Film Daten

Titel:
Der Greifer
Originaltitel:
Alpagueur, L'
Land & Jahr:
Frankreich 1976
Laufzeit ca.: ?
96 Min.
Regie:
Philippe Labro
Darsteller:
Jean-Paul Belmondo
Bruno Cremer
Jean Négroni
Patrick Fierry
Jean-Pierre Jorris
Victor Garrivier
Claude Brosset
Marcel Imhoff
Jacques Dhéry
Alternativtitel:
Hunter Will Get You
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.66:1 (anamorph) / 96:06
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Französisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes

Der Greifer

Review

Der Greifer - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

"Der Greifer" (Jean-Paul Belmondo) ist ein Söldner, der verdeckt für die Regierung arbeitet. Als er einen Drogendeal hochgehen läßt, sind die Bosse recht sauer auf ihn, können ihn aber auch nicht schnappen. Sein neuster Auftrag ist die Suche nach der "Bestie" (Bruno Cremer), einem Mann, der mit höchster Brutalität Raubüberfälle durchführt und dabei immer junge Männer als Komplizen einbezieht, die er nach der Tat tötet, damit sie nicht gegen ihn aussagen können. Nur Costa Valdez (Patrick Fierry) überlebt eine Aktion schwer verwundet, weigert sich aber aus Angst auszusagen und landet schließlich im Gefängnis. Der Greifer wird zum Schein als Häftling in seine Zelle gebracht, wo ihm Costa alles erzählt. Sie fliehen aus dem Gefängnis um die Bestie zu suchen, dabei trifft der Greifer aber wieder auf den Gangster, dessen Drogendeal er vermasselt hatte...

Der Greifer - ScreenshotDer Greifer - Screenshot

Wenn man die anderen Thriller von Jean-Paul Belmondo wie z.B. Professionnel, Le (Der Profi) oder Peur sur la ville (Angst über der Stadt) kennt, so muss man sich für Der Greifer erstmal an eine etwas andere Form von Thriller gewöhnen. Dieser Film ist bedeutend bodenständiger, was die Inszenierung der wenigen Actionszenen angeht und insgesamt auch sehr viel ruhiger. Gesprochen wird wirklich nur das nötigste, es gibt teilweise Szenen in denen über längere Zeit hinweg nichts gesagt wird (zumindestens in der französischen Originalversion). Humor ist nur sehr wenig vorhanden, lediglich in der deutschen Version konnte sich das damalige Synchronstudio nicht zurückhalten und legte vor allem Belmondo verkrampfte ach-so-coole Sprüche in den Mund, die in den Originaldialogen so nicht enthalten waren.

Auch wenn sich der Film durch seine ruhige Art ein wenig von den typischen Belmondos abhebt, so ist dies sowohl Vorteil als auch Nachteil für diesen Film. Ein im ersten Viertel des Films ablaufender Subplot mit einen korrupten Polizeikommissar ist für den weiteren Verlauf völlig unerheblich, es dient allenfalls dazu zu zeigen, wie geschickt der Greifer bei seiner Arbeit vorgeht. Durch die trockene Atmosphäre treten auch kleinere Längen auf. "Die Bestie" hätte dafür, dass sie doch eigentlich der Antrieb der ganzen Handlung ist, etwas mehr in den Mittelpunkt gerückt werden können. Man hat bei dieser Person manchmal das Gefühl, dass sie nur ein etwas wichtigerer Nebencharakter darstellt. Auf der anderen Seite ist es dagegen schon richtig wohltuend, mal einen durchweg ernsten Thriller geboten zu bekommen, der sich nicht darauf verläßt, den Zuschauer mit gewaltigen Actionszenen zu blenden.

Der Greifer - ScreenshotDer Greifer - Screenshot

Ein weiteres Hauptmanko sind die zumeist nur an der Oberfläche dargestellten Charaktere. Man lernt eigentlich so gut wie nichts über sie oder ihre Vergangenheit kennen, selbst über den Greifer wird nur ein Satz fallengelassen. Manche Personen werden relativ abrupt in die Handlung eingeführt, zwischendurch vernachlässigt, um dann später wieder plötzlich aufzutauchen, wie z.B. die beiden Auftragskiller des Drogenbosses. Das damalige Publikum in Frankreich und Deutschland schien den Film auch nicht sonderlich zu mögen, da er im Vergleich zu anderen Belmondos keinen wirklichen Erfolg an den Kinokassen verbuchen konnte.

Regisseur Philippe Labro, der mit diesem Film seine Einflüsse durch Action-Regisseur wie Sam Peckinpah verarbeiten wollte, kann auf eine recht übersichtliche Filmographie zurückblicken. Zu seinen wenigen weiteren Werken gehören unter anderem die italienische Ko-Produktion Sans mobile apparent (Neun im Fadenkreuz), L' Héritier (Der Erbe) mit Belmondo und Le Hasard et la violence (Das Todeslabyrinth / Der Zufall und die Gewalt). Bruno Cremer sah man unter anderem in Lo Straniero (Der Fremde), dem William Friedkin-Thriller Sorcerer (Atemlos vor Angst) und fand 1991 die Rolle seines Lebens mit der Verkörperung des Kommissar Maigret in einer Unzahl von französischen TV-Filmen.

Der Greifer - ScreenshotDer Greifer - Screenshot

Eigentlich braucht man langsam kaum noch etwas über die DVDs der "Belmondo Edition" von Anolis zu schreiben, da sie alle auf einem ähnlich hohen technischen Level liegen. Auch hier vermag die Bildqualität wieder zu überzeugen, auch wenn insgesamt das Bild körniger als sonst gewohnt ist. Gerade in den ersten fünf Minuten ist das sehr deutlich sichtbar, später beruhigt sich dann das Bild in dieser Hinsicht. Dadurch ist auch die Schärfe nicht optimal. Der Ton liegt sowohl in Deutsch und Französisch in guter Verfassung vor, beim französischen Ton muss man allerdings mit deutschen Zwangsuntertiteln leben. Die orientieren sich zum Glück nicht an der deutschen Synchronisation! An Bonusmaterial gibt es auch wieder den passenden Trailer, eine Bildergalerie sowie Liner Notes im Booklet.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 09.11.2004

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