Film Daten

Titel:
Friday the 13th
Originaltitel:
Friday the 13th
Land & Jahr:
USA 1980
Laufzeit ca.: ?
91 Min.
Regie:
Sean S. Cunningham
Darsteller:
Betsy Palmer
Adrienne King
Harry Crosby
Laurie Bartram
Jeannine Taylor
Kevin Bacon
Mark Nelson
Robbi Morgan
Peter Brouwer
Rex Everhart
Ronn Carroll
Ron Millkie
Walt Gorney
Willie Adams
Debra S. Hayes
Alternativtitel:
• Freitag der 13.
• A Long Night at Camp Blood
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Warner
Label:
Warner
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.78:1 (anamorph) / k.A.
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Französisch - DD 1.0
Italienisch - DD 1.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Arabisch, Bulgarisch, Rumänisch
Extras:
  • Audiokommentar
  • Making-Of "Return to Crystal Lake"
  • Trailer

Friday the 13th

Review

Friday the 13th - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Das verrufene Ferienlager Camp Crystal Lake wird nach Jahren wieder eröffnet. Es geriet in Verruf, als vor etlichen Jahren zwei Menschen dort ermordet wurden und in den Folgejahren immer seltsame Unfälle passierten. Mehrere junge Menschen reisen dorthin, um als Aufpasser für die Kids zu arbeiten, die bald in den Sommerwochen dort auflaufen werden. Die Vorbereitungen gehen voran, aber bereits über ein Mädchen ist die Gruppe recht verwundert, da sie es immer noch nicht geschafft hat beim Camp anzukommen. Als dann in der Nacht ein schweres Unwetter aufzieht, wird einer nach dem anderen von einer unbekannten Person brutal ermordet ohne das die anderen es auch nur ahnen...

Friday the 13th - ScreenshotFriday the 13th - Screenshot

Ich hab es glaube ich des öfteren mal anklingen lassen, dass ich nie ein sonderlich großer Fan der ganzen Friday the 13th Filme war. Ein paar sind zwar ganz nett, vor allem der letzte "richtige" Jason-Film Jason X (Freddy vs. Jason habe ich leider noch nicht gesehen und kann auch wohl kaum als richtiger Friday-Film gezählt werden), aber so richtig begeistern konnte mich doch keiner. Nun bekam ich endlich mal die Gelegenheit den Film zu begutachten, der den ganzen Franchise ins Rollen brachte und eine wahre Flutwelle von Imitaten ins Leben ruf, den original Friday the 13th. Irgendwie war der an mir vorbeigegangen, obwohl ich so ziemlich jeden Streifen ab Friday the 13th Part 2 gesehen habe und eigentlich auch der Meinung war das Original zu kennen, aber dem war dann doch nicht so. Also, kann das Original überzeugen, vor allem heutzutage noch, und worin liegt die Faszination in diesem Film?

Prinzipiell ist der Film eine brutale Variante des 10-kleine-Negerlein Prinzips. Eine Gruppe von unterschiedlichen Personen befindet in einer nahezu isolierten und von der Außenwelt abgeschnittenen Umgebung und gerät plötzlich in eine Extremsituation, in der einer nach dem anderen auf brutale Weise sein Leben verliert. Das Camp liegt abseits der nächsten Ortschaft im Wald und die einzige Verbindung nach außen ist lediglich eine Telefonverbindung. Was zuvor schon mehrmals in anderen Filmen wie z.B. Lord of the Flies geschildert wurde, nämlich eine gewisse Gruppendynamik und zwischenmenschliche Spannungen innerhalb einer Gruppe, wird hier schon von Beginn an verhindert, indem der Killer seine Opfer immer abseits und unbemerkt von den anderen ermordet. Da zudem ein Unwetter herrscht und jeder davon ausgeht das sich die anderen irgendwo ein trockenes Plätzchen gesucht haben, wundert sich auch niemand über das Fehlen einer einzelnen Person.

Friday the 13th - ScreenshotFriday the 13th - Screenshot

Somit begnügt sich das Drehbuch auch mit einer eher simplen Handlung und bedient sich ganz anderen Thrills und Höhepunkten. So richtig spannend ist der Film denn eigentlich nicht, sondern man liegt als Zuschauer eher in einer gewissen Erwartungshaltung, welche Person es als nächstes erwischt und - vielleicht sogar noch wichtiger - wie sie von dieser Welt geschickt wird. Somit stellen die Mordszenen und das Finale mit dem Aufdecken der Identität des Täters und seiner Motivation die einzigen Höhepunkte des ganzen Films dar. Der Film entpuppt sich also bei genauerer Betrachtung als ein wahres Werk der Exploitation. Nicht nur Exploitation, also Ausnutzung, im Sinne vom Übernehmen von erfolgreichen Motiven wie aus Halloween und anderen Horrorfilmen, sondern auch die Ausnutzung der Erwartungshaltung des Zuschauers. Der wartet ja nur darauf das einer durch die brutalen Hände des Mörder abnibbelt und dann 10 Minuten später der nächste dran ist (diese Erwartungen bzw. das distanzierte, aber faszinierte Betrachten von Gewalttaten wird am Ende des spanischen Thrillers Thesis sehr schön dargestellt). Insofern ist der Film schon wieder recht clever, denn außer den technisch perfekt gemachten Mordszenen hat der Film einfach nichts zu bieten. Was dazwischen liegt sind banale Albereien von Jugendlichen, die ohne jeden Aufpasser auf die eine oder andere Art für ihr persönliches Vergnügen sorgen.

Die Mordszenen sind dafür allerdings wirklich heftig. Tom Savini, der zwei Jahre zuvor mit seinen Arbeiten für Dawn of the Dead für Furore sorgte, lieferte auch hier eine erstklassige Arbeit ab. Die Effekte sehen teilweise sehr realistisch aus und das dürfte ein Hauptgrund dafür sein, dass der Film bei Jugendschützern für graue Haare sorgte. Der Zuschauer bekommt zwar nicht so heftig viel zu sehen wie in Dawn of the Dead, wo man wirklich permanent die Makeup- und Special-Effects von Savini auf der Leinwand sah, dafür wirken die Effekte in Friday the 13th umso drastischer, weil sie eben nur punktuell auftreten. Durch die Auflösung am Schluß bekommen die Morde eine Art Pseudo-Moral umschachtelt, die da ungefähr lautet das unehelicher Sex ins eigene Verderben führt. Das ist nicht unbedingt die Absicht der Macher des Films gewesen, aber man könnte es durchaus so deuten. In heutigen Zeiten natürlich eine mehr als lächerliche Moral, es dient ja auch nur als ein Motiv für die Taten des Mörders. Aber im Gegensatz zu den ganzen Nachfolgefilmen besitzt hier der Mörder wenigstens ein Motiv und tötet nich einfach pauschal alles was ihm begegnet.

Friday the 13th - ScreenshotFriday the 13th - Screenshot

Unterm Strich verbleibt in meinen Augen ein handwerklich solider Horrorthriller, der durchaus seine guten Momente besitzt aber im Kern zu simpel gestrickt ist. Als sogenannter "No-Brainer" vermag er durchaus zu unterhalten, besser als die meisten seiner unsäglichen Nachfolger, aber auf den gesamten Bereich der Horrorfilme betrachtet ist er doch nur ein Film unter vielen. Ich kann durchaus verstehen, dass der Film zu Zeiten seiner Kinopremiere auf viele beeindruckend gewirkt haben muss, denn im Bereich des normalen Kinoprogramms gab es zuvor nur die Romero-Zombies oder grafisch nicht ganz so intensive Thriller wie Halloween. Natürlich wurden schon lange vorher Filme mit derben Splattereffekten gedreht, man denke da nur an die Hershell Gordon Lewis Filme, aber die wurden vom normalen Kinopublikum nur selten wahrgenommen. Der Erfolg des Films spricht für seine Wirkung auf sein Publikum, teilweise stand Friday the 13th auf den vorderen Plätzen diverser Kinohitlisten.

Drehbuchautor Victor Miller analysierte für das Drehbuch von Friday the 13th diverse Horrorfilme, darunter auch Carpenters Halloween, der ein Jahr zuvor ein großer Erfolg war, und übernahm die markantesten und am besten funktionierendsten Elemente um quasi eine Art Best-of-Drehbuch zu schreiben. Dies erklärt sicherlich, warum sich Friday auf ein paar wesentliche Handlungselemente beschränkt und nur wenig von seinem eingeschlagenen Weg abweicht. Neben den US-Filmen kann man aber auch Einflüsse aus italienischen Giallos wie I Corpi presentano tracce di violenza carnale (Torso) und vor allem Mario Bavas Reazione a catena (Bay of Blood, Im Blutrausch des Satans) erkennen. Die Art wie Kevin Bacon stirbt erinnert doch recht stark an eine ähnliche Sequenz aus dem Bava-Film.

Friday the 13th - ScreenshotFriday the 13th - Screenshot

Regisseur Sean S. Cunningham hatte mit richtigen Horrorfilmen vorher nur als Produzent des Wes Cravens Erstlings The Last House on the Left zu tun, sich danach aber mehr Komödien und leichteren Filmen gewidmet. Erst mit Friday the 13th sollte er zu diesem Genre wieder zurückkehren und bliebt diesem Bereich zumindestens als Produzent danach treu. Mit den ganzen Nachfolgern hatte er allerdings weniger zu tun, sondern kam erst beim neunten Teil Jason Goes to Hell: The Final Friday wieder dazu. Victor Miller schrieb dann auch für die meisten Nachfolger die Drehbücher. Bei den Schauspielern ist es natürlich lustig, Kevin Bacon in einer seiner ersten Rollen zu sehen. Immerhin ist er derjenige, der sich noch körperlich mit dem anderen Geschlecht austoben darf, bevor er vom Killer von der Welt geschickt wird. Bekannter dürfte Bacon aber wohl durch seine Rollen in Hollow Man, Stir of Echoes oder Wild Things sein.

