Film Daten

Titel:
Frightmare
Originaltitel:
Frightmare
Land & Jahr:
England 1974
Laufzeit ca.: ?
82 Min.
Regie:
Pete Walker
Darsteller:
Rupert Davies
Sheila Keith
Deborah Fairfax
Paul Greenwood
Kim Butcher
Fiona Curzon
Jon Yule
Trisha Mortimer
Pamela Fairbrother
Edward Kalinski
Victor Winding
Anthony Hennessey
Noel Johnson
Michael Sharvell-Martin
Tommy Wright
Alternativtitel:
• Cover Up
• Frightmare II
• Once Upon a Frightmare
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Koch Media
Label:
Koch Media
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.33:1 / 82:37
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Trailer: Hatchet for the Honeymoon / Circus der Vampire / In den Krallen des Hexenjägers / Draculas Hexenjagd / Die Todeskarten des Dr. Schreck
  • Booklet mit Liner Notes

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.78:1 (anamorph) / 82:39
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 2.0
Englisch - DD 5.1
Englisch - DTS
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Audiokommentar von Pete Walker, Peter Jessop und Stephen Chibnall
  • Bildergalerie
  • Biographien
  • Trailer

Frightmare

Review

Frightmare - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

15 Jahre nachdem sie für kannibalistische Akte in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurden, leben Edmund und Dorothy Yates (Rupert Davies, Sheila Keith) wieder auf sich alleine gestellt in einem abgelegenen Farmhaus. Jackie (Deborah Fairfax), die Tochter des Vaters aus erster Ehe, kümmert sich ein wenig um sie, hat aber vor allem alle Hände voll mit ihrer jüngeren Stiefschwester Debbie (Kim Butcher) zu tun, die in dem Glauben aufgewachsen ist, dass ihre Eltern längst verstorben sind. Debbie hängt mit einer Rocker-Clique ab und läßt sich von Jackie nichts sagen, sondern rebelliert offen gegen sie. Jackies neuer Freund Graham ist Psychologe und versucht Debbie zu helfen. Dies gelingt aber nicht wirklich, da Debbie gerade unter Beobachtung der Polizei steht, weil ihre Gang einen Mann überfallen hat. Derweil hat Edmund Yates auch wirkliche Probleme, denn seine Frau scheint alte Gewohnheiten wieder aufgenommen zu haben...

Frightmare - ScreenshotFrightmare - Screenshot

Auch wenn Pete Walker nicht sehr viele Filme drehte, so hat er doch mit Werken wie House of Whipcord (Haus der Peitschen), Schizo oder The Flesh and Blood Show (Im Rampenlicht des Bösen) bewiesen, dass er einer von Englands eifrigsten (S)Exploitation-Regisseuren ist. Frightmare wird des öfteren als die britische Antwort auf The Texas Chain Saw Massacre betitelt, dies trifft aber nur insofern zu, dass einige Menschen dem Kannibalismus frönen und dabei nicht gerade die feinsten Tötungsmethoden verwenden. Die Kettensäge wird hier durch eine Bohrmaschine ersetzt, aber auch hier sieht man nie genau wie es passiert, sondern das Töten findet größtenteils außerhalb des Bildes statt. Das wars dann aber auch schon mit dem Gemeinsamkeiten.

Den Film aber nur auf seine Slasher-Elemente zu reduzieren würde ihn in einem völlig falschen Licht darstellen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Jackie, die mit der allgemeinen Situation langsam nicht mehr fertig wird. Im Gegensatz zu Debbie kennt sie ihre Eltern noch aus Kindertagen und muss sich jetzt als erwachsene Frau wieder um sie kümmern. Dies kann allerdings nur heimlich geschehen, da Debbie, die einige Jahre in einem Waisenhaus verbringen musste, nichts davon weiß, dass ihre Eltern immer noch leben. Also muss sich Jackie immer mitten in der Nacht aus dem Haus schleichen, was natürlich auf Dauer nicht unbemerkt bleibt. Debbie hat sich zu einer integranten Bestie entwickelt, die schon mal gerne lügt bzw. Tatsachen verdreht wenn es zu ihrem eigenen Vorteil ist. Ihre Eltern sind ein auf den ersten Blick rüstiges Ehepaar. Edmund wirkt wie der herzensgute Großvater und wird wirklich hervorragend von Rupert Davies gespielt. Man nimmt ihm die Doppelrolle als treuer Ehemann und liebevoller Vater sofort ab. Dorthy Yates hingegen erscheint schon auf den ersten Blick ein wenig seltsam.

Frightmare - ScreenshotFrightmare - Screenshot

Hier geht es also neben der offensichtlichen Mordstory vor allem um den psychologischen Druck, der auf Debbie lastet und sie langsam aber sicher in die Knie zwingt. Zu Beginn wird man durch eine schwarz-weiß Sequenz zunächst in die Vergangenheit geführt, als man Zeuge des letzten Mordes von Dorothy wird, bevor sie schließlich gefasst und verurteilt werden. Dieser Abschnitt wirkt durch seine ungekünstelten Aufnahmen schon fast dokumentarisch und setzt schon mal den Ton des Films fest. Für die Credits wird dann auf Farbe gewechselt und damit auch der Zeitsprung in die Gegenwart vollzogen. Der Film wirkt aus heutiger Sicht ein kleines bißchen angestaubt, was durchaus auch an dem 70er-Jahre-Look liegt, aber vor allem an seinem relativ langsamen Erzähltempo. Wirklich derbe Gewaltszenen gibt es nicht viele, allerdings sind die paar wenigen schon recht blutig. Trotzdem erhielt der Film in Deutschland eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren. Als Psycho-Thriller mit dezenten Splatterelemente funktioniert er ganz gut, auch wenn er sicherlich kein Highlight des Genres darstellt.

Entstanden ist der Film direkt im Anschluß von House of Whipcord und kam auch noch innerhalb des gleichen Jahres heraus. Benötigt wurden gerade mal 20 Drehtage, gedreht wurde fast ausschließlich an den Originalschauplätzen. Als Arbeitstitel trug der Film noch den Namen "Nightmare Farm", was aber dann noch vor Fertigstellung in Frightmare geändert wurde. Die Pre-Credit-Sequenz wurde sogar auf richtigem schwarz-weiß-Material auf einem über die Wintermonate geschlossenen Vergnügungspark gedreht. Pete Walker, der den Großteil der Geschichte entwickelte und von David McGillivray unterstützt wurde, sah hier eine Möglichkeit das Justizsystem zu kritisieren, dass manche Gewaltverbrecher seiner Meinung nach viel zu früh in die Freiheit entließ. Er selbst ist nach eigener Aussage übrigens überhaupt kein Fan von Horrorfilmen.

Frightmare - ScreenshotFrightmare - Screenshot

Für Rupert Davies war dies seine letzte Rolle, 1976 verstarb er an Krebs. Ihn konnte man unter anderem in dem deutschen Krimi Das Geheimnis der gelben Mönche sehen, aber auch an der Seite von Vincent Price in Witchfinder General und The Oblong Box. Sheila Keith arbeitete bereits für Pete Walker in dessen House of Whipcord, wo sie eine der resoluten Wärterinnen verkörperte. Für Deborah Fairfax wie auch Kim Butcher war dieser Film nur einer von insgesamt zwei in deren ganzen "Karriere". Paul Greenwood war für eine kleine Nebenrolle in Kronos (Captain Kronos) zu sehen.

DVD-Veröffentlichungen

Die DVD von Koch Media präsentiert Frightmare in der Open Matte Fullframe Version, angedacht war damals für den Film eigentlich eine Mattung auf 1.85:1. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass die Öffnung des Formates dem Films schadet, es nimmt ihm höchstens ein wenig das Feeling einen Kinofilm zu sehen. Das Bild ist größtenteils ganz okay. Macht sich in der Pre-Credit Sequenz noch ein gewisses Griseln bemerkbar, so geht das Rauschen im weiteren Film auf einen unauffälligen Level zurück. Beschädigungen des Originalmaterials gibt es des öfteren zu sehen und die Farben wirken etwas zu blass. Lediglich die Schärfe weiß gut zu gefallen, bringt allerdings in manchen Szenen auch den Effekt von Doppelkonturen mit sich. Einige der Mängel mögen sicherlich in der Low-Budget Herkunft des Films begründet sein, aber von Koch Media ist man eigentlich besseres gewohnt. Der englische Originalton weist zudem ein leichtes Hintergrundrauschen auf. An Extras gibt es zum Film selber auf der DVD gar nichts, nicht mal der Kinotrailer ist auf der DVD enthalten. Dafür gibt es Trailer zu weiteren Titeln aus dem Koch Media Programm: Hatchet for the Honeymoon, Circus der Vampire, , Draculas Hexenjagd und Die Todeskarten des Dr. Schreck. Die Liner Notes im Booklet wurden von Uwe Huber verfasst.

Die britische DVD von Anchor Bay aus ihrer "Pete Walker Collection" (einzeln nicht erhältlich!) bietet hingegen das gemattete Bild im Format 1.85:1. Dies bedeutet, dass man deutlich weniger Bildinformationen am oberen und unteren Bildrand geboten bekommt. Was jetzt nun besser ist, mag von den eigenen Vorlieben abhängen, jedenfalls bekommt Frightmare so mehr den Flair eines Kinofilms und die Bildkompositionen wirken dadurch auch nicht entstellt. Allerdings ist die Schärfe hier schwächer als bei der DVD von Koch Media, dafür gibt es aber auch keine Doppelkonturen. Soundtechnisch gibt es wie bei Anchor Bay üblich neben dem Originalton auch künstlich aufgeblähte Tonspuren in Dolby Digital 5.1 und DTS, die man als eher überflüssig betrachten kann. Hier geht es zum Bildvergleich zwischen den beiden DVDs: Bildvergleich Koch Media - Anchor Bay UK

Allerdings kann die Anchor Bay DVD mit einem Audiokommentar von Regisseur Pete Walker und Kameramann Peter Jessop glänzen, der von dem Walker-Biographen Stephen Chibnall moderiert wird. Der Kommentar ist durchaus informativ, wird doch vor allem auf die Dreharbeiten an sich eingegangen und Walker stellt seine Sicht auf die Handlung dar. Peter Jessop hält sich dagegen im Hintergrund und gibt nur selten etwas von sich. Das weitere Bonusmaterial besteht dann auch nur noch aus einer Bildergalerie, dem Trailer und Biographien.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 11.05.2004
Letzte Textänderung: 03.08.2006

Leser-Kommentare

02.02.2005, 11:28:20 Martin Mickan ( Email schreiben )

Der Review ist nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass das Ende ein wahrlich gut gelungenes ist und den sehenswerten Film noch um einiges besser macht. ganz nett für zwischendurch, obwohl ich finde dies ist mehr ein alter Gruselfilm als Splatter. Wahrscheinlich irgendwas dazwischen

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