Film Daten

Titel:
Originaltitel:
Dracula: Prince of Darkness
Land & Jahr:
England 1966
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
Terence Fisher
Darsteller:
Christopher Lee
Barbara Shelley
Andrew Keir
Francis Matthews
Suzan Farmer
Charles Tingwell
Thorley Walters
Philip Latham
Walter Brown
George Woodbridge
Jack Lambert
Philip Ray
Joyce Hemson
John Maxim
Alternativtitel:
• Bloody Scream of Dracula, The
• Disciple of Dracula
• Dracula 3
• Revenge of Dracula
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 86:21
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 1.0
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Audiokommentar mit Christopher Lee, Francis Matthews, Barbara Shelley und Suzan Farmer
  • World of Hammer: Dracula and the Undead
  • Behind-the-Scenes Aufnahmen mit zwei Audiokommentaren
  • 2 Trailer
  • Kombi-Trailer
  • 2 Bildergalerien
  • Illustrierte Filmbühne Programmheft
  • Werberatschlag
  • Comic
  • Booklet mit Liner Notes

Review

 - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die Londoner Chales Kent und sein Bruder Alan (Francis Matthews und William-Shatner-Lookalike Charles Tingwell) reisen mit ihren Frauen Diana und Helen (Suzan Farmer, Barbara Shelley) durch Deutschland. Ihr Ziel ist der kleine Ort Carlsbad, aber der Priester Sandor (Andrew Keir) warnt sie davor, dorthin zu reisen. Sie lassen sich aber nicht beirren und setzen ihren Weg fort. Einige Kilometer vor Carlsbad schmeißt sie der Kutscher aus seinem Gefährt, weil er nicht bis Carlsbad in der Dämmerung fahren will. Eine unbemannte Kutsche taucht plötzlich auf und bringt alle in das nahegelegene Schloß. Dort erwartet sie der verschrobene Diener Klove (Philip Latham), der ihnen erzählt, dass sein Herr, Graf Dracula, seit 10 Jahren verstorben sei, aber das Schloß grundsätzlich jeden Gast willkommen heißen soll. Des nachts erblickt Alan, wie er eine große Kiste in einen anderen Raum schleppt. Aus Neugier folgt er ihm und wird dort unten ermordet. Sein Blut wird auf die Asche von Dracula vergossen und der Obervampir entsteigt seinem Grab. Das erste Opfer des Grafen Dracula (Christopher Lee) ist Helen. Am nächsten Abend haben dann Charles und Diana ihre Begegnung mit dem Dämon. Ihnen gelingt die Flucht und landen im Kloster von Vater Sandor. Charles und Sandor beschließen dem Grauen ein Ende zu setzen...

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Auch wenn Blut für Dracula mit einem Rückblick auf den ersten Dracula beginnt, so war es doch nicht der zweite Dracula-Film der Hammer Studios. Dazwischen gab es mit Brides of Dracula (Dracula und seine Bräute) im Jahre 1960 bereits einen Dracula-Film, in dem zwar Peter Cushing als Van Helsing mitspielte, Christopher Lee allerdings durch David Peel in der Rolle eines Vampirs ersetzt wurde. In Blut für Dracula verhält es sich genau umgekehrt. Lee ist in seiner Paraderolle als Dracula wieder mit von der Partie, Cushing und ebenso sein Charakter Van Helsing fehlen aber komplett bzw. tauchen nur kurz in dem Rückblick auf.

Zitat

Alan: You forget about all of this in the morning, you'll see.
Helen: There'll be no morning for us.

Genau wie bei Dracula führte Terence Fisher Regie und Jimmy Sangster schrieb das Drehbuch, aber leider erreicht Blut für Dracula nie die Klasse des ersten Films. Zwar fehlt es dem Werk nicht an der nötigen Atmosphäre, die ist Hammer-typisch wieder schön gothisch, aber bis die Handlung mal so langsam in Fahrt kommt, vergeht doch einige Zeit. Diese Zeit wird allerdings auch nicht wirklich ausgenutzt, um den Charakteren richtige Tiefe zu verleihen, es wird lediglich nur an der Oberfläche gekratzt. Außer Helen, die als neurotische und angsterfüllte Frau dargestellt wird, die die grausigen Taten voraussieht, ihr aber niemand Beachtung schenkt. Bis Christopher Lee als Dracula auftaucht ist der halbe Film auch schon rum, sieht man mal von dem Rückblick zu Anfang ab. Er spielt den Vampir souverän, allerdings auch irgendwie eindimensional. Da Lee sich weigerte die in seinen Augen völlig lächerlichen Dialoge zu sprechen, sagt er kein einziges Wort, sondern wirkt eher wie ein wildes, auf zwei Beinen laufendes Untier. Das Ende des Films ist auch reichlich unspektakulär und es haben sich ein paar Handlungs-Lücken eingeschlichen, die zu offensichtlich sind. So legt z.B. Sandor ein Kruzifix in Draculas Sarg (eine Anlehnung an eine ähnliche Aktion von Peter Cushing in Dracula), allerdings scheint das den Grafen in keinster Weise zu stören, als er im Sarg liegend von seinem Diener Klove zurück zum Schloß gebracht wird. Außerdem, warum dauert es 10 Jahre bis sich mal jemand in das Schloß verirrt und von Klove umgebracht werden kann?

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Wohl aufgrund eines eher geringen Budgets hält sich der Film mit Spezialeffekten ziemlich zurück. Lediglich die Reanimierung Draculas ist eine sehr nett gemachte Sequenz, die vom Ablauf her die Reanimierung in Clive Barkers Hellraiser schon vorwegnimmt. In beiden Filmen ist es das Blut einer anderen Person, die aus den Überresten des Verstorbenen wieder eine mehr oder weniger lebendige Gestalt hervorbringen. Hier wurde sich natürlich noch mit Überblendungen beholfen, aber das Resultat ist schon recht ansehnlich. Überhaupt kann hier die Kameraarbeit von Michael Reed überzeugen, denn er verstand es gut die typische Hammer Gothic-Atmosphäre in schönen Bildern einzufangen.

Lustige Kapriolen schlägt im übrigen die deutsche Synchronisation. Wenn ich mal folgende Dialogzeile wiedergeben dürfte:

Zitat

Ich bin Charles Kent, das ist meine Frau Diana.
Das ist mein Bruder Charles und seine Frau Helen.

Na, wem fällts auf? Schon lustig, dass aus den Brüdern Charles und Alan, plötzlich die Brüder Charles und Charles werden, wo sich Alan und Helen doch so schön reimt... Und Draculas Diener Klove wurde kurzerhand in Gabor umbenannt.

Der aus dem Bram Stoker Roman bekannte Charakter Renfield, der in Hammers erstem Dracula gar nicht auftrat, erlebt stattdessen hier in der Person des Ludwig seinen Einsatz. Dieser Ludwig ist ein im Kloster versorgte psychisch kranker, der angeblich völlig wahnsinnig aus Draculas Schloß geflohen ist. Er verschlingt, ähnlich wie Renfield in dem Roman, auch schon mal kleine Fliegen. Diese Person ist für die Handlung eigentlich ohne weiteren Belang, außer das er dafür sorgt, dass Dracula in das Kloster gelangen kann. Gespielt wird Ludwig in einer sympathisch-schrulligen Art von Thorley Walters. Walters kennt man beispielsweise aus dem Miss Marple Abenteuer Murder, She Said (16 Uhr 50 ab Paddington), war Dr. Frankensteins Gehilfe in Frankenstein Created Woman, den Bürgermeister in Vampire Circus (Zirkus der Vampire) und Dr. Watson in ein paar Sherlock Holmes Filmen. Barbara Shelley war noch in dem im gleichen Jahr produzierten Rasputin: The Mad Monk zu sehen und trat unter anderem auch in Quatermass and the Pit (Das grüne Blut der Dämonen) und Village of the Damned (Das Dorf der Verdammten) auf. Andrew Keir sah man in Blood from the Mummy's Tomb (Das Grab der blutigen Mumie) und ebenfalls Quatermass and the Pit.

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Blut für Dracula ist die Nummer 6 in der Hammer Reihe von Anolis. Das Bild hat leider seine kleinen Schwächen. Das Ursprungsmaterial wurde in England wunderbar restauriert und daher sind kaum Beschädigungen zu entdecken. Allerdings ist der DVD-Transfer etwas kontrastarm und die Kompression macht sich durch leichtes Edge Enhancement bemerkbar. Die Schärfe ist ganz okay, mangelt aber teilweise bei Szenen mit vielen kleinen Details, z.B. im Wald. Die beiden Tonspuren in Mono sind ganz okay. Die Dialoge sind in beiden Spuren gut verständlich, allerdings fällt im direkten Vergleich auf, dass die deutsche Spur ein deutliches Hintergrundrauschen aufweist. Die deutschen Untertitel halten sich zum Glück an die englischen Originaldialoge und geben nicht einfach nur die deutsche Synchronisation wieder. So tauchen hier auch nicht die oben genannten Synchronisationspatzer auf.

Das Bonusmaterial ist etwas umfangreicher als bei den anderen Hammer-DVDs. Hauptattraktion dürfte der Audiokommentar von Christopher Lee, Francis Matthews, Barbara Shelley und Suzan Farmer sein. Hier ein dickes Dankeschön an Anolis, die dem Audiokommentar noch eine deutsche Untertitelspur verpasst haben. Denn wenn zwei oder mehr Leute gleichzeitig reden, so kann man fast gar nichts mehr verstehen. Christopher Lee reißt ziemlich schnell den Kommentar an sich und gibt somit das meiste an Informationen wieder. Zuerst beschränken sich die Kommentierenden darauf, das Geschehen auf dem Bildschirm verbal wiederzugeben, aber dann beginnt Lee doch mit den richtigen Informationen. So erfährt man von ihm, wie die Gestalt Dracula in Bram Stokers Roman dargestellt wurde, wie die Zusammenarbeit mit Terence Fisher war, sein Bedauern über die bislang in seinen Augen unzureichenden Verfilmungen des Buches und wie er damals die Premiere des ersten Hammer Dracula in den USA erlebte. Nebenbei verrät er auch ein paar kleinere Details, wie z.B. das sein Ring eine Kopie des Ringes ist, den Bela Lugosi in dem Universal Dracula getragen hat.

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Das Behind-the-Scenes Material sind ca. viereinhalb Minuten an tonlosen Aufnahmen von einem Drehtag, die Francis Matthews Bruder damals geschossen hat, als er den Set besuchte. Zwar bekommt man hier keine spektakulären Aufnahmen zu sehen, allerdings ist es ein netter Einblick hinter die Kulissen. Diese Aufnahmen gibt ist einmal mit einem Kommentar von Francis Matthews während eines Filmfestivals und einmal mit einem richtigen Audiokommentar von den gleichen Leuten, die auch den Kommentar zum Hauptfilm gesprochen haben. Die auf dieser DVD enthaltene World of Hammer Episode trägt das Motto "Dracula and the Undead" und bietet Ausschnitte von Brides of Dracula (Dracula und seine Bräute, Kronos (Captain Kronos - Vampirjäger), Dracula, Dracula: Prince of Darkness (Blut für Dracula), Kiss of the Vampire (Der Kuss des Vampirs), Legend of the 7 Golden Vampires (Die Sieben goldenen Vampire), Scars of Dracula (Draculas Blutrausch) und Vampire Circus (Zirkus der Vampire).

Zu den kleineren Extras gehören zwei Trailer - einmal deutsch, einmal englisch - ein Kombi-Trailer zusammen mit Plague of the Zombies (Nächte des Grauens), zwei sehr umfangreiche Bildergalerien, das "Infoblatt der Illustrierte Filmbühne", eine Galerie des Werberatschlages und eine Abbildung des Comics zum Film. Wie immer gibt es noch sehr informative Liner Notes von Uwe Huber, der sogar einige herrlich haarsträubende Werbeslogans von damals wiedergibt.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 19.02.2004
Letzte Textänderung: 27.04.2004

Leser-Kommentare

13.01.2006, 11:10:32 andreas ( Email schreiben )

für mich der beste dracula film aller zeiten,habe ihn in den 70. jahren im zdf unter ´´der fantastische film´´gesehen--super man sieht was vom schloss!!!!4PUNKTE....

22.02.2005, 22:54:36 longshadow

Zusammen mit dem Orginal Hammer Dracula von 1958 mein absolutes Lieblings Hammer Movie. Wie immer hervorragend Christopher Lee auch wenn er diesmal kein Sterbenswörtchen rausbringt, macht ihn das für mich nur noch unheimlicher. Einziger Nachteil (aber nicht nur bei diesem Hammer Film) dass er wirklich langsam in Fahrt kommt, und der Spannungsbogen erst ab da hochgeht wo Charles Tingwell kopfüber in den Sarg gehängt sein Blut lassen muß. Aber trotzdem um längen besser als alles was danach als Dracula aus der Hammer Werkstatt gezimmert wurde. (Mal abgesehen von Peter Sasdys auch wirklich sehr gutem Taste the Blood of Dracula)

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