Film Daten

Titel:
Rock 'n' Roll High School
Originaltitel:
Rock 'n' Roll High School
Land & Jahr:
USA 1979
Laufzeit ca.: ?
93 Min.
Regie:
Allan Arkush
Joe Dante
Jerry Zucker
Darsteller:
P.J. Soles
Vincent Van Patten
Clint Howard
Dey Young
Mary Woronov
Paul Bartel
Dick Miller
Don Steele
Alix Elias
Loren Lester
Daniel Davies
Lynn Farrell
Herbie Braha
Grady Sutton
Chris Somma
Alternativtitel:
• Disco High
• Rock 'n' Roll Highschool
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 / 93:26
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • Radio Spots
  • Interview mit Roger Corman
  • Audiokommentar mit Allan Arkush, Michael Finnell und Richard Whitley
  • Audio Outtakes von 7 Songs
  • dt. TV-Cut

Rock 'n' Roll High School

Review

Rock 'n' Roll High School - Logo

(Ein Review von Frank Meyer)

An der Vince Lombardi Highschool herrscht Anarchie - zumindest aus Sicht der neuen Direktorin Miss Evelyn Togar (Mary Woronov). Und die resolute Lehrkraft lässt vom ersten Tag an keinen Zweifel aufkommen, dass sie dies unter allen Umständen und schnellstmöglich ändern will; denn den Schuldigen für die disziplinären Mängel hat sie auch schon gefunden: Rock ´N´ Roll! Dumm nur, dass ihre Erziehungsmaßnahmen ausgerechnet mit einem Konzert der Ramones kollidieren. Ein Umstand, mit dem sie der gesamten Schülerschaft und insbesondere Riff Randall (PJ Soles), ihres Zeichens weltgrößter Ramones-Fan und Schulsprecherin in Personalunion, praktisch den Krieg erklärt.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Mach Dich auf etwas gefasst, ahnungsloser Zuschauer! Mag die reine Inhaltsangabe auch noch recht harmlos klingen, offenbart sich der tatsächliche Irrsinn dieses durchgeknallten Streifens, sobald man ein wenig mehr auf das eingeht, was einen im Rahmen der Handlung erwartet: Plattenverbrennungen, mutierte Rock N Roll Riesenmäuse, Papierflieger mit Navigationssystem, Dienstleistungsunternehmen auf der Schultoilette und mittendrin die "heißeste Band diesseits des eisernen Vorhangs!" (Zitat: Screamin’ Steve). Auch wenn man sich darüber im Klaren ist, dass schräge Filme naturgemäß immer das Zeug haben, Meinungen zu spalten, wäre hier für Nichteingeweihte trotzdem ein Wa(h)rnhinweis auf dem Cover durchaus angebracht. Sollte einen diese Ausgeburt von Musikfilm nämlich unvorbereitet erwischen, kann auch schnell Schluss mit lustig sein; denn hier werden so einige Gesetze des guten Filmgeschmacks gründlich verletzt (inklusive der absoluten Todsünde von Sequenzen mit schnellem Vorlauf!) . Und sieht man Rock 'n' Roll Highschool heute als in der Gegenwart lebender Mensch zum ersten Mal, läuft der Film möglicherweise Gefahr, keine Viertelstunde im Player zu überstehen. Warum es sich trotzdem lohnt, einen Blick unter die vermeintlich alberne Oberfläche zu riskieren? Hier die mögliche Antwort...

Zitat

Haben sie den Hörverlust bemerkt? Miss Togar (bezogen auf eine explodierte Maus)

Will man dem Phänomen Rock 'n' Roll Highschool in einem Review wirklich gerecht werden, kommt man möglicherweise ganz ohne Spoiler nicht aus, was aber bei einem Film, der eh sowohl im Klappentext als auch im Trailer munter die Schlusspointe vorwegnimmt, offensichtlich so tragisch nicht zu sein scheint. Mit anderen Worten: die Handlung im eigentlichen Sinne spielt hier ohnehin nur eine Nebenrolle. Und letztendlich ist genau dies der Grund dafür, dass der Spaßfaktor mit jedem Durchlauf steigt. Aber zunächst zurück zum Inhalt: Reduziert man den Film auf die behandelten Themen, enthält Rock 'n' Roll Highschool sämtliche Zutaten für einen typischen Teenie-Highschool-Film. Da wären Riff Randalls unerfüllte Träume, die nicht erwiderte Liebe ihrer Freundin Kate zu Tom Roberts, die Stutenbissigkeit zwischen Riff & Groupie Angel Dust(!) und solche thematischen Klassiker wie Rebellion und Generationskonflikt. Nur nimmt Rock 'n' Roll Highschool erfrischenderweise keine dieser Problematiken wirklich ernst. Wo sonst etliche Filmminuten für standardisierte Spannungsbögen verloren gehen, bleiben dem Zuschauer hier die üblichen Hochs und Tiefs erspart, die dem "überraschenden" Happy End gesetzesmäßig vorauszugehen haben. Statt ein Problem lange zu wälzen, werden etwaige Hürde eigentlich eher locker im Vorbeigehen genommen. Will z.B. jemand ein Date (und wie viele eineinhalbstündige Teenagerdramen haben sich allein diesem Thema gewidmet?!), dann geht er einfach zu Eaglebauer Enterprises in die Herrentoilette und die Sache ist erledigt. Eaglebauer (Clint Howard) organisiert den Rest – und akzeptiert Cash oder Kreditkarte. Selbst als die Schulbesetzer am Ende von der Polizei in die Enge getrieben werden, kommen sie völlig ohne Bedenkzeit aus, um ihren sagen wir mal doch recht radikalen Plan in die Tat umzusetzen.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Die hoffnungslose Übertreibung und völlige Überdrehtheit sind zugleich Schwachpunkt wie Stärke von Rock 'n' Roll Highschool; denn so sehr die dramatischen "Short Cuts" im ersten Moment die Sehgewohnheiten irritieren können, so entscheidend tragen sie dazu bei, dass der Film in der Wiederholung nicht an Tempo verliert. Ganz im Gegenteil: Gibt man der Sache bei aller berechtigten Skepsis eine 2te oder besser 3te Chance, wird man gerade diese kurzen und knappen Lösungen schätzen lernen, weil man sich so voll und ganz auf die skurrilen Szenen, kreativen Einfälle, zahllosen Filmzitate und Running Gags konzentrieren kann, statt sich mit irgendwelchen vorübergehenden Leidensgeschichten mit ohnehin bekanntem Ausgang herumschlagen zu müssen.

Sicher muss man das Ergebnis nicht zwangsläufig gut finden, aber aus meiner Sicht sind es zwei Umstände, die den Film davor retten, an seinen offensichtlichen Schwächen zu Grunde zu gehen und stattdessen die schmale Gradwanderung zwischen alberner Billigproduktion und trashigem B-Film mit Kultcharakter zu meistern: Zum einen der ehrliche, überschäumende Enthusiasmus aller Beteiligten und zum anderen natürlich die Ramones. Sobald die Ramones zum ersten Mal auftauchen und zu "I Just Want To Have Something To Do" musizierend durch die Straßen staksen, wird zwar schnell klar, dass an Joey, Johnny, Dee Dee und Marky ganz bestimmt keine Schauspieler verloren gegangen sind, aber ihre Auftritte katapultieren den Film auf einen ungeahnten Level an Absurdität. Zu den absoluten Highlights gehört die Szene, in der sich eine kiffende PJ Soles die Band für ein privates Ständchen in ihr Schlafzimmer träumt und Dee Dee Ramone am Ende unter der laufenden Dusche rockt. Was für ein Anblick!

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Unbestreitbar wäre Rock 'n' Roll Highschool ohne die Ramones und ihre zeitlose Stillosigkeit nicht nur längst in der Versenkung verschwunden, er wäre schlichtweg gar nicht vorstellbar. Umso erstaunlicher, dass der Film nicht als maßgeschneidertes Band-Vehikel geplant wurde, sondern es nur dank einer Reihe schicksalhafter Zufälle zu dem geworden ist, was als einer der skurrilsten Musikfilme aller Zeiten in die Filmgeschichte eingehen sollte und um die es in den Staaten zeitweise einen ähnlichen Fankult wie um die Rocky Horror Picture Show gab. Darüber hinaus gehört Rock 'n' Roll Highschool neben This Is Spinaltap quasi zur filmischen Tourbus-Grundausstattung jeder amerikanischen Rockband.

Zitat

Do your parents know that you are Ramones? Miss Togar

Die kuriose Entwicklung des Drehbuchs könnte man beinahe schon als legendär bezeichnen. Mit viel Glück bekamen die Neulinge Richard Whitley (Freitag, der 713.) und Russ Dvonch die Chance, ein Skript mit dem ursprünglichen Titel "Girl’s Gym" zu überarbeiten. Sie ließen ihrem Enthusiasmus freien Lauf und schrieben die ursprünglich als anzügliche Softsex-Schul-Posse geplante Story zusammen mit Allan Arkush und dem späteren Filmhistoriker Joseph McBride zur Teenager-Rebellions-Komödie um, die B-Film-König Roger Corman allerdings angesichts des enormen Erfolgs von Saturday Night Fever zunächst als "Disco High" inszeniert haben wollte. Aber selbst nachdem es Regisseur Arkush mit Hilfe geradezu sokratischer Rhetorik gelungen war, Produzent Corman davon zu überzeugen, dass nicht Disco, sondern nur Rockmusik zum Generationskonflikt passen würde ("Roger, would you go into a disco" – "Yes." - "Would you go to a rock concert?" – "Hell, no!"), waren die Ramones noch nicht einmal als Filmband im Gespräch. Angedacht waren bspw. Cheap Trick oder Van Halen, und erst die Plattenfirma schlug bei der Suche nach einer passenden & bezahlbaren Band die Ramones vor.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Überhaupt legten alle Beteiligten vor und hinter der Kamera bei diesem Projekt einen ungeheuren Enthusiasmus an den Tag. So verdankt der Film seinen Charme neben der schauspielerischen "Präsenz" der Ramones vor allem der Spielfreude seiner Darsteller. Allen voran Energiebündel PJ Soles, die sogar die Kosten für ihre Kostüme selbst übernommen hat, weil sie nach ihren Erfolgen mit Carrie und Halloween eigentlich zu teuer für die Produktion gewesen wäre. Als weiterer Beleg für die gute Stimmung am Set darf wohl auch gelten, dass es den Rahmen eines Reviews sprengen würde, sämtliche Überschneidungen in den beruflichen Werdegängen aller Beteiligten aufzulisten.

Liebhaber trashiger B-Movies kommen allein schon aufgrund von Crew und Cast an Rock 'n' Roll Highschool nicht vorbei; denn auch die Besetzungsliste hat es in sich und wartet mit einer Reihe von Genre-Stars aus der Corman-Factory auf. Dey Young, die mit der Rolle der Kate Rambeau ihr schauspielerisches Debüt ablieferte, spielte später u.a. kleinere Rollen in Spaceballs, Running Man und Wes Cravens The Serpent and the Rainbow (Die Schlange im Regenbogen). Kurioserweise spielte sie auch eine Hauptrolle neben Nationalmoderator Gottschalk in den Zärtliche Chaoten-Filmen. Ein besonders interessanter Vogel ist aber Musiklehrer Mr. McGree alias Paul Bartel, der nicht nur in unzähligen Corman-Produktionen mitgespielt, sondern einige Male auch gleich die Regie übernommen hat. So z.B. in Autorennfilmen wie Death Race 2000 und Cannonball, in denen er auch schon mit Mary Woronov (Miss Togar) zusammenarbeitete. In Eating Raoul spielten die beiden sogar ein killendes Pärchen, das seine Opfer als Hundefutter vertickt. Wen übrigens der dezente Charme von Direktorin Togar stellenweise an die Aufseherinnen in den Frauengefängnisfilmen von Jess Franco erinnert, der liegt mit der Exploitation-Assoziation schon ziemlich richtig; denn genau dort liegen ihre schauspielerischen Wurzeln. Mary Woronov gehörte zum Umfeld von Andy Warhol, war Tänzerin für Lou Reeds Velvet Underground und lange bevor sie das Regiment in der Rock N Roll Highschool übernommen hat in einer Reihe von Exploitationstreifen zu sehen. So durfte sie bspw. in Lloyd Kaufmans Sugar Cookies B-Film-Ikone Lynn Lowry zur ihrer ersten Lesbenszene verführen. Mary Woronov und PJ Soles stehen aktuell für The Devil's Rejects, das zweite Filmprojekt von Schockrocker Rob Zombie (House Of 1000 Corpses) vor der Kamera. Und zwar gemeinsam mit alten Genre-Heroen wie Michael Berrymen (The Hills Have Eyes) und Ken Foree (Dawn of the Dead, From Beyond, Leatherface). Unter den Darstellern zumindest noch erwähnt werden sollten auch Clint Howard (Bruder von Ron und mittlerweile vielbeschäftigter Mann in der 2ten Reihe Hollywoods) als Eaglebauer und in einer Nebenrolle als Polzeichef Dick Miller, der später auch immer wieder gerngesehener Gast in Filmen von Joe Dante war.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Hinter der Kamera arbeiteten neben dem offiziellen Regisseur Allan Arkush (Hollywood Boulevard) auch noch Regie-Liebling Joe Dante (Das Tier, Gremlins, Amazonen auf dem Mond), sowie einer der Könige des kommerziell erfolgreichen Verarschungsfilms, Jerry Zucker (Die nackte Kanone, Airplane!). Auch absolut sehenswert ist Special Effects-Guru Rob Bottin (John Carpenter’s The Thing (Das Ding aus einer anderen Welt), Maniac, Robocop) als mutierte Riesenmaus und im Kostüm des Pinhead-Freaks, den er ebenfalls für den Film kreierte und der danach zum festen Bestandteil jeder Ramones-Show geworden ist. Allan Arkush brachte 1994 die meisten der Hauptdarsteller von Rock 'n' Roll Highschool noch einmal für das Quasi-Prequel Shake, Rattle And Rock! vor die Kamera, bei dem es sich zugleich um ein Remake des gleichnamigen Films aus den 50ern handelt, der wiederum einer der Haupteinflüsse des Originals war. Nach einem völlig missglückten Remake-Versuch mit dem tollen Titel Rock 'n' Roll Highschool Forever (1990) und Corey Feldman in der Hauptrolle, arbeitet momentan Howard Stern, das Enfant Terrible unter den amerikanischen Radiomoderatoren, an einer Neuauflage. Man darf gespannt sein.

Zitat

They are ugly, ugly, UGLY people. Polizeichef beim Anblick der Ramones.

Den Soundtrack lobend zu erwähnen, dürfte sich im Grunde wohl erübrigen. Von den Ramones fehlt praktisch keiner der Klassiker aus der famosen 70er-Phase, weshalb Rock 'n' Roll Highschool für diejenigen, die die Band (aus welchem Grund auch immer) noch nicht kennen sollten, auch eine prima Einführung in das musikalische Schaffen des Punk-Urgesteins sein kann. Ergänzt wird die akustische Untermalung mit Songs von anderen Größen wie Velvet Underground, MC5, Alice Cooper, Chuck Berry, Devo, Paul McCartney und vielen mehr. Auch aus heutiger Sicht noch eine recht amtliche Mischung.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Anolis präsentiert den Klassiker im Original Widescreen-Kinoformat, wobei man über die Bildqualität streiten kann. Einerseits weist das Bild sicherlich keine überragende Schärfe auf, aber andererseits lässt es sich mit dem Ergebnis angesichts der Ausgangslage durchaus leben. Zumindest wenn man bedenkt man, dass die Corman’sche Billigproduktion vermutlich schon bei ihrer Premiere nicht unbedingt mit grandioser Bildqualität geglänzt hat. Störende Aussetzer oder andere offensichtliche Fehler sind mir zumindest nicht aufgefallen. Beim Ton bietet die DVD neben der deutschen, die englische Originalspur mit optionalen Untertiteln. Leider beide nur in Mono, wobei die deutsche vom Klang her überlegen ist. Da der komplette Film nie deutsch synchronisiert wurde, sondern nur die damals fürs Fernsehen gefertigte Schnittfassung (wobei die Schnitte keinem bestimmten Schema folgen und einfach nur dazu dienten, den Film auf 90 Min. zu kürzen), fehlt an ein paar Stellen der deutsche Ton. Netterweise bietet die DVD entsprechend die Wahlmöglichkeit zwischen dem deutschen TV-Cut und der Originalfassung. Wenn in der deutschen Fassung auch einiges an Wortwitz verloren geht, sollte man grundsätzlich doch positiv erwähnen, dass die Synchronisation nicht wie so oft bei kleinen Produktion den Film völlig hinrichtet, sondern die Sprecher es in einigen Momenten sogar schaffen, Intensität und Tempo zu unterstreichen. Ärgerlich ist nur die völlig unnötige Abänderung des im Original vielleicht coolsten Satzes im Film. So wurde aus Miss Togas "Do your parents know that you are Ramones?" "Wissen Ihre Eltern, dass sie die Ramones sind?", wodurch die beabsichtigte Verallgemeinerung natürlich futsch ist.

Schon die Aufmachung mit dem schönen Original-Artwork und einem Booklet mit einführenden Worten der Drehbuchautoren, darf man durchaus als gelungen bezeichnen. Darüberhinaus scheint die Bonus-Sektion praktisch mit der der US-Veröffentlichung identisch zu sein, was an sich ja schon erfreulich genug ist. So gibt es neben Trailer und Radio Spots so lohnende Extras wie ein nettes 5-minütiges Interview, das Kritikerlegende Leonard Maltin mit Roger Corman geführt hat, und die originalen Audio Outtakes von 7 Songs der Konzertszene (Blitzkrieg Bop, Teenage Lobotomy, I Wanna Be Sedated, California Sun, Pinhead, She’s The One, Sheena Is A Punk Rocker), die man sich ohne Bild separat ansehen kann. Da sämtliches nicht im Endschnitt verwendetes Bildmaterial direkt nach dem Dreh vernichtet wurde, enthält auch die deutsche DVD somit das komplette noch verfügbare Bonusmaterial. D.h. die berüchtigte Oben-ohne-Szene mit PJ Soles und Ron Howard als Spanner wird tragischerweise wohl für immer verloren bleiben.

Rock 'n' Roll High School - ScreenshotRock 'n' Roll High School - Screenshot

Das interessanteste Extra ist der klasse Audiokommentar von Regisseur Allan Arkush, Produzent Michael Finnell und Co-Autor Richard Whitley. Die drei Plaudern äußerst kurzweilig aus dem Nähkästchen und man erhält unzählige Hintergrundinfos zu Entstehung und Produktion; z.B. dass die Vögel in der allersten Einstellung passend zur Corman’sche Billigproduktion "cheap, cheap, cheap,..." zwitschern, wie die Crew zusammen mit den Ramones bei PJ Soles Weihnachten gefeiert, Arkush für die Plattenverbrennung seine eigene Sammlung geopfert hat oder Roger Corman letztendlich alle Änderungen egal waren, solange nur die Schule am Ende mit einem ordentlichen Knall in die Luft fliegt. Und auch über die Band erfährt man so einiges, was man vorher vielleicht noch nicht wusste. Bspw. dass ihr legendäres Gabba Gabba Hey ein (falsches) Zitat aus Tod Brownings Freaks ist oder Dee Dee nicht nur mit dem Lesen von Noten so seine Probleme hatte…

Insgesamt präsentiert sich die Anolis-Veröffentlichung als eine runde Sache und auch von der Ausstattung als wirkliche Alternative zum US-Import (zumal sie mittlerweile oft auch zum kleinen Preis angeboten wird). Und mit dem Film an sich ist es wie mit den Ramones selbst: Mag man von ihrer Optik zuerst auch irgendwie peinlich berührt sein, in ihrer Konsequenz sind sie am Ende dann doch zum Erfrieren cool. Wer also an den Ramones so gar nichts Cooles finden kann, der sollte besser auch einen großen Bogen um die Rock 'n' Roll Highschool zu machen!

Autor: Frank Meyer
Film online seit: 05.10.2004
Letzte Textänderung: 05.05.2006

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