Film Daten

Titel:
The Texas Chainsaw Massacre
Originaltitel:
The Texas Chainsaw Massacre
Land & Jahr:
USA 2003
Laufzeit ca.: ?
98 Min.
Regie:
Marcus Nispel
Darsteller:
Jessica Biel
Jonathan Tucker
Erica Leerhsen
Mike Vogel
Eric Balfour
Andrew Bryniarski
R. Lee Ermey
David Dorfman
Lauren German
Terrence Evans
Marietta Marich
Heather Kafka
Kathy Lamkin
Brad Leland
Mamie Meek
Alternativtitel:
Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - New Line
Label:
New Line
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 98:01
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1-EX
Englisch - 6.1 DTS-ES
Englisch - Dolby Surround
Untertitel:
Englisch, Spanisch
Extras:
  • Audio Essay #1: Production
  • Audio Essay #2: Technical
  • Audio Essay #3: Story
  • Dokumentation: "Chainsaw Redux: Making a Massacre"
  • Dokumentation: "Sewered Parts"
  • Dokumentation: "Ed Gein: The Ghoul of Plainville"
  • 7 Deleted/Alternative Scenes
  • 3 Screen Tests
  • 2 Bildergalerien
  • Musikvideo
  • Teaser
  • Trailer
  • 7 TV Spots
  • DVD-ROM: Storyboard-to-Screen
  • Evidence Pictures
  • Metal Plate
  • Trailer: Highwaymen
  • Trailer: Willard
  • Trailer: The Butterfly Effect
  • Trailer: Ripley's Game

DVD Daten

DVD Cover - Constantin Film AG
Label:
Constantin Film AG
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 94:04
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Deutsch - DTS
Englisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Audio Essay #1: Production
  • Audio Essay #2: Technical
  • Audio Essay #3: Story
  • Dokumentation: "Chainsaw Redux: Making a Massacre"
  • Dokumentation: "Ed Gein: The Ghoul of Plainville"
  • Dokumentation: "Severed Parts"
  • Behind-the-Scenes
  • 8 Interviews
  • Screen Tests
  • Musikvideo
  • Trailer
  • TV-Spots
  • Biographien
  • Trailer: Lost in Translation
  • Trailer: 21 Gramm
  • Trailer: Die Klasse von '99
  • Trailer: Autobahnraser
  • Trailer: The Guys
  • Trailer: Der letzte Lude
  • Booklet mit Liner Notes

The Texas Chainsaw Massacre

Review

The Texas Chainsaw Massacre - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Auf dem Weg zu einem Rockkonzert sammeln die fünf Jugendlichen Kemper (Eric Balfour), Erin (Jessica Biel), Morgan (Jonathan Tucker), Pepper (Erica Leerhsen) und Andy (Mike Vogel) ein junges Mädchen auf, dass sie fast überfahren hätten. Mit der jungen Frau scheint aber etwas nicht zu stimmen. Sie spricht nur davon, dass andere tot sind und erschießt sich schließlich im Van vor den Augen der Anderen. Die Polizei wird angerufen und sie sollen zu einer alten Mühle fahren. Dort ist aber niemand außer einem kleinen Jungen und so wandern Erin und Kemper zum nächstgelegenen Haus, um dort zu telefonieren. In ihrer Abwesenheit kommt schließlich Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey) zur Mühle und nimmt die Leiche mit. Kemper verschwindet spurlos und Erin kehrt mit Andy zu dem Haus zurück um ihn zu suchen. Dort greift sie dann ein mit einer Kettensäge bewaffneter Mann an...

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Als bekannt wurde, dass in Hollywood ein Remake des mittlerweile als Klassiker des modernen Horrorkinos angesehenen The Texas Chain Saw Massacre produziert wird, und das ausgerechnet auch noch von Michael Bay mit einem deutschen Videoclip-Regisseur namens Marcus Nispel, war die Bestürzung zunächst groß. Wie sollte ein glattgebügeltes Mainstreamwerk einen nur annähernd ähnlichen Eindruck hinterlassen können wie das Original von 1974? Die Skepsis war groß, bis der Film schließlich herauskam und man sich einen genaueren Eindruck von dem Remake machen konnte. Als kleines Fazit vorab sei schon mal angemerkt, dass das Endergebnis nicht ganz so schlecht ausgefallen ist, wie zunächst befürchtet. Ein richtig guter Film ist dabei aber auch nicht herausgekommen und das Original wird an Intensität und Horror nicht erreicht, aber zunächst soll erstmal auf den Film selbst eingegangen werden.

