Film Daten

Titel:
Dead & Buried
Originaltitel:
Dead & Buried
Land & Jahr:
USA 1981
NTSC-Laufzeit:
93:51
Regie:
Gary Sherman
Darsteller:
James Farentino
Melody Anderson
Jack Albertson
Dennis Redfield
Nancy Locke
Lisa Blount
Robert Englund
Bill Quinn
Michael Currie
Christopher Allport
Joseph G. Medalis
Macon McCalman
Lisa Marie
Estelle Omens
Barry Corbin
Alternativtitel:
Tot & Begraben
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Blue Underground
Label:
Blue Underground
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 93:51
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1-EX
Englisch - 6.1 DTS-ES
Englisch - Dolby Surround
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Audiokommentar von Gary A. Sherman
  • Audiokommentar von Ronald Shusett und Linda Turley
  • Audiokommentar von Steve Poster
  • "Stan Winston's Dead & Buried EFX"
  • "Robert Englund: An Early Work of Horror"
  • "Dan O'Bannon: Crafting Fear
  • Location Stills
  • Trailer
  • Poster & Still Gallery

Dead & Buried

Review

Dead & Buried - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

George LeMoyne (Christopher Allport) verbringt einige Tage in dem verschlafenen Fischerstädtchen Potters Bluff um Fotos zu schießen. Als er sich am Strand aufhält und dort seiner Arbeit nachkommt, lernt er das nette Mädel Lisa (Lisa Blount) kennen, die sich spontan als Model anbietet. Darauf geht George natürlich gerne ein und gemeinsam halten sie eine Fotosession ab. Als sie ihm deutlich macht, dass sie durchaus zu mehr bereit ist und er darauf eingehen will, sieht er sich plötzlich von diversen Männern und Frauen aus der Stadt umringt, die grundlos auf ihn einprügeln und ihn bewußtlos schlagen. Als er wieder erwacht, findet er sich durch ein Fischernetz an einem Stamm gefesselt wieder, wird mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leibe verbrannt. In der Nacht muss sich Sheriff Dan Gillis (James Farentino) um einen Verkehrsunfall kümmern. In dem ausgebrannten Auto sitzt George LeMoyne und in den folgenden Tagen wird sich die Zahl der seltsamen Todesfälle in Potters Bluff noch erhöhen...

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Dead & Buried war mir bislang immer nur als Geheimtip empfohlen worden und das er einer der besseren Horrorfilme der achtziger Jahre sein soll. Nun bekam ich die Gelegenheit den Film endlich mal zu sehen und was soll ich sagen: alle Empfehlungen waren berechtigt! Wie bei so vielen Filmen sollte man nicht zuviel von der Handlung wissen und bei diesem Streifen erst recht nicht. Von der ersten Minute an ist er spannend, abwechslungsreich und bietet ein paar schöne Schockmomente. Auf den ersten Blick mag er zunächst wie eine lange Folge der Twilight Zone erscheinen, bekommt aber durch ein paar derbere Einlagen die nötige Härte um als richtiger Horrorfilm zu erscheinen. Damit meine ich jetzt aber nicht, dass der Film ein Splatterfest ist, mitnichten! Wer sowas erwartet wird eher gelangweilt sein. Er bewegt sich eher auf einer Ebene mit Filmen wie Phantasm (Das Böse) oder The Fog, die nur vereinzelt mit Bluteffekten arbeiten, so aber auch niemals ins Lächerliche abdriften.

Als Zuschauer überlegt man zunächst zusammen mit dem Sheriff ständig mit, was wohl in der Stadt vor sich geht und man trifft auf die verschiedensten Charakter. Von der übermotivierten Sheriffassistentin bis hin zum schrulligen Leichenbestatter William Dobbs (Jack Albertson), der eine recht seltsame Art von Humor und eine ganz eigene Sicht der Welt und seiner Arbeit hat. Albertson legt hier eine echte Glanzrolle hin. Ich glaube in keinem Film wurde jemals so ein Leichenbestatter geboten, der seine Arbeit als wahre Kunst ansieht, nebenbei alte Big Band Platten aus den 30er und 40er Jahren hört und in seiner Begeisterung für seine Profession Sheriff Dobbs schon fast wieder abschreckt. Einfach grandios. Bei fortlaufender Spielzeit erlangt man als Zuschauer dann aber zu mehr Informationen als der Sheriff. Sowas erweist sich bei vielen Filmen eher als Nachteil, weil dann die Spannung flöten geht, aber hier ist es genau umgekehrt. Die Spannung wird sogar noch erhöht und mit diversen Geschehnissen und Wendungen bleibt die Geschichte bis zum Abspann spannend und interessant.

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Ursprünglich war Dead & Buried als schwarze Komödie ausgelegt, aber durch einige widrige Umstände wurde aus dem ursprünglichen Skript ein recht ernster Horrorfilm. Die Produktion stand unter der Aufsicht von drei Firmen. Die erste Firma, Guinnes, hatte mit dem Filmgeschäft nichts zu tun, wollte aber in das scheinbar profitable Business einsteigen. Probleme in den normalen Tagesgeschäften zwangen sie aber von diesen Plänen Abstand zu nehmen und Aspen übernahm während der laufenden Dreharbeiten die Produktion. In der Post-Production verkauften die schließlich weiter an PSO International, die Gary Sherman ziemlich in seiner Arbeit beeinflussten. Zunächst einmal wollten sie ein paar härtere Szenen drin haben, da Filme wie Friday the 13th (Freitag der 13.) gerade schwer angesagt waren. So drehten Sherman und seine Crew zwei explizitere Mordszenen einige Monate nach dem eigentlichem Drehabschluß. Für die zweite Mordszene (der "Säuremord") hatte Stan Winston keine Zeit, der sonst für alle anderen Special-Effects im Film zuständig war. Dies macht sich auch prompt bemerkbar, denn im Gegensatz zu seinen Effekten, die allesamt sehr gelungen sind, fällt diese Szene deutlich ab. Der Dummy, der für den Säuretod gebastelt wurde, ist ganz klar als solcher zu erkennen. Der zweite, eigentlich viel schwerer wiegende Eingriff war die Änderung von Shermans ursprüngliche Version des Films in die jetzt bekannte Fassung. Wie schon erwähnt sollte es eigentlicht eine schwarze Komödie werden, aber die PSO International verlangte einen Horrorfilm mit härtere Mordszenen und einer ernsteren Herangehensweise. Dies hatte zur Folge, dass der Film gekürzt und umgeschnitten wurde. AVCO Embassy, die den Film damals vertrieben haben, waren von Shermans "Director's Cut" schwer begeistert, konnten aber die Änderungen auch nicht verhindern. In Konsequenz, damit nie eine andere Version gezeigt werden konnte, wurden die restlichen Materialien von Shermans urspünglicher Version vernichtet! Einen Director's Cut in der eigentlich geplanten Form wird es also für diesen Film nie geben.

Gedreht wurde komplett in Mendocino, Nordkalifornien, die Stadt wurde extra für den Film etwas umgebaut. Bis auf einige wenige Szenen wurde alles vor Ort gedreht. Auch wenn es sich bei Dead & Buried um einen Low Budget Film handelt, so wurde doch einiger Aufwand betrieben um die Atmosphäre und die Effekte ordentlich zu gestalten. Stan Winstons Effekte sind phänomenal, seine bewegten Dummys hält man wirklich für Schauspieler. Aus rechtlichen Gründen musste sogar ein komplettes Haus unter einem riesigen Zelt verschwinden. Die Sequenz, in der eine dreiköpfige Familie in einem verlassenen Haus umherwandert, konnte nur tagsüber gedreht werden, denn es war damals verboten, Kinder bei nächtlichen Dreharbeiten einzusetzen. Also musste zumindestens die Illusion geschaffen werden, dass das Geschehen Nachts passiert, was mit dem Zelt realisiert wurde, das den größten Teil des Sonnenlichtes abblockte.

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Produzent Ronald Shusett und Drehbuchschreiber Dan O'Bannon hatten 1979 mit Alien einen großen Hit gelandet, das Drehbuch zu Dead & Buried war aber schon davor geschrieben worden. Durch den Erfolg des Science Fiction Klassikers war der Weg dann frei für Dead & Buried. Regisseur Gary A. Sherman wurde ausgewählt, weil Shusett sein 1972er Werk Death Line (Tunnel der lebenden Leichen) recht gut gefallen hatte. Mit Melody Anderson hofften sie auf einen weiteren Erfolgsschub, da der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht veröffentlichte Flash Gordon als der nächste große Hit galt, in dem sie die weibliche Hauptrolle hatte. Durch den ganzen Wirbel mit PSO International ging Dead & Buried an den Kinokassen leider unter und wurde erst durch diverse Videoveröffentlichungen zu einem kleinen Kultstreifen. Die Dreharbeiten waren außerdem noch von Jack Albertson schwer angeschlagenem Gesundheitszustand getrübt, der während der Post-Production-Phase verstarb, den fertigen Film also nie zu Gesicht bekam. Die kleine Nebenrolle der Serviererin wurde von Linda Turley gespielt, die mit Ronald Shusett verheiratet ist und als Friedhofsgärtner tritt Michael Pataki auf, Lindas Onkel.

Gary A. Sherman hat zwischen Death Line und Dead & Buried sein Geld hauptsächlich mit Fernsehproduktionen und Werbefilmchen verdient. Danach folgten Filme wie Vice Squad (Nachratten) oder Poltergeist III (Poltergeist III - Die dunkle Seite des Bösen). Für Ronald Shusetts Karriere war Dead & Buried eine große Hilfe, denn der Film sorgte damals für die Finanzierung des Science Fiction Actionkrachers Total Recall. Sein bis dato letzter Film den er produzierte war Steven Spielbergs Minority Report. Drehbuchschreiber Dan O'Bannon schrieb nicht nur die Drehbücher für Alien und seine Nachfolger, sondern auch für Lifeforce (Lifeforce - Die tödliche Bedrohung) und Total Recall. Und die grandiose Kameraarbeit geht auf das Konto von Steven Poster, der auch bei Richard Kellys phänomenalem Debüt Donnie Darko die Kamera bediente und wird auch bei dessen nächsten Projekt, Knowing, dabei sein.

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Hauptdarsteller James Farentino war hauptsächlich fürs amerikanische Fernsehen tätig. Neben diversen TV-Filmen trat er unter anderen auch in Serien wie Dynasty (Denver Clan) auf. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören The Final Countdown (Der Letzte Countdown) und Bulletproof (Bulletproof - Kugelsicher). Melody Anderson war eine größere Karriere versagt geblieben, nach Flash Gordon und Dead & Buried war sie nicht mehr in Filmen mit einem größeren Bekanntheitsgrad zu sehen. Jack Alberston hingegen war ein Schauspieler der alten Schule. Er begann bereits 1938 mit kleinen Nebenrollen und die bekanntesten Filme in seiner Filmographie sind The Poseidon Adventure (Die Höllenfahrt der Poseidon) und The Subject Was Roses, für den er 1969 einen Oskar als bester Nebendarsteller bekam. Lisa Blount kennt der eine oder andere Exploitationfan vielleicht aus Ruggero Deodatos derbem Cut and Run. Robert "Freddy Kruger" Englund wurde von Gary Sherman in das Projekt gebracht, da die beiden bereits zuvor bei einem TV-Film zusammengearbeitet haben.

In Deutschland gibt es den Film mittlerweile in zwei Auflagen von Dragon Entertainment, aber zu denen kann ich leider nichts sagen. In den USA hat Blue Underground den Film in einer recht opulenten Form herausgebracht. Das Doppel-DVD-Set ist in einem schicken Digipack verpackt und technisch wird auch wieder geprotzt. Das Bild erscheint auf den ersten Blick zunächst nicht optimal. Eine stetige Körnung macht sich auch auf Entfernung bemerkbar, allerdings geht Kameramann Steven Poster in seinem Audiokommentar auch darauf ein, warum das so ist. Das ist also weniger die Schuld von Blue Underground, sondern etwas was schon immer im Film drin war. Eine richtig optiomale Schärfe hat die DVD auch nicht, allerdings scheint das auch seine Ursache durch eine gewollte leichte Weichzeichnung des Films zu haben. Defekte des Filmmaterials sind nur vereinzelt und sehr minimal zu entdecken, zusammenfassend kann man wohl sagen, dass Blue Underground das beste aus dem Bildmaterial herausgeholt hat was möglich war. Dafür wirds soundtechnisch richtig massiv. Der eigentlich im Original in Mono gedrehte Film bekam neben seinem Originaltom gleich drei neue Soundabmischungen spendiert, ein Dolby Surround Track, eine Dolby Digital 5.1 Surround EX Spur und sogar ein 6.1 DTS-ES Track! Dazu kommt natürlich noch eine Menge an Bonusmaterial.

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Die drei Audiokommentare sind alle nicht perfekt, aber enthalten eine Fülle an Informationen. Das Hauptproblem aller drei Kommentare sind die häufig auftretenden Pausen, in denen weder Moderator David Gregory noch die jeweils Beteiligten etwas sagen. Allerdings sorgt Gregory merklich dafür, dass keine zu langen Pausen auftreten. Je nach ihrer Funktion hat jeder Sprecher einen etwas anderen Schwerpunkt. Zwar überschneiden sich vereinzelte Informationen, aber das läßt sich bei drei bzw. vier unabhängig voneinander aufgenommenen Kommentaren wohl nicht vermeiden. Regisseur Gary Sherman geht natürlich sehr stark auf die Dreharbeiten sowie den Ärgernissen nach den Dreharbeiten ein. Produzent Shusett, dessen Frau Linda Turley ebenfalls bei den Aufnahmen dabei war, erzählt mehr von der Zeit vor Beginn der Dreharbeiten und einige Sachen, die nicht unbedingt etwas mit Dead & Buried direkt zu tun haben. Linda Turley vermag allerdings kaum relevante Informationen zu liefern und ist auch die meiste Zeit still. Der Kommentar von Steven Poster ist teilweise recht technisch ausgelegt, so geht er z.B. zu Beginn während der Strandszene darauf ein, warum der Film solch eine Körnigkeit aufweist und mit welchen Tricks oder auch Filtern sie versucht haben die Farbsättigung zu reduzieren und knallige Farben zu unterdrücken.

Auf der ersten DVD sind dann noch der internationale sowie der US-Trailer und ein Teaser drauf. Falls ihr den Film noch nicht kennt, meidet die Trailer! Gerade der internationale Trailer verrät vielzuviel vom Film und gibt sogar das halbe Ende preis! Die Poster & Stills Gallery zeigt Postermotive, FX Stills, Publicity Stills, Lobby Cards und Videocover. Auf DVD Nummer 2 geht es dann weiter mit einer Reihe von Interviews. In "Stan Winston's Dead & Buried EFX" erzählt der Special Effects Künstler von seinem Einstieg in die Branche und das er die meisten Effekte für Dead & Buried noch fast komplett alleine angefertigt hatte. Er zeigt sich noch heute sehr begeistert vom Film und ist immer noch stolz auf seine Arbeit in diesem Film.

Dead & Buried - ScreenshotDead & Buried - Screenshot

Mit "Robert Englund: An Early Work of Horror" wird dem als Freddy aus der Nightmare on Elm Street bekannten Schauspieler vielleicht etwas zuviel Ehre zuteil, denn seine Rolle in Dead & Buried ist recht klein. Der gute Mann spricht recht schnell, so dass man als ungeübter Zuhörer seine Probleme haben mag, ihm zu folgen. Danach outet sich dann Drehbuchschreiber Dan O'Bannon in "Dan O'Bannon: Crafting Fear" als beinharter Fan von H.P. Lovecraft und gibt zu, dass er keine Special Effects mag, in denen menschliche Augen malträtiert werden, wie es in einer Szene im Film passiert (eine Szene bei der sich alles im Körper zusammenzieht). Abgeschlossen wird die DVD dann mit "Steve Poster's Location Stills", eine Bildergalerie von Steve Posters Fotos der Landschaft, die er vor Drehbeginn geschossen hat.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 28.09.2003
Letzte Textänderung: 14.09.2006

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