Film Daten

Titel:
A Tale of Two Sisters
Originaltitel:
Janghwa, Hongryeon
Land & Jahr:
Südkorea 2003
Laufzeit ca.: ?
114 Min.
Regie:
Ji-Woon Kim
Darsteller:
Kap-Su Kim
Jung-Ah Yum
Su-Jeong Lim
Geun-Yeong Mun
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Metro
Label:
Metro
Regionalcode / Norm:
3 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 114:06
Sprachen/Ton:
Koreanisch - DD 5.1-EX
Koreanisch - 6.1 DTS-ES
Untertitel:
Englisch, Koreanisch
Extras:
  • Audiokommentar von Regisseur, Lichtmann und Kameramann
  • Audiokommentar von Regisseur und Darstellern
  • Trailer
  • Making-of
  • Interviews mit den 4 Hauptdarstellern und Regisseur
  • 15 Deleted Scenes
  • Musikvideo
  • Production Design
  • Music Score
  • Special Effects
  • Fotoshooting
  • "See the Movie with Psychiatrist" - Interview mit einem Psychiater
  • Bildergalerie
  • Easter Egg: A Letter from Soo-Yeon
  • Senitype

DVD Daten

DVD Cover - Tartan Video
Label:
Tartan Video
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 109:35
Sprachen/Ton:
Koreanisch - Dolby Surround
Koreanisch - DD 5.1
Koreanisch - DTS
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Audiokommentar von Regisseur und Hauptdarstellerinnen
  • Audiokommentar von Regisseur, Kamermann und Lichtmann
  • Trailer
  • Behind the Scenes
  • Production Design
  • Music Score
  • CGI Documentary
  • Creating the Poster
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • 4 Interviews mit den Hauptdarstellern
  • 3 Interviews mit dem Regisseur
  • "A Psychiatrist's Perspective"
  • Bildergalerie
  • Hidden Feature: A Letter from Soo-Mi
  • Hidden Feature: A Letter from Soo-Yeon
  • Booklet mit Liner Notes

DVD Daten

DVD Cover - EMS
Label:
EMS
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 109:35
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Deutsch - DTS
Koreanisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Audiokommentar von Regisseur und Hauptdarstellerinnen
  • Trailer
  • Bei den Dreharbeiten
  • Produktionsdesign
  • Die Filmmusik
  • CGI-FX
  • Entstehung des Artworks
  • Deleted Scenes
  • Szenenvergleich
  • 4 Interviews mit den Hauptdarstellern
  • 2 Interviews mit dem Regisseur
  • "Aus der Sicht eines Psychiaters"
  • Bildergalerie
  • Hidden Feature: A Letter from Soo-Mi
  • Hidden Feature: A Letter from Soo-Yeon
  • Trailer: Koma / R-Point / Bad Guy / The Machinist / Evil / Oldboy

A Tale of Two Sisters

Review

A Tale of Two Sisters - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die beiden Schwestern Soo-Mi und Soo-Yeon (Im Soo-Jung und Moon Geun-Young) kehren zusammen mit ihrem Vater (Kim Kab-Su) nach Hause zurück, wo sie bereits von ihrer Stiefmutter (Yeom Jeong-Ah) erwartet werden. Die ist bei den beiden Schwestern allerdings nicht sehr beliebt und stößt nur auf Abneigung bei den beiden. Während Soo-Mi offen rebelliert, frisst Soo-Yeon alles stumm in sich hinein. Schon in der ersten Nacht geschehen allerdings recht merkwürdige Dinge im Haus. Geräusche von trappelnden Füßen sind auf dem Flur zu hören, jemand schleicht sich in Soo-Yeons Zimmer und Soo-Mi hat einen fürchterlichen Alptraum. Am nächsten Morgen brechen die lange unterschwellig gehaltenen Konflikte innerhalb der Familie langsam auf und eine Spirale des Grauens beginnt ...

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

A Tale of Two Sisters erscheint zunächst ein weiterer Eintrag der asiatischen Horrorkinowelle zu sein, die seit dem Erfolg von Ringu losgetreten wurde. Es gibt ein paar deutliche Parallelen zwischen den beiden Filmen und schwarzhaarige Mädchen, die den Kopf senken und sich bedrohlich-langsam voranbewegen, sind fast zu einem Klischee geworden. Man würde aber A Tale of Two Sisters ein enormes Unrecht antun, würde man ihn nur auf seine Horrorfilmelemente reduzieren. Denn unter der Oberfläche verbirgt sich deutlich mehr Tiefgang als in den meisten anderen asiatischen Horrorfilmen neueren Datums - auch wenn sich dies dem Zuschauer vielleicht erst nach dem zweiten Anschauen des Films erschließt.