Der Film beginnt mit auf "alt" getrimmten Szenen, in denen eine Polizeiuntersuchung im Jahre 1973 festgehalten wird. Während der Polizist dort den Tatort beschreibt, wird durch einen Jump Cut auf die Darstellung der Geschehnisse von 1973 gewechselt. Die fünf Jugendlichen sind auf dem Weg zu einem Konzert, haben Spaß, sind ausgelassen. Während Kemper mit dem Fahren beschäftigt ist und seine Freundin Erin sowas wie das Gewissen der Gruppe darstellt, denken Morgan, Andy und Pepper an nichts anderes als ihren persönlichen Spaß, den sie noch im Laufe des Tages haben werden. Doch schon 10 Minuten später liegt eine Leiche mit einem zerschossenen Kopf im ihrem Wagen und die Panik ist groß. Die Stimmung wechselt rasend schnell von einer naiven Fröhlichkeit zum absoluten Horror. Und aus dieser Gefühlslage sollen die fünf Leute auch für den Rest des Films nicht mehr herauskommen.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Die allgemeine Atmosphäre des Films ist sehr düster gehalten worden, was sich bereits in der eingeschränkten Farbpalette wiederspiegelt, die nur aus dunkleren Braun-, Blau- und Grautönen besteht. Selbst der Himmel bietet kein strahlendes Blau, obwohl es sich um einen sonnigen Tag mit nur wenig Wolkenbildung handelt. Dies setzt sich schließlich fort, sobald die Gruppe bei der ersten Tankstelle hält. Dort ist wirklich gar nichts sauber. In der Fleischtheke tummeln sich die Fliegen, die Toilette ist ein Zentrum für diverse Krankheiten und die Frau hinter der Theke sieht auch nicht wirklich gepflegt aus. Auch als Erin und Kemper in das Haus eintreten, das einem alten Krüppel gehört, setzt sich diese "Dreckatmosphäre" fort. Der alte Mann hat seit Tagen keine Dusche gesehen, in seinem Haus stapelt sich der Müll und Schweine laufen unkontrolliert durch seine Wohnung. Dies Production Design erzeugt eine Atmosphäre der Ungemütlichkeit, man fühlt sich selbst als Zuschauer nicht richtig wohl, obwohl all der Schmutz nur im Film vorkommt.

Daneben gestaltet sich das Texas Chainsaw Massacre Remake als ein recht harter Horrorstreifen, der zwar nicht übermäßig viele, aber dafür umso gemeinere Splatterszenen bietet. Leider ist dies auch genau der Schwachpunkt des Filmes, wo jetzt ein Vergleich zum Original gezogen werden muss. Das Original von Tobe Hooper konnte vor allem dadurch überzeugen, dass es bewußt auf die blutigen Details verzichtete und sich die ganze Gewalt nur im Kopf des Zuschauers abspielt. Das meiste Blut fließt dort nur in der Szene, in der sich der Anhalter mit einem Messer seine Hand aufschneidet. Das Remake hingegen begeht den Fehler eben doch einige derbere Szenen einzubinden. Zwar sind diese Szenen wirklich unangenehm zu betrachten, aber man wird das Gefühl nicht los, dass hier zu verkrampft versucht wurde, das Original an Krankheit, Perversion und Degeneration zu toppen. Dies führt zu einigen Szenen, in denen Gewalt oder körperliche Schmerzen bewußt gezeigt werden, obwohl es für den eigentlichen Handlungsfluß nicht wirklich nötig gewesen wäre.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Im Original gibt es z.B. die legendäre Szene, in der ein Mädchen namens Pam von Leatherface gepackt und auf einen Fleischerhaken gehängt wird. Das Eindringen des Hakens wird zu keiner Sekunde gezeigt, auch sieht man später die Wunde an sich nicht. Im Remake ereilt Andy dies Schicksal. Aber hier wird sich nicht nur damit begnügt, eine Einstellung mit dem Haken im Rücken des Mannes zu zeigen. Sondern es gibt noch eine Szene, in der er versucht sich per Klimmzug von dem Haken zu befreien, scheitert, und durch den Schwung unter noch größeren Schmerzen wieder am Haken zappelt, das ganze noch tonal akzentuiert mit einem leichten Klang des darunterstehenden Pianos, dass er mit seinen Zehenspitzen gerade eben noch berühren kann. Später versucht ihn verzweifelt Erin zu befreien, was zu ähnlichen Ergebnissen führt. Zwar erlebt man als Zuschauer die Schmerzen Andys fast körperlich mit, aber der Effekt ist nicht der gleiche wie beim Original. Dort empfindet man richtigen Horror, Schrecken, geradezu Mitleid mit Pam, hier ist es einfach nur künstlich heraufbeschworener Ekel.

Außerdem funktionieren so einige storytechnische Elemente nicht zu ihren Gunsten. Der Subplot mit dem entführten Baby z.B. wirkt sehr aufgesetzt und bringt nur soetwas wie leichte versöhnliche Töne am Ende. Den größten Patzer erlaubt sich aber das Remake bei Leatherface. Denn hier wird versucht eine Erklärung für seinen Zustand und sein Verhalten zu liefern, was leider nicht so wirklich funktioniert. Leatherface war eigentlich eine universelle Bedrohung, die sich unter einer Gesichtsmaske versteckte und stellvertretend für jede Art von Gewaltquelle oder jede nur erdenkliche Person stehen konnte. In einer Szene im Remake demaskiert er sich und man bekommt einen körperlich veränderten Jungen zu sehen. Hier entschwindet die ganze Aura des mysteriösen Killers und er wird zu etwas irdischem, wenn nicht sogar fast zu etwas menschlichem. Von einer todbringenden Maschine wandelt er sich in dieser Szene zu einem Mann, der durch seine Krankheit keinen engeren Kontakt zu anderen Menschen außer seiner Familie hatte und nur noch aus reiner Rache, Dummheit und einer degenerativen Entwicklung heraus mordet. Die Darstellung der fünf jungen Leute bietet zwar auch keinen großen charakterlichen Tiefgang, aber das ist bei dieser Art von Film auch nicht unbedingt zu erwarten. Zudem verhalten sie sich, wie üblich, größtenteils dumm und agieren ohne Sinn und Verstand. In einer Szene hätte Erin die Chance, sich die Kettensäge zu schnappen und somit vielleicht ihr und Morgans Leben zu retten. Was macht sie? Haut mit ihren kleinen Fäusten auf ihn ein, was Leatherface natürlich nicht wirklich beeindruckt. Ein richtiges Seventies-Feeling kann auch nicht richtig aufgebaut werden, da dafür die jungen Menschen nicht passend genug gekleidet sind. Die sehr klinische Oberfläche des Films trägt auch noch ihren Teil dazu bei.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Das Texas Chainsaw Massacre Remake ist das Spielfilmdebüt von Marcus Nispel, der zuvor unzählige Musikvideos und Werbespots gedreht hat. Für Autor Scott Kosar ist es ebenfalls das erste Drehbuch, dass von ihm verfilmt wurde. Produzent Michael Bay, der ja eher für glatte und extrem mainstreamige Hollywood-Produktionen bekannt ist, wollte nach dem riesigen Pearl Harbour Projekt unbedingt einen Low Budget Film machen. Da kam ihm die Idee dieses Remakes gerade recht und so gründete er mit Brad Fuller, einem nur sporadisch auftretenden Produzenten und alter College-Freund, für diesen Film die Firma Radar Pictures. Sie engagierten bewußt eher unbekanntere Schauspieler, damit die Zuschauer nicht mit bestimmten Erwartungen an den Film herangingen. Gedreht wurde in Austin, Texas, wo sie alle Gebäude fast so vorfanden wie sie im Film zu sehen sind, sie mussten nur sehr wenig verändern. Die Kamera bediente Daniel Pearl und fürs Production Design war Greg Blair zuständig, zwei Männer mit denen Nispel schon früher häufig zusammengearbeitet hat. Daniel Pearls erste Arbeit überhaupt war im übrigen das original The Texas Chain Saw Massacre und auch der Off-Sprecher vom Original, John Larroquette, konnte ebenfalls für die Anfangssequenz des Remakes gewonnen werden.

Jessica Biel war viele Jahre bei der TV-Serie 7th Heaven (Eine himmlische Familie) dabei, zu ihren bisher wenigen Filmrollen gehörte ein Auftritt in Rules of Attraction (Die Regeln des Spiels) und ist beim dritten Blade-Teil Blade: Trinity dabei. Eric Balfour stand bereits mit 7 Jahren das erste Mal vor der Kamera und war für ein Jahr bei der Serie Six Feet Under dabei. Jonathan Tucker konnte man unter anderem in Sophia Coppolas bedrückendem, aber empfehlenswerten Debüt The Virgen Suicides sehen. Ihm machte eine Szene in Texas Chainsaw Massacre besonders zu schaffen. Nämlich als er im Van dem Sheriff gegenübr sitzt und dessen Pistole in seinen Mund schieben muss, musste er jedesmal dadurch erbrechen. Erica Leerhsens Debüt war der The Blair Witch Project Nachfolger Book of Shadows: Blair Witch 2. Mike Vogel hat bislang nur wenig gedreht. R. Lee Ermey hingegen, ist ein ganz alter Hase, der gerne für Militärrollen engagiert wurde. Er war Sgt. Hartman in Full Metal Jacket, spielte einen Offizier im zweiten Body Snatchers Remake und tauchte sogar als Offiziersgeist in Peter Jacksons The Frighteners auf.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

New Line Cinema veröffentlichten in den USA eine wirklich umfangreiche Special Edition auf DVD. Die Verpackung ist ein Digipack, auf dem auseinandergefaltet ein langes Kettensägenschwert zu sehen ist. Die Erstauflage bietet zudem noch das Cover als dünne Metallplatte. Im Digipack selber ist in einer Tasche noch ein Umschlag mit Fotokarten von "Beweisstücken". Dabei handelt es sich um Abbildungen von Gegenständen, die in der Anfangssequenz des Filmes zu sehen sind, mit Beschreibungen auf der Rückseite der Karten. Rein technisch wurde aus der DVD-Technik herausgeholt was nur möglich ist. Das Bild ist schlichtweg phänomenal. Es bietet eine super Schärfe, keinerlei Rauschen oder analoge Defekte und die Kompression arbeitet auf allerhöchstem Qualitätslevel. Diese Scheibe kann, was das Bild anbelangt, als absolute Referenz herhalten. Und das obwohl sich noch 6 verschiedene Tonspuren auf der DVD befinden! Neben einer Dolby Surround Abmischung gibt es noch jeweils eine Spur in Dolby Digital 5.1-EX sowie 6.1 DTS-ES, sowie drei Audiokommentare.

In Deutschland gibt es eine fast identische Premium Edition von Constantin Film, im Vertrieb von Highlight. Auch hier kann das Bild wirklich überzeugen und steht der amerikanischen DVD in der Qualität nichts nach. Hier gibt es genausowenig Mängel am Transfer, am Bild oder an der Kompression wie auch bei der New Line DVD. Das Bild der Constantin DVD wirkt im direkten Vergleich lediglich einen Tacken dunkler. Beim Ton treten dann schon mehr Unterschiede auf. Von den drei Spuren der US-DVD hat es nur der 5.1-Track auf die deutsche DVD geschafft. Dafür gibt es den deutschen Ton einmal in einer Dolby Digital 5.1 und einmal in einer DTS Abmischung. Die Audiokommentare wurden ebenfalls komplett übernommen. Constantin hat sich auch nicht lumpen lassen und die DVDs in einem netten Digipack verpackt und es gibt zusätzlich noch ein dünnes Booklet mit Liner Notes.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Und diese Audiokommentare haben es wirklich in sich. Im Menü werden sie als "Audio Essays" betitelt und dies trifft es wahrlich besser. Denn es handelt sich nicht um "live" aufgenommene Kommentare, sondern um thematisch zusammengestellte Collagen von Aussagen von vielen Beteiligten des Films. Audio Essay #1 behandelt das Thema "Production" und neben Regisseur Marcus Nispel und Produzent Michael Bay kommen hier noch die weiteren Produzenten Andrew Form und Brad Fuller zu Wort, sowie ganz kurz Robert Shaye aus der New Line Geschäftsleitung. Wie das Thema schon andeutet, wird hier ganz intensiv auf die Produktion des Films eingegangen. Das reicht von der ersten Idee bis zum Casting, den Vorbereitungen, den Dreharbeiten an sich, bis hin zu den Reaktionen beim Release des Films. Dieser Audio Essay ist voll von informativen Details und bietet keine längeren Pausen oder sonstige Nachteile, die man sonst von normalen Audiokommentaren kennt. Dies gilt im übrigen auch für die beiden weiteren Essays. Im Essay #2, "Technical" genannt, ist neben Nispel noch Kameramann Daniel Pearl, Production Designer Greg Blair, Art Director Scott Gallagher, Sound Editor Trevor Jolly und Soundtrack-Komponist Steve Jablonsky vertreten. Der Titel dieses Essays ist wörtlich zu nehmen, denn hier wird wirklich sehr stark auf die Technik eingegangen. Zum Beispiel wie sie bestimmte Szenen gedreht haben, die Hintergedanken bezüglich des Designs des Films, warum der Sound so gestaltet wurde, Umsetzung von Special Effects etc. Hier erfährt man unter anderem auch, dass ursprünglich der Rocksänger Marylin Manson den Soundtrack komponieren sollte. In Audio Essay Nummer 3, "Story", gibt es dann den Personen-Overkill. Marcus Nispel ist hier wieder mit dabei, ebenso Michael Bay, Brad Fuller und Andrew Form, aber des weiteren noch Drehbuchautor Scott Kosar und die Darsteller Jessica Bial, Erica Leerhsen, Eric Balfour, Jonathan Tucker, Mikel Vogel und Andrew Bryniarski. Hier geht es zumeist um die Entwicklung der Geschichte und die Schauspieler erzählen ein wenig von ihren Charakteren. In diesem Kommentar wird unter anderem verraten, dass Erin im ersten Skriptentwurf im neunten Monat schwanger war und ihr Tod durch Leatherface durch das Schreien ihres neugeborenen Babys besiegelt werden sollte. Außerdem wird auch ein wenig auf die Schwierigkeiten eingegangen, wie man das Remake besser oder zumindestens anders gestalten könnte wie das Original, und sogar das "Vorbild" der Taten, der amerikanische Serienkiller Ed Gein, findet Erwähnung. Insgesamt bekommt man hier also das totale Informationspaket wie es ausführlicher nicht sein kein. Die Produktion der Kommentare als Essays erweist sich hier als absoluter Glücksgriff, da es praktisch keinen Leerlauf gibt. Gute Englischkenntnisse sollte man aber schon haben. Weder New Line noch Constantin bieten Untertitel für die Audio Essays.

Im folgenden werde ich nun erstmal auf das weitere Bonusmaterial eingehen, dass sowohl bei der amerikanischen wie auch der deutschen DVD vorhanden ist. Das Kernstück ist die über 70 Minuten lange Dokumentation "Chainsaw Redux: Making a Massacre". Dies ist ein ordentliches Making-Of wie man es sich vorstellt. Nach einer Hommage an das original The Texas Chain Saw Massacre werden verschiedene Themen wie Cast & Crew und die Dreharbeiten behandelt. Dabei wurden Interviewauszüge, Filmausschnitte und auch viele Aufnahmen von den Dreharbeiten verwendet. Unter anderem sieht man hier Schauspieler Eric Balfour, wie er einen etwas außergewöhnlichen Weggang vom Set inszeniert, wie Regisseur Nispel und die Darsteller sich im Spaß ankeifen und vor allem wie Leatherface-Darsteller Andrew Bryniarski seine Maske aufgesetzt bekommt. Einige der Kommentare von den Interviewten hat man zwar bereits in einem der Audio-Essays gehört, aber das kommt nur selten vor. Die nächste Dokumentation "Severed Parts" behandelt ausschließlich die Deleted bzw. Alternate Scenes, die im fertigen Film keine Verwendung fanden. Regisseur Marcus Nispel gibt dazu noch weitere Erklärungen, aus welchen Gründen die Szenen entfernt wurden. Dabei handelt es sich um einen alternativen Anfang und ein anderes Ende, in denen Erin als alte Frau gezeigt wird, die seit den Ereignissen in einer psychiatrischen Klinik ist und einem Reporter die Geschichte von damals erzählt. Dann gibt es noch etwas längere Dialogszenen, in denen Erin ihrem Freund Kemper offenbart, dass sie schwanger ist. Neben einer etwas erweiterten Szene mit dem kleinen Redneck-Jungen Jedidiah gibt es außerdem noch zwei etwas längere Versionen der Selbstmordszene und von Morgans Tod durch Leatherface.

The Texas Chainsaw Massacre - ScreenshotThe Texas Chainsaw Massacre - Screenshot

Die dritte größere Dokumentation widmet sich einem dunklen Kapitel amerikanischer Geschichte. In "Ed Gein: The Ghoul of Plainville" wird auf den Psychopathen Ed Gein eingegangen, der Mitte der 50er Jahre in einem kleinen Ort in Wisconsin zwei Frauen ermordet und unzählige weibliche Leichen aus ihren Gräbern herausgegraben hat. In dem über 20 Minuten langen Beitrag wird auf seine Kindheit eingegangen und wie er langsam zu dem Leichensammler und Mörder wurde. Dies wird zwar mit einigen Szenen aus dem Film vermischt, aber etwas stärkere Nerven sind schon nötig, wenn Archivaufnahmen seiner Greueltaten gezeigt werden. Um mal einen Eindruck zu bekommen, was vor den Dreharbeiten eines Films passiert, kann man noch Screentests von Jessica Biel, Eric Balfour und Erica Leerhsen bewundern, die dort einige Szenen aus dem Film während eines Castings wiedergeben. An kleineren beigaben gibt es noch diverse Trailer, TV-Spots und ein Musikvideo.

Nun zu den Extras, die entweder bei der einen oder anderen DVD fehlen. Bei der New Line DVD kann man sich zusätzlich die Deleted Scenes noch einzeln und unabhängig von der Dokumentation anschauen. Außerdem gibt es noch zwei kurze Bildergalerien, die einige Konzeptzeichnungen zum Production Design und der Maske von Leatherface zeigen. Des weiteren gibt es hier noch einen DVD-ROM Teil, dabei soll es sich um eine Storyboard-to-Screen Vergleich handeln. Die deutsche DVD hingegen bietet eine kurze Behind-the-Scenes Featurette, in der es einen unkommentierten Blick hinter die Kulissen gibt. Dem folgen 8 kurze Interviews mit Jessica Biel, Eric Balfour, Jonathan Tucker, Erica Leerhsen, Mike Vogel, R. Lee Ermey, Marcus Nispel und Brad Fuller mit Andrew Form. Diese Interviews sind aber leider weniger interessant, da man das meiste schon aus dem Film oder dem anderen Bonusmaterial kennt. Zu den wichtigsten Leuten des Films gibt es noch Biographien. Bis auf die TV-Spots und das Musikvideo verfügen alle Extras über deutsche Untertitel.

Ob man sich nun für die eine oder andere DVD entscheiden möchte, ist jedem selbst überlassen und von den eigenen Anforderungen abhängig. Einen gravierenden Nachteil hat keine der beiden DVDs, im Gegenteil.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 14.07.2004
Letzte Textänderung: 03.08.2006

Leser-Kommentare

15.03.2006, 15:10:07 Horrorist ( Email schreiben )

Ich habe schon beim Original aus den siebzigern gegähnt und wär beinahe eingeschlafen! Bei der
"Neu-"verfilmung gings mir genauso! Gut, etwas aufwendiger gemacht aber trotzdem kann ich dem Streifen nichts abgewinnen!
Irgendwie das gleiche Schema! Autopanne, Einsames Haus und ein irrer!!?!! *Weitergähn*

17.06.2005, 19:24:52 Onkel Roman ( Email schreiben )

Ausnahmsweise gefällt mir das Remake besser als die Vorlage.
Ein stellenweise wirklich derber Splatter, dessen abstossende Atmosphäre weniger aus den Gewaltszenen resultiert, sondern aus der deprimierenden, ausweglosen Grundstimmung der gesamten Handlung.
Innovativ ist die Darstellung der degenerierten Sicko-sippe als am Leben gescheiterte, jenseits der Zivilisation völlig verrohte Existenzen... und eben nicht, wie sonst in Filmen dieses Genres üblich, als gesichtslose Slasher, deren Motive unklar bleiben.

Absolut unerwartet die versteckte Gesellschaftskritik am Schluss:
Der Showdown findet in einem Schlachthof statt, einem Ort also, an dem Tieren tag für tag grausam ums Leben kommen. Dass dies aber als gesellschaftlich akzeptiert gilt, ist ein starkes Statement, wie man es in Horrorfilmen leider viel zu selten findet.
Eine Reflextion realen Horrors.

Volle 10 Punkte...

und übrigens: Jessica Biel im verschwitzten Unterhemd ist auch was fürs Auge! :-)

05.05.2005, 19:47:32 savini ( Email schreiben )

Nach kurzer pseudo reality Einführung ein Van, unendliche Weite und der 70er Groove aus dem Radio.

Ein Schwenk auf Jessica Biel und es ist sofort klar die haben geschafft Marilyn Burns glaubwürdig zu ersetzen.

Ein verstörtes Mädchen und dann die Antwort auf den selbstzerstümmelnden Schlitzer aus dem Orginal.
Kopfschuss und eine Ultrageile Kamerafahrt die Spannung kocht und die verteilte Hirnmasse wird uns noch sehr lange begleiten.

Es wird einiges umgestrickt aber Marcus Nispel schafft es die Atmosphäre und Spannung bis zum Schluss zu halten.

Leatherface bekommt ein Gesicht und das Ende ist nicht völlig offen ob das nun Fehler sind ist eher Meinungssache. So hat die Story einen Abschluss und man muss nicht eine schnelle Fortsetzung fürchten.

Wer einen perfekten, sehr harten und düsteren und mit vollkommen glaubwürdigen Darstellern besetzten Film ohne wirklich einschränkendes Manko sehen will kommt an diesem Remake nicht vorbei.

10/10 und ob popcorn in den 98 minunten Dauerthrill wirklich schmeckt wag ich zu bezweifeln.

26.08.2004, 14:46:50 Christian Schulze ( Email schreiben )

Ich finde, das Remake für sich gesehen durchaus gelungen und erheblich besser als das Gros zeitgenössischer Horrorstreifen. Die Hochglanz-Inszenierung ist natürlich genau das Gegenteil vom Inszenierungsstil des Originals. Gerade, weil er sich erheblich vom Original unterscheidet, ist der überraschend harte und fiese Film aber interessant. Ein bloßer Aufguß hätte im Vergleich sowieso nur verloren und wäre auch völlig überflüssig gewesen.

07.08.2004, 23:33:33 Klaus ( Email schreiben )

Würde gerne wissen wie die Geschichte endet,weil ja im Vorfeld geschrieben wird das der Film auf wahre Tatsachen beruht.Was ist mit den Mördern passiert?

Der Charakter des Leatherface beruht lose auf den Killer Ed Gein. Das ist alles, was an diesem Film auf wahren Tatsachen beruht.

15.07.2004, 16:07:09 Dietmar Kesten ( Email schreiben )

TEXAS CHAINSAW MASSACRE

UND IMMER WIEDER SÄGT DIE KETTENSÄGE

von DIETMAR KESTEN, GELSENKIRCHEN, 3. JANUAR 2004.


Marcus NISPEL, deutscher Werbe- und Musikclip-Regisseur, legt
mit Hilfe von Produzent Michael BAY den Horror-Film
?Texas Chainsaw Massacre? im Kino neu auf. Die Fragen dürften gestellt
werden: bietet der Film tatsächlich etwas neues, oder ist er nur
ein weiterer Meilenstein der aufkommenden Renaissance dieses Genres
im Kino?
Der Fortschritt zum Rückschritt ist im Film manchmal lobenswert.
Wenn viel Wahn dabei ist, wenig Sinn und blutige Sequenzen, dann sollte
man sich klar machen, dass der ausgelatschte Weg bekannter
Slasherfilme leider auch vor ?Texas Chainsaw Massacre? nicht halt macht.

Das ?Blutgericht in Texas? vermischt bekannte Motive aus Klassikern
der 70er Jahre: etwas aus ?Hügel der blutigen Augen? (Wes CRAVEN, 1977)
und der ersten Folge von ?Texas Chainsaw Massacre? (Tobe HOPPER, 1974).
Neben Danny BOYL, der mit seinem Untotenfilm ?28 Days Later? (2003) eine
retrospektive Huldigung bekannter Schocker wagte, und mit dieser
düsteren Hommage an George A. ROMERO (etwa: ?Two Evil Eyes?, 1990
und ?The Dark Half?, 1993) den grunzenden Unholden im Kino freien Raum
ließ, haben nun NISPEL/BAY einen physischen Angriff auf das Publikum
gewagt.

In konventionellem Grusel durchstreift die Kamera jenes Gelände
der verrückten Kannibalenfamilie, mit der sich eine Gruppe von Teens
im Clinch befindet. Auf der Suche nach Hilfe für eine psychotisierte
junge Frau, die sich kurze Zeit später in dem Auto der jungen Leute
erschießt, müssen sie erfahren, dass die Kettensäge Jagd auf die
ahnungslosen Stadtmenschen macht.
Der fiese Abstieg in den Wahnsinn beginnt.
Stilsicher, aber wenig spannend inszenieren NISPEL/BAY einen Film,
der von seiner Schablonenhaftigkeit lebt.

