Film Daten

Titel:
Q - The Winged Serpent
Originaltitel:
Q
Land & Jahr:
USA 1982
Laufzeit ca.: ?
93 Min.
Regie:
Larry Cohen
Darsteller:
Michael Moriarty
Candy Clark
David Carradine
Richard Roundtree
James Dixon
Malachy McCourt
Fred J. Scollay
Peter Hock
Ron Cey
Mary Louise Weller
Bruce Carradine
John Capodice
Tony Page
Larkin Ford
Larry Pine
Alternativtitel:
• American Monster
• Q: The Winged Serpent
• Serpent
• Winged Serpent, The
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Blue Underground
Label:
Blue Underground
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 92:35
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1-EX
Englisch - 6.1 DTS-ES
Englisch - Dolby Surround
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Audiokommentar von Larry Cohen, moderiert von William Lustig
  • Teaser
  • Poster & Still Gallery
  • Biographie Larry Cohen
  • Q - The Winged Serpent Memorabilia (PDF-Datei)

DVD Daten

DVD Cover - Koch Media
Label:
Koch Media
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 / 92:34
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Audiokommentar von Regisseur Larry Cohen und William Lustig
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes
  • Trailer: Ipcress - Streng geheim / Die Todeskarten des Dr. Schreck / Blindman / Töte Amigo / Heiße Katzen / Oliver Twist

Q - The Winged Serpent

Review

Q - The Winged Serpent - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Neben einer Reihe von grausamen Morden, die scheinbar nach einer Art Ritual begangen werden, hat Detective Shephard (David Carradine) auch noch mit anderen seltsamen Todesfällen zu tun. Einem Fensterputzer wurde während seiner Arbeit außen an einem Hochhaus der Kopf abgetrennt und niemand kann sich erklären wie das passiert sein könnte. Später tropft Blut aus dem Himmel herab, kurz nachdem eine Frau spurlos vom Dach eines anderen Hochhauses verschwunden ist. Shephard kommt bei seinen Ermittlungen einem alten mexikanischen Kult auf die Spur, der nicht nur ähnliche Ritualmorde durchgeführt hat, sondern damit angeblich auch eine Art Gottheit zum Leben erwecken wollte. Währenddessen gerät der Schmalspurgangster Jimmy Quinn (Michael Moriaty) in ziemliche Schwierigkeiten. Ein Überfall auf ein Diamantengeschäft schlägt fehl, er muss fliehen und versteckt sich schließlich im Kuppelbereich des Chrysler Gebäudes. Dort entdeckt er neben einige Leichen auch ein übergroßes Nest, in dem ein riesiges Ei abgelegt wurde. Dies Wissen nutzt er später um zwei unliebsame Gangsterkollegen los zu werden, die er von dem Muttertier, einer Art Flugsaurier, auffressen lässt. Shephard glaubt inzwischen, dass sich zwischen den Ritualmorden und den anderen Todesfällen ein Zusammenhang besteht. Jimmy, der mittlerweile in Untersuchungshaft genommen wurde, hört von dem Fall und glaubt ganz groß rauskommen zu können, indem er sein Wissen über das Monster nur gegen Geld und Ruhm verkaufen will...

Q - The Winged Serpent - ScreenshotQ - The Winged Serpent - Screenshot

"Q - The Winged Serpent" war ein Streifen, der mir früher alle paar Jahre mal im Fernsehprogramm übern Weg lief und den ich damals auch immer gerne angeschaut habe. Wenn man den Film allerdings nach all den Jahren wiedersieht, so merkt man aber doch recht schnell, wie trashig der eigentlich inszeniert ist. Was nicht heißen soll, dass ich den jetzt schlecht finde, auf keinen Fall. Aber früher sind mir die einkopierten Schattenwürfe des Monsters oder die teilweise ruppige Montage des Viehs in die normalen Szenen nie so wirklich aufgefallen. Außerdem scheint der Film auch im Fernsehen stets in einer leicht gekürzten Form gezeigt worden zu sein, denn an die Köpfung ganz zu Beginn des Films oder dem Anblick der gehäuteten Leiche in einem Hotelzimmer kurze Zeit später konnte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Das macht aber schon mal klar, worauf der Film eigentlich abzielt. Mit gezielten und leicht billigen Schocks die Aufmerksamkeit erzielen und durch die Attacken des Monsters für einige spannende Momente sorgen, die von den menschlichen Charakteren im Film nur unzureichend aufgebaut wird. Hauptdarsteller des Films ist, neben dem Monster natürlich, Michael Moriaty, der hier eine wirklich glaubwürdige und überzeugende Leistung als Jimmy Quinn hinlegt. Als ehemaliger Sträfling, Drogenabhängiger und erfolgloser Musiker auf der Suche nach einem Job ist Jimmy Quinn ein zutiefst labiler, nervöser und unzurechnungsfähiger Charakter. Selbst seine Freundin, die wirklich als einzige zu ihm hält, kann ihn irgendwann nicht mehr kontrollieren. Jimmy ist ein Mann, der gerne in ein normales Leben Fuß fassen möchte, aber dies durch Einflüsse seiner Umwelt und durch seine eigene Art nicht hinbekommt. Er ist einer dieser Charaktere, der stets zum Scheitern verdammt ist, egal was er anpackt. David Carradine und Richard Roundtree als Shephard und dessen Kollege Sergeant Powell sind die typischen Cops, wobei Shephard zumindestens vermag, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen und etwas subtiler vorzugehen. Powell hingegen schlägt schon mal eher zu bevor er genauer nachfragt.

Q - The Winged Serpent - ScreenshotQ - The Winged Serpent - Screenshot

Auch wenn durch den Titel "Q - The Winged Serpent" bzw. "American Monster", wie er hierzulande hieß, ein reiner Monsterfilm suggeriert wird, so gibt es die reine Monsteraction doch erst im letzten Drittel des Filmes. Vorher wird eher durch kurze Szenen, verwischte Schatten und Konturen und schnelle Schnitten nur angedeutet, was dort über New York herumfliegt. Dies mag sicherlich darin begründet sein, dass sonst durch die Low-Budget Special-Effects das Vieh schnell lächerlich gewirkt hätte. Allerdings wird so aber auch die Spannung erst recht aufgebaut. Man wartet geradezu auf den nächsten Angriff um etwas mehr von dem Monster erblicken zu können. Später als sich der Kampf zwischen Mensch und Monster anbahnt, wird dem alten Klassiker King Kong regelrecht Tribut gezollt. Der Kampf wird hier aber umgekehrt. Nicht das Monster sitzt auf dem Hochhaus und die Menschen greifen mit ihren Flugzeugen an. Diesmal sind es die Menschen, die oben in der Kuppel hocken und sich den Luftangriffen des Monster erwehren müssen. Auch wenn sie vermeintlich die sichere Position haben, schließlich können sie jederzeit Schutz hinter den Mauern suchen, so gibt es aber auch auf ihrer Seite Verluste.

Als Fazit kann man klar sagen, dass "Q - The Winged Serpent" kein Klassiker des Monsterfilms ist und ganz deutlich an seiner Low-Budget Herkunft zu knabbern hat. Aber trotzdem wird man recht gut unterhalten, was vor allem an den schauspielerischen Leistungen von Michael Moriaty und David Carradine liegt und dem langsamen Spannungsaufbau seitens der Monsterdarstellung. Einige Längen hätten vielleicht vermieden werden können, denn die Nebenhandlung mit den Ritualmorden kann in keinster Weise überzeugen und wirkt insgesamt etwas deplaziert. Zwar soll dies die Erklärung für die Herkunft des Monsters erklären, aber meiner Meinung nach hätte man das auch weglassen können. Dadurch wäre der Film etwas kompakter geworden und hätte auch ein wenig an Tempo gewonnen. Mit der Logik nimmt es der Film auch nicht allzu genau. Anders läßt es sich jedenfalls kaum erklären, warum in einer Millionenmetropole wie New York das Biest erst auffällt, nachdem es bereits mehrere Opfer gerissen hat.

Q - The Winged Serpent - ScreenshotQ - The Winged Serpent - Screenshot

Q - The Winged Serpent wurde von Larry Cohen ganz spontan aus dem Boden gestampft, nachdem er aus dem Regieposten für einen ganz anderen Film überraschend gekündigt wurde. Q produzierte er dann mit seiner eigenen Produktionsfirma Larco Productions und hatte den Großteil der Darsteller innerhalb einer Woche zusammen. Als ausführender Produzent konnte er B-Movie Legende Samuel Z. Arkoff gewinnen, der kurze Zeit zuvor seine Ära mit American International Pictures beendet hatte und Q gehört zu den wenigen Filme, an denen er danach noch außerhalb von AIP mitarbeitete. Aufgrund des schmalen Budgets wurde der Films teilweise in einer Art und Weise gedreht, die amerikanische Filmemacher als "Guerilla Filmmaking" bezeichnen: das spontane Drehen in Gebäuden oder an Schauplätze ohne wirklich eine Drehgenehmigung dafür zu haben. So durfte das Drehteam eigentlich gar nicht bis in die oberste Kuppel des Chrysler Gebäudes vordringen, aber unbemerkt von den Verantwortlichen taten sie es doch, weil Cohen den Ort unbedingt für seinen Film nutzen wollte. Ähnlich entstanden auch einige Szenen auf den Straßen New Yorks. Und so nebenbei wurde noch für einigen Medienwirbel gesorgt. Für den Endkampf gegen das Monster wurden viele Maschinenpistolen eingesetzt und das Geballer wurde von einem Nachrichtenteam bemerkt, die sich in der Nähe des Gebäudes befanden, so dass in den Abendnachrichten plötzlich was von einem terroristischen Akt auf dem Dach den Chrysler Gebäudes zu hören war. Das Nest der Kreatur wurde in einem verlassenen Polizeigebäude aufgebaut und die Szenen dort gedreht. Nachdem sie alles im Kasten hatten, wurde das Nest aber so belassen wie es war und Monate später erfuhr Cohen von einer Meldung, dass in diesem Gebäude ein riesiges Nest gefunden wurde und für Aufsehen sorgte, weil es für ein echtes Nest gehalten wurde. Und fast wäre Bruce Willis sogar in dem Film aufgetaucht, der damals noch ein völlig unbekannter Schauspieler war.

Regisseur Larry Cohen drehte 1972 mit Bone sein Debüt. Danach folgten die Blaxploitationkracher Black Ceasar (Der Pate von Harlem) und Hell up in Harlem (Heisse Hölle Harlem). Nach "Q - THe Winged Serpent" waren seine Film nicht mehr ganz so spektakulär und er zog es vor irgendwann nur noch als Drehbuchschreiber weiterzuarbeiten, eine Tätigkeit der er bereits seit den 60er Jahren nachging. Zu den bekanntesten Werken die er geschrieben hat, gehört sicherlich der 2003 in die Kino gekommene Phone Booth (Nicht auflegen!). Michael Moriaty ist einer dieser Schauspieler, die fast immer nur als Nebendarsteller oder für TV-Filme auftreten. Er ging aber so in der Rolle des Jimmy Quinn auf, dass Cohen sogar Elemente aus Moriatys Privatleben in die Rolle einbaute. Genau wie Quinn hatte Moriaty ein Interesse an Jazzmusik und spielte ebenfalls Klavier. David Carradine hingegen ist ein recht bekanntes Gesicht. Er spielte unter anderem in der TV-Serie Kung Fu, den trashigen Actionfilmen Death Race 2000 (Herrscher der Straße) und Cannonball und ist aktuell in den beiden Kill Bill Filmen von Quentin Tarantino vertreten. Richard Roundtree ist gemeinhin als Shaft bekannt.

Q - The Winged Serpent - ScreenshotQ - The Winged Serpent - Screenshot

Der Film war bereits vor einigen Jahren von Anchor Bay in den USA auf DVD veröffentlicht worden. Blue Underground hat sich allerdings des Films nochmal angenommen und erstellte in Zusammenarbeit mit Larry Cohen eine neue und qualitativ bessere DVD. Durch die Zusammenarbeit mit Cohen wurden auch seine Filme Bone und Gold told me to von Blue Underground veröffentlicht. Bei der Bildqualität musste man natürlich von vornerein einige Abstriche machen. Der Film entstand unter Low Budget Bedingungen und selbst Blue Underground haben nicht die Mittel das Werk umfangreich restaurieren zu lassen. Trotz allem ist das Bild bezogen auf die Umstände sehr gut. Die Farben kommen klar hervor und jedes Bildrauschen wurde auf ein Minimum reduziert. Allerdings mangelt es ein wenig an der richtigen Schärfe, vor allem im Detail. Das fällt vor allem in den Szenen des Endkampfes auf. Dort gesellt sich noch eine gewisse Grobkörnigkeit dazu, da hier die Bluescreentechnik Verwendung fand. Soundtechnisch klotzt die DVD aber gewaltig! Neben dem original Monoton und einer Dolby Surround Abmischung hat Blue Underground sogar zwei Tonspuren in Dolby Digital 5.1 EX und 6.1 DTS-ES anfertigen lassen.

Hauptattraktion des Bonusmaterials ist der Audiokommentar von Larry Cohen, der von Blue Underground Chef William Lustig modieriert wird und im März 2003 aufgenommen wurde. Die beiden kennen sich noch aus alten Tagen und dieser Kommentar gibt einen höchst informativen Einblick in die Welt der Low Budget Filme und das Drehen solcher Werke. In der Hinsicht ist dies sicherlich einer der besten Kommentare denen ich bislang auf einer DVD begegnet bin. Cohen vermittelt wirklich sehr viel Hintergrundwissen und hat es zu keiner Zeit nötig aus Verlegenheit die Szenen zu kommentieren, die er gerade sieht. Das restliche Bonusmaterial in Form eines Teasers, einer Bildergalerie und der Biographie von Larry Cohen ist da nicht mehr so spannend. Allerdings gibt es einiges an Printmaterialien in Form einer PDF-Datei unter dem Titel "Q Memorabilia" zu sehen.

Q - The Winged Serpent - ScreenshotQ - The Winged Serpent - Screenshot

Update 03.08.2004:

In Deutschland hat sich Koch Media dieses Films angenommen und konnte dabei sogar auf das Master von Blue Underground sowie den Audiokommentar zurückgreifen. Allerdings wurde hier darauf verzichtet, den Film in anamorpher Form zu präsentieren, etwas seltsam, da ja die Blue Underground DVD ein anamorphes Bild bietet. Wer sich die Laufzeiten der beiden DVDs genau anschaut, dem wird auffallen, dass trotz der unterschiedlichen Normen PAL und NTSC der Film auf beiden DVDs eine fast identische Länge besitzt. Nach den Informationen von Koch Media konnte eine NTSC-zu-PAL Normwandlung durchgeführt werden, OHNE den sonst üblichen PAL-Speedup dabei zu erzeugen (PAL-Transfers sind durch den Speedup normalerweise ca. 4% schneller als die NTSC-Versionen, da ja ein Bild pro Sekunde mehr gezeigt wird). Wie dies technisch genau funktioniert kann ich leider nicht erklären. Allerdings kann ich versichern, dass beide DVDs den Film in seiner vollständigen, ungekürzten Form zeigen. Im direkten Vergleich mag die deutsche DVD etwas schärfer im Detail und etwas satter in den Farben zu sein, was allerdings durch die Normkonvertierung entstandenen Bewegungsunschärfen wieder aufgehoben wird. Durch die höhere Schärfe kommen auch einige Doppelkonturen zum Vorschein, von denen die US-DVD verschont bleibt (siehe das Zeitungs-Bild im Bildvergleich). Um sich ein besseres Bild von den (kleinen) Unterschieden zu machen, gibt es einen Vergleich zwischen den beiden Veröffentlichungen: Bildvergleich Blue Underground - Koch Media DVD

Wo natürlich die deutsche DVD deutlich abfällt, ist bei den Tonspuren. Den englischen Originalton gibt es nur in seinem original Monoformat, dasselbe gilt auch für die deutsche Synchronisation. Bei den Extras konnte immerhin das interessanteste Feature, der Audiokommentar von Regisseur Larry Cohen und Blue Underground Chef William Lustig, übernommen werden. Allerdings gibt es dafür keine deutschen Untertitel, fortgeschrittene Englischkenntnisse sind also nötig. Ansonsten gibt es noch eine Bildergalerie und ein Booklet mit Liner Notes, außerdem noch weitere Trailer aus dem Koch-Programm.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 07.02.2004
Letzte Textänderung: 02.08.2004

Leser-Kommentare

28.07.2007, 04:07:01 blubarju

Ich muss ehrlich sagen, daß ich diesen Film liebe. Er ist trashig, hat aber mit Moriarty, Carradine und Roundtree ein sehr gutes Cast (für eine Billig-Produktion) und wird zu keiner Zeit langweilig.

09.07.2005, 11:53:34 Ingojira ( Email schreiben )

Hallo,
es ist noch anzumerken, dass die deutsche DVD den Ton von der gekürzten Fernsehfassung benutzt hat, weshalb einige Dialoge, die im Kino noch deutsch synchronisiert waren, auf der Koch-DVD nur untertitelt sind. Die Szene, in der Richard Roundtree und Michael Moriarty aneinander geraten, fehlte beispielsweise aber immer in der deutschen Fassung.

04.10.2004, 12:36:34 Ich,TomHorn ( Email schreiben )

Ein recht amüsanter Streifen, den ich auch damals öfter auf RTL im Nachtprogramm geschaut habe. Leider ist die witzigste Sequenz des Films schon zu Anfang, nämlich Quinns misslungener Diamantenraub, bei dem er von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Zu geil sieht es aus, wie er planlos durch den Verkehr stolpert, die Tasche mit der Beute verliert und diese dann von einem Fahrzeug überrollt wird.

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