Film Daten

Titel:
Das Schwarze Reptil
Originaltitel:
The Reptile
Land & Jahr:
England 1966
Laufzeit ca.: ?
87 Min.
Regie:
John Gilling
Darsteller:
Noel Willman
Jennifer Daniel
Ray Barrett
Jacqueline Pearce
Michael Ripper
John Laurie
Marne Maitland
David Baron
Charles Lloyd Pack
Harold Goldblatt
George Woodbridge
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 86:22
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 1.0
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • World of Hammer: Hammer
  • Trailer
  • 2 TV Spots
  • 2 Bildergalerien
  • "The Reptile" Comic
  • Booklet mit Liner Notes

Das Schwarze Reptil

Review

Das Schwarze Reptil - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Harry George Spalding (Ray Barrett) und seine Ehefrau Valerie (Jennifer Daniel) ziehen in das Landhaus seines Bruders, der urplötzlich verstarb, angeblich an einem Herzinfarkt obwohl er sich normalerweise bester Gesundheit erfreute. Der Einzug ist bereits getrübt, denn als das Ehepaar in das Haus eintritt, finden sie die komplette Einrichtung völlig durchwühlt vor. Auch sonst stößt Harry bei der normalen Dorfbevölkerung eher auf Ablehnung, nur der Wirt Tom Bailey (Michael Ripper) ist freundlich zu ihnen. Durch ihn erfährt Harry auch von dem sogenannten "schwarzen Tod", an dem auch sein Bruder verstarb. Der Tod des allgemein bekannten Mad Peter (John Laurie) nehmen er und Tom zu Anlass, sich genauer um die Sache zu kümmern. An Peter wie auch an der Leiche seines Bruders bemerken sie Bißwunden, die sie eigentlich nur von Schlangen kennen. Diese Bißwunden sind aber um einiges größer und auch die in der Nachbarschaft wohnende Dr. Franklyn (Noel Willman) nebst seiner Tochter Anna (Jacqueline Pearce) scheinen etwas zu verbergen...

Das Schwarze Reptil - ScreenshotDas Schwarze Reptil - Screenshot

Bei diesem Film handelt es sich zwar um einen eher zahmeren Vertreter aus der Gruselfilmschmiede der Hammer Studios, allerdings bietet der Film dagegen eine recht stimmungsvolle Atmosphäre. Die Umgebung einer britischen Hochmoorlandschaft in Verbindung mit seltsamen Todesfällen und einer etwas verschrobenen Dorfgemeinschaft sorgen für nette Mystery-Unterhaltung. Dazu gibt es dann noch einige Motive aus der indischen Mythologie, wodurch sich der Film etwas von den üblichen Vampir und Frankenstein Filmchen unterscheidet. Ich kann nicht behaupten, dass der Film jetzt superspannend ist, aber dennoch verfügt er über eine gewisse Klasse, die ihn durchaus sehenswert macht. Das mag jetzt in meinem Falle auch mit etwas nostalgischen Gefühlen verbunden sein, denn den Film habe ich vor über 15 Jahren mal im Fernsehen gesehen und seitdem nie wieder. Ich konnte mich nur noch an Bruchstücke erinnern und den Titel hatte ich auch längst vergessen, bis er mir jetzt endlich mal wieder über den Weg lief.

Unter der Oberfläche der Gruselgeschichte verbirgt sich aber auch ein menschliches Drama. Denn die Taten berufen sich nicht auf einen bösen Willen einer bestimmten Person, sondern sind eher die Folge eines lange zurückliegenden Ereignisses, wodurch die betroffenen Personen in der Gegenwart immer noch von zehren müssen und kein Mittel finden diesen Zustand zu beenden. Dies kapselt sie von der Außenwelt ab und sie suchen ihr Heil in der Isolation eines einsamen Landhauses. Das dies auf Dauer nicht gut gehen kann, versteht sich wohl von selbst. Die eigentliche Gefahr, die für die ganzen Tode verantwortlich ist, wird stets schön im Hintergrund gehalten und die Auflösung nicht zu früh preisgegeben.

Das Schwarze Reptil - ScreenshotDas Schwarze Reptil - Screenshot

Gedreht wurde Das Schwarze Reptil direkt nach Plague of the Zombies (Nächte des Grauens) unter teilweiser Verwendung der gleichen Sets und Kulissen. Regie führte bei beiden Filmen John Gilling, das Drehbuch zu Das Schwarze Reptil schrieb Anthony Hinds unter seinem Pseudonym John Elder, wurde aber von Gilling im nachhinein abgeändert. John Gilling drehte unter anderem unterschiedliche Werke wie The Flesh and the Fiends (Der Arzt und der Teufel), The Scarlet Blade (Die scharlachrote Klinge) oder auch der Hammer-Klassiker The Mummy's Shroud (Der Fluch der Mumie). Mitte der 70er Jahre zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück.

Noel Wilman hatte in dem Klassiker Doctor Zhivago (Doktor Schiwago) eine Nebenrolle und war unter anderem auch in den Hammer-Filmen The Vengeance of She, Kiss of the Vampire (Der Kuß des Vampirs) zu sehen, aber auch in Thrillern wie Hitchcocks Remake seines eigenen Films The Man who knew too much (Der Mann der zuviel wußte) oder The Odessa File (Die Akte Odessa). Jennifer Daniel trat ebenfalls in Kiss of the Vampire, während Ray Barrett eher in unbekannteren Filmen oder TV-Produktionen auftrat. Allerdings verlieh er seine Stimme Charakteren aus den Gary Anderson Puppenanimationsserien Stingray und Thunderbirds. Jacqueline Pearce blieb nach Plague of the Zombies gleich für Das schwarze Reptil am Set, ansonsten beinhaltet ihre Filmographie auch eher kleinere Produktionen oder TV-Serien. Michael Ripper hingegen war ein echter Hammer-Verteran, der seine Schauspielkarriere bereits Mitte der 30er Jahre begann. 1956 war er das erste Mal in X the Unknown für die Hammer Studios tätig und sollte von da an fast jedes Jahr in mindestens einer Produktion des Studios zu sehen sein, auch wenn ihm große Hauptrollen versagt blieben.

Das Schwarze Reptil - ScreenshotDas Schwarze Reptil - Screenshot

Nummer 2 der Anolis Hammer Edition kann ebenfalls in der Bild- und Tonqualität überzeugen. Klare Farben und ein guter Kontrast sorgen für eine ordentliche Grundlage, an der Schärfe habe ich eigentlich auch nichts auszusetzen. Lediglich in dunklen Szenen empfinde ich das Bild manchmal als etwas zu dunkel, allerdings weiß ich auch nicht, ob nicht schon das Master so dunkel war. Ein leichtes Rauschen ist ebenfalls bemerkbar, stört den Filmgenuß aber nicht. Beide Tonspuren sind zwar ohne Störungen, allerdings ist ein Unterschied zwischen Originalton und Synchronisation schon auszumachen. Der O-Ton wirkt sehr viel natürlicher, allerdings sind die Dialoge etwas leiser. Bei der deutschen Synchro hingegen, dringen die Dialoge klarer und besser verständlich aus den Boxen, allerdings wirkt diese Tonspur dagegen auch steriler. Deutsche Untertitel zum O-Ton dürften das Verständnis aber verbessern.

Im Bonusbereich wird mit einer weiteren "World of Hammer" Folge begonnen, diese beschäftigt sich mit dem Output der Hammer Studios im Allgemeinen und beleuchtet anhand einzelner Beispiele, in welchen Genres Hammer überall vertreten war. Danach gibt es den Trailer und 2 TV-Spots. Letztere sind nicht nur interessant, weil sie als Double Feature zu Rasputin the Mad Monk angekündigt werden, sondern in schwarz-weiß sind, was den Ausschnitten aus Das schwarze Reptil ein Feeling alter Universal-Schwarz-Weiß-Klassiker verleiht. Die Bildergalerien bieten Behind-the-Scenes Material, Plakatmotive und Aushangfotos. Ganz was besonderes hat es mit dem nächsten Punkt auf sich. Einige Hammer-Filme gab es wohl mal in einer Comic-Adaption und genau die zu Das schwarze Reptil wird hier geboten. Einerseits begrüße ich das natürlich, auf der anderen Seite bin ich mit der Umsetzung nicht so ganz glücklich, obwohl es sich anders wohl kaum machen ließ. Und zwar wird der Comic in einer selbst ablaufenden Slideshow gezeigt und immer ein Teil einer Seite gezeigt. Zur genaueren Betrachtung muss man also häufiger auf die Pause-Taste drücken. Als DVD-ROM Teil in Form einer PDF-Datei wäre für mich die optimale Lösung gewesen. Wie immer gibt es im Booklet informative Liner Notes von Uwe Sommerlad.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 12.01.2004
Letzte Textänderung: 27.04.2004

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