Film Daten

Titel:
Die Frauen von Stepford
Originaltitel:
The Stepford Wives
Land & Jahr:
USA 2004
Laufzeit ca.: ?
89 Min.
Regie:
Frank Oz
Darsteller:
Nicole Kidman
Matthew Broderick
Bette Midler
Glenn Close
Christopher Walken
Roger Bart
David Marshall Grant
Jon Lovitz
Dylan Hartigan
Fallon Brooking
Faith Hill
Matt Malloy
Kate Shindle
Tom Riis Farrell
Lorri Bagley
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Dreamworks Home Entertainment
Label:
Dreamworks Home Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 88:20
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Englisch - DD 5.1
Französisch - DD 5.1
Untertitel:
Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Türkisch
Extras:
  • Audiokommentar von Frank Oz
  • "A Perfect World: The Making Of Stepford Wives"
  • Featurette "Stepford: A Definition"
  • Featurette "Stepford: The Architects"
  • Featurette "The Stepford Wives"
  • Featurette "The Stepford Husbands"
  • Deleted / Extended Scenes
  • Gag Reel
  • 2 Trailer

Die Frauen von Stepford

Review

Die Frauen von Stepford - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Die bislang übererfolgreiche TV-Produzentin Joanna Eberhart (Nicole Kidman) wird aus ihrem Job gefeuert und erleidet einen Nervenzusammenbruch. Ihr Mann Walter (Matthew Broderick) beschließt mit der Familie aus der Großstadt in das beschauliche Stepford zu ziehen. Dort kommen sie zwar zur Ruhe, aber die anderen Frauen in Stepford erscheinen Joanna ein wenig seltsam. Jede der Frauen sieht gut aus, alle tragen sie eine ähnliche Kleidung und alle sind sehr höflich und nett. Ihr Mann vertreibt sich inzwischen seine Zeit in der "Men's Association", einem Club in dem sich die Männer des Ortes treffen. Bei einem Sommerfest lernt sie Bobbie Markowitz (Bette Midler) kennen, die sowas wie eine Schwester im Geiste zu sein scheint, und den schwulen Roger Bannister (Roger Bart). Als später mit einer Frau von Stepford etwas seltsames passiert und Joanna beim Versuch zu helfen regelrecht behindert wird, erkennt sie, dass irgendwas nicht zu stimmen scheint in dem Ort...

Die Frauen von Stepford - ScreenshotDie Frauen von Stepford - Screenshot

Frank Oz' Film Die Frauen von Stepford ist bereits die zweite Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ira Levin ("Rosemary's Baby"). Bereits im Jahre 1975 entstand der erste The Stepford Wives unter der Regie von Bryan Forbes und mit Katherine Ross (Donnie Darko) in der Hauptrolle eine filmische Adaption des Stoffes. Ob der 2004er Film ein Remake des ersten Films ist oder lediglich eine neue Interpretation der literarischen Vorlage, ist nicht ganz klar, im weiteren Text wird der Einfachheit halber aber von Original und Remake gesprochen. Die Gemeinsamkeiten zum alten Film belaufen sich auf ein Minimum. Während das Original den Verlust der menschlichen Identität zugunsten eines scheinbar perfekten Abbildes einer Ehefrau behandelt und das in das Gerüst eines Psycho-Horror-Thrillers verpackte, legt das Remake seinen Schwerpunkt auf eine komödiantische und bonbonfarbene Darstellung der Ereignisse in Stepford und auf das Zusammenleben des Ehepaares Eberhardt.

Denn zwischen den beiden ist nicht alles so in Ordnung wie es den Anschein hat. Zwar sorgt sich Walter um seine Frau, aber in ihrem Streben nach Erfolg durfte er bislang immer nur aus der zweiten Reihe zuschauen. In Stepford sieht er die Chance sie zu ändern. In einem Gespräch fordert er sie auf, sich endlich umzuorientieren und einfach mal nicht die eifrige Geschäftsfrau zu sein. Ihm zuliebe versucht sie es und beginnt ein neues Leben als typische Stepford-Frau in bunten Klamotten und mit Arbeitseifer. Aber trotzdem empfindet sie die anderen Stepford-Frauen als etwas suspekt. Bei einem Treffen der Frauen wird anstatt auf einen neuen Roman lieber auf ein dickes Buch über Weihnachtsschmuck diskutiert und beim Sport erinnern die rhytmischen Übungen eher an typische Bewegungen aus dem Haushalt als an körperliches Training. Diese Welt unterscheidet sich so grundlegend von der Joannas, dass sie zunächst Probleme hat sich dort reinzufinden. Im Gegensatz zu Walter, der sich schnell heimisch fühlt bei all den anderen Nerds, deren Frauen komischerweise immer Aussehen als würden sie gleich bei einem Schönheitswettbewerb mitmachen. Ein weiterer signifikanter Charakter in dem Ort ist Mike Wellington, wieder mal souverän verkörpert von Christopher Walken. Auf ihn scheint jeder Mann und jede Frau zu hören, er ist ein mächtiger Mann im Hintergrund, auch wenn die Form seiner Macht nicht ersichtlich ist. Aber er scheint die Fäden in der Hand zu haben und ist zudem der Vorsitzende der "Men's Association".

Die Frauen von Stepford - ScreenshotDie Frauen von Stepford - Screenshot

Im Gegensatz zum Original wird in der neuen Version von Die Frauen von Stepford das Geheimnis des Ortes relativ früh preisgegeben. Zwar irgendwo verständlich, da durch die evtl. Kenntnis des Romans oder des Originalfilms der Plot-Twist bekannt sein könnte. Allerdings nimmt dies dem Film auch ziemlich den Wind aus den Segeln. Zeichnete sich das Orignal noch dadurch aus, dass die ganze Zeit über eine bedrückende Atmosphäre erzeugt wurde und die Geheimnisse erst in den letzten zwanzig Minuten gelüftet wurden, so verliert das Remake jegliche Spannung bereits im ersten Drittel. Danach funktioniert der Film nur noch insofern, dass man als Zuschauer bereits genau weiß was los ist, Joanna, Bobbie und Roger im Film aber nicht, was immerhin für ein paar Lacher sorgt. Im Gegensatz zum Original baute Drehbuchschreiber Paul Rudnick noch ein homosexuelles Pärchen ein, was eine nette Variante zu all den normalen Ehepaaren in Stepford darstellt.

Somit verbleibt leider nur eine nette Komödie im gutbürgerlichen Stil, die weder sonderlich schwarzhumorig geraten ist, noch auf der ernsteren Seite sowas wie Spannung aufbauen kann. Das Original, auch wenn es eher langsam in seinem Erzählstil war, erzielte eine deutlich größere Wirkung beim Zuschauer. Die Atmosphäre war dichter und die Spannung größer. Das Remake ist zwar relativ kurzweilig und stellenweise auch wirklich witzig, aber auch wieder so oberflächlich geraten, dass man vieles wieder schnell vergisst. Der Stoff bietet eigentlich genug Substanz um ein anspruchsvolles Drama zu füllen, aber für eine leichte Komödie wäre dies wieder zu schwer gewesen und so werden einige Chancen vertan, die Person Joanna Eberhardt mit mehr Tiefe darzustellen. Rundherum ein technisch wie darstellerisch solide inszenierter Film, der aber leider einfach nur "nett" bleibt und stellenweise sogar total unlogisch ist (Stichwort: Geldautomat).

Anmerkung zum Schluß: wer sich sein Filmvergnügen waren möchte und auch das Original nicht kennt, der sollte tunlichst den Trailer und sämtliches Bonusmaterial vermeiden, da dort schon zuviel verraten wird.

Die Frauen von Stepford - ScreenshotDie Frauen von Stepford - Screenshot

Die Welt in Die Frauen von Stepford ist rein und sauber und auf Hochglanz poliert. Dem steht das Bild der DVD von Dreamworks Home Entertainment in nichts nach, dass sich mit knalligen Farben und einem ordentlichen Kontrast auf dem Bildschirm präsentiert. Lediglich in dunklen Szenen macht sich etwas Blockrauschen bemerkbar. Aber von denen gibt es ohnehin nicht sehr viele im Film. Zudem machen sicher keinerlei Verschmutzungen oder ähnliche analoge Defekte bemerkbar. Der einzige schwächelnde Aspekt ist der der Schärfe, denn das Bild hat insgesamt einen leicht soften Look.

Wie so häufig bei leichten Komödien, verbleibt die meiste Action im Klangbild in der vorderen Front. Die Frauen von Stepford macht da keinen Unterschied, die hinteren Lautsprecher werden ab und an mal leicht für die Musik genutzt, das wars aber auch schon. Hier kommt es hauptsächlich auf eine gute Dialogverständlichkeit an und die ist vollends gegeben. Dabei gibt es auch keine großen Unterschiede zwischen dem Originalton und der deutschen Tonspur.

Die Frauen von Stepford - ScreenshotDie Frauen von Stepford - Screenshot

Obwohl der Film nicht gerade der Übererfolg in den Kinos war, wurde die DVD doch mit relativ vielen Extras ausgestattet. Da wäre zunächst der Audiokommentar von Regisseur Frank Oz. Hier geht er hauptsächlich darauf ein, wo er was aus welchen Gründen zu straffen hatte und auch, was in anderen Takes teilweise anders gedreht wurde. Seine Aussprache ist recht gut verständlich, für diejenigen die es nicht so mit der englischen Sprache haben gibt es noch Untertitel in Englisch, Deutsch und Französisch.

Das fast zwanzigminütige Making-of behandelt die Dreharbeiten, das Set- und Kleidungsdesign und auch einzelne aufwendige Schlüsselszenen wie z.B. das Sommerfest oder den Ball am Ende des Films. Zwar geht dies Making-of nicht sehr stark in die Details, hebt sich aber doch von den üblichen Marketing-Featurettes ab, da hier was zu den Hintergründen erzählt wird und nicht einfach nur der Film und die Darsteller angepriesen werden. In "Stepford: A Definition" (4 min.) wird von Crew und Cast Mitgliedern eine Definition abgegeben, was (in Amerika) bereits schon in der Allgemeinheit unter dem Begriff "Stepford Wive" verstanden wird (die deutsche Übersetzung macht daraus eine "Stepforderin"). "Stepford: The Architects" (6 min.) behandelt die Motivation und die Ideen von Drehbuchautor Paul Rudnick und Regisseur Frank Oz den Film so zu drehen, wie sie ihn gemacht haben.

Die Frauen von Stepford - ScreenshotDie Frauen von Stepford - Screenshot

Die darauf folgenden "The Stepford Wives" (10 min.) und "The Stepford Husbands" (8 min.) drehen sich um die weiblichen bzw. männlichen Charaktere und Darsteller und sind eher mäßig interessant. Bei den 6 Deleted/Extended Scenes handelt es sich nur um Szenen, die aus Laufzeitgründen entfernt wurden und somit Verlängerungen bestehender Szenen darstellen. Als eher suspekt ist die Szene "Bobbie's Kitchen" anzusehen, die trotz 2 Wochen Dreh und 7 Monaten Special-Effects Arbeiten entfernt wurde. Was auch wirklich besser war, da somit die innere Unlogik des Films seinen absoluten Höhepunkt erreicht hätte und die komplette Szene mehr an einen Tex Avery Cartoon erinnert. Abgeschlossen werden die Extras mit einem Gag-Reel, dem nett gemachten Teaser und dem eigentlichen Kino-Trailer.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 04.02.2005
Letzte Textänderung: 05.02.2005

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