Film Daten

Titel:
The Butterfly Effect
Originaltitel:
The Butterfly Effect
Land & Jahr:
USA 2004
Laufzeit ca.: ?
109 Min.
Regie:
Eric Bress
J. Mackye Gruber
Darsteller:
Ashton Kutcher
Melora Walters
Amy Smart
Elden Henson
William Lee Scott
John Patrick Amedori
Irene Gorovaia
Kevin Schmidt
Jesse James
Logan Lerman
Sarah Widdows
Jake Kaese
Cameron Bright
Eric Stoltz
Callum Keith Rennie
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Warner Bros.
Label:
Warner Bros.
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 108:26
1.85:1 / 114:11
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Englisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Extras:
  • Audiokommentar von Eric Bress und J. Mackye Gruber
  • "Die Psychologie und Wissenschaft der Chaostheorie"
  • "Die Geschichte und Faszination von Zeitreisen"
  • "Der kreative Prozess"
  • "Visuelle Effekte"
  • Fact Track
  • Storyboard Galerie
  • Nicht verwendete / alternative Szenen
  • Trailer

DVD Daten

DVD Cover - New Line
Label:
New Line
Regionalcode / Norm:
1 / NTSC
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 112:56
1.85:1 / 118:52
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 5.1-EX
Englisch - DTS
Französisch - Dolby Surround
Untertitel:
-
Extras:
  • Audiokommentar von den Regisseuren
  • "The Science and Psychology of the Chaos Theory"
  • "The History and Allure of Time Travel"
  • "The Creative Process"
  • "Visual Effects"
  • Storyboard Gallery
  • Deleted / Alternate Scenes
  • Trailer
  • Trailer: Texas Chainsaw Massacre (2003)
  • Infos über "infinifilm"
  • DVD-ROM: Script-to-Screen
  • DVD-ROM: Enhanced Image Gallery
  • DVD-ROM: Commentary Digest
  • DVD-ROM: Web-Links

The Butterfly Effect

Review

The Butterfly Effect - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nach einer nicht ganz einfachen Kindheit, die von Gedächtnisverlust und einigen traumatischen Erlebnissen geprägt wurde, ist Evan Treborn (Ashton Kutcher) mittlerweile ein relativ erfolgreicher Psychologie-Student. Zu seinen damaligen Freunden Kayleigh, Tommy und Lenny hat er keinen Kontakt mehr. Als er durch Zufall in einem seiner alten Tagebücher liest, passiert etwas Seltsames. Es ist, als ob er zurück in die damalige Zeit versetzt wird und die Dinge noch einmal erlebt. Als er wieder zu sich kommt, beginnt er seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Er besucht seine Jugendfreundin Kayleigh (Amy Smart), die mittlerweile ein trostloses Leben als einfache Kellnerin führt. Die Begegnung mit ihr und seine Fragen lösen aber etwas in ihr aus, das sie in den Selbstmord treibt. Er nimmt sich noch einmal seine Tagebücher vor und versucht ein gezieltes Experiment, das sogar gelingt: er kann für kurze Zeit in der Vergangenheit gewisse Dinge beeinflussen. Als er von diesem Trip wieder erwacht, hat sich seine Welt um ihn herum komplett verändert. Kayleigh liegt neben ihm und sie beide scheinen ein schönes High Society Leben zu führen. Aber dann tritt etwas ein, was durch seinen Eingriff in der Vergangenheit ebenfalls beeinflusst wurde...

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Zeitreise-Geschichten sorgten schon immer für eine gewisse Faszination, sowohl in der Literatur als auch im Film. Neben den Werken, in denen die Protagonisten in die Zukunft reisten und dort diverse Abenteuer in einer unbekannten Welt erlebten, gibt es natürlich auch die Geschichten, in den ein Mensch durch die Zeit zurück reist. Denn die allgegenwärtige - und auch sehr faszinierende - Frage bei diesen Geschichten lautet: wie wirkt sich ein Eingriff in der Vergangenheit auf die Gegenwart aus? Dies wurde schon in der Klassiker-Trilogie Zurück in die Zukunft behandelt, wo sich das Leben von Marty McFly durch seine Eingriffe in den 50er Jahren auf sein Leben in den 80ern auswirkte und ihm bei seiner Rückkehr eine komplett andere familiäre Umgebung lieferte. In Butterfly Effect sind die Zeitreisen aber eher im sprituellen und weniger im technischen Sinne zu verstehen. Die Reise ist nur auf Evans eigene Vergangenheit und innerhalb seines Körpers in zurückliegenden Alterstufen möglich. Zudem kann er nicht permanent in der Vergangenheit bleiben, sondern nur für kurze Zeit und zu ganz bestimmten Schlüsselmomenten. Außerdem muss er dafür etwas vor Augen haben, was ihn deutlich an die Zeit von damals erinnert, wie z.B. seine eigenen Tagebücher.

Herausgekommen ist dabei ein sowohl spannender, als auch sehr abwechslungsreicher Thriller, dem es gelingt die üblichen Klischees zu umgehen. Der Film beginnt zunächst noch relativ konventionell mit der Darstellung von verschiedenen prägenden Momenten in Evans Kindheit und Jugend. Aber schon dabei wird eine Atmosphäre des Mysteriösen aufgebaut. Evan wird von Blackouts geplagt, er weiß nicht was in den Minuten vorher passiert ist. Diese Minuten werden auch dem Zuschauer nicht preisgegeben, man weiß selbst immer nur soviel wie Evan auch und mit ihm zusammen beginnt man dann die passenden Schlüsse zu ziehen. Dies ist der größte Vorteil des Films, denn weder Evan noch der Zuschauer weiß was ihn als nächstes erwartet. Wie wird sich ein weiter Eingriff auswirken? Wird es sich zum besseren oder zum schlechteren wenden? Werden nur Einzelschicksale betroffen sein oder wird es mehrere Personen betreffen? Dabei beziehen sich die Veränderungen auch nicht nur auf Evans Freunde, sondern auch er wird ein ums andere Mal von großen Überraschungen überrumpelt.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Hauptantrieb für all die Taten ist sein Schuldgefühl gegenüber Kayleighs Selbstmord in der original Zeitlinie. Er gibt sich dafür die Schuld, dass sie sich umgebracht hat, weil er alte, ungeliebte Erinnerungen wieder an die Oberfläche brachte. Die Hauptcharaktere sind neben ihm und Kayleigh aber auch Kayleighs Bruder Tommy und ihr Kumpel Lenny. In der original Zeitlinie ist Tommy ein verbitterter Junge, der unter seinem Vater zu leiden hat und dies in Aggressionen gegenüber anderen auslebt. Zudem mag er es gar nicht, dass die Freundschaft zwischen Evan und seiner Schwester immer intensiver wird. Lenny hingegen gehört zu der Sorte von Kindern, die nur über wenig Selbstbewußtsein verfügen und von den anderen vorgeschickt werden, um bei Streichen die Drecksarbeit zu machen. Einer dieser Streiche geht aber gehört schief (auch hier sieht man nicht sofort was passiert ist) und Lenny muss zur psychologischen Behandlung in eine Klinik gebracht werden. Evans erste Veränderung löst aber auch Dinge aus, die nicht nur Kayleigh und ihn betreffen, sondern auch die anderen und die neue Zeitlinie erscheint dadurch nicht besser als die vorherige. Und so greift er ein weiteres Mal ein, verstrickt sich aber dann in eine scheinbar nie enden wollende Spirale von Zeitsprüngen, neuen Zeitlinien und neuen Schicksalen, bis er einen konsequenten Entschluß zu fassen hat.

Und da komme ich zum einzigen kleineren Schwachpunkt im Film, der sich allerdings nur auf die normale Kinofassung des Films bezieht. Die Regisseure und Drehbuchautoren Eric Bress und J. Mackye Gruber hatten ein sehr konsequentes Ende geplant, was vollkommen zu dem düsteren Grundton des Films passt und ein wenig grotesk, aber sehr konsequent ausfiel. Dies wollten die Studiobosse aber nicht und so wurden für den Kino-Release nicht nur ein paar wenige Minuten an Charakterszenen, sondern auch ein anderes, weniger drastisches Ende gedreht, das aber nicht so recht zu den vorhergehenden 99% des Films passen will. Die ganze Zeit über arbeitet die Geschichte, die durch sehr düstere Themen wie Pädophälie, Gewalt unter Jugendlichen, Rauschgiftsucht und ähnliches geprägt ist, auf ein Ende mit einem großen Knall hin. In der Kinofassung aber erscheint das neue Ende eher wie ein sanftes Ausplätschern, ein Ende das sich nicht traut den Zuschauer noch mit einem weiteren Downer zu bombadieren. Zwar ist es lange noch kein Happy End im klischeehaften Sinne, aber auch nicht unbedingt das, was man erwartet hätte und so läßt dies den Zuschauer ein wenig unbefriedigt zurück.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Ein weiterer möglicher Kritikpunkt, der mich persönlich aber nicht störte, ist die vielleicht etwas oberflächliche Charakterisierung der weiteren Hauptcharaktere. Durch die Situation vorgegeben, bekommt man, bis auf die erste halbe Stunde mal abgesehen, nur Momentaufnahmen geboten. Die Charaktere haben dadurch nur selten die Möglichkeit sich zu entwickeln und zu entfalten, die einzige Konstante bleibt Evan. Was aber auch irgendwo nachvollziehbar erscheint, denn durch seine Veränderungen wird aus den Menschen auch jedesmal eine ganz andere Person und es werden mehrere neue Zeitlinien eröffnet und somit immer neue Änderungen bei den Personen hervorgerufen. Auch erweckt der Film den Eindruck, dass die Veränderungen nur die vier jungen Menschen und Evans Mutter betreffen, was aber auch in der Fokussierung auf diese Personen begründet liegt. Von ihrem Leben "um sie herum" bekommt man meistens nichts zu sehen und auch das müsste eigentlich genauso solchen Veränderungen unterliegen. Der einzige Charakter neben den vier, der einigermaßen konstant dabei bleibt, ist Evans punkiger Studentenzimmer-Mitbewohner Thumper (Ethan Suplee). Allerdings wird man sich über dessen Position in der Handlung nie so wirklich klar. In manchen Szenen wird er wie eine wichtige Schlüsselperson eingeführt, taucht aber dann doch nur eher am Rande auf.

Die positive Aspekte überwiegen jedoch. Der Name von Butterfly Effect bezieht sich auf die Chaos-Theorie, in der gesagt wird, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der anderen Seite der Erde einen Sturm auslösen könnte. Dies ist mit Evans Eingriffen vergleichbar, denn ein Eingriff in die Vergangenheit verändert die Gegenwart deutlich. Mit diesem Film ist den Regisseuren Bress und Gruber ein - wie ich finde - durchaus origineller Vertreter des Mystery-Kinos gelungen, der den Zuschauer konstant bei der Stange hält und ihm immer neue Wendungen präsentiert. Ein kleiner Geheimtipp, der aber in seiner Director's Cut Fassung noch ein wenig besser funktioniert.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Die Unterschiede vom Director's Cut zur Kinofassung sind zwar vom Ende abgesehen nicht massiv, aber geben auch nur im Zusammenhang mit dem Ende einen wirklichen Sinn. Denn es gibt zwischendurch immer wieder mal einige Szenen mit Evans Mutter, die das Ende ein wenig vorankündigen. Das sie in der Kinofassung dann fehlen ist somit durchaus nachvollziehbar, insgesamt unterscheidet sich die Laufzeit zwischen den beiden Fassung um ca. 6 Minuten. Um aber etwas genauer darauf eingehen zu können und einige faszinierende Aspekte der DC-Version hervorzuheben, muss der folgende Abschnitt gespoilert werden. Also nur lesen, wenn der Film bzw. Director's Cut schon bekannt ist!

Butterfly Effect - weitere Aspekte im Director's Cut... ... mehr zum Film (Spoiler!) ...

Für Eric Bress wie auch für J. Mackye Gruber war Butterfly Effect der erste richtige Spielfilm. Das Drehbuch dazu wurde bereits 6 Jahre vorher geschrieben, aber kein Studio wollte sich darauf einlassen, da es ihnen zu düster war. Nur New Line Cinema zeigte Mut und finanzierte schließlich das Projekt. Das Drehbuch hatte im Laufe der Zeit natürlich einige Änderungen erfahren. Zuerst sollte Evan mit Vornamen Chris heißen, woraus sich ein Wortspiel ergeben hätte. Denn "Chris Treborn" kann auch gut als "Christ Reborn" interpretiert werden. New Line ließ den zwei Jungregisseuren zwar weitestgehend freie Hand, allerdings verlangten sie das weniger drastischere Ende der Kinofassung und das Budget war trotz allem nicht sehr hoch, auch wenn der Film nach mehr aussieht. Gedreht wurde größtenteils in Vancouver, Kanada, die Aufnahmen in dem Gefängnis wurden allerdings in Washington gemacht und den Soundtrack spielten die Tschechischen Philharmoniker ein. Mittlerweile arbeiten Bresss und Gruber an A Cool Breeze on the Underground, dem Sequel Butterfly Effect 2 und zeichneten sich ansonsten für das Drehbuch zu Final Destination 2 verantwortlich.

Ashton Kutcher kennen viele wahrscheinlich als Michael Kelso aus der Serie That '70s Show (Die wilden Siebziger), ansonsten spielte er unter anderem die Hauptrolle in Dude, Where's My Car? (Ey Mann, wo is' mein Auto?). Amy Smart trat in Filmen wie Starship Troopers oder Strangeland auf. In einer Nebenrolle als Vater von Kayleigh und Tommy ist Eric Stolz zu sehen, der in Filmen wie dem Kriegsdrama Codename: Emerald, dem Remake-Sequel The Fly II (Die Fliege 2) oder Killing Zoe mitgemacht hat.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Die DVDs aus den USA und aus Deutschland sind fast in identischer Form veröffentlicht worden. Während die US-DVD als zweiseitige DVD-14 (eine Seite einschichtig, die andere zweischichtig) mit der Kinoversion auf der einen und dem Director's Cut auf der anderen Seite veröffentlicht wurde, machte man in Deutschland daraus ein 2-DVD-Set. Das Bild von Butterfly Effect zu bewerten ist nicht immer einfach, da vor allem in den Zeitreise-Sequenzen viel mit Farbkorrekturen und anderen Kontrastwerten gearbeitet wurde, also eine bewußte Verfremdung der Szenen als Stilmittel Verwendung fand. Von diesen Szenen aber einmal abgesehen präsentiert sich das Bild erstmal absolut frei von analogen Defekten oder Verschmutzungen. Die Farben wirken kräftig und der Kontrast ist auch recht gut, nur bei der Schärfe hapert es so ein bißchen, manchmal wirkt es doch ein wenig "weich". Dafür gibt es keinerlei Beeinträchtigungen seitens der Komprimierung. Kinofassung und Director's Cut sind im übrigen identisch was die Bildqualität angeht und deutsche wie amerikanische DVD weisen auch keine großen Unterschiede in dieser Hinsicht auf.

Auch wenn Butterfly Effect nicht unbedingt ein stiller Film ist und des öfteren auch mal das Tempo anhebt, so bietet die Handlung doch nicht genug Futter um im Tonbereich mit extremen dynamischen Effekten über alle Lautsprecher beeindrucken zu können. Gegenüber der US-DVD fehlt auch auf der deutschen DVD der englische DTS-Track, der wohl Platz für die deutsche 5.1-Spur machen musste. Durch die vielen Dialoge spielt sich natürlich das meiste an der Front ab und Räumlichkeit gibt es eher in der Form von Musik, aber auch einige Umgebungsgeräusche finden mal den Platz nach hinten. Der Bass darf sich auch einige Male rühren, vor allem wenn in Schockmomenten im Ton der Pegel etwas angehoben wird. Kein spektakulärer Sound, aber ein qualitativ solider Mix, der den Film durchaus zu unterstützen versteht. Der Director's Cut unterscheidet sich soundtechnisch allerdings von der Kinofassung. Bei der US-DVD gibt es hier noch zusätzlich den englischen DTS-Track, während bei der deutschen DVD nur der englische Originalton in Dolby Digital 5.1 vorliegt. Warum hier die deutsche Synchronisation fehlt und die paar wenigen zusätzlichen Szenen nicht nachsynchronisiert wurden, wird wohl ein Rätsel bleiben. Vielleicht war da auch jemand einfach nur zu faul, wer weiß...

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Während die erste DVD bzw. erste Seite komplett ohne Extras auskommt und der ganze Platz für die Kinoversion bereitsgestellt wurde, findet man auf DVD zwei bzw. Seite zwei neben dem Director's Cut auch alles an Bonusmaterial. Zu dem Director's Cut gibt es einen Audiokommentar der Regisseure und Drehbuchautoren Eric Bress und J. Mackye Gruber. In bester Laune reden sie über den Film, die Dreharbeiten und heben auch die neuen Szenen im Director's Cut hervor. Diesem Kommentar zuzuhören macht eigentlich sogar Spaß, da sie recht lebendig reden und den Zuschauer auch mit kleineren Detailinfos füttern. Die US-DVD kann beim Director's Cut zusätzlich noch mit einer weiteren Funktion aufwarten. Betätigt man im "inifinifilm" Menü den Punkt "Play infinifilm", dann werden während des Filmes öfter am unteren Bildrand Hinweise eingeblendet, dass sich man auf Tastendruck weitere Features anschauen kann wie z.B. Deleted Scenes, auf die jetzt weiter eingegangen wird.

Der Bereich "Hinter den Kulissen / Behind the Movies" beginnt mit der Featurette "Die Psychologie und Wissenschaft der Chaostherorie / The Science and Psychology of the Chaos Theory" (9 min.). Hier stellen Wissenschaftler wie Psychotherapeuten kurz dar, was man unter der Chaostheorie versteht. Dies ist natürlich keine besonders tiefschürfende Dokumentation, sondern kratzt lediglich an der Oberfläche, gibt aber immerhin einen kurz und interessanten Einblick in die Materie. Worum es in "Geschichte und Faszination von Zeitreisen / The History and Allure of Time Travel" (ca. 13 min.) geht, verrät schon der Titel. Hier kommen sowohl Psychologen als auch Filmwissenschaftler zu Wort, die das Interesse an Zeitreisen und Zeitreise-Filmen beleuchten. Der "Fact Track" ist eine zusätzliche Untertitelspur für den Director's Cut, der sich aber als etwas überflüssig erweist. Anstatt Details über den Film oder die Dreharbeiten zu verraten, werden hier eher allgemeine Informationen vermittelt. Zum Beispiel wieviel Fleisch jeder Ami in seinem Leben im Durchschnitt ist, als eine Restaurant-Szene zu sehen ist, oder welche anderen bekannten Zeitreise-Filme es noch gibt.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Der zweite Extras-Bereich nennt sich "Specials" bzw. "All Access Pass" bei der US-DVD. Dort gibt es zunächst die Featurette "Der kreative Prozess / The Creative Process" (17:50 min.), in dem die Regisseure Bress und Gruber darüber berichten, wie ihre Zusammenarbeit entstand und wie sie das Skript entwickelten. Daneben gibt es aber auch viele dieser typischen Jubelaussagen über Schauspieler oder Crew-Mitglieder. Daher ist diese Featurette kein richtiges Making-Of, aber zumindestens besser als die meisten 5-Minuten-Beiträge bei vielen Hollywood-Blockbustern. "Visuelle Effekte / Visual Effects" (16 min.) beschäftigt sich mit den verschiedenen Special-Effekten, die im Film eingesetzt wurden. Hierbei werden Varianten der Zeitreise-Effekte gezeigt, die nicht genutzt wurden, aber auch erklärt, wie schwierige Effekte trotz des vergleichsweise geringen Budgets umgesetzt werden konnten. Die "Storyboard Galerien / Storyboard Gallery" sind selbstablaufende Slideshows, die auf der linken Bildschirmhälfte die Storyboards zeigen und rechts den entsprechenden Filmausschnitt, so dass man sich direkt ein Bild davon machen kann, wie die gezeichneten Vorlagen umgesetzt wurden.

Interessant sind nochmal die neun entfernten bzw. alternativen Szenen, die alle mit einem optionalen Kommentar der Regisseure ausgestattet wurden. Bei allen Szenen, mit Ausnahme von evtl. der ersten, handelt es sich wirklich um Aufnahmen, die dem Film wirklich nichts gebracht hätten. Noch schlechter als das Ende in der Kinofassung sind allerdings die beiden alternativen Ende, die auf dem Kinoende aufbauen, aber dann ein klein wenig anders zuende geführt werden. Hier muss man den Regisseuren echt dankbar sein, dass sie auf die beiden Varianten verzichtet haben. Zum Abschluß der Bonus-Sektion gibt es noch den US-Trailer.

The Butterfly Effect - ScreenshotThe Butterfly Effect - Screenshot

Die US-DVD hat dann noch ein klein wenig mehr zu bieten. Neben einem Trailer zum Texas Chainsaw Massacre Remake Remake gibt es noch vier DVD-ROM Features. In "Script-to-Screen" kann man vergleichen, wie der fertige Film gegenüber dem Drehbuch geworden ist und die "Enhanced Image Gallery" ist eine Bildergalerie. Ein besonderes Feature stellt aber der "Commentary Digest" dar, der den Film mit dem Audiokommentar startet und dazu parallel noch persönliche Notizen der Regisseure einblendet. Weitere DVD-ROM Features wie Weblinks oder ein "Scene Medley" runden das Angebot noch ab.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 14.10.2005
Letzte Textänderung: 18.10.2005

Leser-Kommentare

03.11.2005, 10:15:41 Harald Blixen ( Email schreiben )

Ich finde Butterfly Effect sehr gut gemacht, originell und spannend inszeniert. Außerdem haben die Darsteller allesamt sehr überzeugend gespielt.
SPOILER:
Kritisieren muss ich die Szene im Knast, in der Evan sich durch einen Zeitsprung die Stigmata zufügt. Danach dürfte sich vieles in seiner Kindheit geändert haben. Vielleicht wäre er wegen Schizophrenie o.ä. in die geschlossene Anstalt gekommen oder was weiß ich. Jedenfalls ist es mehr als unwahrscheinlich, dass danach alles so gekommen wäre, wie es kam, und sich Evan nach seinem Trip in die Vergangenheit wieder im Knast befindet.
Ein wenig hat mich auch gestört, dass Evan stets nur Gutes tun will. Er kam nie auch nur auf die Idee, seine besondere Gabe zu missbrauchen, um in der Zukunft beispielsweise extrem reich zu sein.
Dass er schließlich sogar alle Tagebücher, Fotos und sonstige Erinnerungen verbrennt, war mir dann zu amerikanisch. Evans Saubermann Image und die political correctness waren zum Ende hin etwas viel und schaden dem Film.
Trotzdem hat mir BE sehr gefallen, er ist halt nur eine Spur zu amerikanisch.

20.10.2005, 18:20:40 tetsu ( Email schreiben )

Donnie Darko läßt grüßen. Der war auch wesentlich mitreißender und origineller.
Das macht "Butterfly" zwar zu einem Film 2ter Wahl - aber unterhaltsam ist er trotzdem.

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann