Film Daten

Titel:
Draculas Hexenjagd
Originaltitel:
Twins of Evil
Land & Jahr:
England 1971
Laufzeit ca.: ?
83 Min.
Regie:
John Hough
Darsteller:
Peter Cushing
Dennis Price
Mary Collinson
Madeleine Collinson
Isobel Black
Kathleen Byron
Damien Thomas
David Warbeck
Harvey Hall
Katya Wyeth
Alex Scott
Judy Matheson
Luan Peters
Shelagh Wilcocks
Inigo Jackson
Alternativtitel:
• Evil Twins, The
• Gemini Twins, The
• Twins of Dracula
• Virgin Vampires, The
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Koch Media
Label:
Koch Media
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 83:25
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 1.0
Englisch - DD 1.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Trailer
  • Bilder-Galerie
  • Cover-Galerie
  • DVD-ROM: Comic

Draculas Hexenjagd

Review

Draculas Hexenjagd - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die beiden Zwillingsschwestern Frieda und Maria (Mary und Madeleine Collinson) reisen nach dem Tod ihrer Eltern von Venedig nach Karnstein, um dort bei ihrer Tante Katy und Onkel Gustav Weil (Kathleen Byron, Peter Cushing) unterzukommen. Gustav ist ein religiöser Fanatiker und Leiter einer sogenannten Bruderschaft, die sich das Ziel gesetzt hat das Land von Hexen zu befreien. Dies gipfelt schließlich in einer willkürlichen Auswahl von weiblichen Opfern, die nach belieben verbrannt werden. Bei ihrer "Arbeit" treffen sie schließlich auf Graf Karnstein, der die Hexenjäger nur auslacht. Zu Gustavs Ungemach scheint sich Frieda von dem Grafen angezogen zu fühlen. Sie flüchtet eines Nachts Richtung Schloß Karnstein und wird dort freudig empfangen. Der Graf, der den Satan anbetet und in einer der Nächte zuvor zum Vampir geworden ist, beißt Frieda und hat fortan in ihr eine willige Gespielin und Assistentin. In der Stadt eskaliert mittlerweile die Situation. Der Lehrer Anton Hoffer (David Warbeck), der sich in Maria verliebt hat, greift Gustavs Methoden öffentlich an, kooperiert aber dann, als seine eigene Schwester Ingrid (Isobel Black) von einem Vampir zu Tode gebissen wurde. Schließlich entdeckt Gustav aber, dass seine eigene Nichte eine Dienerin des Bösen geworden ist. Während seine Brüder sie sofort auf dem Scheiterhaufen sehen wollen, bröckelt langsam seine innere Überzeugung...

Draculas Hexenjagd - ScreenshotDraculas Hexenjagd - Screenshot

Hier verbanden die Hammer Studios gleich mehrere Elemente, die sich in den vorhergehenden Jahren recht erfolgreich im Horrorgenre bewährt hatten. Neben ihrer ur-eigenen Art, bekannte Vampirmotive immer ein wenig zu variieren, kommen in Draculas Hexenjagd noch die Hexenverfolgungsmotive aus Filmen wie (Witchfinder General) oder hinzu. Peter Cushing spielt einen Menschen, der starr an seine religiösen Thesen glaubt, ein regelrechter Fanatiker, und sich auch von noch so überzeugenden Argumenten nicht von seinem Weg abbringen läßt. Jeder der sich ihm in den Weg stellt wird eine Strafe angedroht, er kann fast schalten und walten wie er will und nur der Graf Karnstein hat mehr Macht und starke Freunde. Selbst der Lehrer kann nur wenig gegen Gustav ausrichten. Cushings Charakter ist eine zutiefst unsymapthische Person. Erzkonservativ, überreligiös und läßt nur seine eigenen Überzeugungen und Argumente zu. Seine Nichten begrüßt er nicht mit herzlichen Worten, sondern weist sie schroff zurecht, warum sie denn nicht in Schwarz gekleidet sind, wie es sich für trauernde Töchter gehört. Die Schwestern Maria und Frieda sehen sich zwar äußerlich ähnlich, sind aber in ihrem innersten grundverschieden, Gut und Böse vereint in einem Geschwisterpaar. Maria ist ein zartes und ängstliches Wesen, die sich nicht mal traut einen Gedanken daran zu verschwenden, gegen ihren hart regierenden Onkel auch nur irgendwie zu reagieren. Frieda hingegen fühlt sich von dem behüteten Heim eher abgestoßen. Ihr ist mehr nach Abenteuer und setzt alles daran, irgendwie aus dem Haus ihrer Verwandten zu fliehen. Der Graf Karnstein ist da ganz nach ihrem Geschmack. Ihn umgibt ein Hauch des Mysteriösen und Geheimnisvollen. Etwas, von dem sie sich angezogen fühlt. Damien Thomas passt in die Rolle des Grafen ganz gut hinein und gibt ihm noch den Hauch eines Marquis de Sades.

Zitat

Gustav Weil: The Devil has send me twins of evil!

Der Film startet gleich ordentlich durch mit einem Hexenverfolgung von Gustavs Männern und anschließender Verbrennung, ohne das der armen Frau überhaupt eine Möglichkeit der Verteidigung gegeben wurde. Ohne jegliches Verfahren wird die Strafe sofort vollzogen. Danach erst setzen die Anfangscredits ein. Der Mittelteil steigt und fällt immer ein wenig was die Spannung und das Tempo angeht, bis sich dann langsam das wilde Finale aufbaut. Das der Film in den siebziger Jahren entstand merkt man gleich. Die jungen Frauen und der Graf werden als sexuell recht aktive Menschen dargestellt, klare Gegenpole zu den stocksteifen religiösen Brüdern, die ihre persönliche Lust in dem Quälen und verbrennen junger Frauen finden. Außerdem gibt es auch einige Gewaltszenen, die schon den Splatterboom des damaligen Jahrzehnts eingehaucht haben. Gerade im Finale gibt es ein-zwei recht derbe Szenen, die im starken Kontrast zum Rest des Films stehen. Im Gegensatz zu den Werken aus den 60er Jahren geht es hier schon ein wenig expliziter zu, allerdings auch nicht so extrem, dass es wieder zuviel des Guten werden würde. Was nackte Haut angeht, deutet der Film sehr viel mehr an, als er im Endeffekt wirklich zeigt. Die Dekolletés sind stets recht großzügig geschnitten und nur gegen Ende gibt es ein wenig mehr zu sehen.

Draculas Hexenjagd - ScreenshotDraculas Hexenjagd - Screenshot

Daneben bietet der Film aber trotzdem noch wohlige Gothic-Horrorunterhaltung. Gerade die Szenen in Graf Karnsteins Schloß vermitteln die schöne Atmosphäre der alten Hammer-Klassiker. Zwar sieht man außer dem großen Hauptsaal nicht viel davon, der ist aber schon sehr imposant gestaltet worden. Ein steinener Sarkophag ziert die Mitte des Raumes, unter ihm auf dem Boden entdeckt man ein Pentagramm-ähnliches Symbol. Die Auferstehung einer Vorfahrin Karnsteins, die ihn schließlich zum Vampir beißen wird, ist durch die Lichtgebung und die Kameraposition schaurig-schön gelungen und gehört zu den Highlights des Films. Hier gibt es scheinbar zwei grundverschiedene Welten. Einerseits das eher typisch landliche Dorf, in dem alles mit rechten Dingen zugeht und dann das Schloß des Grafen, in dem übernatürliche Phänomene in einer eindrucksvollen Kulissen vonstatten gehen. Draculas Hexenjagd ist der letzte der sogenannten "Karnstein-Trilogie", zu der noch The Vampire Lovers (Gruft der Vampire) und Lust of a Vampire (Nur Vampire küssen blutig) gehören. Die Handlungen der Filme bauen allerdings nicht aufeinander auf, sondern funktionieren auch völlig losgelöst voneinander. Die gemeinsamen Elementen sind der Ort und Schloß Karnstein sowie die hohe erotische Schlagseite der Filme.

Erwähnen sollte man auch noch die Musik von Harry Robertson, der einige recht markante Stücke für diesen Film komponiert hat. Manche Passagen des Soundtracks hätten auch gut in einen Italo-Western gepasst, andere klingen dagegen, als ob sie von den Soundtracks anderer Filme inspiriert worden sind. Trotzdem passt die Musik gut zum Geschehen.

Draculas Hexenjagd - ScreenshotDraculas Hexenjagd - Screenshot

Die erste Regiearbeit von Regisseur John Hough war eine Episode der Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone) aus dem Jahre 1961. Erst acht Jahre später begann er mit dem Drehen von richtigen Kinofilmen und ist bis heute noch aktiv dabei. Auf sein Konto gehen unter anderem Werke wie The Legend of Hell House (Tanz der Totenköpfe) oder das amüsante Zeitreise-Abenteuer Biggles: Adventures in Time (Der Biggles-Effekt / Sturzflug durch die Zeit). Dennis Price ist vielleicht auch einigen Jess Franco Filmen wie Vampyros Lesbos bekannt, war aber auch ein beliebter Darsteller in britischen Horrorfilmen wie The Horror of Frankenstein (Frankensteins Schrecken), Tower of Evil (Turm der lebenden Leichen) oder Horror Hospital. Mary und Madelein Collinson waren die ersten Zwillings-Playmates im Playboy (Oktober 1970). Ein gefundenes Fressen für die Hammer Studios, die gerne mal bekannte Playmates in ihren Filmen einsetzten. Draculas Hexenjagd war aber ihre einziger bekannterer Film, ansonsten wurden sie eher als hübsch anzusehende Nebenrollen eingesetzt. David Warbeck ist Horrorfans garantiert aus dem wohl bekanntesten Lucio Fulci Vehikel E tu vivrai nel terrore - L'aldilà (Geisterstadt der Zombies) bekannt.

Zitat

Frieda: Who wants to be good if being good is singing hymns and praying all day long?

Zur DVD von Koch Media. Die kam zeitgleich mit der DVD von Circus der Vampire heraus und bietet eine ähnliche gute Qualität. Der Transfer bietet ein schönes stabiles Bild mit ordentlichen Farbwerten und einer sehr guten Schärfe. Auch der Kontrast wirkt sehr ausgewogen. Als i-Tüpfelchen ist die Kompression fast perfekt gelungen, so dass der optische Gesamteindruck als sehr gut bezeichnet werden kann. Über die beiden Mono-Tonspuren kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Dialoge sind stets gut verständlich, wobei sie in der englischen Originalspur etwas dumpfer und leiser wirken. Untertitel sind nicht vorhanden. Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer zu Twins of Evil, Circus der Vampire und noch Die Todeskarten des Dr. Schreck. Außerdem gibt es noch eine selbst ablaufende Bildergalerie, die unterlegt von der Titelmusik verschiedene Szenenbilder und Aushangfotos zeigt, eine kurze Cover-Galerie und den damaligen Comic als DVD-ROM-Part in Form von JPG-Dateien. Hinter dem Punkt "Productions Notes" verbergen sich nicht etwa Hintergrundinfos zum Film, sondern die DVD-Credits. Sehr irreführend. In dem Booklet gibt es noch Liner Notes von Hammer-Experte Uwe Huber.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 12.03.2004
Letzte Textänderung: 25.08.2006

Leser-Kommentare

09.03.2006, 08:33:15 Horrorist ( Email schreiben )

Ein absolut schöner Klassischer Film der es verdient hat, geliebt zu werden! Der inbegriff des Contra-Vampiers "Peter Cushing" ist wohl die Idealbesetzung und spielt seine Rollen in dem Genre mit einer absoluten Überzeugungskraft! Obwohl ich eigentlich der heftigere Zombiefan bin, sehe ich mir trotzdem den Film "Draculas Hexenjagt" immer wieder mal an!
Wie ein "gruseliges" Märchen zur Abendstunde!

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