Film Daten

Titel:
Ring: Spiral
Originaltitel:
Rasen
Land & Jahr:
Japan 1998
Laufzeit ca.: ?
97 Min.
Regie:
Jôji Iida
Darsteller:
Koichi Sato
Miki Nakatani
Hinako Saeki
Nanako Matsushima
Hiroyuki Sanada
Yutaka Matsushige
Shingo Tsurumi
Alternativtitel:
• Ring 2: Spiral
• Ring: The Spiral
• The Spiral
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 97:04
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 5.1
Deutsch - DD 2.0
Japanisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • 5 Trailer zu Ringu
  • 4 Trailer zu Ringu 2
  • Teaser zu Ringu 2
  • 3 Trailer zu Ringu 0
  • 2 Teaser zu Ringu 0
  • 2 Trailer zu Ring: Spiral
  • 3 Bildergalerien
  • 3 Biographien
  • 2 Interviews mit Hideo Nakata
  • Hörbuch "The Woman"
  • Ringu 0: Behind the Scenes
  • Ringu 0: Deleted Scenes
  • Booklet
  • weitere Trailer: Wenn die Glocke 13 schlägt / Shiri / Colour of the Truth

Ring: Spiral

Review

Ring: Spiral - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Der Pathologe Mitsou Ando (Koichi Sato) muss den toten Körper seines alten Studienfreundes Ryuji Takayama (Hiroyuki Sanada) untersuchen. Der ist unter mysteriösen Umständen gestorben, nur seine Geliebte Mai Takano (Miki Nakatani) scheint etwas mehr zu wissen. Sie erzählt Ando von einem Videoband und das man sterben würde, wenn man sich das Video anschaut. Ando glaubt davon erstmal nichts, aber als er von einem Reporter eine Kopie des Videos bekommt und es sich anschaut, fürchtet er um sein Leben...

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

Ring: Spiral, oder auch Rasen im Original, entstand fast gleichzeitig zum Original Ringu und war auch als direktes Sequel konzipiert gewesen. Die Handlung beginnt direkt im Anschluß an die Ereignisse aus dem Originalfilm, allerdings steht hier eine aus dem ersten Teil noch unbekannte Person im Mittelpunkt. Dann kommen aber Ryuji Takayama und Mai Takano hinzu, die man bereits aus dem ersten Film kennt und die den Brückenschlag dazu bilden.

Mit dem ersten Ringu hat der von Jôji Iida inszenierte Nachfolger aber leider fast nichts mehr gemeinsam. Auch Hideo Nakata, der Regisseur des ersten Films, war mit diesem Werk nicht zufrieden und drehte kurze Zeit später sein eigenes Sequel Ringu 2. Das Hauptproblem von Ring: Spiral ist die Fokussierung auf eine wissenschaftliche Erklärung des Phänomens, worunter auch Ringu 2 leidet, aber nicht ganz so stark. Die übernatürliche Komponente ist zwar noch vorhanden, wurde aber auf ein Mindestmaß zurückgefahren. Auch erzeugen die wenigen Gruselszenen so gut wie keine Gänsehaut, was aber an der allgemein ziemlich kalten und nur wenig mitreißenden Atmosphäre des Films liegt. Sadako ist hier keine markerschütternde Erscheinung mehr, tritt nur einmal in gewohnter Form auf und wird irgendwann zu einem wissenschaftlichen Objekt.

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

Ein weiterer Punkt ist auch die zu Hideo Nakatas Filmen komplett andere Inszenierungsweise, die Ring: Spiral so deutlich von den anderen Filmen absetzt. Jôji Iida bevorzugte eine sehr ruhige und trockene Art, seine Geschichte filmisch darzustellen. Leuchtende Farben wird man nur selten finden und die Kamerabewegungen sind meistens auch sehr ruhig. Auch bleibt die Kamera mal für längere Zeit an einer Position stehen um das Geschehen einzufangen, so dass eine gewisse Dynamik sich nur sehr selten bemerkbar macht. Der Film ist ohnehin sehr langsam. Zudem kann das Produktionsdesign stellenweise wirklich als minimalisitisch bezeichnet werden, auch wenn es z.B. bei der Obduktion von Ryujis Leiche etwas mehr Aufwand betrieben wurde.

Zudem muss man sich auch etwas mit den eigenwilligen Charakteren anfreunden. Egal ob nun Mitsou Ando, Mai Takano oder Mitsous Kollegen, sie wirken in ihrer Darstellung manchmal schon fast lethargisch. Zwar bekommen die meisten im Verlaufe der Handlung mehr Facetten verabreicht, aber eine wirkliche Änderung bei Mai z.B. findet erst mit einem drastischen Ereigniss im letzten Drittel statt. Außerdem erfährt man außer über Mitsou Ando kaum etwas über die anderen Charaktere. Mitsou ist dafür aber auch eine Person, die einige dunkle Seiten in der Seele besitzt. Vor einiger Zeit verlor er seinen Sohn und seine Frau und hat seitdem mit seinem belasteten Gewissen zu kämpfen, ist dabei aber auch zu schwach, um seinem Leben selbst ein Ende zus etzen.

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

Das alles soll nicht bedeuten, dass Ring: Spiral nicht doch die eine oder andere gute Szene bieten könnte. Gerade ein bestimmter Moment während der Obduktion von Ryujis Leiche bietet einen schönen Gänsehauteffekt. Auch nimmt man Koichi Sato und Shingo Tsurumi in ihrer Darstellung als Arbeitskollegen Mitsou und Miyashita die langjährige Zusammenarbeit durchaus ab. Aber insgesamt kann der Film leider kaum überzeugen und ordnet sich somit am Ende der Qualitätsskala aller Ringu Filme ein. Ring: Spiral ist da eher für Ringu-Komplettisten geeignet.

Gezeigt wurde Ring: Spiral in Japan zunächst in Doppelaufführungen mit dem original Ringu. Die Produzenten der Filme hatten schon sehr früh die Idee, gleich das Sequel mitzuproduzieren, damit die Zuschauer die Geschichte sofort weiterverfolgen können. Daher konnte auch Hideo Nakata hier keine Regie führen, da die Filme teilweise parallel entstanden.

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

In Deutschland hatte sich Anolis Entertainment bereits vor einiger Zeit aller drei Ringu-Filme und Ring: Spiral angenommen und jeden separat, aber auch alle zusammen in einer Box, veröffentlicht. Da ich die DVDs aber nie besessen habe, kann ich auch keine weiteren Angaben zu der technischen Qualität machen und viele Extras besaßen die DVDs ohnehin nicht. Das dürfte sich auch ohnehin erübrigt haben, denn mit der neuen, schlicht "Ring Universum" betitelten Box wurde sowohl die alten deutschen DVDs als auch die britischen Veröffentlichungen überflüssig gemacht. Diese beinhaltet Ringu, Ringu 2 und Ringu 0 mit komplett neu gemastertem Bild, sowie noch das erste Sequel Ring: Spiral und eine fünfte DVD mit Bonusmaterial. Die DVDs sitzen in einem dicken und ansprechend designtem Digipack, der zudem in einem Pappschuber geschoben wird.

Auch Ring: Spiral bekam einen neuen Transfer verpasst, allerdings kann hier leider kein Bildvergleich zur alten Version angeboten werden. Gemäß der stilistischen Vorgabe des Regisseurs ist hier das Bild etwas blasser in den Farben, kann dafür aber mit einer ansprechenden Schärfe aufwarten. Der Kontrast ist zwar auch nicht unbedingt schlecht, könnte aber gerade in dunkleren Szenen noch ein bißchen besser sein, da manches kleine Detail doch schon mal verschwindet. An Tonformaten gibt es die von Anolis zur damaligen DVD-Veröffentlichung angefertigte deutsche Synchronisation sowie auch den japanischen Originalton, für den auch deutsche Untertitel eingeblendet werden können.

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

Für diesen Film gibt es leider keinen Audiokommentar von Javier Lopez wie bei den anderen drei Ringu Filmen, stattdessen gibt es auf der DVD kleinere Beigaben wie die Trailer zu allen vier Filmen aus der Box und Trailern zu weiteren Anolis-Veröffentlichungen.

Die Bonus-DVD aus der "Ring Universum" Box hat dann noch einiges zu bieten. Den Anfang machen die Trailer zu allen vier Filmen in verschiedenen Ausführungen. Zu Ringu gibt es den deutschen Trailer und den Originaltrailer (die beide seltsamerweise auch Ausschnitte aus Ring: Spiral zeigen), einen Export Trailer, den Trailer aus Großbritannien (der von allen noch die beste Atmosphäre aufbaut) und aus Frankreich. Zu Ringu 2 gibt es die gleiche Anzahl an Trailer, nur statt des Beitrags aus Frankreich gibt es einen Teaser-Trailer. Und zu Ringu 0 gibt es dann zwei Teaser-Trailer statt Trailern aus England und Frankreich. Ring: Spiral wurde immerhin mit dem deutschen und dem original Trailer bedacht.

Ring: Spiral - ScreenshotRing: Spiral - Screenshot

Zu allen Filmen außer Ring: Spiral gibt es dann auch noch dazugehörige Bildergalerien, die alle selbstablaufend sind und von einem Stück des Soundtracks unterlegt wurden. Gezeigt werden aber zumeist Szenen aus den Filmen, sowie ein paar Coverabbildungen. Zu Hideo Nakata, Soundtrack-Komponist Kenji Kawai und Autor des Originalromans Koji Suzuki gibt es umfangreiche Biographien. Mit Nakata gibt es außerdem noch zwei Interviews (23 und 22 Minuten), in denen er sich zu seinen Anfängen als Regisseur äußert, wie er zu den Ringu-Filmen kan, läßt sich auch kurz über das US-Remake aus und auch sein späterer Film Dark Water wird zum Thema gemacht. Das zweite Interview geht dann mehr auf das Ring-Phänomen, seine filmischen Vorbilder, die Änderungen des Films gegenüber des Romans, die Erklärung von ein paar Special-Effects und die Soundtrack-Musik ein. In Form eines Hörbuchs gibt es die vom Originalfilm inspirierte Kurzgeschichte "The Woman" des Autors Sean Chang zu hören, das fast 50 Minuten lang ist. Der letzte Punkt der Extras widmet sich ausschließlich Ringu 0 und bietet eine nicht weiter kommentierte, aber doch einigermaßen interressante Behind-the-Scenes Featurette von 19 Minuten Länge und sechs Deleted Scenes. Eine genauere Beschreibung gibt es im Review zu Ringu 0.

Das i-Tüpfelchen dieser Veröffentlichung ist dann noch das 32 Seiten starken Booklet mit umfangreichen Liner Notes von Jörg Kopetz, der seine Informationen mit einer lockeren Feder wiedergibt und so ein angenehmes Lesevergnügen bereitet. Hier gibt es einen kompakten Überblick über das komplexe Ring-Universum, wie z.B. mit den zahlreichen TV-Produktionen, die außerhalb Japans kaum zu sehen waren. Auch wird kurz auf die reelle Vorlage zum Charakter von Sadakos Muttern eingegangen und die diversen Manga-Adaptionen. Davon gibt es sogar auf 12 Seiten einen ins Deutsche übersetzten Appetithappen.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 09.07.2005
Letzte Textänderung: 14.07.2005

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