Dass eine ?moderne? Neuverfilmung sich immer an der Ursprünglichkeit
messen lassen muss, ist keine Frage.
Fragwürdig wird das dann, wenn dieses Genre sich scheinbar selbst
wiederbelebt und sich nur noch von seiner morbiden und unangenehmen
Art zeigt.
Die berüchtigte Horrorfigur ?Leatherface?, die als frustrierter Teenager mit Gesichtsmaske herumläuft, kann kaum beeindrucken; denn sie
stößt auf Ablehnung und Skepsis. Nicht nur weil die Schocker-Einlagen
aufs comichafte reduziert werden, sondern deshalb, weil versucht wird,
Ängste in den Kopf zu setzen.

Für eingefleischte Horrorfans mag das je gerade das Salz in der Suppe
sein, doch das Gefühl des beständigen Ausgeliefertseins und des
Nicht-Entrinnen-Könnens erinnern an die Bedrohungen durch den
Terrorismus und jenen ?Schwarzen Mann?, der nachts, wenn es
dunkel wird, die kindliche Phantasie durchstreift.
Die bisweilen sehr harte Neuverfilmung, die im übrigen auch nichts
für schwache Nerven ist, wendet sich zum Ende des Filmes mehr und
mehr gegen den Zuschauer und bedroht ihn selbst.

Die Grenze zwischen Phantasie und Realität, zwischen Fiktionalem
und Faktischem, ist gerade im Horror ein unentwegter Gang zwischen
den Klippen.
Der Wahnwitz dieser und ähnlicher Filme begann bestimmt mit
HOPPER und seinem Film ?Texas Chainsaw Massacre? von 1974.
Für die meisten Rezensenten der Beginn einer Welle
von ?phantasielosen-grobschlächtigen?, nur auf ?blutrünstige
Schockeffekte? und ?ekelerregende Schlachtfeste? reduzierten
Gewaltfilmen.

Es kann nicht verhehlt werden, dass die heutige Neuverfilmung
hier gnadenlos anknüpft.
Der unbekümmerte Umgang mit der Gewalt und drapierten Toten,
mit Fleischerhaken, Eingeweiden und ungeklärten Vorfällen, das
plötzliche Auftauchen der rohen Kraft, Brutalität und Tod
ist ?desaster movie?.
Die Gewaltverherrlichung, die unterschiedlich motiviert auftaucht,
direkt oder indirekt thematisiert, und die im Film mit einer
diffusen Kausalität unterlegt ist, sollte die kritische Auseinandersetzung
nicht scheuen.
Wenn auch das überwiegend jugendliche Publikum diesen Film
wegen seiner Unbekümmertheit, mit dem das Genre des Horrors
hier antritt, eventuell mögen wird, so sägt sich die Kettensäge hier selbst
ins Bein.

Fazit: Die täglich erfahrbare Gewalt, das Sinken der Hemmschwellen
bei Gewalttaten und das Vorpreschen von Gewaltorgien in Staat
und Gesellschaft machen ständig betroffen.
Wenn das Hereinbrechen des Grauens in die vertraute Gegenwart
das Publikum überrascht, man ?beteiligt? an abartigen Morden wird,
dann ruft das auch Assoziationen zum realen Alltag hervor.
Die endgültige ?Gefahrenbereinigung? erscheint nicht mehr glaubhaft zu sein.

02.04.2004, 17:34:44 Yvonne Adam ( Email schreiben Homepage )

Ich finde diesen Film erschreckend. Es gab wirklich einmal so grausame Menschen. Sowas ist einfach furchtbar! Ebenfalls finde ich den Film einfach gigantisch und genial. Es ist vollkommen brechtigt, dass man sagt das es ein einmaliges Meisterwerk ist. Ich habe leider noch nicht das Vergnügen gehabt mir die älteren Filme anzuschauen. Also, dieser Film ist einfach genial. Deswegen schaut euch ihn an. Aber vergesst bitte nie, dass das alles leider einmal wirklich passiert ist!!!
Mit freundlichen Grüßen der Eiskalte Engel

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann