Film Daten

Titel:
Ong-Bak
Originaltitel:
Ong-Bak
Land & Jahr:
Thailand 2003
Laufzeit ca.: ?
100 Min.
Regie:
Prachya Pinkaew
Darsteller:
Tony Jaa
Petchthai Wongkamlao
Pumwaree Yodkamol
Suchao Pongwilai
Wannakit Sirioput
Cumporn Teppita
Chatthapong Pantanaunkul
Chatewut Watcharakhun
Rungrawee Barijindakul
Nudhapol Asavabhakhin
Pornpimol Chookanthong
Udom Chouncheun
Boonsri Yindee
Arirat Ratanakaitkosol
Alternativtitel:
• Daredevil
• Ong Bak: Muay Thai Warrior
• Ong-Bak: The Thai Warrior
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - McOne
Label:
McOne
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 99:47
Sprachen/Ton:
Deutsch - DTS
Deutsch - DD 5.1
Thailändisch - DD 5.1
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Making-of
  • Musikvideo
  • Musikvideo Making-of
  • Premieren-Show
  • Techniken des Muay Thai
  • Interview mit Prachya Pinkaew
  • Interview mit Tony Jaa
  • Trailer
  • weitere Trailer: The Smashing Machine / Infernal Affairs / Infernal Affairs II / Naked Weapon / Das Duel in der verbotenen Stadt / The Musketeer / Donnie Darko / Cypher / A Promise Kept / Wrong Turn / Happy Tree Friends Vol. 1 & 2

Ong-Bak

Review

Ong-Bak - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Aus dem Heimatdorf von Ting (Tony Jaa) wird der Kopf eines Buddhas gestohlen. Die einfachen Menschen sind außer sich und befürchten den Zorn der Götter. Ting reist nach Bangkok, um dort Don (Wannakit Sirioput) zu finden, der den Kopf gestohlen hat. In Bangkog besucht er Humlae (Petchthai Wongkamlao), der früher auch einmal in Tings Dorf gelebt hat. Der will aber von der ganzen Sache nichts wissen und versucht stattdessen mit Glücksspielen und kleinen Gaunereien an Geld zu kommen, unterstützt wird er dabei von Muay (Pumwaree Yodkamol). Als Ting aber seine Martial Arts Kräfte beweisen kann und Humlae und Muay vor einer gegnerischen Gang verteidigen kann, hilft er ihm schließlich doch. Als sie einen unglaublichen Fund von gestohlenen Heiligtümern machen, geraten sie ins Visier des Gangsterbosses Komtuan (Suchao Pongwilai)...

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Also wenn ein Film unter dem Motto "Sch*** einen auf die Story, lassen wir es einfach krachen!" konzipiert wurde, dann sicherlich die thailändische Produktion Ong-Bak. Rein inhaltlich hat der Film nicht unbedingt viel zu bieten. Eine schwache Gruppe (die Dorfbewohner) werden eines wertvollen Heiligtums beraubt und einer zieht hinaus um es zurückzuholen und die bösen Männer zu bestrafen. Unterstützt wird er dabei von einem erst widerwillig mitmachenden Freund, der nebenbei auch als Comic-Relief dient, und muss sich im Finale gegen den scheinbar übermächtigen Leibwächter des Filmbösewichts behaupten.

Klingt bekannt? Nun, dieser Handlungsfaden fand schon in unzähligen Martial Arts Filmen oder Western Verwendung und dürfte sicherlich nirgendswo mehr einen Preis für Orginalität gewinnen. Sieht man sich einige Bilder aus dem Film an, meint man auch eine Nähe zu banalen Actionkloppern aus den 80er Jahren Marke Bloodsport auszumachen. Inhaltlich mag dies sicherlich ein wenig passen, aber in der Ausführung spielt Ong-Bak doch in einer ganz anderen Liga. Und das liegt vor allem an der unglaublichen Körperbeherrschung des Hauptdarstellers Tony Jaa, von dem man in Zukunft noch sicherlich einiges sehen wird.

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Der Film beginnt mit einer interessanten, aber noch wenig spektakulären Vorstellung von Tony Jaas Künsten. In seinem Dorf gibt es einen Wettbewerb, in der alle jungen Männer auf einen alten Baum klettern und eine Flagge aus der Spitze holen müssen. Dabei darf aber auch mal ein Gegner vom Baum geschubst oder runtergetreten werden und davon machen die Männer reichlich gebrauch. Der Sieger, Ting natürlich, fällt schließlich durch seine Affen-artige Geschicklichkeit auf. Richtig interessant wird es dann, als er das erste Mal gegen einen Kopf größeren Gegner anzutreten hat und diesen einfach durch einen extrem hochgezogenen Schlag mit seinem Knie k.o schlägt. Hier merkt man schon, dass der Junge doch ein wenig mehr draufzuhaben scheint und mit jeder neuen Actionszene steigert sich das noch.

Tony Jaa kann man ohne zu übertreiben als die Personalunion von Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li bezeichnen. Seine Geschicklichkeit und Schnelligkeit sind enorm und hat man selbst im Martial Arts Genre selten gesehen. Highlights sind dabei sicherlich die Preiskämpfe in dem illegalen Kampfclub, die Verfolgung durch die Stadt, wo er z.B. mal eben mit Leichtigkeit durch einen engen Drahtring springt, und der Finalkampf, wo manche Treffer schon beim Zuschauen weh tun. Dabei hat er es auch nicht gerade mit leichten Gegnern zu tun, sondern durchaus auch welche, denen man nachts auf keinen Fall begegnen möchte.

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Der eine oder andere wird sich sicherlich denken, dass solche beeindruckenden Kampfsequenzen heutzutage mit Drahtseilen oder Computergrafiken keine Schwierigkeit mehr darstellen. Aber auch hier kann der Film Pluspunkte sammeln. Denn das komplette Werk entstand ohne die Hilfe von Seilen, CGI-Effekten und Tony Jaa ließ sich auch niemals doubeln! Alles was man sieht, hat er wirklich selbst und ohne Hilfsmittel durchgeführt. Und dies macht seine sportlichen Leistungen noch um so beeindruckender. Im Gegensatz zu den meisten anderen Martial Arts Filmen kommt hier auch die eher selten gezeigte und aus Thailand stammende Kampfssportart Muay Thai Boran zum Einsatz, die selbst in ihrem Heimatland kaum noch praktiziert wird.

Die simpel gestrickte Story um die Jagd nach einer gestohlenen Reliquie wird dadurch natürlich nicht besser. Allerdings läßt sich der Film aber auch relativ einfach konsumieren und man ärgert sich nicht um verschossenes Potential, wie das so häufig bei anderen Filmen ähnlichen Strickmusters der Fall ist. Ong-Bak versucht gar nicht erst, in irgendeiner Art und Weise anspruchsvoll zu sein, sondern stellt sein stärkstes Element in den Mittelpunkt: Tony Jaa. Der Film taugt sowohl als nette, aber niemals langweilige, Berieselung oder auch als kleiner Partyfilm für eine größere Zuschauerrunde. Vor allem auch deshalb, weil der hier und da eingesetzte Humor eben nicht von der nervigen Slapstick-Sorte ist, sondern sich hauptsächlich auf Humlae konzentriert und sich auch nahtlos in den Film einfügt. Auffällig ist auch, dass Ong-Bak für einen Film aus thailändischer Produktion sehr westlich inszeniert wurde und ohne Probleme auch von Zuschauern konsumiert werden kann, die mit dem asiatischen Kino sonst nicht viel am Hut haben. Ein rundum recht gelungener Action/Martial-Arts Film, der trotz seiner einfachen Bauweise ziemlich viel Spaß macht.

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Bereits drei bis vier Jahre vor Produktionsbeginn wurde mit dem Training für die zahlreichen Action- und Kampfsequenzen begonnen, die Dreharbeiten selbst zogen sich nochmals über ein Jahr hin. Dabei ging natürlich nicht immer alles glimpflich ab und Tony Jaa zog sich durchaus mal kleinere Verletzungen zu, sogar einen Sehnenriss im Fuß. Da die Kampfszenen möglichst realistisch wirken sollten, wurde nicht nur darauf vertraut, dass die Darsteller so tun als ob sie ihre Gegner treffen. Sondern hier wurden wirklich die Schläge direkt am Körper plaziert und so mancher Kämpfer musste ein paar schmerzhafte Treffer einstecken. Der Film war in seinem Heimatland schließlich so ein Erfolg, dass danach ein Boom auf Muay Thai Schulen einsetzte.

Für den deutschen Markt hat sich McOne des Films angenommen und brachte ihn nach einer spartanisch ausgestatteten Verleih-DVD nun in der Kaufversion als Doppel-DVD im Pappschuber. Analoge Defekte sind so gut wie nicht vorhanden und die Farben wirken auch recht kräftig. Nur hat das Bild leider nie eine richtig gute Schärfe und der Kontrast läßt auch so manches Detail in dunkleren Szenen verschwinden oder läßt hellere Flecken noch deutlicher erstrahlen. Dafür kann das Bild mit einem angenehmen Schwarzwert aufwarten.

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Beim Ton sieht es da schon ein wenig besser aus. Auch wenn die DVD keine spektakulären bi-direktionalen Effekte bietet, so werden doch einige atmosphärische Momente, wie z.B. die Zuschauermenge in dem Kampfclub, angenehm im Raum verteilt, während die Musik eine leichten Hang zur Vorderfront aufweist. Die Dialoge sind gut verständlich und die Stereofront wird einigermaßen gut ausgenutzt.

Auf der ersten DVD gibt es nur den Trailer als Extra und einige Trailer zu anderen McOne DVDs. Das Authoring hat hier Unexpected übernommen, wodurch auf beiden DVDs wieder das angenehme Feature geboten wird, die animierten Menüübergänge auszuschalten. Auf DVD zwei gibt es dann ein gut 49 Minuten langes Making-of. Dabei handelt es sich um kein standardmäßig konzipiertes Making-of, sondern um die Aufnahmen der Vorbereitungen und Dreharbeiten zu bestimmten Szenen, die dann von Regisseur Prachya Pinkaew und Hauptdarsteller Tony Jaa in einer Art Audiokommentar beschrieben werden. Man sieht hier nun deutlich, dass wirklich keine Hilfsmittel für die Stunts benutzt wurden und Tony Jaa alles selber gemacht hat. Auch erfährt man durch den Audiokommentar das eine oder andere interessante Detail. Mal ein etwas anderes Making-of, aber dadurch nicht unbedingt schlechter.

Ong-Bak - ScreenshotOng-Bak - Screenshot

Der Rest des Bonusmaterials sind dann eher Kleinigkeiten. Es gibt ein Musikvideo sowie das Making-of zum Musikvideo und einen zweieinhalbminütigen Zusammenschnitt der Premierenfeier des Films. Die "Techniken des Muay Thai" beschreibt kurz einige Grundbewegungen der Kampfsportart. Abschließend gibt es noch jeweils ein Interview mit Regisseur Prachya Pinkaew und Tony Jaa (über 8 bzw. über 6 Minuten lang), wobei sich allerdings die meisten Informationen aus dem Making-of wiederholen. Als etwas nervig fallen die in den Menüs doch recht monoton wirkenden Stücke aus dem Soundtrack auf.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 01.06.2005
Letzte Textänderung: 03.06.2005

Leser-Kommentare

05.06.2005, 18:43:58 Evil Wraith

Netter Film. Aber: Die ungeschnittene thailändische DVD bietet einfach mehr. Muss man bestellen, gibt's auf dem deutschen Markt so nicht zu haben. Trotzdem: Die zusätzlichen Knochenbrecher sind doch einen kleinen Aufpreis wert, oder *g*?

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann