Film Daten

Titel:
Die Glorreichen
Originaltitel:
Morfalous, Les
Land & Jahr:
Frankreich 1984
Laufzeit ca.: ?
89 Min.
Regie:
Henri Verneuil
Darsteller:
Jean-Paul Belmondo
Jacques Villeret
Michel Constantin
Michel Creton
Matthias Habich
François Perrot
Maurice Auzel
Gérard Buhr
Junior John David
Robert Lombard
Pierre Semmler
Caroline Sihol
Marie Laforêt
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Anolis Entertainment
Label:
Anolis Entertainment
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
1.66:1 (anamorph) / 89:04
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Französisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Trailer
  • Bildergalerie

Die Glorreichen

Review

Die Glorreichen - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Tunesien 1943: eine Kompanie französischer Fremdenlegionäre soll Staatsgold im Wert von 6 Milliarden Franc aus einer Bank retten und hinter die Fronten in Sicherheit bringen. Bei der Bank werden sie aber schon von den Deutschen erwartet und nur 5 Soldaten, darunter Sergeant Pierre Augagneur (Jean-Paul Belmondo), überleben den Angriff. Durch eine Taktik können Sie sich aber der Deutschen entledigen. Bis auf den Befehlshaber sind aber Pierre und die anderen Soldaten eher daran interessiert mit dem Gold durchzubrennen. Zudem gelangen noch der Bankdirektor und dessen Frau Hélène zum Ort des Geschehens und ein turbulenter Kampf um das Gold entbrennt...

Die Glorreichen - ScreenshotDie Glorreichen - Screenshot

Das 1981 gedrehte erste Indiana Jones Abenteuer Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark) hinterließ natürlich seine Spuren in der Filmlandschaft und so gab es eine ganze Reihe von Spielfilmen, die eine reinrassige Abenteuergeschichte in exotischen Ländern erzählten und Nazis als ständige Bedrohung boten. Bei Die Glorreichen handelt es sich um eine klassische Bankräubergeschichte, die in das Tunesien während des Zweiten Weltkrieges verlagert wurde. Um das Gold in der Bank kloppen sich gleich mehrere Parteien. Da sind Pierre, Boissier (Michel Creton) und Béral (Jacques Villeret), die ihren Job als Soldaten hinschmeißen und sich bereichern wollen. Ihnen gegenüber steht aber ihr alter Vorgesetzter Adjutant Mahuzard (Michel Constantin), der konsequent seinen Befehlen gehorcht und das Gold in Sicherheit bringen will. Hélène ist als gefrustete Ehefrau des Bankdirektors aber auch durchaus an dem Gold und vor allem dem Ableben ihres Gatten interessiert und kooperiert daher - zunächst heimlich - mit Pierre. Da ist aber noch ihr Geliebter, der deutsche Soldat Karl Brenner (Matthias Habich), der ebenfalls mit Hélène zusammen das Gold unter sich aufteilen will. Dann läuft aber ausgerechnet der feige Béral wieder über zum Adjutanten, was die Lage wieder zusätzlich erschwert. Undsoweiterundsofort...

Zitat

Schon komisch, dass man mittendrin in irgendwelchen Granatlöchern, mitten auf einem Platz der völlig zerbombt ist - da geilt einen eine Bank noch auf.

Ein wildes Tohuwabohu in der Wüste also. Wer mit wem kooperiert ist meist davon abhängig, wer gerade irgendwie zu einem Vorteil gelangt ist. Gerade Hélène zeigt sich da sehr flexibel und wo sie dem einen hilft, ist es dann doch der andere, mit dem sie lieber teilen möchte. Dabei verbleibt der Film aber zum Glück nicht nur innerhalb der Bank, sondern als sich eine Gruppe von Personen endlich mit dem Gold auf den Weg machen kann, geht es dann nochmal in die offene Wüste. Natürlich mit allem was dazu gehört: fehlendes Vertrauen, weitere Gefahr der Entdeckung durch die Nazis etc.

Die Glorreichen - ScreenshotDie Glorreichen - Screenshot

Die Glorreichen ist dabei kein sehr anspruchsvolles Filmchen, kann aber auf einem lauen Sonntag Nachmittag immerhin für halbwegs solide Unterhaltung sorgen. Zu Beginn des Films gibt es eine lange Kampfsequenz, in der die Deutschen die Franzosen eine herbe Niederlage beibringen. Dabei gibt es sogar die eine oder andere überraschend blutige Todesszene von Soldaten, wenn die Kugeln große Löcher in die Körper reißen. Dabei ist der Schnitt zwar recht schnell und Detailansichten gibt es auch nicht, für eine Belmondo-Komödie ist man aber doch sehr erstaunt über die ungewöhnliche Härte. Danach wendet sich der Film aber in eine mit leichtem Witz versehene Bankräuber-/Abenteuergeschichte, die sehr stark auf Jean-Paul Belmondo zugeschnitten wurde. Dabei verkommt der Humor glücklicherweise nicht zu Slapstick wie es bei den typischen Belmondo-Komödien der Fall ist und selbst die deutsche Synchro hält sich einigermaßen zurück, auch wenn man natürlich nicht auf typische Kalauer verzichten konnte. Eine der ungewöhnlichsten Todesszenen der Filmgeschichte hat man sich aber für den Bankdirektor vorbehalten, der unvorsichtigerweise auf eine offene Starkstromleitung pinkelt und durch den Stromschlag stirbt!

Was bleibt ist ein zutiefst vorhersehbares Werk, dass allein von seinem Hauptdarsteller lebt und den Rest zu etwas blassen Nebendarstellern verkommen läßt. Was vor allem auch daran liegt, dass kein Schauspieler neben Belmondo die ganze Laufzeit über präsent bleibt. Auch sollte man es mit der Logik nicht so unbedingt streng nehmen. Da wird mit einer Flag fröhlich ein Lager von Deutschen beschossen und es kommt die ganze Zeit über keine Verstärkung? Wo doch das nächste Lager selbst mit einem Spritfressenden Panzer zu erreichen ist? Wirkt nicht sehr glaubwürdig, was aber vor allem damit zu tun hat, dass das Drehbuch keinen Kriegsfilm, sondern eine abenteuerliche Komödie formte.

Die Glorreichen - ScreenshotDie Glorreichen - Screenshot

Für Regisseur Henri Verneuil war dies die letzte Zusammenarbeit mit Jean-Paul Belmondo, mit dem er zusammen unter anderem Filme wie 100.000 Dollar in der Sonne (Cent mille dollars au soleil, 1964), (Peur sur la ville, 1975) oder Der Körper meines Feindes (Le corps de mon ennemi, 1976) gemacht hatte. Nach diesem Film zog er sich für ganze 8 Jahre vom Filmgeschäft zurück. Für Belmondo ging es danach noch mit Der Boss (Hold-Up, 1985) oder Der Profi 2 (Le Solitaire, 1987) weiter. Michel Constantin sah man z.B. in Brutale Stadt (Città violenta, 1970), Matthias Habich in Nirgendwo in Afrika (2001) und Der Untergang (2004) und Marie Laforêt in Nur die Sonne war Zeuge (Plein soleil, 1960).

Die Glorreichen erschien bei Anolis Entertainment im Rahmen ihrer "Belmondo Edition" und ist den anderen DVDs aus der Reihe sehr ähnlich. Das Bild ist sehr gut, mit einer ordentlichen Schärfe und Farben. Auch an den beiden Tonspuren, Deutsch und Französisch, gibt es nicht viel auszusetzen. An Extras gibt es aber auch hier wieder mal nur den Trailer zum Film sowie eine Bildergalerie.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 20.02.2006
Letzte Textänderung: 08.03.2006

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