Film Daten

Titel:
The Witches
Originaltitel:
The Witches
Land & Jahr:
England 1966
Laufzeit ca.: ?
87 Min.
Regie:
Cyril Frankel
Darsteller:
Joan Fontaine
Kay Walsh
Alec McCowen
Ann Bell
Ingrid Brett
John Collin
Michele Dotrice
Gwen Ffrangcon Davies
Duncan Lamont
Leonard Rossiter
Martin Stephens
Carmel McSharry
Viola Keats
Shelagh Fraser
Bryan Marshall
Alternativtitel:
• Teufel tanzt um Mitternacht, Der
• Devil's Own, The
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.66:1 (anamorph) / 86:58
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • World of Hammer: Wicked Women
  • 2 TV-Spots
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes

The Witches

Review

The Witches - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die Lehrerin Gwen Mayfield (Joan Fontaine) kehrt nach einem Nervenzusammenbruch von ihrer Arbeit in einer afrikanischen Missionarsschule nach England zurück und beginnt eine neue Stelle an der Schule des kleine Ortes Heddaby. Dort erscheint zunächst alles sehr normal und idyllisch. Aber schon bald fallen ihr einige Absonderlichkeiten auf. Scheinbar haben die Bewohner des Ortes ein gewisses Interesse daran, dass sich die beiden Teenager Ronnie (Martin Stephens) und Linda (Ingrid Brett) nicht zu nahe kommen. Eines Tages wird Ronnie plötzlich aus ungeklärten Gründen schwer krank, Tage später findet Gwen eine mit Nadeln durchstochene Puppe, der der Kopf abgetrennt wurde. Ronnies Vater kommt ebenfalls um Leben und langsam beginnt Gwen hinter allem die Vorgänge eines Hexenkultes zu vermuten. Nachdem sie einen schweren Schock erlitten hat, verliert sie allerdings alle Erinnerungen seitdem sie in Afrika war...

The Witches - ScreenshotThe Witches - Screenshot

Heddaby wirkt wie das typische verschlafene britische Örtchen in einer ländlichen Gegend. Die Menschen wirken zufrieden, sind freundlich und zuvorkommend und heißen Gwen auf herzlichste Willkommen. Hier wird versucht, zunächst langsam eine Atmosphäre der Sicherheit und Unbekümmertheit aufzubauen, ein harter Kontrast zu dem eher temporeichen Start, als afrikanische Ureinwohner die Missionarsschule überfallen. Mit der Zeit fallen Gwen aber dann doch einige Absonderlichkeiten auf. Warum sind die Menschen so daran interessiert, Ronnie und Linda auseinanderzuhalten, wo es für Gwen alles normal aussieht, wie bei 14-jährigen Teenagern üblich? Was ist an Ronnie Bemerkung dran, dass Linda von ihrer Großmutter gequält wird? Hier beginnt sich eine unsichtbare Gefahr aufzubauen, aber spielt hier nur Gwens labile Psyche verrückt oder steckt doch mehr dahinter?

Harte Schockmomente weist der Film nicht auf und ist somit eigentlich eher ungewöhnlich in Hammers Horror-Oevre. Man kann ihn auch nicht als einen reinen Horrorfilm bezeichnen, denn übernatürliche Momente gibt es fast so gut wie gar nicht. Die Bezeichnung "Mystery" oder "Okkult" Thriller passt da schon eher. Leider plätschert der Film die größtem Zeit so vor sich hin, auch wenn sich einige gute Ideen in dem Skript befinden. Das wurde im übrigen von Hammer-Veteran Nigel Kneale geschrieben, das wiederrum auf einen Roman von Norah Lofts basiert, das unter dem Pseudonym Peter Curtis entstand. Joan Fontaine persönlich kaufte die Verfilmungsrechte an dem Roman und bat sie den Hammer Studios an, es sollte eine Art Comeback für sie darstellen. Leider war der Film kein großer Erfolg und stellt somit ihre letzter Kinoauftritt dar.

The Witches - ScreenshotThe Witches - Screenshot

The Witches beleuchtet mehr die Psyche von Gwen Mayfield und deutet viele der okkulten Begebenheiten nur an. Die einzigen Hexenkünste die man deutlich sieht ist eine Ritualfeier am Ende. Die wirkt in ihrer Ausführung allerdings ein wenig unfreiwillig komisch und das Finale selber läuft auch recht unspektakulär und in seiner Konsequenz auch zu einfach ab. Der entscheidende Kick fehlt da einfach. Zugute halten muss man dem Film, dass er sehr ansprechend und Hammer-typisch mit der Kamera eingefangen wurde. Es gibt detaillierte Sets und schöne Außenaufnahmen. Insgesamt bietet der Film nette Unterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag, mehr aber irgendwie leider nicht.

Regisseur Cyril Frankel arbeitete größtenteils fürs britische Fernsehen bei TV-Serien wie The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone) oder UFO. Für Joan Fontaine sollte The Witches die letzte größere Rolle sein, erst 9 Jahre später war sie in kleineren Produktionen zu sehen. Fontaine bekam für ihre Rolle in Alfred Hitchcocks Suspicion (Verdacht) den Oskar, nominiert wurde sie noch für ihre Arbeit in Hitchcocks Psychothriller Rebecca und The Constant Nymph (Jungfräuliche Liebe). Kay Walsh war ebenfalls in einigen britischen Klassikern wie David Leans Oliver Twist oder dem Film Noir angehauchten Hunted (Ein Kind war Zeuge) zu sehen. In den deutschen Kinos lief der Film nie, war allerdings unter dem völlig dummen Titel "Der Teufel tanzt um Mitternacht" im Fernsehen zu sehen.

The Witches - ScreenshotThe Witches - Screenshot

Technisch ist die Anolis DVD wieder mal sehr gut geworden. Das Bild ist die meiste Zeit sehr scharf und bietet gute Farben und einen ordentlichen Kontrast. Allerdings scheint das Master aus mehreren Quellen zusammengestellt worden zu sein. Ab und zu macht sich ein leichter Abfall in der Bildqualität bemerkbar, am besten eigentlich zu erkennen als Ronnies Vater betrunken in die Schule kommt und mit Gwen Mayfield redet. Da macht sich dann ein hoher Kontrast und ein unschärferes Bild bemerkbar. Der Ton hingegen ist bei beiden Sprachmöglichkeiten in Ordnung. Das Bonusmaterial besteht aus der "Wicked Women" Folge der World of Hammer und bietet Ausschnitte zu The Anniversary, Black Widow, Countess Dracula, Doctor Jekyll and Sister Hyde, Fanatic, The Nanny, Stolen Faces und The Witches. Danach folgen zwei TV-Spots, die den Film unter dem US-Titel "The Devil's Own" als Double Feature mit Prehistoric Women (Der Sklave der Amazonen) anpreisen. Der Originaltrailer befindet sich ebenso auf der DVD. Liner Notes gibt es wieder von Uwe Huber.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 18.03.2004
Letzte Textänderung: 05.07.2004

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