Film Daten

Titel:
Originaltitel:
The Plague of the Zombies
Land & Jahr:
England 1966
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
John Gilling
Darsteller:
André Morell
Diane Clare
Brook Williams
Jacqueline Pearce
John Carson
Alexander Davion
Michael Ripper
Marcus Hammond
Dennis Chinnery
Louis Mahoney
Roy Royston
Ben Aris
Tim Condren
Bernard Egan
Norman Mann
Alternativtitel:
• Im Bann des Voodoo-Priesters
• Zombies, The
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.78:1 (anamorph) / 86:18
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Interview mit James Bernand
  • Deutscher und Englischer Trailer
  • Kombitrailer
  • Werberatschlag
  • Pressebilder
  • Filmprogramm IFB
  • Comic
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes

Review

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(Ein Review von Carsten Henkelmann)

In einer kleinen Ortschaft in Cornwall sterben über Monate hinweg junge kräftige Männer an einer unbekannten Krankheit. Der dort praktizierende Arzt Dr. Peter Tompson (Brook Williams) schreibt in seiner Verzweiflung einen Brief an seinen alten Lehrer Sir James Forbes (André Morell), der daraufhin zusammen mit seiner Tochter Sylvia (Diane Clare) angereist kommt. Gleich in der ersten Nacht wird Sylvia Zeuge, wie ihre alte Freundin und Peters Ehefrau Alice (Jacqueline Pearce) das Haus verläßt und folgt ihr. Auf dem Gelände einer alten Zinkmine erblickt sie schließlich einen seltsam aussehenden Mann, der ihr die tote Alice vor die Füße wirft. In der gleichen Nacht exhumieren Sir James und Peter das Grab des zuletzt verstorbenen Opfers der Krankheit und finden es leer vor. Am nächsten Morgen suchen sie nach Alice und finden ihre Leiche an einer anderen Stelle. Nach einigen weiteren seltsamen Ereignissen vermutet Sir James die Voodoo-Religion als Ursache für die Geschehnisse und als Hauptverdächtiger gelangt immer mehr der Landherr Clive Hamilton (John Carson) ins Zentrum der Ermittlungen...

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Zwei Jahre bevor ein gewisser George A. Romero mit seinem Debüt Night of the Living Dead (Die Nacht der lebenden Toten) nicht nur die Horrorfilmwelt umkrempelte, sondern mit dem darauffolgenden Sequel Dawn of the Dead (Zombie) für einen wahren Boom an Zombiefilmen sorgte, schufen die altehrwürdigen Hammer Studios unter der Regie von John Gilling einen kleinen, aber atmosphärisch feinen Zombie-Schocker in Form von Plague of the Zombies. Dieser vertraute aber nicht so sehr wie seine späteren Kollegen auf Bloods'n'Guts, sondern nahm sich noch die Voodoo-Riten als Basis für sein übernatürliches Treiben, ähnlich wie die Urväter dieses Sub-Genres White Zombie und I Walked with a Zombie.

Allerdings soll jetzt nicht die Erwartung geschürt werden, dass man es hier mit einem reinrassigen Vertreter der Zombiefilme zu tun hat, das ist er mitnichten! Lediglich in einer schaurig-schönen Alptraum-Sequenz und im Finale kommen die Untoten eigentlicht erst so richtig ins Spiel. Wer also nur auf Zombiesplatter spekuliert, der dürfte enttäuscht werden. Vielmehr verbirgt sich hinter diesem Film eine eher ins Mystery-Thriller Fach gehörende Geschichte, die relativ langsam erzählt wird. Wichtiger als wilde Horroraction ist hier die Atmosphäre, die dem Ort einen Hauch des Mysteriösen, Befremdlichen und irgendwie Ungemütlichen gibt. Als Zuschauer weiß man eigentlich schon zu Beginn, wer hinter all dem Treiben steckt. Im Stile eines klassischen Krimis muss aber Sir James noch erst die passenden Schlüsse ziehen, bevor er demjenigen auf den Zahn fühlen kann. Im Finale wird dann erst das Tempo ein wenig angezogen.

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Unterschwellig kommt auch eine gewisse Kritik am Aristokratentum hervor. Die Gefolgsmänner Clive Hamiltons sind allesamt räudige Burschen ohne Manieren, die meinen sich alles erlauben zu können, während in der Ortschaft die Menschen mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen haben. Lediglich Hamilton selber hat noch so etwas wie Manieren und entschuldigt sich gleich mehrmals bei Sylvia für das Benehmen seiner Männer, die glaubten sich mit ihr vergnügen zu können. Das hinter der Fassade des Gentlemens aber ganz finstere Absichten stecken versteht sich von selbst. Der beste Charakter ist aber der des Sir James. Dieser erscheint zuerst wie ein alter harter Knochen, läßt aber unterschwellig subtilen Humor mitschwingen, der ihn wieder ungemein sympathisch macht. Überhaupt ist der Film von einem besonderen Humor durchzogen, man achte z.B. auf die Szene, als Sir James und Peter das erste Mal ein Grab ausbuddeln oder versuchen gemeinsam den Abwasch zu bewältigen.

Dieser Film entstand nach dem "Back-to-Back" Prinzip, also das Drehen zweier Filme in den gleichen Kulissen mit dem gleichen Team und auch fast allen Schauspielern. Der wichtigste Teil der Crew hatte allerdings schon bei Rasputin: The Mad Monk zusammengearbeitet. Direkt nach Nächte des Grauens entstand der Film The Reptile (Das schwarze Reptil), der einen großen Teil der Darsteller übernahm. Regisseur John Gilling drehte natürlich beide Filme, zeigte sich aber auch für den ein Jahr später entstandenen The Mummy's Shroud (Der Fluch der Mumie) verantwortlich. In dem spielte auch André Morell mit, der unter anderem auch in der Hammer Umsetzung von The Hound of the Baskervilles (Der Hund von Baskerville) den Dr. Watson mimte. Jacqueline Pearce ist eine der wenigen Hauptdarsteller, die gleichfalls in The Reptile eingesetzt wurden. Dazu gehört auch Michael Ripper, der hier einen gesetzestreuen, aber durchaus menschlichen Polizisten spielt und in The Reptile den Gastwirt des Ortes. John Carson war später noch in Taste the Blood of Dracula (Wie schmeckt das Blut von Dracula?) und Kronos (Captain Kronos - Vampirjäger) zu sehen.

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Der erste Skript-Entwurf entstand bereits 1962, damals sollte der Film noch einfach "The Zombies" heißen. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Titel in "Horror of the Zombies" und "The Horror of the Zombie", bevor dann mit "Plague of the Zombies" der endgültige Titel feststand. Geschrieben wurde das Drehbuch von Peter Bryan, der unter anderem auch die Drehbücher für die Hammer Produktionen The Hound of the Baskervilles (Der Hund von Baskerville), The Brides of Dracula (Dracula und seine Bräute) und A Challenge for Robin Hood (Robin Hood, der Freiheitsheld) verfasste. Den Verantwortlichen bei Hammer war Bryans ursprüngliches Skript doch etwas zu gewagt und baten um eine leichte Entschärfung. So war z.B. Sylvias Aufenthalt in Hamiltons Haus ursprünglich sehr viel unangenehmer und gefährlicher für sie.

Als Drehort fungierte der gleiche Ort, der auch schon in Dracula - Prince of Darkness (Blut für Dracula) und Rasputin: The Mad Monk Verwendung fand. Aus Draculas Schloß wurde ein Haus in Cornwall, die Brücke zur Einfahrt in das Dorf. Die Mine wurde direkt auf der Rückseite von den Häusern erbaut, die beiden Orte befanden sich also in Wirklichkeit nur wenige Meter voneinander entfernt. Während der Dreharbeiten gab es einige Probleme mit Jacqueline Pearce, die aufgrund ihrer Klaustrophobie nur schwierig ihre Zombiemaske und das Liegen im Sarg ertragen konnte. Für das famose Aussehen der Zombies zeichnete sich Roy Ashton verantwortlich, der in vielen der klassischen britischen Horrorfilme sein Können unter Beweis stellen konnte. Die Voodoo-Maske für Hamilton entstand allerdings aus einem alten Lappen, den Ashton seit Jahren für Auto-Putzen benutze.

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Nächte des Grauens ist die Nr. 10 in der Hammer Edition von Anolis Entertainment. Die Bildqualität vermag auch hier wieder zu überzeugen, auch wenn manchmal kleinere Defekte des Originalmaterials in Form von vertikalen Linien zu sehen sind. Die allgemeine Schärfe ist ebenfalls sehr gut, allerdings lassen sich feinere Details nicht unbedingt immer klar erkennen. Lediglich am Kontrast mangelt es ein wenig. Bei den Tonspuren gibt es keinen großen Grund zur Klage. Bei beiden ist die Dialogverständlichkeit recht gut, beim deutschen vielleicht einen Tick besser durch die Synchronisation. Eine gewissen Dumpfheitsgrad weisen allerdings beide auf.

Das Bonusmaterial bringt als erstes eine Interview-Aufzeichnung mit dem Soundtrack-Komponisten James Bernard, das 1994 auf dem Festival of Fantastic Films geführt wurde. In den ca. 20 Minuten wird auf die grundlegensten Stationen seiner Karriere eingegangen, sowie wie er zu den Hammer Studios gekommen ist und wie sich die Arbeit mit einem Orchester für einen Filmsoundtrack gestaltet. Die Tonqualität ist nicht die beste, aber deutsche Untertitel unterstützen das Verständnis. Der deutsche Trailer ist herrlich reißerisch (Panik! Mord! Grauen!) und der britische Trailer steht ihm da nichts nach (Drums! Voodoo! Terror!). Dazu gibt es noch einen Kombi-Trailer, der das Double Feature Plague of the Zombies und Dracula - Prince of Darkness ankündigt. Mehrere Bildergalerien und die DVD Credits runden den Bereich dann ab. Die Liner Notes im Booklet stammen diesmal von Uwe Sommerlad.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 10.04.2004
Letzte Textänderung: 03.01.2005

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