Film Daten

Titel:
Konga
Originaltitel:
Konga
Land & Jahr:
England / USA 1961
Laufzeit ca.: ?
86 Min.
Regie:
John Lemont
Darsteller:
Michael Gough
Margo Johns
Jess Conrad
Claire Gordon
Austin Trevor
Jack Watson
George Pastell
Vanda Godsell
Stanley Morgan
Grace Arnold
Leonard Sachs
Nicholas Bennett
Kim Tracy
Rupert Osborne
Waveney Lee
Alternativtitel:
• Konga - Erbe von King Kong
• Konga - Frankensteins Gorilla
• I Was a Teenage Gorilla
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.66:1 / 85:54
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • 2 Trailer
  • Super-8 Fassung
  • Deutscher Titelvorspann
  • Affenfilmographie
  • 2 Werberatschläge
  • Filmprogramm
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes
  • Hidden Features: 9 Trailer und 2 Kurzfilme

Konga

Review

Konga - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Nach einem Jahr in Afrika kehrt Dr. Charles Decker (Michael Gough) nach Londen zurück und hat neben einem jungen Schimpansen namens Konga auch diverse Pflanzensamen mitgebracht. Er glaubt, die Verbindung zwischen Pflanzen und Tieren gefunden zu haben und will dies durch Experimente an Konga beweisen. In seinem Gewächshaus züchtet er die Pflanzen zu großen Exemplaren heran und extrahiert ein Serum, das er schließlich Konga verabreicht. Der Schimpanse wächst dadurch unnatürlich schnell und nach einer weiteren Spritze besitzt er bereits die Größe eines Menschen. Sogar Deckers bislang zweifelnde Assistentin und Lebensgefährtin Margaret (Margo Johns) glaubt nun an seinen Erfolg. Als Decker aber dann in dem Direktor seiner Universität einen Mann sieht, der ihm im Wege steht, läßt er ihn und später auch andere durch Konga umbringen ...

Konga - ScreenshotKonga - Screenshot

Durch Wissenschaftler unnatürlich groß gewachsene Tiere waren schon immer gut im Bereich des Science Fiction Films, man denke da an den Klassiker Tarantula. Auch galt ein gewisser Affe namens King Kong als das wohl bekannteste Filmmonster aller Zeiten und warum sollte man nicht die beiden Elemente miteinander verbinden und einen Film über einen riesigen Affen machen, der durch einen skrupellosen Wissenschaftler zum Mordwerkzeug wird? Vielleicht hat nicht umsonst der deutsche Verleih den Film noch mit dem Untertitel "Erbe von King Kong" verziert. Michael Gough brilliert her als eine Art tierischer Dr. Frankenstein, der mit allen Mitteln seine Erkenntnisse schützen und beweisen will und nicht mal davor zurückschreckt über Leichen zu gehen. Sei es nun aus wissenschaftlichen oder privaten Gründen.

Zitat

Margaret: What's the matter with you Charles? Have you got out of your mind?
Charles: You fool! Do you think I want the biggest experiment of my life menaced by a cat? Even those few drops might have made Tabby swell up to huge proportion. We're not ready to have a cat the size of a leopard running through the streets!

Was Dr. Decker vor seiner Zeit in Afrika für ein Mensch war wird vom Film kaum beleuchtet, da er erst bei seiner Rückkehr mit der Handlung einsetzt. Anhand der Reaktionen seiner Gefährtin Margaret kann man aber erahnen, dass er als veränderter Mann zurückgekehrt ist und von dem ruhigen, netten und respektierten Mann, der er wohl vorher war, nicht mehr viel übrig geblieben ist, obwohl er äußerlich diesen Schein noch aufrecht erhält. Ohne Skrupel erschießt er einfach Margarets Katze die von dem Serum geleckt hatte, um seine Experimente noch geheim zu halten. Sie erkennt ihn manchmal kaum wieder, fühlt sich aber durch die jahrelange Beziehung immer noch zu ihm hingezoen und passt sich der Situation an. Ihr Gewissen wird aber auf eine Probe gestellt, als sie erkennt wer hinter den Morden steckt. Aber so wie Decker den Affen beherrscht, kann er auch auf Margaret wirken.

Konga - ScreenshotKonga - Screenshot

In Form von Charles Decker beleuchtet der Film die Frage, wie weit Wissenschaft gehen darf bzw. nicht gehen sollte. Mit dem gewachsenen Konga lebt Decker seine dunkle Seite, seinen "Mr. Hyde" aus. Der führt die Mordbefehle seines Herren aus und ist damit nicht nur erfolgreich, sondern verwirrt so auch die Polizei, die außer ein paar ausgefallenen Affenhaaren keinen Anhaltspunkt besitzen. Aber dadurch das Decker fast so agieren kann wie er will und niemand auf seine Spur kommt, wird er auch überheblich und unvorsichtig. Die dunkle Seite in ihm nimmt langsam Überhand und so interessiert er sich auch langsam mehr für die hübsche Studentin Sandra (Claire Gordon), obwohl er Margaret das Versprechen machte sie zu heiraten.

Die Handlung von Konga wird relativ ernst und ohne große Humoreinlagen erzählt, wozu sicherlich auch Michael Goughs Schauspiel beiträgt, der sowohl den zynischen Wissenschaftler als auch den angesehenen Dozenten überzeugend darstellen kann. Sobald allerdings der Affe Konga ins Spiel kommt, erlangt der Film einen unfreiwilligen Humor, der ihm nicht immer gut zu Gesicht steht. An die einfach gehaltenen Wachstums-Effekte des Affen kann man sich ja noch gewöhnen, aber sobald er die Größe eines Mannes erlangt hat, kann man sich das Grinsen irgendwie nicht verkneifen. Schauspieler in Ganzkörper-Affenkostümen haben noch nie wirklich überzeugen können und die in dieser Hinsicht bahnbrechenden Planet of the Apes (Planet der Affen) Filme sollten erst einige Jahre später auf den Kinoleinwänden zu sehen sein.

Konga - ScreenshotKonga - Screenshot

Ab dem Zeitpunkt wo Konga als Waffe missbraucht wird, geht es leider ein wenig bergab mit dem Film, auch wenn er sich einen gewissen naiven Charme beibehält. Das Affenkostüm wirkt wenig glaubwürdig, ebensowenig Deckers Methoden den Affen zu hypnotisieren. Dies liegt vor allem an dem Gesicht des Tieres, dass keine unterschiedlichen Gesichtszüge zuläßt und durch die großen Augen auch etwas comichaftes besitzt. Auch wird man bei manchen der riesigen Pflanzen in Deckers Gewächshaus das Gefühl nicht los, dass sich dort speziell angefertigte Luftballons bewegen und die sich ständig öffnenden und schließenden Venusfliegenfallen wirken ebensowenig überzeugend. Und im Finale des laut Vorspann in "SpectaMation" gedrehten Films (wohl in Anlehnung an das "DynaMation" der Ray Harryhausen Filme) ist die Art der verwendeten Technik einfach zu offensichtlich. Hier wurden mehr oder weniger gut Szenen ineinanderkopiert oder die Schauspieler agieren vor einer Leinwand. Die klar zu erkennenden starren Puppen in Kongas Hand sind da nur das i-Tüfelchen des billigen Effektkinos.

Zitat

Fantastic. There is a huge, monster gorilla, that's constantly growing to outlandish proportions, loose in the streets!

Konga bleibt somit ein Film, der zwar ein ernstes Thema behandelt, aber gerade heutzutage kaum ernst genommen werden kann und daher am besten als liebenswertes und harmloses Monsterfilmchen gewertet werden sollte. Die Parallelen zu King Kong sind gerade im Finale ersichtlich, wenn Konga Personen in der Hand mit sich trägt oder sich am Ende direkt neben (nicht auf!) dem Big Ben aufhält. Das er den nicht erklettert, dürfte wohl am Budget des Films gelegen haben oder man wollte doch nicht so dreist sein und das auch noch kopieren. Dr. Decker ist die Essenz aus den B-Movie Mad Scientists der 1950er Jahre und zeigt typische Verhaltensweisen dieser Sorte von Filmcharakter, verkleidet dies aber im Gewand eines wohlerzogenen britischen Gentleman. Ein für Trashfans durchaus charmantes Filmchen, aber objektiv betrachtet kaum ernst zu nehmen.

Konga - ScreenshotKonga - Screenshot

Von Regisseur John Lemont gibt es nicht gerade sehr viele Filme. Laut IMDB hat er es gerade mal auf 7 Titel gebracht, wobei zwei davon TV-Serien darstellen. Erwähnenswert von seinen Filmen ist vielleicht The Frightened City (Die Peitsche) mit Herbert Lom in der Hauptrolle. Michael Gough hingegen ist ein bekanntes Gesicht in der britischen Filmlandschaft, der unter anderem in Hammers Dracula oder The Phantom of the Opera, Amicus' Dr. Terror's House of Horrors (Die Todeskarten des Dr. Schreck), Curse of the Crimson Altar (Schwarze Messe auf blutrotem Altar) oder auch Tim Burtons Sleepy Hollow zu sehen war.

Das nicht-anamorphe Bild der DVD von Anolis, die Konga als die Nummer 5 der "British Horror Classics" herausgebracht haben, kann leider nicht so ganz überzeugen. Das zugrunde liegende Master war nicht unbedingt das sauberste und Körnung ist jederzeit deutlich zu erkennen. Die Farben wirken ein wenig pastellartig, dies kann allerdings auch an dem Eastmancolor-Filmmaterial liegen, auf dem der Film damals aufgenommen wurde. Dies verbindet zwar den Film deutlich mit der Zeitperiode, trägt aber zu seinem - im positiven Sinne - angestaubten Aussehen bei. Die Schärfe kann nur in Großaufnahmen überzeugen, ansonsten liegt sie eher im Durchschnittsbereich und läßt noch etwas mehr in den Trickszenen nach, was aber nicht am Transfer sondern an der Tricktechnik liegt. Der Ton besitzt ebenfalls keine Aussetzer oder Störgeräusche, dies gilt sowohl für den englischen Originalton als auch für die deutsche Synchronisation.

Konga - ScreenshotKonga - Screenshot

Das Bonusmaterial besteht zwar aus zahlreichen, aber eher kleinen Extras. Es gibt den englisch und deutschen Trailer, die beide den Film als was viel spektakuläreres ankündigen als er eigentlich ist. Danach folgt die Super-8 Fassung des Films, die in Sachen Komprimierung einen neuen Rekord aufstellt und die Handlung in weniger als siebeneinhalb Minuten erzählt! Der deutsche Titelvorspann trägt zwar den unglaublichen Titel "Konga - Frankensteins Gorilla", bietet aber ansonsten lediglich übersetzte Stabsangaben. Die "Affenfilmographie" bietet einen interessanten Überblick über die Filme, die Schauspieler in Affenkostümen beinhalten. Warum dabei allerdings die Planet der Affen Filme fehlen erscheint etwas seltsam. Nach zwei Werberatschlägen und dem Filmprogramm gibt es dann noch eine Bildergalerie. Zudem gibt es im Booklet noch Liner Notes zum Film von Ingo Strecker.

Update 08.01.2005 - Hidden Features

Unser Leser Harald Blixen machte mich darauf aufmerksam, dass Anolis Entertainment einige nette Features noch auf der DVD versteckt haben. Wenn man sich die "Affenfilmographie" etwas genauer anschaut, wird einem auffallen, dass manche Einträge leicht unterstrichen sind. Diese kann man anwählen und so kommt man in den Genuss der Trailer zu Road to Zanzibar (Der Weg nach Sansibar), Bride of the Gorilla (Die Braut des Gorilla), Robot Monster, The Bride and the Beast, Black Zoo, Trog (Das Ungeheuer), Schlock (Schlock - Das Bananenmonster), Queen Kong (Der tollen Abenteuer der Queen Gorilla), El Rey de los Gorilas (Der weiße Sohn des Gorillas) und dem 9-minütigen Kurzfilm White Pongo (Der weiße Pongo). Das wahre Highlight und ein Schenkelklopfer par excellence ist aber nicht so offensichtlich zu finden. Um dieses zu starten muss man sich einmal in die DVD-Credits begeben und dort "links", "rechts" und "oben" betätigen und schon wird man mit einem wirklich obskuren, aber höchst amüsanten Kurzfilm belohnt, der sicherlich des öfteren mal bei geselligen Filmabenden zum Einsatz kommen wird!

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 05.01.2006
Letzte Textänderung: 08.01.2006

Leser-Kommentare

09.01.2006, 20:07:29 Ingojira ( Email schreiben )

Hallo,
die PLANET DER AFFEN-Filme sind in der Filmografie nicht drin, weil es im Grunde um (das hört sich jetzt hoffentlich nicht zu ernst an, wäre bei dem Thema wohl nicht angebracht) Filme handelt, in denen eher der Versuch unternommen wurde, anatomisch korrekte Affenwesen durch Kostüme darzustellen. Die PLANET DER AFFEN-Affen sind da schon zu sehr vermenschelt (Schlock ist ein Grenzgänger, Trog auch).

06.01.2006, 15:06:39 Harald Blixen ( Email schreiben )

Was Extras angeht, ist die Scheibe m.E. die Referenzscheibe in deutschen Landen. Schade nur, dass es keinen Audiokommentar der Monstrula Experten Ingojira und Dr. Whogen gibt. Das wäre sicherlich ein zusätzliches Schmankerl. Der Preis von 10 Euro ist lächerlich günstig für so 'ne Wahnsinns-DVD.

© 1998 - 2016: Sense of View / Carsten Henkelmann