Film Daten

Titel:
Originaltitel:
Alcova, L'
Land & Jahr:
Italien 1984
Laufzeit ca.: ?
90 Min.
Regie:
Joe D'Amato
Darsteller:
Lilli Carati
Annie Belle
Al Cliver
Roberto Caruso
Laura Gemser
Alternativtitel:
• Alcove, The
• Lust
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - X - Neues Kontrastprogramm
Label:
X - Neues Kontrastprogramm
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.66:1 / 90:01
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Trailer: Die Frau vom heißen Fluß / Revolte im Frauenzuchthaus / Revolte im Frauenzuchthaus 2 / Caligula 2

Review

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(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nach einem Kriegseinsatz kehrt der Schriftsteller Elio (Al Cliver) aus Afrika zurück und hat etwas besonderes im Gepäck: die Königstochter Zerbal (Laura Gemser). Seine Frau Alexandra (Lilli Carati), die während seiner Abwesenheit eine lesbische Affaire mit seiner Assistentin Velma (Annie Belle) eingegangen ist, ist davon zunächst alles andere als begeistert. Aber schon bald beginnt sie sich für die hübsche Frau zu interessieren. Sehr zum Leidwesen von Velma, die sich mehr und mehr abgeschoben fühlt...

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Auf den ersten Blick erscheint Sklavin für einen Sommer recht vielversprechend: Laura Gemser alleine ist schon jeden Film wert, Regie führte Joe D'Amato, der zwar nicht unbedingt für Qualität, aber in seinen besten Zeiten für solide Europloitationfilme und zumindestens gute Kameraführung stand, und Al Cliver (Geisterstadt der Zombies, Woodoo - Schreckensinsel der Zombies) hat die männliche Hauptrolle. Nur leider entpuppt sich der Film als ein ziemlicher Langweiler, da er sich nicht so recht entscheiden kann, ob er nun ein psychologisches Drama oder ein richtiger Sexfilm mit unterleibsorientierter Inszenierung sein möchte.

Dabei fängt er gar nicht mal so schlecht an, auch wenn man natürlich von Anfang an keine hohe anspruchsvolle Unterhaltung erwarten durfte. Alexandra und Velma haben eine Affäre und die Rückkehr des Ehemannes erscheint eher als Hindernis für die lesbische Beziehung, gerade Velma hat darunter zu leiden, dass sie Alexandra wieder teilen muss. Zunächst darf Elio natürlich nichts von der Affäre erfahren. Und dann kommt auch noch Zerbal ins Spiel, die die vermeindliche Ausnutzung als Sklavin langsam umdreht und mehr und mehr Einfluß auf Alexandra und später auch auf Elio ausüben kann und sich somit als geschickte Intrigantin und Manipuliererin entpuppt.

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Die Grundlagen für ein solides zwischenmenschliches Drama sind also gegeben. Nur sollte auch die Fleischeslust befriedigt werden und so wird die Handlung immer wieder von kurzen Sexszenen unterbrochen. Die halten sich eher auf (heutzutage) fernsehtauglichen Niveau und blenden zumeist weg, bevor es zu explizit wird. Aber ähnlich wie in dem 1976 gedrehten Emanuelle in America läßt es D'Amato in einem projektierten Schmalfilm, den Elio von einem alten Kriegsfreund bekommen hat, dann so richtig krachen. Im Schutze der Distanz eines gezeigten Amateurfilms kommen dann die einzigen Hardcore-Szenen des ganzen Films zum Einsatz. Die anschließende Inszenierung eines eigenen Pornofilms von Elio und den Frauen im Haus geht dann wieder auf den normalen Level des Films zurück und gewinnt eher durch die gemeine Tat der Vergewaltigung Velmas an Härte.

Ein Film also, der versucht einen gewissen Anspruch zu erheben, aber in Folge seiner etwas unentschlossenen Art, dem nicht gerade ausgefeilten Drehbuch und manch episodenhafter Anordnung verschiedener Handlungssequenzen nicht so recht aus den Puschen kommt. Klar, Laura Gemser wertet den Film ein wenig auf, allerdings hat man sie auch schon in bedeutend besseren Filmen gesehen. Lilli Carati kann als bisexuelle und nur an sich denkende Ehefrau auch noch einigermaßen überzeugen, während Al Cliver irgendwie immer den gleichen bedröppelten Gesichtsausdruck trägt und Annie Belles Rolle als Velma je nach Laune zwischen "abgeschobener Freundin" und "möchtegern Bestie" schwankt. Sklavin für einen Sommer ist somit allerhöchstens für Fans und Sammler von Filmen von Frau Gemser von wirklichem Interesse.

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Laura Gemser trägt hier schon leicht kürzere Haare als man es vorher von ihr gewohnt war. Dieser Film gehört auch fast zu den letzten, wo sie noch in einer größeren Rolle vor der Kamera agierte, bevor sie sich von der Schauspielerei zurückzog und als Kostümdesignerin weiter arbeitete. Nach diesem Film folgten nur noch Il Piacere (Die Lust) und Voglia di guardare (Skandalöse Emanuelle - Die Lust am Zuschauen), danach höchstens ungenannte Gastauftritte in kleineren Filmen. Lilli Carati, die Miss Italien von 1975, war fast nur in Sexfilmchen zu sehen, darunter auch Granaten wie Avere vent'anni (Oben ohne, unten Jeans). Annie Belle war auch im Exploitationfilm zuhause und sie sah man unter anderem in Filmen wie Jean Rollins Bacchanales sexuelles (Fly me the French Way) und Lèvres de sang (Lips of Blood), La Casa sperduta nel parco (Der Schlitzer) oder Joe D'Amatos berüchtigter Rosso Sangue (Absurd, Ausgeburt der Hölle). Al Clivers einzige erwähnenswerte Filme nach Sklavin für einen Sommer waren die Spätwerke von Lucio Fulci wie z.B. I Guerrieri dell'anno 2072 (Die Schlacht der Centurions), Murderock - uccide a passo di danza (Murderock) oder Demonia.

Die DVD aus dem Hause X-NK, oder auch X - Neues Kontrastprogramm, bietet eine eher durchschnittliche Präsentation des Films, wenn auch in seiner ungekürzten Fassung. Das nicht-anamorphe Bild erlangt durch den von D'Amato als Stilmittel häufig eingesetzten Weichzeichnerfilter nie eine richtige gute Schärfe, der Kontrast verbleibt auch zu flach um in dunkleren Szenen Details erkennen zu lassen. Lediglich die Farben wirken einigermaßen überzeugend, wobei sie in manchen Szenen doch etwas mehr Sättigung gut vertragen könnten. Sehr häufig kann man außerdem vertikale Linien und anderen Störungen bzw. Verschmutzungen des Masters bewundern. Beim Ton kann die deutsche Spur mit einer besseren Dialogverständlichkeit dienen, während die englische dagegen etwas dumpfer klingt und zudem nur mit zwangszugeschalteten deutschen Untertiteln aktiviert werden kann. An Extras gibt es filmspezifisch nur den Trailer zum Film und eine eher unspektakuläre Bildergalerie. Außerdem noch Trailer zu fünf weiteren Titeln aus dem X-NK bzw. alten X-Rated Programm in denen Laura Gemser mitspielt.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 21.04.2005
Letzte Textänderung: 25.04.2005

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