Film Daten

Titel:
Django - Ich will ihn tot
Originaltitel:
Lo voglio morto
Land & Jahr:
Italien / Spanien 1969
Laufzeit ca.: ?
84 Min.
Regie:
Paolo Bianchini
Darsteller:
Craig Hill
Lea Massari
José Manuel Martin
Andrea Bosic
Licia Calderón
Christina Businari
Federico Boido
Andrea Scotti
Frank Brana
Tomás Blanco
José Canalejas
Renato Chiantoni
Remo De Angelis
Francisco Nieto
José Riesgo
Alternativtitel:
• I Want Him Dead
• Lo quiero muerto
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Koch Media
Label:
Koch Media
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 84:25
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Italienisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Trailer: ...und Santana tötet sie alle
  • Trailer: Blind Man

Django - Ich will ihn tot

Review

Django - Ich will ihn tot - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Django (Craig Hill, eigentlich heißt sein Charakter im Orignal Clayton) will nach Jahren der harten Arbeit ein Stück Land kaufen und mit seiner Schwester ein normales Leben anfangen. Sein Wunschtraum wird aber jäh unterbrochen, als der Bandit Jack Blunt (José Manuel Martín) und einer seiner Kollegen seine Schwester vergewaltigen und töten. Django denkt nur noch an Rache und reitet ihnen hinterher. Dabei begegnet er Aloma (Lea Massari), die ein erniedrigendes Leben auf der Ranch von Mallek (Andrea Bosic) führt, dem Auftraggeber von Jacks neuster Aufgabe. Um sein Vermögen zu retten, was durch ein Friedensabkommen zwischen den Nord- und Südstaaten wertlos werden könnte, erteilt er Jack den Auftrag die beiden verhandelnden Generäle beider Armeen während ihres Treffens umzubringen und so den Krieg noch einige Zeit weiter toben zu lassen...

Django - Ich will ihn tot - ScreenshotDjango - Ich will ihn tot - Screenshot

Dieser Italo-Western von Paolo Bianchini geht nicht gerade zimperlich vor und trägt eine düstere Stimmung mit sich. Django/Clayton möchte einfach nur ein friedliches Leben auf seiner eigenen Ranch führen, muss aber stattdessen seine Schwester begraben. Ein Mann im Saloon, der von dem Tode der Frau erfährt, meint lapidar "Gib mir einen Drink, es interessiert mich einen Dreck was mit seiner Schwester passiert ist". Der Großgrundbesitzer und Waffenhändler Mallek nimmt ein Scheitern der Friedensverhandlungen leichtfertig in Kauf, nur damit seine finanzielle Lage gerettet wird. Bianchini zeichnet ein sehr menschenverachtendes Bild, dem nur Django/Clayton als einziger mit etwas Ehre durchscheint, sowie vielleicht noch die friedenswilligen Soldaten. Wobei das Armeeleben auch nicht gerade rosig dargestellt wird, so der Zuschauer Zeuge einer Exekution eines Desertierers, der zuerst vor eine Wand gestellt wird und anschließend, bereits am Boden liegend, zur Sicherheit nochmal ein-zwei Patronen in den Leib geschossen bekommt.

Trotz seiner Härte verkommt der Film aber nicht zu einer reinen Gewaltorgie, sondern bietet eine zwar vorhersehbare, aber durchaus abwechslungsreiche Handlung. Ein paar kleine unlogische Stellen lassen sich nicht ignorieren, so kehrt z.B. Django noch einmal ohne ersichtlichen Grund zur Ranch Malleks zurück, obwohl er eigentlich längst woanders hinreiten wollte. Aber trotzdem ist dies ein handwerklich gut gemachter Western, der vor allem von der Kameraarbeit Ricardo Andreus profitiert. Der schuf nicht nur einige schöne Aufnahmen, in denen die spanische Landschaft auch mal zur Geltung kommt, sondern nutzte auch ein paar eher ungewöhnliche Perspektiven. Am bemerkenswertesten dürfte es wohl sein, wenn die Kamera der Faust Jack Blunts folgt und mit ihr zusammen Djangos/Claytons Gesicht trifft. Auch später gibt es eine ähnliche Einstellung, denn Jack ein Messer in der Hand hält. Erstaunlicherweise arbeitete Andreu bis auf die deutsche Produktion "Der letzte Mohikaner" von 1965 nur als Kameraassistent bei anderen Filmen. Ein weiterer Aspekt der für den Film spricht, ist die stimmungsvolle Musik von Nico Fidenco, der unter anderem viele der Black Emanuelle Filme vertonte, sowie den Zombie-Kannibalen-Crossover Zombi Holocaust (Zombies unter Kannibalen).

Django - Ich will ihn tot - ScreenshotDjango - Ich will ihn tot - Screenshot

Erstaunlich ist auch, dass Django/Clayton nicht ein typischer Überheld wie andere Westernhelden ist, sondern durchaus mehrmals von seinen Gegner hinterrücks überwältig werden kann. Craig Hill versteht es sehr gut, den innerlich aufgewühlten, aber trotzdem mit Bedacht vorgehenden Helden zu spielen, der leider auch mal derbe was einstecken muss. Nicht nur von den Banditen, sondern auch vom Sheriff, dessen Bruder er in Notwehr töten musste und der ihm gar nicht wohlgesonnen ist. Ihm als Gegner steht José Manuel Martín gegenüber, der seine Rolle ebenfalls sehr gut spielt. Seine Gangsterkollegen im Film sind eine üble Sorte von gewaltbereiten Brutalos, die Frauen erniedrigen und schnell eine Waffe zur Hand haben. Politische Aspekte bekommt man in Italo-Western eher selten geliefert, hier allerdings wird Django/Clayton, wenn auch unbeabsichtigt, zum Kämpfer für den Frieden in ganz Amerika, denn wenn er rechtzeitig Jack Blunt tötet, ist das Treffen der Generäle nicht gefährdet.

Als Regisseur hat Paolo Bianchini nicht gerade sehr viele Filme gedreht, weitere Italo-Western von ihm sind Dio li crea... Io li ammazzo! (Bleigericht), Quel caldo maledetto giorno di fuoco (Django spricht kein Vaterunser) und der eher unbekanntere Ehi amigo... sei morto! (Hey Amigo! A Toast to Your Death). Craig Hill war so fast in jedem Genre vertreten, seien es weitere Western (Ocaso de un pistolero (Blei ist sein Lohn)), Gialli (Solamente nero (Blutige Schatten)), Horrorthriller (Angustia (Anguish / Im Augenblick der Angst)) oder Abenteuerfilme (The Black Shield of Falworth (Die eisernen Ritter von Falworth)). Lea Massari trat bereits zu Begin der 60er Jahre in Kolossalfilmen auf (Il Colosso di Rodi (Der Koloß von Rhodos)), stand in den 70er Jahren in Frankreich neben Michel Piccoli (La Femme en bleu (Die unbekannte Schöne)) oder Lino Ventura (Le Silencieux (Ich, die Numemr Eins)) vor der Kamera. José Manuel Martín war in einigen bekannten Genre-Werken vertreten: Minnesota Clay, Jess Francos Marquis de Sade: Justine, Los Desesperados (Um sie war der Hauch des Todes), Condenados a vivir (Todesmarsch der Bestien) oder die Paul Naschy Kracher El Gran amor del conde Drácula (Count Dracula's Great Love) und El Retorno de Walpurgis (Die Todeskralle des grausamen Wolfes).

Django - Ich will ihn tot - ScreenshotDjango - Ich will ihn tot - Screenshot

Von den bisher veröffentlichten Italo-Western von Koch Media (Django - Ich will ihn tot, und ), bietet ihre DVD von Django - Ich will ihn tot die beste Qualität. Das Bild ist zwar nicht ganz frei von analogen Defekten, aber größtenteils sehr scharf, mit einem guten Kontrast und Farben. Dankenswerterweise wurde zwar der italienische Originalton mit auf die DVD gepackt, die Untertitel orientieren sich aber leider wieder einmal an der deutschen Synchronisation. Das bedeutet, dass man auch hier mit der Umbenennung von Clayton in Django leben muss und das Untertitel angezeigt werden, wenn im Original gar nichts zu hören ist, weil die Synchronisation dort irgendwas von sich gibt. Im direkten Vergleich ist der italienische Ton deutlich dumpfer als der deutsche, der wunderbar klar erklingt. Koch Media hat glücklicherweise den Film in seiner ungekürzten Form veröffentlicht. Da es für den Film aber keine komplette deutsche Synchronisation gibt, ist bei den entsprechenden Szenen der italienische Originalton zu hören und deutsche Untertitel werden eingeblendet.

An Bonusmaterial gibt es hier aber auch nicht viel. Neben dem italienischen Trailer, der im übrigen komplett ohne Dialoge auskommt und viele Szenen in einer farblich eingefärbten Form zeigt, gibt es nur noch eine Bildergalerie sowie Trailer zu und Blind Man. Die Liner Notes im Booklet verfasste Wolfgang Luley.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 24.06.2004

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