Film Daten

Titel:
Shutter
Originaltitel:
Shutter
Land & Jahr:
Thailand 2004
Laufzeit ca.: ?
92 Min.
Regie:
Banjong Pisanthanakun
Parkpoom Wongpoom
Darsteller:
Ananda Everingham
Natthaweeranuch Thongmee
Achita Sikamana
Unnop Chanpaibool
Chachchaya Chalemphol
Samruay Jaratjaroonpong
Abhijati 'Meuk' Jusakul
Binn Kitchacho
Jitrada Korsangvichal
Panitan Mavichak
Sivagorn Muttamara
Saifon Nanthawanchal
Kachormsak Naruepatr
Panu Puntoomsinchal
Duangporn Sontikhan
Titikarn Tongprasearth
Achita Wuthinounsurasit
Alternativtitel:
Shutter: They Are Around Us
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Ascot Elite Entertainment Group
Label:
Ascot Elite Entertainment Group
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 91:58
Sprachen/Ton:
Deutsch - Dolby Surround
Deutsch - DD 5.1
Thailändisch - Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Intro zum Film
  • Behind the Scenes
  • Interviews
  • Hintergrundinfo: Das Foto Phänomen
  • Fun behind the Scenes
  • 2 Teaser
  • Trailer
  • Slideshow
  • Trailer: Hooligans - Stand your Ground / Ein Mann für gewisse Stunden / City of Men / Intermission / Elvis has left the Building / Bugs! / Cool Waves / Party Monster / Smashing Machine / Poolhall Junkies

Shutter

Review

Shutter - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Auf dem Heimweg von einer kleinen Feier überfahren Tun und Jane (Anada Everingham, Natthaweeranuch Thongmee) in einem unachtsamen Moment eine junge Frau und begehen in ihrer Panik Fahrerflucht. Seltsamerweise wurden in der Nacht weder bei Krankenhäusern noch bei der Polizei Unfallopfer gemeldet. Tun, der als Fotograf arbeitet, entdeckt einige Tage später seltsame Schemen auf seinen Fotos. Und diese sehen dem überfahrenen Mädchen sehr ähnlich ...

Shutter - ScreenshotShutter - Screenshot

Zu Shutter ein vernüftiges Review zu schreiben fällt schwer. Nicht etwa deswegen, weil der Film inhaltlich nichts hergeben würde oder schlecht inszeniert wäre. Im Gegenteil, man könnte einiges zu diesem Film verfassen. Das Problem ist ein ganz anderes: damit der Film optimal beim Zuschauer funktionieren kann, sollte man so wenig wie möglich über diesen Film wissen. Die ideale Umgebung für diesen thailändischen Horrorfilm ist ein Abend allein oder maximal zu zweit, gedämpftes Licht und Hausklingel sowie Telefon sollte man möglichst auch noch abschalten. Dann steht eigentlich einem großartigem Gänsehautvergnügen, das man seit dem original Ringu oder A Tale of Two Sisters nicht mehr erlebt hat, nichts mehr im Wege. Ich versuche daher im folgenden den Film möglichst allgemein zu beschreiben.

Shutter beschäftigt sich - soviel darf verraten werden, da das im Film schon recht früh thematisiert wird - mit dem Phänomen der sogenannten Geisterfotografie. Dabei handelt es sich um die angebliche Ablichtung von den Geistern Verstorbener, die in irgendwelchen Fotos schemenhaft im Hintergrund zu sehen sind. Der Film benutzt dies Thema als Grundlage für die Geschehnisse im Film. Es beginnt eine Suche nach der Ursache, warum dieser Geist auf den Fotos Tuns auftaucht. Das sich im weiteren Verlauf die Erscheinung nicht nur auf die Fotos beschränkt, sollte den Horrorfilmfan nicht unbedingt überraschen.

Shutter - ScreenshotShutter - Screenshot

Ein Bekannter sagte einmal zu diesem Film: "Erst denkt man: oh nein, nicht schon wieder ein asiatischer Horrorfilm mit Mädchen mit langen schwarzen Haaren. Aber dann packt er einen richtig!" Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen, denn Shutter konnte selbst mir als erfahrenen Horrorfilmfan und auch noch beim zweiten Anschauen ein paar ordentliche Schreckmomente liefern. Die Atmosphäre verdichtet sich langsam, Schritt für Schritt. Ähnlich wie Tun im Film fühlt sich auch der Zuschauer mehr und mehr unter Druck gesetzt, versucht die Hintergründe zu erfahren, die für dieses Phänomen verantwortlich sind. Dabei erfanden die Regisseure Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom das Genre aber nicht unbedingt neu. In Shutter sieht man nichts, was man nicht schon mal irgendwo in den letzten 30-40 Jahren Horrorfilmgeschichte gesehen hätte, vor allem was die asiatischen Werke angeht. Aber die beiden haben ihre Hausaufgaben gemacht, denn sie haben sich die besten Elemente verschiedener Filme herausgepickt und in ihrem Film zur Vollendung gebracht. Nicht umsonst fühlt man sich neben Ringu und A Tale of Two Sisters auch an Filme wie Ju-On: The Grudge erinnert. Im Gegensatz zu letzterem verfügt Shutter aber über eine schlüssige Handlung die nachvollziehbar ist und den Zuschauer nicht unnötig verwirrt. Es finden sich aber auch leichte Einflüsse aus dem amerikanischen Horrorfilm wieder, allerdings mehr im Bereich des Soundtracks. Die Titelmusik bleibt auf ihre Art und Weise ähnlich markant im Ohr hängen wie auch John Carpenters Kompositionen von Halloween oder The Fog und auch später fühlt man sich vielleicht in dem einen oder anderen Moment an andere Filmsoundtracks erinnert.

Aber alle der genannten asiatischen Filme haben gemeinsam, dass etwas aus der Vergangenheit die Gegenwart attackiert und somit für Angst und Schrecken sorgt. Das der eine oder andere Schockmoment etwas vorhersehbar erscheint, mag man dem Film verzeihen. Trotzdem sind die Schreckmomente sehr effektiv und können selbst Kenner des Genres noch überrumpeln. Und an mancher Stelle wird ganz bewußt mit eben dieser Erwartungshaltung gespielt, nur um den Zuschauer dann mit etwas ganz anderem zu überraschen. Dazu gehören natürlich nicht nur visuelle Schocks, begleitet werden die meisten auch mit entsprechenden akkustischen Attacken. Nichts neues im Horrorland möchte man meinen, aber durch die Inszenierung des Films und den konstanten Spannungsaufbau funktioniert es doch ganz hervorragend. Natürlich könnte man den Regisseuren Ideenlosigkeit vorwerfen, da sie im Grunde genommen nur eine Zitatensammlung liefern. Aber schon die Grundidee mit den Fotos hebt den Film ein wenig von seiner Konkurrenz ab. Ähnlich wie die geisterhaften Gesichter auf den Fotos werden auch Personen in dem Film im Hintergrund nur unscharf und schemenhaft dargestellt, während eine andere Person im Vordergrund scharf fokussiert ist. Und außerdem wirkt Sadako aus den Ringu Filmen fast schon harmlos gegen das, was man hier später zu sehen bekommt.

Shutter - ScreenshotShutter - Screenshot

Dabei wissen auch die beiden Hauptdarsteller zu gefallen, die endlich mal nicht den üblichen Klischees entsprechen, sondern relativ natürlich agieren. Natthaweeranuch Thongmee als Jane ist nicht die übliche Scream-Queen, sondern verkörpert eine selbstbewußte junge Frau, die trotz einiger unheimlicher Momente ihrem Freund zur Seite steht und ihn unterstützt wo sie nur kann. Und dabei auch keine Beschützerinstinkte auslösen muss. Tun wirkt zwar auf den ersten Blick nicht unbedingt wie der typische Filmheld und ist es auch eigentlich gar nicht. Aber er versucht trotzdem mehr über die Ursache herauszufinden, schon allein aus eigenem Interesse. Zu den Nebenrollen kann man kaum etwas schreiben, da deutlich die beiden im Mittelpunkt stehen und andere Figuren kaum ausgearbeitet werden.

Shutter kann somit als ein echter Geheimtip weiterempfohlen werden. Er ist weder langweilig, besitzt eine relativ intelligente Geschichte und eine dichte Atmosphäre. Obwohl das Geister-Element etwas typisch asiatisches ist, so ist der Film auch für denjenigen leicht zugänglich, der sich sonst eher den westlichen Filmen widmet. Verwässernden Humor sucht man hier vergebens, die Handlung wird ernst und konsequent weiterentwickelt und das subtile, aber grandios morbide Ende haut den Zuschauer endgültig aus den Socken. So hat intelligentes Horrorkino auszusehen, auch wenn die verwendeten Stilelemente altbekannt sind.

Shutter - ScreenshotShutter - Screenshot

Wenn man der IMDB Glauben schenken darf, und das sollte man bei Daten zu asiatischen Werken und Filmemachern nicht unbedingt, dann ist Shutter sogar das Debüt der jungen Regisseure Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom. Ein prächtiger Einstand! Ansonsten konnte leider nicht sehr viel herausgefunden werden, außer das Ananda Everingham in seinem Heimatland wohl sowas wie ein kleiner Frauenschwarm ist und zumindestens schon in einer Handvoll Filme mitgemacht hat.

Neben einer DVD-Veröffentlichung aus Hongkong kann man nun auch in Deutschland in den Genuß dieses empfehlenswerten Films kommen. Die in Österreich beheimateten Ascot Elite haben im Vertrieb von McOne den Film mit einigen, leider sehr oberflächlichen Extras veröffentlicht. Gegen die Bildqualität gibt es aber eigentlich nichts zu sagen, sieht man aber einmal davon ab, dass das Bild insgesamt leicht weichgezeichnet scheint und die Schärfe über einem guten Durchschnittswert nicht hinaus kommt. Dafür sind die Farben und der Kontrast recht stimmig. Der Ton liegt einmal in der thailändischen Originalfassung in Dolby Surround vor und in der deutschen Synchronisation in Dolby Surround sowie Dolby Digital 5.1. Zwar wird bei Musik und entsprechenden Umgebungsgeräuschen durchaus Gebrauch von den Raumklang-Möglichkeiten gemacht, das meiste spielt sich aber doch ausschließlich vorne ab. Keine spektakulären Abmischungen, sondern eher zweckdienlich.

Shutter - ScreenshotShutter - Screenshot

Die Extras beginnen mit einer Behind-the-Scenes Featurette, die es gerade mal auf 6 Minuten Laufzeit bringt. Daher kann man hier auch nicht mit tiefgreifenden Informationen rechnen, es wird lediglich auf die Schwierigkeiten beim Dreh bei ein paar Schlüsselszenen eingegangen. Die Interviews mit den beiden Regisseuren ist sogar noch viel kürzer und hätten genausogut an das Behind-the-Scenes Segment angehängt werden können. Die anderthalb Minuten lange Featurette zum Thema Geisterfotografie taugt da leider auch nicht sehr viel, da im Steno-Stil mögliche Ursachen für solche "Geisterbilder" angeführt werden. Dagegen wirkt die "Fun behind the Scenes" Featurette schon fast zufriedenstellend, da sie nun wirklich das vermittelt, was der Titel verspricht. Hier kann man die Crew beobachten, wie sie ihre Späßchen auf dem Set machen. Abschließend gibt es nur noch zwei Teaser, den Trailer zum Film (den man sich vorher sparen sollte, da er schon einige der besseren Schockmomente beinhaltet) und eine Slideshow. Seltsam erscheint allerdings das ca. 1 Minute lange Intro mit Collagen aus dem Film vor dem eigentlichen Hauptmenü, das wohl als Einstimmung für den Film dienen soll, aber eher irritiert als seinen Zweck erfüllt. Am besten gleich direkt überspringen.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 24.01.2006

© 1998 - 2017: Sense of View / Carsten Henkelmann