Die Handlung dreht sich komplett um die beiden Schwestern Soo-Mi und Soo-Yeon. Eine tiefe innige Freundschaft verbindet die beiden und Soo-Mi spielt sowas wie die Aufpasserin für Soo-Yeon, die im Gegensatz zu ihr eine sehr schüchterne Person ist und nicht viele Widerworte gegen ihre dominante Stiefmutter findet. Soo-Mi sucht hingegen offen den Konflikt mit der zweiten Ehefrau ihres Vaters. Denn beiden liebten ihre Mutter und hatten unter ihrem Tod sehr zu leiden. Die Stiefmutter ist in ihren Augen das Böse, eine Person die ihnen die geliebte Mutter geraubt hat und nun ihren Vater für sich vereinnahmen will. Im Gegenzug ist die Stiefmutter auch nicht gerade erfreut darüber, die beiden Töchter im Hause zu haben, kann sie sie doch ebensowenig leiden. Trotzdem versucht sie eine gute Mine aufzusetzen. Der Vater steht dieser Situation ziemlich ratlos gegenüber und versteht es auch nicht in einem kompromisschaffenden Maße einzugreifen. Auch wenn die Handlung in der Gegenwart spielt, so dreht sich doch alles um die Vergangenheit der Familie. Eine Vergangenheit, die die Töchter wieder haben möchten, in der die Familie noch intakt war und Harmonie den Alltag bestimmte. Der Fund von alten Andenken an die Mutter und Familienfotos zaubert solange ein Lächeln auf die Gesichter, bis plötzlich die verhasste Stiefmutter auf den Bildern auftaucht.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Außerdem geschehen einige unheimliche Dinge im Haus. Und diese Szenen lassen den Zuschauer die Decke bis an die Nasenspitze hochziehen. Bereits beim Vorspann kommt ein seltsames Gefühl hoch. Die Credits werden über dem Hintergrund eines Tapenmusters dargestellt. Aber ist es wirklich nur ein Muster? Erkennt man nicht doch dahinter eher eine Fratze, die bedrohlich den Zuschauer anblickt? Dies zieht sich schließlich durch den ganzen Film, denn gerade in den Zimmern der beiden Mädchen gibt es weitere Mustertapeten. Man fühlt sich an diese Bilder erinnert, in denen, wenn man nur lange genug draufstarrt Objekte sichtbar werden. Gekonnt spielt der Film auch mit den Urängsten aus Kindertagen. Das Quietschen der Zimmertür im Dunkeln oder eine Hand einem die Decke wegzieht. Auch als erfahrener Horrorfilmkenner gibt es genug Szenen die das Herz enorm hoch springen lassen. Selbst wenn man ahnt was als nächstes passiert, kann man sich trotzdem noch höllisch erschrecken. Hier kann man Regisseur Kim Jee-Woon nur ein Kompliment aussprechen. Was unter anderer Regie schnell zu einem langweiligen und vorhersehbaren Gruselfilmchen geworden wäre, wurde hier zu einem Meisterstück subtiler Horrorkunst.

In der zweiten Hälfte des Films geht dann der Horror ein wenig zurück und verwandelt sich in einen handfesten Psychothriller mit einigen unvorhersehbaren Wandlungen und streift dabei sogar die Bereiche eines David Lynch inklusive der düsteren Atmosphäre seiner Filme Lost Highway oder Mulholland Drive. Zwar dürften einige filmerfahrene und mitdenkende Zuschauer schon ahnen was auf ihn zukommt, aber trotzdem bietet der Film noch 1-2 Wendungen mehr, die dann, wenn man meint der Höhepunkt wäre schon erreicht, dem ganzen noch die Krone aufsetzen. Was den Film nicht nur höchst abwechslungsreich, sondern geradezu genial erscheinen läßt. Denn dann liegt der Reiz darin, bei einem wiederholten Anschauen auf Details zu achten, die man vorher einfach gar nicht wahrgenommen hat, die aber dann plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen und in einem anderen Licht erscheinen.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Dies wird noch unterstützt von der grandiosen schauspielerischen Leistung der beiden Mädchen Im Soo-Jung und Moon Geun-Young. Die beiden spielen so überzeugend, dass man mit ihnen mitfiebert oder auch mit ihnen zusammen die Stiefmutter in die Hölle wünscht. Bis zur letzten Minute werden alle Möglichkeiten aus der Geschichte ausgeschöpft und zu einem schlüssigen, wenn auch komplexen Gesamtwerk veredelt. Die Besetzung der Rolle der Stiefmutter mit Yeom Jeong-Ah ist ebenfalls mit einer anderen Schauspielerin kaum vorstellbar, versteht sie es doch gleichermaßen die fürsorgende Frau und die verachtenswerte Stiefmutter darzustellen.