Die europäischen DVDs von Friday the 13th stellt mal ein wahres Unikum dar. Bislang war es ja meistens so, dass immer in den USA die feinsten DVDs von Horrorfilmen herauskamen, während es hierzulande nur vereinzelt richtig umfangreiche Special Editions gab. Ausgerechnet bei dem Begründer eines ganzen Genres verhält es sich genau andersrum. Da Paramount in den USA die Rechte besitzt haben die, genau wie bei den anderen Teilen auch, neben dem Film nur den Trailer mit auf die DVD gepackt und sonst nichts. Zudem wurde dort auch nur der R-Rated Cut auf DVD gebannt, die ungekürzte Version wartet noch auf ihre Veröffentlichung. Für Europa besitzt Warner die Rechte an dem ersten Teil und die haben nicht nur die ungekürzte Version veröffentlicht, sondern immerhin noch einen Audiokommentar und ein Making-Of produzieren lassen. Ich beziehe mich jetzt hier auf die britische DVD, in Deutschland ist der Film aber auf einer gleichwertigen DVD erschienen.

Friday the 13th - ScreenshotFriday the 13th - Screenshot

An die Bildqualität habe ich keine großen Erwartungen gehabt, da der Film bereits über 20 Jahre alt ist. Ich war aber dann doch erstaunt, dass die Qualität durchaus als sehr gut zu bezeichnen ist, auch wenn der Transfer seine kleinen Fehler hat. Was Schärfe und Farben angeht, so gibt es keinen Anlass zu meckern. Auch in den Szenen bei Tage wird dem Zuschauer ein knackiges und stabiles Bild präsentiert. Probleme gibt es allerdings immer dann wenn es dunkel wird. Dann macht sich ein feinkörniges Rauschen bemerkbar und durch die Komprimierung läßt sich ein leichter Hand zur Blockbildung feststellen, aber das erkennt man auf normaler Sehentfernung fast gar nicht. Ab und zu sind ein paar nicht-reparierte Schäden des Vorlagematerials zu sehen, aber immer nur für Sekundenbruchteile. Insgesamt kann man mit dem Bild mehr als zufrieden sein, ich habe da wirklich schlechteres erwartet. Alle Sprachfassungen liegen in Mono vor. Viel zu erzählen gibt es darüber nicht, die Tonspuren klingen ganz okay, was man halt von Mono erwarten kann. Störgeräusche oder ähnliches ist mir nicht aufgefallen. Untertitel gibt es außerdem noch, sogar deutsche. Das läßt darauf schließen, dass die DVD eigentlich für Gesamteuropa gedacht war. Der deutschen DVD fehlen die französischen und italienischen Tonspuren, dafür hat die dann eben den deutschen Ton sowie noch den spanischen.

Beim Bonusmaterial beginne ich mal mit dem einfachstem, dem Trailer. Der liegt nur in einer Vollbild-Fassung vor und ist insofern ganz amüsant, als das er die Morde wie eine Art Countdown zählt und das zudem noch falsch. Dann bekommt man noch eine neue 22-minütige Dokumentation namens "Return to Crystal Lake" sowie einen Audiokommentar geboten und beides zusammen ist irgendwie zwiespältig ausgefallen. Bei dem Audiokommentar handelt es sich nicht um einen Kommentar wie er von etlichen anderen DVDs bekannt ist. Vielmehr ist das ein Zusammenschnitt von mehreren Interviews, die alle für das Making-Of geführt wurden, moderiert von Peter Bracke, dem Autor des Buches "Crystal Lake Memories". An sich ist das ja keine schlechte Idee, aber da auf die Interviews für das Making-Of zurückgegriffen wurde, wiederholt sich vieles im Audiokommentar - oder im Making-Of, je nachdem was man als erstes gesehen hat. Davon mal abgesehen bekommt der interessierte Zuhörer eine Menge Informationen geliefert.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 02.11.2003
Letzte Textänderung: 01.09.2006

Leser-Kommentare

04.12.2004, 20:26:57 methodticalmAN

Ist ein echt guter Film dieses Genres und beinhaltet auch schon echt brutale Elemente für die damalife Zeit! bloß´ich habe mich aufJjason gefreut der leider erst im 2ten Teil der Reihe zum Einsatz kommt! SCHADE! trotz dessen ein klasse Film! kann mir jemand sagen wo es diesen >Tollen Film (oder die Box) zu kaufen gibt? DANKE!

04.02.2004, 03:57:19 Itchy ( Email schreiben )

Auch einer der ganz großer Horrorklassiker! Trotz dessen, dass Jason hier eigentlich gar nicht mit von der Partie ist, sondern seine Mutter die Axt schwingt, ist das Erstlingswerk sicherlich eines der Besten der Endlosreihe. Auch, wenn er wie all die anderen Teile eigentlich keinerlei Handlung besitzt... Der Genrefan muß ihn allerdings gesehen haben.

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