ist stets gespannt, was sich wohl hinter der nächsten Tür verbirgt. Beim Betrachten des Filmes denkt man bei gewissen Szenen zwar an größere Werke wie Cube oder The Cell, aber das hält sich noch in Grenzen, von Abkupferei kann nicht die Rede sein.

Der Inhalt des Filmes mag allerdings nicht jedermanns Sache sein. Man begleitet Gabriel durch die sich ins Nichts ziehende Gänge des Labyrinths, ein Panoptikum real gewordener Ängste und Abgründe. Hinter jeder Tür verbirgt sich etwas anderes, ein See unsteter Seelen, Personen zu denen Gabriel eine besondere Beziehung hat oder das absolute Nichts (die Szene erinnert an Cube als die Gruppe die Außenseite des Würfels erreicht hat). Das Ende des Films bietet als einzige Sequenz keine digitalen Effekte und seltsamerweise ist das auch die schwächste Stelle des ganze Films. Der Schluß ist zwar von der Idee her ganz nett, aber leider nicht der große Knall den ich mir nach der vorhergehenden Viertelstunde erwünscht hätte.

[infinite] - Screenshot[infinite] - Screenshot

Wer ausWeg kennt wird auch die beiden Hauptdarsteller aus dem Film wiedererkennen. Gedreht wurde grundsätzlich nur Nachts mit professionellem Equipment und die Regisseure konnten eine komplette Fabrikhalle als Drehort auftreiben. Ende September 2002 war der komplette Film innerhalb von 6 Nächten im Kasten. Ein Teil der Kosten wurde sogar von der Stadt Innsbruck, der Heimat der Regisseure, getragen. Die Premiere fand Anfang Mai 2003 auf der "Nacht des Tiroler Kurzfilms" statt. Die Arbeit scheint sich gelohnt zu haben, denn mittlerweile können sich Bastian Zach und Matthias Bauer größeren Projekten zuwenden, die natürlich auch in Österreich produziert werden.

Für dem Film wurde zudem noch eine richtig aufwendige DVD produziert, die mit einigen Extras und professioneller Menügestaltung protzen kann. Cover und Menüs wurden ebenfalls von Bastian Zach entworfen. Zwar ist die DVD nicht anamorph codiert worden, aber das muss man bei einem Amateurfilm ja auch nicht unbedingt erwarten. Das der Film auf Digital Video gedreht wurde, merkt man bei näherer Betrachtung am Computermonitor anhand der Körnung des Bildes deutlich, auf Entfernung zu einem Fernseher eher weniger. Dem Bild mangelt es ein wenig an Detailschärfe, was sicherlich auf die digitale Nachbearbeitung des Films an sich zurückzuführen ist. Außerdem sind auch minimalste Bewegungsunschärfen zu sehen, die aber nicht schwer ins Gewicht fallen. Und da die Handlung sowieso größtenteils in einer dunklen Umgebung spielt, gehen manche Details auch einfach in dunklen Flächen unter. Das darf man hier aber sicherlich nicht so hart kritisieren wie bei professionellen Produktionen.

[infinite] - Screenshot[infinite] - Screenshot

Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 Stereo vor, für den internationalen Markt wurden noch englische Untertitel dazugepackt. Und sogar einiges an Bonusmaterial ist vorhanden. Da wäre zunächst der Trailer, den man sich unter anderem auch auf der offiziellen Homepage runterladen kann. Das mit einer Digitalkamera eingefange fast 9-minütige, aber unkommentierte Making-Of zeigt sehr schön, wie der Set aufgebaut war und wie einige Makeup-Effekte entstanden sind. Außerdem werden einem die Beteiligten sofort sympathisch weil man anhand der Bandshirts sofort sieht, dass sie einen ausgezeichneten Musikgeschmack haben (Testament, Venom, Annihilator...). Dann gibt es noch ca. 2 Minuten an Outtakes sowie einige der digitalen Special Effekts in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien, Behind-the-Scenes Fotos und schlußendlich noch die Storyboards.

Die DVD kann man für günstige 10 Euro über die offizielle Webseite bestellen und somit dies ambitionierte Werke zweier Jungregisseure unterstützen.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 28.09.2003

Leser-Kommentare

28.05.2004, 22:39:35 werner vorhofer ( Email schreiben )

danke für die huldigungen ! we will be back !
Werner Vorhofer, Hauptdarsteller
(...und ja: wir hören WIRKLICH Venom, Maiden, Testament, etc......!)

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann