Film Daten

Titel:
Der Sklave der Amazonen
Originaltitel:
Slave Girls
Land & Jahr:
England 1967
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
Michael Carreras
Darsteller:
Martine Beswick
Edina Ronay
Michael Latimer
Stephanie Randall
Carol White
Alexandra Stevenson
Yvonne Horner
Sydney Bromley
Frank Hayden
Robert Raglan
Mary Hignett
Louis Mahoney
Bari Jonson
Danny Daniels
Steven Berkoff
Alternativtitel:
Prehistoric Women
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 86:39
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • 2 TV Spots
  • Werberatschlag
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes

Der Sklave der Amazonen

Review

Der Sklave der Amazonen - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

David (Michael Latimer) gerät während einer Jagd in einem afrikanischen Dschungel in die Hände des Kultes des "weißen Rhinozeros". Er soll getötet werden, aber durch einen seltsamen Vorgang bleibt die Zeit stehen und ein Tor öffnet sich zu einer seltsamen Landschaft. David nutzt die Gelegenheit und schreitet durch. Er stellt schließlich fest, dass er sich am selben Ort befindet, aber scheinbar zu einer anderen Zeit. Wenig später wird er von einem Amazonenstamm festgenommen und die Anführerin Kari (Martine Beswick) will ihn für sich allein haben. Sie ist die alleinige Herrscherin dort und hält sich einen anderen Frauenstamm und wenige Männer als Sklaven. Laut einer Legende ist für die Unterdrückten David derjenige, der sie aus der Knechtschaft befreien kann...

Der Sklave der Amazonen - ScreenshotDer Sklave der Amazonen - Screenshot

Filme über Zeitreisen sind zwar nicht immer logisch, aber meistens doch recht unterhaltsam. Und wenn hier ein Mann in die Fänge von allesamt gut aussehenden Frauen gerät, gibt es zumindestens was fürs (männliche) Auge. Das braucht man hier auch dringend, denn die eigentliche Geschichte ist stellenweise fürchterlich langweilig, vorhersehbar und geizt nicht gerade mit logischen Brüchen. Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Studioatmosphäre alles recht künstlich wirkt und sowas wie ein Tropenklima gar nicht erst aufkommen lässt. Zudem scheinen gut 10 Minuten des Films nur für afrikanische Volkstänze draufzugehen...

Da David ein moderner Mann ist und scheinbar unzählige Jahrhunderte in die Zeit zurückgeschleudert wird, sollte man meinen, dass er mit seinem technischen Wissen dort eigentlich bestens zurechtkommen müsste um auch aus den heikelsten Situationen zu gelangen. Aber Pustekuchen, er lässt sich lieber durch die Gegend schubsen anstatt mal zu zeigen wer der Herr in der Höhle ist. Das die allgemeine Darstellung der Frauen auch nicht mal im Ansatz in irgendeiner Form historisch akurat ist, verärgert da nur um so mehr. Das alle dort fließend Davids Sprache sprechen ist schon mal der erste Knackpunkt (es sei nochmal angemerkt, dass wir uns im tiefsten Dschungel befinden). Die Frisuren der Frauen sehen auch aus, als ob sie jeden Morgen gewaschen, geföhnt und gekämmt werden und das Kari sich in einem Schaumbad räkelt ist da nur die Spitze auf dem Berg der Unlogik. Zudem gesellt sich in manchen Szenen noch eine unfreiwillige Komik dazu, der dem Film dann eher den Todesstoß versetzt als ihn noch im trashigen Sinne unterhaltbar zu machen. In einer großen und gut gelaunten Männerrunde mag der Film vielleicht noch Spaß machen.

Der Sklave der Amazonen - ScreenshotDer Sklave der Amazonen - Screenshot

Gedreht wurde Slave Girls, so der Originaltitel, ein Jahr nach dem großen Hammer-Erfolg One Million Years B.C. (Eine Million Jahre vor unserer Zeit). Da in dem Film Raquel Welch in ihrem Bikini so wunderbar verkaufsfördernd wirkte, sind hier auch alle Frauen in ähnlicher Unterwäsche gekleidet. Manche Kostüme kamen sogar in beiden Filmen zum Einsatz und gedreht wurde außerdem auch auf dem gleichen Set. Der Produzent von One Million Years B.C., Michael Carreras, übernahm hier auch gleich die Regie sowie das Drehbuch, das allerdings in den Credits seinem Pseudonym Henry Younger zugeschrieben wird. Den "Qualitäten" seines Filmes war er sich aber selber bewußt, wie er einmal auf amüsante Art darstellte: "I made one terrible mistake on that film - it should have had speech bubbles because it was the perfect comic strip film. If we went back now and re-edited it, putting in balloons with the words OUCH and ARGHHHH, it would be great." [1]

Als Regisseur trat Carreras bei Hammer eher selten in Erscheinung. Auf sein Regie-Konto gehen z.B. Curse of the Mummy's Tomb (Die Rache des Pharao) oder The Lost Continent (Bestien lauern vor Caracas). Martine Beswick ist eine der wenigen Frauen, die in drei James Bond Filmen dabei sein durfte, auch wenn sie dort kaum aufgefallen sein dürfte. In Dr. No (James Bond 007 jagt Dr. No) tanzte sie in den Credits, in From Russia with Love (James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau) balgte sie sich als Zigeunerin mit einer anderen und in Thunderball (James Bond 007 - Feuerball) war immerhin eine etwas größere Nebenrolle drin. In One Million Years B.C. wirkte sie ebenfalls mit.

Der Sklave der Amazonen - ScreenshotDer Sklave der Amazonen - Screenshot

Die Nr. 14 der Anolis Hammer Edition bietet zum wiederholten Mal ein sehr gutes Bild, an dem es nur wenig auszusetzen gilt. Von der etwas schlechtere Qualität zu Anfang sollte man sich nicht irritieren lassen, da damals für den Film für die Credits auf Archivmaterial von Aufnahmen aus Afrika zurückgegriffen wurde. Der Rest des Films wird in schönen Farben und einem guten Kontrast präsentiert. Lediglich die Schärfe ist nicht immer sehr optimal. Teilweise ist dies allerdings auch schon darauf zurückzuführen, dass manche Szenen etwas verunglückt mit einer leichten Unschärfe gedreht wurden. Die beiden Tonspuren erklingen ohne weitere Störungen aus den Boxen und englischer wie auch deutscher Ton bieten eine gute Dialogverständlichkeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen DVDs der Hammer Edition sind die Extras hier allerdings etwas spärlicher. Neben dem Trailer und zwei TV Spots gibt es noch zwei Bildergalerien sowie die Liner Notes von Uwe Huber.

Quellennachweis

[1] Wayne Kinsey: Hammer Films - The Studio Years

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 09.05.2004

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