Film Daten

Titel:
Body Snatchers
Originaltitel:
Body Snatchers
Land & Jahr:
USA 1993
Laufzeit ca.: ?
85 Min.
Regie:
Abel Ferrara
Darsteller:
Terry Kinney
Meg Tilly
Gabrielle Anwar
Reilly Murphy
Billy Wirth
Christine Elise
R. Lee Ermey
Kathleen Doyle
Forest Whitaker
G. Elvis Phillips
Stanley Small
Tonea Stewart
Keith Smith
Winston E. Grant
Phil Neilson
Alternativtitel:
• Body Snatchers - Die Invasion lebt fort
• Body Snatchers - Die Körperfresser kommen
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Body Snatchers

Review

Body Snatchers

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Die junge Marti ist die Tochter eines Beamten der Umweltschutzbehörde. Zur Zeit sind sie quer durch die USA unterwegs, weil er den Auftrag bekam, verschiedene Militärbasen zu überprüfen, ob sie ihre chemischen Kampfstoffe ordnungsgemäß lagern und nichts nach draußen dringt. Kurz vor ihrem nächsten Ziel machen sie einen Stop an einer Tankstelle. Marti geht auf die Toilette und wird dort von einem Mann bedroht. Er erzählt ihr wirres Zeug, davon das sie irgendwer nachts im Schlaf holen wird. Sie rennt schreiend davon, aber als ihr Vater und andere Männer in der Toilette nachschauen, ist der Mann verschwunden. Sie setzen schließlich ihre Reise fort.

Martis Vater wird dort wegen seiner Arbeit recht kühl empfangen, aber das hält ihn nicht davon ab, seiner Arbeit nachzugehen. Dabei lernt er den Stationsarzt kennen, der davon erzählt, daß er in letzter Zeit extrem viele Menschen mit Paranoia zu ihm kommen. Sie erzählen ihm von Familienmitgliedern, die sich extrem verändert haben, auch wenn sie äußerlich dieselben geblieben sind. Marti hat mittlerweile Jenn kennengelernt, die Tochter des Obergenerals und Tim Young, ein junger Soldat. In einer Kneipe sieht sie den Mann von der Toilette wieder, der ebenfalls Soldat der Station ist. Er erinnert sich aber an nichts mehr und wirkt sehr schroff und unhöfich, es ist nicht mehr der verängstigte Mann, wie sie ihn an der Tankstelle erlebt hat. Überhaupt wirken viele der Soldaten sehr unterkühlt und zeigen kaum Anzeichen von Emotionen, wie z.B. Lachen oder Wut. Andy, Martis Bruder, hat unterdessen zuhause ein schreckliches Erlebnis. Er sieht, wie der Körper seiner Mutter im Bett zusammenfällt und eine Person, die seiner Mutter bis auf die Haarspitze gleicht, plötzlich auftaucht. Er flieht vor der Person, aber sein Geschrei wird von den anderen nicht ernst genommen, da er in den Nächten vorher schon über Alpträume klagte. Aber spätestens als Marti und ihr Vater auch fast Opfer dieser unnatürlichen Reproduktion sind, erfassen sie, was auf der Militärbasis wirklich vorgeht. Personen werden im Schlaf von seltsamen außerirdischen Wesen geklont und ersetzt. Nur das der Ersatz keinerlei emotionale Empfindungen zeigt, geschweige denn fähig dazu ist.

Sie versuchen zu flüchten, aber die Basis ist fast vollständig von den Klonen besetzt. Nur eine Handvoll Leute schafft es sich gegen die Aliens zu wehren. Marti, Andy und ihr Vater versuchen nun verzweifelt das Militärgelände zu verlassen.

Die dritte Verfilmung eines Buches von Jack Finney ist auch gleichzeitig die actionreichste Filmversion. Ferrara greift hier das Thema auf, was passieren könnte, wenn eine fremde Macht plötzlich Hand über die eigene Staatsmacht, das Militär also, erlangen könnte. Der Horror der früheren Verfilmungen, vertraute Personen verändern sich so, das es erst nur die nächsten Angehörigen bemerken, tritt hier etwas in den Hintergrund. Dafür sind die Effekte der Reproduktion hier die ausgereiftesten. Auch hat diese Fassung nicht ganz so ein depremierendes Ende wie die anderen Filme, da zum Schluß Tim und Marti mit Hilfe eines Hubschraubers der Alien-Invasion ganz schön zusetzen. In den früheren Verfilmungen war ein Abwenden der Invasion gänzlich unmöglich, da die Aliens sich schon zu weit ausgebreitet hatten. Bis dahin wird der Zuschauer aber in ein Wechselbad der Gefühle geworfen, da in letzten Drittel die Frage "Wer ist Freund, wer ist Feind?" fast nie 100%ig beantwortet werden kann. Somit ist dieser Film der technisch bessere, aber inhaltlich nicht ganz so tiefgründig und intensiv wie seine Vorgänger.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 24.02.2000

Leser-Kommentare

19.10.2006, 14:07:04 Tonga Wabonga ( Email schreiben )

Gerade gestern Abend zum 1. Mal gesehen, den Film (Kauf-DVD, scheint erst neuerdings erhältlich zu sein): Ich fand das Ende nicht so eindeutig desillusionierend wie in der Verfilmung des Stoffes mit Donald Sutherland, aber "optimistisch" würde ich es nicht nennen wollen; "offen aber nicht gerade vielversprechend" vielleicht eher. Na gut, Haar gesehen, Haar gespalten. Martis Off-Screen-Monolog zu Beginn des Films ließ mich jedenfalls erstmal auf ein Happy End spekulieren, am Ende bleibt dann ja, spoil, doch nur die berechtigte Frage im Raum stehen, wo man hinsoll, wenn die Welt aus frigiden Invasoren besteht - frag ich mich an manchen Tagen selber auch (plauder). Ich fand den Film einen Tick weniger beklemmend als die Sutherland-Version, was aber auch mit meinem Vorwissen und der damit einhergehenden Reduktion des Überraschungseffektes zusammenhängen könnte - auf jeden Fall beklemmend genug. Sehr gelungene Tricks, sowohl optisch als auch akustisch, z.B. hinsichtlich der Petz-Schreie unserer außerirdischen Freunde, die einen gelinde gesagt ganz schön wegpusten. Brutal unspektakulär für mich der Moment, in dem der Film aufhört, Beunruhigendes anzudeuten sondern zum 1. Mal zeigt, wie "sie" sich unserer bemächtigen bzw. unsere alten Körper entsorgen: Mutti schrumpelt in sich zusammen, wie eine Luftmatratze, an die jemand einen Hochdruck-Staubsauger geklemmt hat. Danach ist alles klar und man wartet voller Vorfreude auf die nun unvermeidlich gewordene Eskalation. Feiner Film, kann man nix sagen für 10 Euro.

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