Film Daten

Titel:
Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia
Originaltitel:
Bring me the Head of Alfredo Garcia
Land & Jahr:
Mexiko/USA 1974
Laufzeit ca.: ?
110 Min.
Regie:
Sam Peckinpah
Darsteller:
Warren Oates
Isela Vega
Robert Webber
Gig Young
Helmut Dantine
Emilio Fernández
Kris Kristofferson
Chano Urueta
Jorge Russek
Don Levy
Donnie Fritts
Chalo González
Enrique Lucero
Janine Maldonado
Tamara Garina
Alternativtitel:
• Traiganme la Cabeza de Alfredo Garcia
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

Review

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Ein mexikanischer Großgrundbesitzer setzt 1.000.000 Dollar Belohnung für denjenigen aus, der ihm den Kopf von Alfredo Garcia bringt. Dieser hat seine Tochter geschwängert und ist dann abgehauen. Mehrere Killer sind nun auf der Suche nach Garcia. Zwei von ihnen landen in der Bar, wo Benjamin sein Geld als Pianist verdient. Sie fragen ihn nach Garcia. Er kennt Garcia, gibt ihnen aber vorerst keine weitere Auskunft. Von seiner Freundin erfährt er, daß Garcia vor ein paar Tagen einen tödlichen Autounfall hatte. Er wittert seine Chance und nimmt den Auftrag der Killer an, für 10.000 Dollar den Kopf zu besorgen. Das Garcia bereits tot ist, erzählt er ihnen dabei nicht. Er macht sich mit seiner Freundin auf den Weg, allerdings wird er von zwei Gaunern beschattet. In einem kleinen Ort finden sie schließlich Garcias Grab und Benjamin gräbt es in der Nacht aus. Gerade als er den Sarg geöffnet hat, wird er hinterrücks niedergeschlagen. Er kommt später wieder zu sich, seine Freundin tot neben ihm liegend. Blind vor Wut macht er sich auf die Verfolgung nach den Gaunern und erwischt sie unterwegs. Er schießt beide nieder, schnappt sich den Kopf und fährt weiter. Unterwegs wird er dann noch von Garcias Angehörigen abgefangen, die den Kopf zurückhaben wollen. In dem Moment tauchen die beiden Killer auf und schießen die Familie nieder. Sehr zum Vorteil Benjamins, der darauf die beiden Killer tötet. Er kommt schließlich dahinter, wer hinter dem ganzen Auftrag steckt und liefert den Kopf bei dem Großgrundbesitzer ab, genau am Tag der Taufe des Kindes. Benjamin sackt die Belohnung ein und erschießt den Mann. Auf seiner Flucht mit der Belohnung wird er von dessen Leuten erschossen.

Wer einige Filme von Sam Peckinpah kennt, weiß wohl ungefähr was ihn erwartet. Einen Gewaltausbruch nach dem anderen. Okay, ganz so schlimm wie in den früheren John Woo Filmen geht es nicht zu. Erzählt wird die Geschichte eines ständigen Loosers, der in seinem ganzen Leben kein Glück hatte und nun versucht, mit dem Geld für Garcias Kopf ein neues Leben zusammen mit seiner Freundin anzufangen. Sie sprechen über ihre Zukunft, den Wunsch zu heiraten und sich ein schönes Plätzchen zu suchen. Aber schon auf der Fahrt zu Garcias Grab ziehen sich dunkle Wolken über den beiden auf. Sie werden von zwei Rockern bedroht, einer von ihnen (Kris Kristofferson in einer Gastrolle) will Benjamins Freundin vergewaltigen, während der andere Benjamin in Schach hält. Trotzdem gelingt es Benjamin seinen Bewacher niederzuschlagen und erschießt den anderen. Dies war aber nur der Sog in einem Strudel der Gewalt, aus dem er nicht mehr herauskommt. Nur sein eigener Tod erlöst ihn davon. Warren Oates bringt diese tragische Figur gut rüber, die Ausbrüche und seelischen Talfahrten wirken sehr glaubwürdig. Nachdem Peckinpah am Schluß von The Wild Bunch eine Gruppe von Männern zeigt, die um ihr Schicksal wissen und gar nicht erst versuchen es abzuwenden, zeigt er hier eine Figur, die immer Pech hatte in ihrem Leben und nun versucht einmal besser davonzukommen, zwischendurch sogar die Hoffnung hat, das es klappen könnte. Letztendlich wird aber mit dem eigenen Leben bezahlt.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 15.01.2000

Leser-Kommentare

19.03.2005, 17:51:12 Carsten Engelmann ( Email schreiben )

Naja, man hätte den Begriff Road Movie verwenden können. In derartigen Filmen werden die Protagonisten immer von einer Kette von Verbrechen vorangetrieben und die Grundtendenz ist nihilistisch.

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