Film Daten

Titel:
Donnie Darko (Director's Cut)
Originaltitel:
Donnie Darko
Land & Jahr:
USA 2001/2004
Laufzeit ca.: ?
128 Min.
Regie:
Richard Kelly
Darsteller:
Jake Gyllenhaal
Jena Malone
Noah Wyle
Mary McDonell
Katharine Ross
Patrick Swayze
Drew Barrymore
Beth Grant
Holmes Osborne
Maggie Gyllenhaal
Daveigh Chase
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Metrodome
Label:
Metrodome
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 128:16
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1
Englisch - DTS
Untertitel:
Englisch
Extras:
  • Audiokommentar von Richard Kelly und Kevin Smith
  • Featurette "They made me do it"
  • Dokumentation "They made me do it too - The Cult of Donnie Darko"
  • Donnie Darko Production Diary mit optionalem Audiokommentar
  • Deleted Scenes von Kinofassung
  • "They made me do it" Bildergalerie
  • Interviews mit Cast & Crew
  • B-Roll
  • Filmographien
  • 2 Trailer
  • 5 TV Spots
  • "Mad World" Musikvideo
  • "Cunning Visions" Informercials
  • Booklet mit Liner Notes
  • Limited Edition mit 3D-Holo-Cover

DVD Daten

DVD Cover - McOne
Label:
McOne
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 128:16
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Deutsch - DTS
Englisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Extras:
  • Audiokommentar von Richard Kelly und Kevin Smith
  • Donnie Darko Production Diary mit optionalem Audiokommentar
  • Storyboard/Film-Vergleich
  • Darkomentary
  • Fotogalerie
  • "Mad World" (Original) Musikvideo
  • Interviews mit Cast & Crew
  • "Cunning Visions" Informercials
  • The Philosophy of Time Travel
  • Featurette "They made me do it"
  • "They made me do it" Bildergalerie
  • Kompletter Soundtrack
  • Zusammenfassung von Graham Greenes "The Destructors"
  • Geschichte des DeLorean
  • Die Theorien von Stephen Hawking
  • Trailer zum Director's Cut
  • Biographien
  • Trailer: Riding the Bullet / Angst über Amerika / Ong-Bak / Devot / Cypher / Berserker / The Musketeer / Nirgendwo in Afrika / Infernal Affairs / Infernal Affairs II / High Tension / Wrong Turn
  • Booklet mit Liner Notes

Donnie Darko (Director's Cut)

Review

Donnie Darko (Director's Cut) - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nachdem Donnie Darko weltweit auf DVD erschienen war, entwickelte er ein erstaunliches Eigenleben. In den Staaten war er in den Kinos ein Flop und in vielen anderen Ländern erschien er gleich direkt auf DVD und wurde gar nicht erst in den Kinos ausgewertet, so z.B. auch in Deutschland. Mit der Zeit und unterstützt durch unzählige euphorische Reviews und Empfehlungen wurde der Film aber auf DVD ein enormer Erfolg. Daher bekam Richard Kelly von New Market die Chance angeboten, einen Director's Cut zu erstellen, was er natürlich dankend annahm. Schließlich musste er damals auf einige Szenen verzichten und aus finanziellen Gründen wurden auch nicht alle Rechte für die Popsongs eingekauft, die er gerne integrieren wollte. Im Director's Cut konnte er nicht nur einige der vorher entfernten Szenen wieder einfügen, sondern überarbeitete dabei auch gleich den Soundtrack und die Soundeffekte.

Für diejenigen, die sich dem Director's Cut zunächst ohne weitere Informationen widmen möchten, bringe ich das generelle Fazit einmal kurz vorweg, bevor ich im Detail auf die vielen Veränderungen eingehe. Die Handlung ist DC etwas schlüssiger ausgefallen und Richard Kellys ursprüngliche Idee hinter dem ganzen wird jetzt sehr viel deutlicher. Dadurch bietet der Film aber auch einige Interpretationsmöglichkeiten weniger, was ja gerade den Reiz der Kinoversion ausmachte. Aber mit einer leichtverdaulichen Story bekommt man es dennoch immer noch nicht zu tun, der Film verfügt immer noch über genügend Szenen, die ihn deutlich von handelsüblicher Mainstream-Ware unterscheiden. Insgesamt ist der Director's ganze 19 Minuten länger als die Kinoversion, die Unterschiede sind also nicht trivial.

Achtung: dies Review wird sich ab jetzt sehr speziell auf den Director's Cut von Donnie Darko konzentrieren. Die Abschnitte sind allerdings nicht mit Spoiler-Links geschützt, da es keine gravierenden Überraschungen oder Wendungen gegenüber der Kinofassung gibt, sondern es handelt sich wirklich nur um Ergänzungen und Verfeinerungen. Leider wird aber vorausgesetzt, dass die alte Fassung bekannt ist. Wer den Film noch gar nicht kennt bzw. sich zunächst nur allgemein über den Film informieren möchte, der sollte sich das Review über die alte Kinofassung durchlesen. Okay, here we go...

Relevante Änderungen

Richard Kelly beließ es nicht nur dabei, einige der von der Kinoversion bekannten Deleted Scenes wieder in den Film zu integrieren, sondern überarbeitete den Film auch im Schnitt und in einigen Schlüsselelementen. Folgendes sind die wohl markantesten Veränderungen:

  • Franks Erscheinen: Immer bevor Frank bei Donnie erscheint, gibt es eine Großaufnahme von einem Auge (Donnies Auge?) zu sehen, Donnergrollen ist zu hören und für wenige Frames sind Franks Kopf und bestimmte andere Elemente auf der Pupille zu sehen, außerdem wird sein Erscheinen mit einem unterschwelligen Ton angekündigt. Seine Stimme klingt nun etwas bedrohlicher und druckvoller als in der alten Version. Wer über eine Surround-Anlage verfügt bekommt sie, wie auch bei der alten Kinoversion, über alle Lautsprecher zu hören, aber durch die neue Soundabmischung wirkt das sehr viel intensiver.
  • Philosophy of Time Travel: Nachdem Donnie Roberta Sparrows Buch von seinem Physiklehrer bekommen hat, werden an bestimmten Punkten im Film die Kapitelseiten und entscheidende Textpassagen aus dem Buch eingeblendet, immer passend zu der Entwicklung und weiteren Entdeckungen Donnies. Dies hilft bei dem Verständnis der von Richard Kelly entwickelten Theorie über die Paralleluniversen, die die ganze Grundlage für die Zeitreisemöglichkeiten darstellen.
  • Die eigentliche Zeitreise: In der alten Kinoversion bestand Donnies Zeitreise einfach aus der chronologisch umgekehrten Anordnung bestimmter Momente aus den letzten 28 Tagen. Dies ist zwar im Director's Cut immer noch vorhanden, allerdings wurde die Sequenz optisch sehr stark abgeändert. Eine Art Gitter liegt über den Szenen und andere Elemente wurden in das Bild hineingearbeitet. Das bekommt so jetzt einen sehr technischen Touch.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Änderungen im Kleinen

Es wurden nicht nur ganze Sequenzen wieder integriert, sondern manchmal auch ganz kleine, nur wenige Sekunden lange Einstellungen, die auch vorher durch die Deleted Scenes nicht bekannt waren. Außerdem wurde an einigen Stellen auch der Soundtrack verändert, z.B. hört man plötzlich aus einem Radio Musik, wo es in der Kinofassung ruhig war. Da nicht auf jedes einzelnes Frame und jeden kleinen Soundeffekt eingegangen werden kann, folgt hier nur eine Auflistung der markanteren Änderungen, ohne Berücksichtigung der Szenen die bereits im Abschnitt zuvor besprochen wurden. Bei den kursiven Passagen handelt es sich um Szenen, die bereits durch die "Deleted Scenes" der Kinofassung-DVDs bekannt sind.

  • Wenn Donnie mit dem Fahrrad nach Hause fährt, hört man statt dem bekannten Song von Echo & The Bunnymen nun "Never Tear Us Apart" von INXS. Die Musik passt besser zum Tempo und Schnitt der Sequenz und hört mit einem passenden Break an der richtigen Stelle auf, während der alte Song ausgeblendet werden musste.
  • Donnies Mutter beschwert sich bei seiner Schwester, dass sie ihr nichts davon erzählt hat, dass Donnie seine Medikamente selbstständig abgesetzt hat.
  • Als Donnie schlafwandelt, bleibt er ein paar Sekunden im Wohnzimmer stehen, wo sein Vater vor dem rauschenden Fernseher schläft. Hier sind aus dem Fernseher noch Soundfetzen zu hören, die so klingen als ob sie einige Jahrzehnte alt sind (wird im Audiokommentar von Richard Kelly als ein dezenter Hinweis auf eine bereits bestehende Anomalie beschrieben).
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Die Sequenz im Hotel, in der sich die Kids in dem einen Zimmer und die Eltern in dem anderen Zimmer unterhalten ist insgesamt länger und auch anders geschnitten.
  • Die Autofahrt von Donnie und seinem Vater hat etwas mehr Vorlauf. Hier streiten sie sich noch um den Radiosender, Eddie will eine Wahlsendung hören, Donnie aber eine Musiksendung, in der der sonst vom Anfang des Films bekannte Song von Echo & The Bunnymen läuft.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Während Mrs. Farmer zum ersten Mal das "Controlling Fear" Video zeigt, sagt Frank aus dem Off: "Pay close attention!"
  • Am Morgen nachdem Donnie die Wasserleitung beschädigt hat, klaut er seiner Schwester ein selbstgeschriebenes Gedicht und liest es vor, seine Kumpels machen sich über Charita Chen lustig.
  • Als die Schüler "They made me do it" an die Tafel schreiben sollen, sieht man wie Cherita es anschreibt und Mrs. Pomeroy Donnie beobachtet, der deutlich nervöser wirkt.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Bei der Versammlung der PTA gibt es einen bissigen Dialog zwischen Mrs. Farmer und Karen Pomeroy.
  • Der "Poetry Day" in der Schule: Donnie liest ein Gedicht vor, in dem er Frank beschreibt.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Wenn die "Speere" aus dem Körper seines Vaters kommen, hört man ganz andere Soundeffekte und Eddies Bewegungen sind teilweise in Zeitraffer. Außerdem fehlt im Director's Cut wie Donnie persönlicher "Speer" sich zu einer Hand formt und ihn mit einem Finger zu sich winkt, er bewegt sich einfach weiter aus dem Zimmer raus.
  • Donnies Eltern sitzen nach dem Vorfall mit Mrs. Farmer in einem Restaurant, parallel dazu schneiden Donnie und seine Schwester Halloween-Kürbisse, Donnies Kürbis hat die Konturen von Franks Gesicht.
  • Donnie und Gretchen sind in einer Spielhalle, kurz nach der Sequenz als Donnie versucht mit einem Messer die Dimensionsbarriere zwischen ihm und Frank zu durchbrechen.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Bei der Show Cunninghams in der Schule läuft für Donnie alles in Zeitraffer ab.
  • Insgesamt ist die Show viel länger, hier sieht man mehr davon wie Cunningham mit den einzelnen Schülern redet.
  • Donnie und Gretchen besuchen das Haus von Roberta Sparrow, die ihnen aber nicht öffnet. Schließlich ist sie auf der Veranda zu sehen, als Donnie in ihren Briefkasten schaut. Frank sagt aus dem Off: "Write her a letter!"
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Karen Pomeroy verkündet, dass Graham Greenes "The Destructors" durch Richard Adams "Watership Down" ersetzt wird.
  • Im Kino ist zwar die gleiche Hintergrundmusik zu hören, aber Franks Stimme im Dialog mit Donnie klingt komplett anders als in der alten Version. Außerdem ist im Auge jetzt Feuer zu sehen.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Am Tag nach dem Sparkle Motion Auftritt liegen Donnie und Gretchen auf einer Decke auf einer Wiese, anschließend folgt ein Gespräch zwischen ihm und seinem Vater.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Das Entlassungsgespräch zwischen Karen und dem Direktor ist viel kürzer, was so viel kälter wirkt, da er scheinbar bewußt ihren Fragen ausweicht. Sie bekommt keine Gelegenheit ihre Sicht über die Schüler zu äußern ("we're losing them"), dies fehlt jetzt.
  • In der Klasse schauen sie sich den Film zu "Watership Down" an. In der anschließenden Diskussion behauptet Donnie, dass das Leben eines Hasen bei weitem nicht so viel Wert ist als das eines Menschen, weil Hasen seiner Ansicht nach nicht sprechen können und keine Kultur, also keine Intelligenz besitzen. Gretchen erwidert dies entschieden.
  • Donnie und Elizabeth verabschieden sich von ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester.
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Im DC kommt Donnie in die Klasse und sieht wie Karen Pomeroy ihre Sachen packt und erfährt da erst, dass sie gefeuert wurde. In der Kinofassung sitzt er bereits in der Klasse und scheint das schon zu wissen.
  • Donnies Psychiaterin offenbart ihm, dass er seine Pillen absetzen kann, weil es nur Placebos sind. Außerdem erklärt sie ihm den Unterschied zwischen einem Atheisten und einem Agnostiker.
Donnie Darko (Director's Cut) - Screenshot
  • Bei der Halloween-Party hörte man in der Kinofassung einen Rock-Song, im Director's Cut nur das Stimmengemurmel der Gäste ohne Musik im Hintergrund.
  • Wenn Donnie und Gretchen auf der Party die Treppe hinuntergehen, ist das Stück im Soundtrack anders abgemischt und etwas verfremdet. Es klingt jetzt nicht einfach nach einer Hintergrundmusik, sondern als ob es wirklich auf der Party gespielt wird.
  • Donnies Blick in den "Speer" Gretchens ist anders geschnitten und mit anderen Effekten versehen worden, auch sieht man hier nicht mehr, wie seine Augen "aufpoppen".
  • Nachdem Gretchen überfahren und Frank erschossen wurde, spricht Roberta Sparrow mit Donnie und sagt "The Storm is coming. You must hurry".
Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Wirkung des DCs gegenüber der Kinofassung

Hat sich der Film nun durch die Überarbeitung zum Guten oder Schlechten verändert? Schwierig zu sagen. Jeder Fassung hat ihre eigenen Reize, einen eindeutigen Vorteil oder Nachteil hat keine Version gegenüber der anderen. Richard Kelly bevorzugt auch keine der beiden Fassungen, er sieht sie beide als ebenbürtig an und ist gleichermaßen stolz auf sie. Die Kinofassung ist die Version, die man sich nach wie vor als Einstieg zum ersten Mal ansehen sollte, denn hier gilt ja gerade der Spaß am Interpretieren und Deuten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, wie man die Geschichte um Donnie Darko verstehen kann und eben diese Vieldeutigkeit machte den Film zu einem Kulthit.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Der Director's Cut wirkt insgesamt natürlich sehr viel stimmiger. Kleinere neue Szenen unterstützen das Verständnis und die Charaktertiefe. Außerdem wirkt durch die neue Soundkulisse alles zusammengehöriger und besser aufeinander abgestimmt. Durch die Einblendung der Kapitel und bestimmter Zeilen aus Roberta Sparrows "Philosophy of Time Travel" wird die Geschichte dem Zuschauer sehr viel klarer und besser verständlich gemacht. Die ganzen Zusammenhänge mit dem "Tangent Universe" den "Manipulated Living/Dead" und den Elementen Metall und Wasser wird dem aufmerksamen Zuschauer hier sehr viel klarer. Mit der Kinoversion musste man schon mittels des Audiokommentars und der Webseite zum Film die von Richard Kelly eigentlich angestrebte Intention herausfinden. Dadurch kann man, was die Handlung angeht, den Director's Cut sicherlich als die perfektere von beiden Fassungen ansehen, auf der anderen Seite wird dem Zuschauer aber auch viel Arbeit abgenommen. Die vielschichtig intepretierbaren Geschichte hat jetzt eine eindeutige Science Fiction Schlagseite bekommen.

Gerüchteweise soll Donnie Darko in Amerika in Form seines Director's Cuts wieder in die Kino gebracht werden, nachdem die alte Fassung ja leider ein Flop war.

DVD Veröffentlichung

Diesmal ist es Großbritiannien, die als erste in den Genuss des Director's Cut kommen. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da der Film dort eine enorm große Fanbasis besitzt und wo vor einiger Zeit sogar ein Graffiti-Wettbewerb durchgeführt wurde, in dem Künstler Motive aus dem Film sprayen sollten. Die Werke sind manchen bestimmt aus dem Bonusmaterial der englischen oder deutschen DVD bekannt. Die DVD des Director's Cut von Metrodome präsentiert sich als Doppel-DVD in einem Pappschuber, den ein 3D-Holo-Cover ziert. Das Bild der DVD ist so gut wie es das Ausgangsmaterial zulassen kann. Im Review der Kinofassung wurde ja schon darauf eingegangen, dass der Film auf einem bestimmten Filmmaterial gedreht wurde, wodurch dieser leicht silbrige Look zustanden kam, was aber die Arbeit fürs DVD-Authoring erschwert. Einen entscheidende Verbesserung gegenüber den bisherigen DVDs der Kinofassung ist nicht festzustellen, es macht hier nur den den Anschein als sei Bild insgesamt einen Tick schärfer.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Deutliche Unterschiede sind aber beim Sound zu hören. Der Ton ist hier einmal in Dolby Digital 5.1 und in DTS vorhanden. Verglichen mit dem 5.1-Track der alten US-DVD ist der DTS-Track deutlich druckvoller und intensiver. Die Surround-Boxen werden sehr gut genutzt und recht gespenstisch klingt es, wenn Frank von allen vier Seiten zu hören ist. Lediglich das Menü der ersten Disk ist etwas gewöhnungsbedürftig, da man quasi sofort in der Kapitelauswahl ist, durch die man sich nach links und recht bewegen kann. Erst wenn man die Tasten nach unten oder oben drückt gelangt man in die Menüs zur Auswahl der Tonspuren oder Untertitel.

Für den Director's Cut nahm Richard Kelly auch einen ganz neuen Audiokommentar auf, bei dem ihm sogar sein Freund und Regisseur-Kollege Kevin Smith (Clerks, Chasing Amy, Dogma) Gesellschaft leistet. Natürlich geht Kelly auf die signifikanten Änderungen im Ablauf der Handlung und im Soundtrack ein und gibt einige Erklärungen dazu ab. Daneben entwickelt sich aber auch phasenweise ein interessantes Gespräch zwischen zwei begabten Independent-Regisseuren, die ähnliche Erfahrungen im Filmgeschäft gemacht haben und einiges aus dem Nähkästchen auszuplaudern haben. Die Anwesenheit von Kevin Smith hat manchmal aber auch einen faden Beigeschmack. An manchen Stellen hat man das Gefühl, dass Kelly genauer auf einzelne Änderungen im DC eingehen möchte, nur redet ihm dann Smith mit einem anderen Thema dazwischen und so driftet das Gespräch immer wieder vom Film ab. Der Audiokommentar ist sicherlich nicht schlecht, man hätte sich nur gewünscht, dass Kelly etwas detaillierter und ausführlicher auf die Änderungen und einzelne Details eingehen würde.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Die weiteren Extras sind alle auf DVD #2 verteilt. Dabei wurde zum größten Teil aber Bonusmaterial wiederverwendet, dass bereits von den vorherigen DVDs der Kinoversion bekannt ist. Der Einfachheit halber werden die jetzt nur schnell aufgezählt, bevor dann auf die ganz neuen Features eingegangen wird. Also, übernommen wurde "They made me do it", die Aufnahmen von der Arbeit der Spraykünstler in England, sowie die dazugehörige "They made me do it Gallery". Ebenfalls enthalten sind die Deleted Scenes mit Audiokommentar, die Interviews mit Cast & Crew, die "B-Roll" Aufnahmen, das "Mad World" Musikvideo, die "Cunning Visions" Infomercials sowie diverse Trailer, TV Spots und Filmographien.

Ganz neu ist die von Metrodome erstellte halbstündige Dokumentation "They made me do it too", die sich mit dem Kult um den Film in Großbritannien befasst. Hier kommen sowohl Fans als auch Filmkritiker und Experten zu Wort, die aus ihrer Sicht erzählen, was das besondere an diesem Film ist. Als besonderer Gag ist ihr Gesprächspartner jemand im "Frank"-Kostüm. Ebenfalls neu ist das "Donnie Darko Production Diary", das zudem noch mit einem Audiokommentar von Kameramann Steven Poster ausgestattet ist. Diese Dokumentation zeigt zuerst, wie das Drehteam die einzelnen Drehorte besucht und dann schließlich einige Aufnahmen von den Dreharbeiten. Die Aufnahmen sind allerdings so alle unkommentiert und somit ein wenig trocken und langweilig. Erst mit dem zugeschalteten Audiokommentar von Steven Poster wird es ein wenig interessanter. Hier erzählt er davon, was Richard Kelly sich von ihm wünschte, mit welchen Problemen sie beim Dreh zu kämpfen hatten (wie z.B. das Drehen von Nachtszenen im Sommer, die eigentlich im Oktober spielen), wie und warum er bestimmte Szenen inszenierte und gibt dabei sogar noch einige selbstironische Sprüche gegen sich selber ab.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Die Erstauflage dieses Doppel-DVD-Sets wurde zudem in einem Pappschuber verpackt, der ein nettes 3D-Holo-Cover bietet. In dem dünnen Booklet gibt es außerdem noch einige Worte von Richard Kelly zu dem Director's Cut.

Update 26.09.2005 - Deutsche DVD

Ganz im Stile der Special Edition Tin-Box zur Kinofassung präsentiert McOne auch die neue Version von Donnie Darko. Die Verpackung besteht auch hier aus einer metallenen Blechbox, die prinzipiell genauso wie die andere Box gestaltet wurde, sich aber optisch durch ein paar Wolken und einer dunkleren Darstellung des Hasenkopfes doch deutlich von der alten Box unterscheidet. Auch die DVD in der Box hat ein anderes Cover, das an das der britischen DVD angelehnt ist. Bei den Menüs hat man es sich allerdings einfach gemacht und kurzerhand die von der Special Edition der Kinofassung übernommen. Das Authoring wurde hier allerdings nicht von Unexpected, sondern von Sony durchgeführt. Beim Bild gibt es keine großen Unterschiede, weder zur britischen DVD des Director's Cut noch zur deutschen DVD der Kinofassung und ist somit auch hier vollkommen zufriedenstellend.

Nur beim Ton gibt es natürlich andere Optionen als bei der britischen Fassung. Der englische DTS-Track ist zugunsten zweier deutscher Tonspuren in Dolby Digital 5.1 und DTS gewichen, die deutschen Tonspuren in Headphone Surround der Kinofassung wurden hier ebenfalls weggelassen. Die neu hinzugekommenen Szenen wurden mit den gleichen Sprechern nachsynchronisiert und fügen sich somit akkustisch nahtlos zu den alten Szenen hinzu. Aber: die Änderungen in Franks Stimme im englischen Ton wurden NICHT in den deutschen Ton übernommen. Das heißt, dass hier Franks Stimme immer noch so klingt wie in der Kinofassung, während in der englischen Fassung eine deutliche Veränderung in der Stimme zu hören ist. An Untertiteloptionen gibt es eine deutsche und englische Untertitelspur sowie auch eine weitere deutsche Spur für Hörgeschädigte.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Nun zu den Extras, die zum Teil schon von der Kinofassungs-DVD bekannt sind, aber es gibt auch ein paar andere Extras die man evtl. von der britischen DVD des Director's Cut kennt. Von der Kinofassung wurden die Biographien, die Interviews, die "Cunning Visions" + Audiokommentar, der Abdruck von "The Philosophy of Time Travel", die "They made me do it" Featurette und Galerie, der Soundtrack und die Infos über Graham Greenes "The Destructors", über den Delorean und die Theorien von Stephen W. Hawking wiederverwendet. Von der britischen DVD konnte der Audiokommentar von Richard Kelly und Kevin Smith übernommen werden, für den es auch deutsche Untertitel gibt, sowie das "Donnie Darko Production Diary", das hier als "Making-of" betitelt wurde. Fälschlicherweise wird aber der dazugehörige Audiokommentar im Menü Richard Kelly zugeschrieben, er stammt aber von Kameramann Steven Poster.

Für Besitzer einer DVD des Kinocuts oder der britischen Director's Cut DVD gibt es aber noch etwas neues in Form von vier Storyboard-zu-Film Vergleichen, die zum ersten Mal auf der amerikanischen DVD-Veröffentlichung des Director's Cut auftauchten. Hier sieht man in einem zweigeteilten Bereich, oben Storyboard, unten Film, die Szenen in der Storyboard und Filmversion wie Donnie von seinem "Speer" nach oben geführt wird, zwei Szenen von der Halloween-Party und die Sequenz bei Roberta Sparrows Haus in der Nacht. Neu, aber eher uninteressant ist eine Bildergalerie mit Szenenfotos. Sehr nett hingegen ist die Zugabe des "Mad World" Musikvideos. Aber nicht die Coverversion von Michael Andrews, sondern von dem Originalsong von Tears for Fears! Die Bildqualität ist hierbei nicht die beste, scheinbar diente ein Videotape als Master, aber trotzdem eine erfreuliche Überraschung.

Donnie Darko (Director's Cut) - ScreenshotDonnie Darko (Director's Cut) - Screenshot

Die "Darkomentary" Featurette, ebenfalls vorher nur auf der US-DVD zu finden, ist allerdings eine ziemlich fragwürdige Produktion, aber auf eine andere Art und Weise schon fast wieder lustig. Im Sommer 2004 initiierte die Webseite DonnieDarko.com einen Wettbewerb, in dem Donnie Darko Fans ihre eigene Dokumentation über den Film und sich selbst drehen sollten und der Beitrag des Gewinners sollte dann auf der DVD veröffentlicht werden, was dann auch geschah. Der Gewinner, ein gewisser Darryl Donaldson (???), wirkt schon auf den ersten Blick wie der größte Nerd aus dem Bilderbuch und scheut sich leider auch nicht davor den Soundtrack von Michael Andrews singend zu begleiten, James Duval auf offener Straße abzupassen, Richard Kelly zuhause anzurufen oder ihn sogar auf einer Con zu küssen! Definitiv ein Kandidat für die Psychiatrie oder für einen Stalker-Prozess vor Gericht...

In dem ansprechend designten Booklet gibt es Liner Notes zum Film, vom gleichen Verfasser des Booklet-Textes zu der Kinofassung ;-), die sich vor allem mit den Änderungen zwischen Kinofassung und Director's Cut beschäftigen. Außerdem noch einen Abdruck des original Songtextes und eine deutsche Übersetzung von "Mad World" und kurze Infos zur "They made me do it" Ausstellung.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 24.10.2004
Letzte Textänderung: 26.09.2005

Leser-Kommentare

03.03.2006, 22:31:17 mirco ( Email schreiben Homepage )

das ist ja unglaublich, wie detailiert das ganze von dir dargestellt und bewertet wurde! bin gerade zum ersten mal auf dieser seite, weil ich gezielt nach einem "donnie darko DC" review gesucht habe und werde jetzt den rest meiner kundenlosen spätschicht damit verbringen, mir weitere reviews durchzulesen. respekt!

© 1998 - 2016: Sense of View / Carsten Henkelmann