Das Haus in dem sich alles abspielt scheint vom gleichen Architekten zu stammen, der auch das Hotel in The Shining und das Anwesen aus The Haunting (Bis das Blut gefriert) gebaut hat. Die Flure sind stets dunkel, nur selten durchdringt das Sonnenlicht die düstere Atmosphäre. Hier werden Erinnerungen an die Wohnung des Ehepaares Madisons aus David Lynchs Lost Highway wach, in dem sich ein Flur scheinbar in die finsterste Dunkelheit führt. Die Lichtgestaltung hingegen könnte aus Dario Argentos Suspiria abgeschaut sein. Durch die sich fast immer im Haus abspielende Handlung entsteht fast Kammerspiel-Atmosphäre, die durch die engen Flure und kleinen Zimmer der Mädchen schon annähernd klaustrophobische Züge annimmt.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Erwähnen sollte man auch die wunderbare Musik von Byung-Woo Lee. Gerade das Titelstück hat einen gewissen Ohrwurm-Charakter und schafft eine schnelle Assoziation zum Film. Die Kamera wurde geführt von Mo-Gae Lee, dem neben sanften Kamerafahrten und effektiven Zooms auch einige wirkungsvolle 360 Grad Drehaufnamen gelungen sind. Der Einsatz von Computertechnik hält sich angenehm in Grenzen und wird effektiv dort genutzt, wo es nicht nur zweckdienlich ist, sondern auch kaum auffällt. Regisseur Kim Jee-Woon verlangte explizit von den Computerkünstlern "CGI-Grafiken die nicht aussehen wie CGI-Grafiken" und das kann man als gelungen bezeichnen.

A Tale of Two Sisters ist also ganz große Kinokunst! Wenn mich ein Film erst mit seinen sparsamen, aber effektiven Schockmomenten in die hinterste Ecke meines Sofa drücken läßt, aber gleichermaßen nach dem Abspann mein Gehirn noch zum Interpretieren, Ordnen und Entschlüsseln anregt, dann kann nicht viel zum Meisterwerk fehlen. Es ist schön zu sehen, dass es immer wieder mal einen Film gibt, der einem Genre, in dem man glaubt schon alles gesehen zu haben, trotzdem noch neue Facetten verleihen kann. Dieser Film verdient es von der Filmgemeinde entdeckt zu werden und zwar bevor Dreamworks mit ihrem elenden US-Remake ankommen, das bereits zum Scheitern vorverurteilt ist. Denn wenn das Original schon so gut wie perfekt ist, was kann das Remake dann noch bieten? Gewarnt seien nur alle die, die mit ruhigen Filmen im Horror- und Thriller-Bereich ihre Probleme haben, denn über ein leicht angezogenes Tempo geht der Film nicht hinaus, kompensiert dies aber durch eine bedrohliche und düstere Atmosphäre.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Die Handlung des Films basiert eigentlich lose auf einer alten koreanischen Fabel namens "Janghwa & Hongryun", die auch bereits zuvor schon mehrmals verfilmt wurde. In dieser alten Geschichte geht es um zwei in einem Fluß ertrunkene Kinder, die als Geister einem Fischer erscheinen und ihm mitteilen, dass sie in Wirklichkeit von ihrer Stiefmutter umgebracht wurden, woraufhin die Stiefmutter zur Rechenschaft gezogen wird. A Tale of Two Sisters verlegt das ganze aber in die Gegenwart und nimmt sich auch nur der Geistermotive an, mehr aber auch nicht.

Von Regisseur Kim Jee-Woon kennt man evtl. die schwarzen Komödien Choyonghan kajok (The Quiet Family), Banchikwang (The Foul King) oder das Segment "Memories" aus dem Episodenfilm San geng (Three) (bitte nicht verwechseln mit Three... Extremes!). Nach seinem Theaterstudium ging er zum Militär, wurde aber nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit Drehbuchschreiber, weil er dringend Geld brauchte. Die Drehbücher wurden so gut angenommen, dass man ihn fragte, ob er die Filme nicht auch als Regisseur inszenieren wollte und seine ersten Filme wurden auch gleich mit Preisen ausgezeichnet. Auch zu A Tale of Two Sisters schrieb er das Drehbuch und war auch im Production Design entscheident beteiligt. Yeom Jeong-Ah war unter anderem in Tell me Something zu sehen gewesen und bekam nach eigenen Aussagen nach A Tale of Two Sisters deutlich bessere Rollenangebote. Moon Geun-Young trat unter anderem in der Liebesromanze Yeonae sosheol (Lover's Concerto) auf.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Für diejenigen, die den Film bereits gesehen haben, möchte ich im folgenden Spoiler-Bereich mal einige Sichtweisen von mir aufzeichnen:

Spoiler

Ich versuche mal zu entschlüsseln, wie ich die Story verstanden habe. Zunächst einmal die Vorgeschichte:

  • Die Mutter der Kinder war entweder unheilbar krank oder litt an Depressionen.
  • Die spätere Stiefmutter war eine Arbeitskollegin des Vaters und später wohl auch die Pflegerin der Mutter. Aber irgendwann begann der Vater ein Verhältnis mit ihr einzugehen. Ob vor dem Tod der Mutter oder später ist nicht ganz klar, aber ich vermute mal vorher, denn warum sollte die Frau Soo-Yeon dann nicht helfen wollen.
  • Soo-Yeon entdeckt die Leiche ihrer Mutter im Schrank, stirbt aber dann Erstickung, weil sie unter dem umgekippten Schrank und der Leiche ihrer Mutter liegt. Die Frau entdeckt dies, geht erst davon, will aber dann doch wegen ihres schlechten Gewissens helfen. Da entsteht aber der Disput mit Soo-Mi und aus Hass ihr gegenüber hilft sie Soo-Yeon dann doch nicht mehr.
  • Soo-Mi geht aus dem Haus und während sie weiter fortgeht, stirbt Soo-Yeon, was Soo-Mi wohl irgendwie fühlt, denn ihre Schritte verlangsamen sich.

Danach folgt eine nicht im Film dokumentierte Phase, wo ich mal davon ausgehe, dass nach dem Verlust der Mutter und der Schwester Soo-Mi einen schweren Nervenzusammenbruch erlitt, da sie beide sehr geliebt hat. Sie wird eine unbestimmte Zeit in einer Klinik behandelt und dann entlassen. Ihr Vater fährt dann mit ihr nach Hause, das ist dann der Punkt wo der Film beginnt. Hier geht es dann weiter:

In der Phantasie von Soo-Mi lebt Soo-Yeon noch und die Stiefmutter wohnt ebenfalls in dem Haus, in Wirklichkeit ist aber niemand außer ihr und ihrem Vater dort, denn:

  • man sieht nie, wie sich der Vater mit der Stiefmutter UND Soo-Mi gleichzeitig unterhält. Beim gemeinsamen Abendessen redet er nur mit der Stiefmutter, aber mit keinem der Mädchen.
  • er unterhält sich grundsätzlich nie mit Soo-Yeon. Als Soo-Yeon und Soo-Mi draußen auf der Veranda sitzen und der Vater dazu kommt, sieht man nur Soo-Mi und den Vater im Bild, Soo-Yeon ist auffällig aus dem Bild herausgehalten worden und wenn, dann ist sie nur alleine im Bild.
  • Soo-Mi nimmt mal die (fiktive) Position der Stiefmutter ein, mal ist sie einfach nur sie selbst. Der Vater gibt der Stiefmutter beim Essen zwei Pillen. Später bekommt Soo-Mi die gleichen. Beim Essen blickt er nie nach rechts zu den Mädchen, was darauf schließen läßt, dass Soo-Mi links von ihm sitzt, aber die sich vorstellt da säße die Stiefmutter und rechts die Mädchen.
  • Als Soo-Mi und die Stiefmutter sich streiten und der Vater hinzu kommt, ist alles was Soo-Mi vom Tisch geschoben hat verschwunden und die Stiefmutter ebenfalls.
  • Beim Abendessen mit seinem Bruder und dessen Frau sind die Kinder seltsamerweise nicht dabei. Nur die Stiefmutter, die aber auch hier wahrscheinlich nur Soo-Mi ist, die sich die Stiefmutter an der Position denkt.

Soo-Mi hat also bereits zu Beginn des Filmes eine ausgeprägte multiple Schizophrenie entwickelt und bildet sich zusätzlich noch ein, dass Soo-Yeon noch am Leben ist. Das einzige was vielleicht nicht ganz eindeutig zu erklären ist: was hat es mit dem Wesen auf sich, was aus dem Schrank heraus auf die Stiefmutter zukriecht? Ob sich der Geist der Mutter hier manifestiert hat und Rache verübt oder Soo-Mis Phantasie mit ihr durchgeht? Das würde dem Film hier zumindestens für einen Moment eine übernatürliche Komponente verleihen, die vorher höchstens als flüchtige Eindrücke abgehandelt werden konnten. Da im asiatischen Raum der Geisterglaube weitaus ausgeprägter ist, wäre die erste Variante durchaus denkbar.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot
A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Dies ist bestimmt keine definitive und felsenfeste Analyse der Handlung. Nach wie vor gibt es viel Spielraum für eigene Interpretationen und Gedanken.

Spoiler

DVD-Veröffentlichungen

Aus Korea gibt es eine feine Special Edition für den Film auf DVD. Das Doppel-DVD-Set ist in einem schön gestalteten Digipack verpackt worden, der zudem in einem Pappschuber steckt. Der ersten Auflage liegt zudem noch ein Senitype, also ein Filmschnipsel anbei. Bevor auf den DVD-Transfer eingegangen wird, muss allerdings vorher gesagt werden, dass A Tale of Two Sisters recht schwieriges Material für eine anständige DVD-Umsetzung liefert. Der größte Teil der Handlung spielt im Dunklen oder Halbdüsteren und Rot- und Blautöne sind meistens in großflächiger Form vorhanden. Hier kommt es also auf einen guten Kontrast und einer ordentlichen Schärfe sowie einer anständigen Kompression an. Zwar erreicht das Bild der DVD diese Ziele nicht ganz, holt aber schon glaube ich das beste aus dem Material heraus. Der Kontrast könnte in manchen dunklen Szenen etwas besser sein und die Schärfe ist allgemein etwas schwach geraten, gerade wenn es um Details geht. Ein gewisses Bildrauschen ist immer präsent und durch die Kompression gibt es eine leichte Blockbildung. Sehr gut zu erkennen z.B. bei knallroten Objekten.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Tontechnisch werden jeweils eine Dolby Digital 5.1 EX und DTS-ES 6.1 Spur geboten. Da es sich nicht um einen Actionkracher handelt, gibt es nicht unbedingt eine große Dynamik im Sound, aber die Möglichkeiten werden trotzdem gut genutzt. Der größte Teil kommt sicherlich von vorne, allerdings wird die Musik auf alle Lautsprecher verteilt und auch Effekte finden ihren Weg nach hinten, was teilweise für nette Schockmomente sorgt. Neben den koreanischen Untertiteln gibt es für den Film auch gut lesbare englische Untertitel, die leider an einer Stelle eine Lücke aufweisen, als Soo-Mi einen Zettel zugeschoben bekommt und diesen liest. Was dort draufsteht bleibt so leider unbekannt. Im Forum von http://www.koreanfilms.org bin ich allerdings auf folgende Übersetzung gestoßen: "Su-mi, I'm going out. Will be back in the afternoon. Lock the doors."

Das Bonusmaterial ist recht umfangreich ausgefallen und wurde zum größten Teil von Kim Jee-Woon selbst zusammengestellt, aber wer kein Koreanisch kann, sollte sich vielleicht überlegen, ob er nicht auf eine preiswertere DVD-Variante umsteigen sollte, denn von dem Bonusmaterial ist leider nichts englisch untertitelt worden. Es gibt gleich zwei Audiokommentare, einen Trailer, ein Making-of, fünf verschiedene Interviews, satte 15 verschiedene Deleted Scenes, ein Musikvideo (nur nicht vor dem Film anschauen!), kleinere Featurettes zum Production Design, der Musik und den Computereffekten, Aufnahmen eines Foto-Shootings, ein Interview mit einem Psychiater zu dem Film und eine Bildergalerie sowie ein verstecktes Feature.

Update 06.01.2006

Als interessante Alternative gibt es in England von Tartan und auch in Deutschland von EMS jeweils ein Doppel-DVD-Set, die beide einen Großteil der Extras der koreanischen DVD besitzen und somit auch dem Englisch bzw. Deutsch sprechendem Filmfan die Extras in verständlicher Form näherbringen. Hierbei sei schon mal im Vorfeld erwähnt, dass der Film und alle Extras mit Untertiteln versehen wurden. Während die britische DVD in einer normalen DVD-Hülle verkauft wird, gibt es bei der deutschen DVD wenigstens noch einen Pappschuber mit dem bekannten Plakatmotiv drumherum und einem alternativen Motiv in der normalen Hülle.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Die technischen Unterschiede sind allerdings zwar nur im Detail zu erkennen, aber definitiv vorhanden. Das Bild der britischen DVD leidet unter einer zu starken Komprimierung, die massive Blockbildung mit sich bringt und damit sogar vereinzelt dezente Helligkeitsschwankungen herbeiführt. Dafür ist das Bild insgesamt etwas heller als bei der koreanischen DVD und die Farben wirken nicht ganz so knallig. Auch ist der Kontrast ein wenig besser geraten. In Sachen Kompression kann hingegen die deutsche DVD besser abschneiden, die mit Szenen, die bei der Tartan DVD negativ auffallen, so gut wie keine Probleme hat. Auch ist das Bild noch einen Tack heller, der Kontrast aber ähnlich. Lediglich in der Schärfe unterscheiden sich alle drei Veröffentlichungen nicht sonderlich. Tartan bietet ausschließlich den koreanischen Ton in Dolby Surround, 5.1 und DTS 5.1, während EMS neben dem Originalton in Dolby Digital 5.1 auch eine - sogar halbwegs akzeptable - deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1 anbietet.

Um die Unterschiede etwas besser zu verdeutlichen, hier ein Bildvergleich zwischen allen drei DVDs: Bildvergleich Metro <-> Tartan <-> EMS

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Beide DVD-Veröffentlichungen bieten den Audiokommentar von Regisseur Kim Jee-Woon und den beiden Hauptdarstellerinnen Im Soo-Jung und Moon Geun-Young. Dies mag eine sehr interessante Konstellation sein, aber leider ist der Kommentar nur bedingt interessant. Dies liegt vor allem daran, dass die beiden jungen Schauspielerinnen natürlich nicht viel Erfahrungen im Aufnehmen eines Audiokommentars haben und nur sehr langsam auftauen. Den Hauptteil spricht dabei Kim Jee-Woon, wobei an interessanten Informationen auch nicht sehr viel vermittelt wird. Den zweiten Audiokommentar der koreanischen DVD besitzt hingegen leider nur die britische DVD. Dieser Kommentar geht sehr ins technische Detail, wie und warum z.B. bestimmte Szenen ausgeleuchtet wurden etc. und ist daher mehr für die Zuschauer interessant, die gerne mehr über die Inszenierung des Films erfahren wollen.

Die britische DVD bietet auf DVD 1 noch den Trailer zum Film und ein 28-minütiges Interview mit dem Regisseur, das exklusiv für diese DVD aufgenommen wurde. Es ist nicht unbedingt einfach zu folgen, weil das Interview über einen koreanischen Dolmetscher läuft und dieser auch mit einem Akzent spricht. Das Interview geht vor allem auf seinen Werdegang im Filmgeschäft ein, warum er sich für bestimmte Genres entschied, über die Hintergründe von A Tale of Two Sisters und die Produktion des Films. Dabei unterschlägt allerdings der Dolmetscher auch einiges, denn als der Regisseur nach seinen Einflüssen gefragt wird und man aus seiner Antwort deutlich Suspiria und Picknick at Hanging Rock (Picknick am Valentinstag) heraushören kann, wird dies in der Übersetzung des Dolmetschers nicht erwähnt. Sympathiepunkte sammelt Kim Jee-Woon aber sofort, als er auf die Frage, ob er in irgendeiner Form an dem angekündigten US-Remake beteiligt sein wird, mit einem herzhaften "Never!" antwortet.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

DVD 2 ist bei Tartan in vier Bereiche aufgeteilt, die sich "Creating A Tale of Two Sisters", "Deleted Scenes", "Interviews" und "Stills Gallery" nennen. Die EMS DVD hat dies ähnlich übernommen und das Menü in "Making-of", "Deleted Scenes" und "Bildergalerie" eingeteilt und die Interviews nochmals separat in "Interviews mit den Darstellern", "Aus der Sicht eines Psychiaters", "Kim Jee-Woon zum Thema Horror" und "Eine Analyse von Regisseur Kim Jee-Woon" aufgesplittet.

Über die Entstehung und Produktion des Films erfährt man alles im ersten Bereich, der mehrere Featurettes bietet. In "Behind the Scenes / Bei den Dreharbeiten" (24 Min.) gibt es Aufnahmen von den Dreharbeiten und kurze Interviewschipsel mit einigen Beteiligten, verrät aber auch sehr viel von der Handlung und sollte auf keinen Fall vor dem Film angeschaut werden. Die "Production Design Featurette / Produktionsdesign" (12 Min.) besteht aus einem Interview mit Art Director Geun-Hyeun Jo, in dem er sich ausführlich über die Farbgebung und das Production Design ausläßt. Soundtrack-Komponist Byung-woo Lee kommt in der "Music Score Featurette / Die Filmusik" (6 Min.) zu Wort und dabei verdeutlicht er seine Herangehensweise an das Projekt. In der "CGI Documentary Featurette / CGI-FX" (6 Min.) erklären zwei der Computergrafiker etwas zu ihrem Thema und selbst der Fotograf des Plakatmotivs kommt in "Creating the Poster Featurette / Entstehung des Artworks" (6 Min.) zu Wort. Bei der DVD von EMS kann man diese Featurettes entweder einzeln anwählen oder als ein zusammenhängendes Making-of anschauen.

A Tale of Two Sisters - ScreenshotA Tale of Two Sisters - Screenshot

Die Deleted Scenes Sektion beinhaltet insgesamt 12 zumeist sogar recht lange entfernte Szenen. Bei der britischen DVD gibt es noch einige Outtakes, die aber nur aus kleineren gelöschten oder alternativen Szenen bestehen. Zu jeder Deleted Scene hat Regisseur Kim Jee-Woon noch einen Audiokommentar beigesteuert, in dem er genau erklärt warum die betreffende Szene entfernt wurde. Hier hat EMS sich noch die Arbeit gemacht und einen Szenenvergleich bereitgestellt. In dem Bereich "Interviews" gibt es vier Beiträge, in denen die Hauptdarsteller des Films jeweils vom Regisseur interviewt wurden und haben jeweils eine Laufzeit zwischen 10 und 13 Minuten. Interessant ist hierbei, dass meist gegen Ende sogar ein Dialog mit dem Regisseur entsteht, wo ihm gesagt wird, was sie an seiner Art Filme zu drehen gut oder schlecht finden. Des weiteren gibt es noch zwei Interviews mit Kim Jee-Woon selbst, in dem er sich in "An Explanation by the Director / Eine Analyse von Regisseur Kim Jee-Woon" mit den Kritiken zu A Tale of Two Sisters auseinandersetzt und in "Director's Thoughts on Horror / Kim Jee-Woon zum Thema Horror" ein Gespräch mit dem Regisseur Im Pil-Sung führt, in dem sie den Stand des Horrorfilms in Korea diskutieren. Zum Schluß gibt es noch in "A Psychiatrist's Perspective / Aus der Sicht eines Psychiaters" die Ausführungen eines Psychiaters über die seiner Ansicht nach überraschend akkurate Darstellung bestimmter Personen im Film. Die Interviews gehen zusammen über 77 Minuten. Die "Stills Gallery / Bildergalerie" ist dann noch sowohl bei Tartan als auch bei EMS eine kleine, selbstablaufende Bildergallerie mit Aufnahmen aus dem Film oder vom Set. Als einzige DVD hat die britische von Tartan noch ein dünnes Booklet mit Liner Notes von Jamie Russell.

Die DVDs im Vergleich - Fazit

DIE optimale DVD gibt es scheinbar von A Tale of Two Sisters nicht, aber alle sind in irgendeinem Punkt nahe dran. Das beste Bild hat - Überraschung! - die deutsche DVD von EMS, da sie heller ist und einen besseren Kontrast hat als die koreanische DVD und nicht unter den Kompressionsproblemen der britischen DVD zu leiden hat. Tontechnisch wäre natürlich in Bezug auf den Originalton die koreanische DVD die erste Wahl wegen der DTS-ES 6.1 Spur. Aber da die meisten wahrscheinlich nicht über eine 6.1-Anlage verfügen und die Unterschiede zwischen den Tonspuren wohl nicht so massiv sind, würde sich hier natürlich auch die britische DVD anbieten, die Koreanisch in DTS in 5.1 besitzt. Aber ehrlich gesagt habe ich keinen großen Qualitätssprung zwischen der 5.1 und der DTS Spur heraushören können, so dass auch hier die einfache 5.1 Spur, die ja nun sowohl auf der englischen wie auch deutschen DVD drauf ist, ausreichen könnte. Für die Synchronliebhaber bleibt ohnehin nur eine Option.

Metros DVD besitzt mit dem Digipack sicherlich die schönste Verpackung, dicht gefolgt von der EMS mit dem Pappschuber. Was das Bonusmaterial angeht, so fällt für alle ohne koreanischen Sprachkenntnisse die DVD von Metro ohnehin aus. Die britische und deutsche DVD sind, was das Bonusmaterial angeht, fast identisch, aber bei EMS fehlt leider der zweite Audiokommentar, der wahrscheinlich einer der deutschen Synchronspuren weichen musste. Das exklusive Interview der britischen DVD kann man wegen des zeitraubendens Übersetzen des Dolmetschers hingegen leicht verschmerzen. Was die DVD-Menüs angeht, so hat man sich auch hier bei EMS die größere Mühe gegeben, auch wenn die auf "alt" getrimmten Filmszenen etwas zu heftig mit diesem Effekt versehen wurden.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 07.04.2004
Letzte Textänderung: 08.01.2006

Leser-Kommentare

24.04.2006, 15:24:16 Confiuscius

Vielen Dank für die Erklärungsversuche, ich dachte mir nach dem Film einfach nur:
"ich hab noch nie einen film sowas von nicht begriffen..."
Lange fand ich den Film abgesehen von ein paar schockern eher träge, aber das Ende wow, sowas sieht man nicht alle Tage.
Auch der Pappschuber ist cool und das Bonusmaterial ist auch recht umfangreich.

31.01.2006, 10:40:32 Psychoteddy ( Email schreiben )

Hab nach langem Warten auf die Doppel-dvd von e-m-s endlich am Wochenende die Scheibe bekommen und auch zusammen mit meinem Vater gesehen:

Allgemein zu den DVD: Der Ton ist hervorragend, das Bild bis auf den Menüanfang (Ich sag nur Schranktür *G*), sehr gut, die Farben sind intensiv, da wird Schwarz wirklich Schwarz. Den einzigen Minuspunkt muss ich allerdings für die Untertitel geben, da immer mal wieder hier und da ein Wort im Satz fehlt.

Zu den Extras: Ich hab selten eine so gut ausgestattete Extra-DVD gesehen, Alle Filme sind interessant und wenn man nach mehrfachem Gucken des Films immer noch nicht bemerkt hat was eigentlich passierte, dann sollte man den Szenenvergleich dazuziehen (aber keinesfalls vorher!!!!) Auch den Film von einem Psychiater interpretieren zu lassen war in diesem Fall sehr gut, hab mir direkt mal ein Buch über Jung geholt :)

Zum Film: Holy Moly!!!!!! Also ich bezeichne mich ja eigentlich im Bereich des Psychohorrors als gut abgehärtet aber bei diesem Film hatte ich dann doch 3-4 mal leichte Panikattacken.
Er beginnt ja wirklich sehr ruhig, aber schon die erste Begegnung mit der Stiefmutter deutet an, dass da irgendwas nicht stimmt. Die Szene, wo Su-Mi und ihr Vater im Zimmer stehen und er ihr etwas sehr entscheidendes sagt (Spoilervermeidung) fand ich vor allem wegen dem Wechsel feste Kamera - Handkamera beeindruckend. Ich denke ich habe nun nach 3 mal guggen auch so gut wie alles kapiert, gibt zwar noch 2 Sachen die ich net verstehe, aber naja das gehört nicht hier her.
Die SchauspielerInnen sind einfach grossartig, allen voran natürlich Soo-mi und Eu-Jun. Allein dieses Psychoduell, nicht zuletzt durch den Twist der Story, ist exzellent. Soo-Yeon muss man allerdings auch eine sehr reife Leistung attestieren. Ihre Mimik ist zwar typisch asiatisch (also für Europäer schwer zu entschlüsseln) aber absolut passend zu dem was ihr passiert. Der Vater, nun ja, eigentlich zeigt er sich ja nur als Randfigur. Dies ist aber ganz logisch und seine Verzweiflung das sich die drei Damen im Haus nicht vertragen ist nur zu verständlich, ist er doch der einzige im Haus der so einigermaßen den Überblick behält.
Das Doppelungsprinzip von Szenen scheint mir zwar sehr von Lynch abgeschaut, aber in diesem Kontext hilfts ungemein, das ganze zu verstehen (Schlusseinstellung im Nachspann).
Definitiv kein Film zur Unterhaltung, sondern eher zum Unterhalten (vor allem danach, mein Pa und ich hatten da doch sehr unterschiedliche Interpretationen). Leider ist Dreamworks auf den Film aufmerksam geworden und will ein Remake machen, also gute Chancen mal wieder zu sehen, wie Amis einen tollen Film versauen können (Muss allerdings sagen das ich The Ring nach Ringu sah und im ersten Moment dachte die Amis wollten den Film persiflieren, bei den vielen Logikfehlern)

Zu "Atots- Das Original" gibts am Ende nur eins zu sagen: Film des Jahres 2003, auch wenn er erst per dvd richtig 2006 rüberschwappt

27.01.2006, 12:54:58 4LOM ( Email schreiben Homepage )

Vielen Dank für die aufschlussreiche Kritik und vor allem den Vergleich der DVD-Editionen. Der Film steht schon seit längerem auf meiner "Möchte ich sehen!"-Liste und da die E-M-S-Disc beim Bild am meisten überzeugen kann, werde ich mir die in Zukunft mal zulegen. Ich hätte nie gedacht, daß die deutsche DVD in dem Bereich als Sieger hervorgeht, denn asiatische Filme, deutsche DVDs und gute Qualität waren bisher eigentlich immer Begriffe, die nie so richtig zusammengepasst haben.

14.04.2004, 08:25:58 jogiwan ( Email schreiben )

Es ist schwer, angesichts dieses Filmes nicht gleich in Superlative zu verfallen. Ein Film wie ein Puzzle, eine wahre Herausforderung für den geneigten Zuseher,
verpackt in wunderschönen Bildern und einem langsamen Erzähltempo, welches den Zuseher immer tiefer in die mysteriöse Geschichte der beiden Schwestern eintauchen lässt. Das düstere Haus, die Soundkulisse, schauspielerische Glanzleistungen und eine Story, die einen bis zum Schluss gefangen hält und die Kinnladen runterklappen lässt. So ein Film kann einfach nur aus Asien kommen.
Lasst euch auch von der Originalversion mit englischen Untertiteln nicht abschrecken. Die wenigen Dialoge stellen auch für weniger Sprachbegabte kein Problem dar. Also nicht erst auf ein glattgestriegeltes, amerikanisches Remake warten, sondern gleich kaufen - die Empfehlung 2004 schlechthin!!!

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann