Film Daten

Titel:
Women of the World
Originaltitel:
Donna nel mondo, La
Land & Jahr:
Italien 1963
NTSC-Laufzeit:
106:35
Regie:
Paolo Cavara
Gualtiero Jacopetti
Franco E. Prosperi
Darsteller:
Alternativtitel:
Alle Frauen dieser Welt
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Blue Underground
Label:
Blue Underground
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
1.33:1 (anamorph) / 106:35
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 1.0
Italienisch - DD 1.0
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Internationaler & US Trailer
  • Poster & Still Gallery

Women of the World

Review

Women of the World - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

In La Donna nel Mondo, so der Originaltitel des Films, konzentrierten sich Jacopetti und Prosperi sich nicht auf Gräuslichkeiten mit Tieren und Unzurechnungsfähigkeiten der Menschen, sondern darauf, wie die Frauen in verschiedenen Teilen der Welt dargestellt werden bzw. welche Rolle und Stellenwert sie in anderen Ländern und Völkern haben. Der Film beginnt mit einer Militärparade in Italien, wo die tiefdekolltierten Frauen am Rande die strammen Soldaten ziemlich ablenken und im Gegenschnitt bekommt man dann das Alltagsleben des weiblichen Militärs in Israel zu sehen, das allerdings nicht wirklich hart aussieht. Der Film führt seine Beobachtungen fort mit Vergleichsaufnahmen aus Lesben- und Schwulenbars in Paris, dem relaxten Leben der Männer in einem afrikanischen Eingeborenendorf während die Frauen hart arbeiten, die Profilierungsversuche oberflächlicher Starlets in Cannes und Los Angeles um bekannt zu werden, die Änderungen der Rolle der Frau in Japan während sich die Gesellschaft immer mehr gegen Westen orientiert, die Fensternutten in Hamburg, der übermäßigen Prostitution in Singapur oder einer schon grotesk anmutenden Modeschau mitten im armen Afrika.

Women of the World - ScreenshotWomen of the World - Screenshot

Diese "Shockumentary" besitzt bei weitem nicht die Wirkung wie die anderen Mondo-Filme von Jacopetti und Prosperi und ist von den ganzen Filmen, leider muss ich das so sagen, auch irgendwie der langweiligste. Statt auf Schocks setzt der Film vielmehr auf die Neugier des hauptsächlich männlichen Betrachters, Frauen zufällig in frivolen, amüsanten oder erniedrigen Situationen zu entdecken. Der Voyeur in jeder Person soll angesprochen werden, was die Kamerazooms in diverse tiefe Dekolletés und der scheinbar zufälligen Aufnahme halb oder ganz nackter Frauen begründet. Allerdings gibt es auch durchaus einige bedrückende Szenen, wie z.B. die alltägliche Prostitution in Singapur, wo die Frauen zusammen mit ihren Kindern auf der Straße spazieren und wildfremde Männer ansprechen. Während die Mama mit dem Freier um die nächste Ecke verschwindet, muss das alleingelassene Kind auf die persönlichen Sachen aufpassen.

Women of the World war nach Mondo Caneder nächste Film des Regisseurteams Cavara, Jacopetti und Prosperi, der allerdings parallel zu dem bereits begonnenen Mondo Cane 2 entstand. Im Grunde genommen basiert Women of the World auf einer Idee von Franco Prosperi, der vor Mondo Cane einen Film mit dem Titel Love of the World drehen wollte. Wie der Titel schon andeutet, sollte es sich in dem Film um Frauen und die Liebe in verschiedenen Ländern drehen. Daher war er von der Idee zu Women of the World ganz angetan, die von der feministischen Autorin Oriana Fallaci. Die wollte allerdings damals selber Regie führen, was dazu führte das Gualtiero Jacopetti und sie sich fürchterlich in die Haare bekamen und er sie damals fast von dem Schiff werfen wollte, auf dem sie sich gerade befanden. Schließlich konnte er sich durchsetzen und den Titel für den Film benutzen und dabei gleichzeitig auch die Regie führen.

Women of the World - ScreenshotWomen of the World - Screenshot

Die Bildqualität ist fast so gut wie bei Mondo Cane. Im direkten Vergleich fällt allerdings hauptsächlich nur eine etwas stärkerer Körnung auf. Ganz neutral betrachtet ist die Qualität für eine 40 Jahre alte Dokumentation immer noch sehr gut. Alle anderen Werte lassen sich wie auch bei den anderen Filmen nur schlecht bewerten, da es sich ja um Dokumentaraufnahmen handelt. In den ersten 10 Minuten macht sich außerdem eine auffällige vertikale Linie bemerkbar, die auf Schäden vom Originalmaterial zurückzuführen ist. Im weiteren Verlauf des Films gibt es aber keine weiteren Bildstörungen. Den Ton gibt es wie gehabt einmal im italienischen Original und in der englischen Synchro, beides in Mono, sowie englische Untertitel. Das Bonusmaterial besteht nur aus dem internationalen und amerikanischen Trailer und einer Poster- und Foto-Galerie. Der internationale Trailer ist recht amüsant, weil der Sprecher den Inhalt in einer Art Gedicht wiedergibt. Auch diesen Film gibt es nur in der Mondo Cane Collection und nicht als Einzel-DVD.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 01.12.2003

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