Film Daten

Titel:
Malastrana
Originaltitel:
Malastrana
Land & Jahr:
Italien / Deutschland / Jugoslawien 1971
Laufzeit ca.: ?
97 Min.
Regie:
Aldo Lado
Darsteller:
Ingrid Thulin
Jean Sorel
Mario Adorf
Barbara Bach
Fabijan Sovagovic
José Quaglio
Relja Basic
Piero Vida
Daniele Dublino
Sven Lasta
Luciano Catenacci
Michaela Martin
Vjenceslav Kapural
Jürgen Drews
Semka Sokolovic-Bertok
Alternativtitel:
• Todessyndrom, Das
• Unter dem Skalpell des Teufels
• Paralyzed
• Short Night of the Glass Dolls
• Corta notte delle bambole di vetro, La
• Kratka noc leptira
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Koch Media
Label:
Koch Media
Regionalcode / Norm:
2 / PAL
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 92:37
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
Deutsch
Extras:
  • Audiokommentar von Jürgen Drews
  • Featurette "Abenteuer Filme mache: Mario Adorf erzählt..."
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Booklet mit Liner Notes
  • Hidden Feature

DVD Daten

DVD Cover - Anchor Bay Entertainment
Label:
Anchor Bay Entertainment
Regionalcode / Norm:
0 / NTSC
Bild / Zeit:
2.35:1 (anamorph) / 96:37
Sprachen/Ton:
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
-
Extras:
  • Featurette "Strange Days of the Short Night"
  • Trailer
  • Aldo Lado Filmographie

Malastrana

Review

Malastrana - Logo

(Ein Review von Carsten Henkelmann)

Der amerikanische Journalist Gregory Moore (Jean Sorel) wird in einem Park in Prag tot aufgefunden. Aber sein Geist ist noch aktiv und versucht sich daran zu erinnern wie er in diese Lage gekommen ist. Langsam kehren die Erinnerungen zurück. Durch einen Anruf aus seiner Wohnung gelockt, entdeckt er bei seiner Rückkehr, das seine geliebte Freundin Mira (Barbara Bach) spurlos verschwunden ist. Selbst ihre Papiere hat sie nicht mitgenommen. Da er der Polizei kein Vertrauen schenkt, versucht er mit Hilfe seiner Kollegen Jack (Mario Adorf) und Jessica (Ingrid Thulin) Mira wiederzufinden. Dabei finden sie heraus, dass bereits im Laufe der letzten Jahre viele junge Frauen ohne jeden Hinweis verschwunden sind. Gregory scheint einer dicken Sache auf der Spur zu sein und bringt sich und seine Partner dabei in Lebensgefahr ...

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Eine recht seltsam anmutende Mischung hat Regisseur Aldo Lado mit seinem Debütfilm Malastrana abgeliefert. Was zunächst wie ein Horrorfilm beginnt - der Geist einer Leiche ist noch aktiv - wandelt sich schließlich in einen Krimi, dem später sogar noch okkulte Elemente beigemischt werden. Die Unruhe des Geistes einer Toten benutzte ja z.B. Lucio Fulci später in seinem schwachen Aenigma. Ähnlich wie Gregory Moore erging es aber bereits 1955 Joseph Cotten in der Alfred Hitchcock Presents Episode "Breakdown", in der er einen Geschäftsmann spielt, der durch einen Unfall so paralysiert wird, dass ihn jeder für tot hält. Und das obwohl seine Psyche noch voll aktiv ist, nur der Körper reagiert auf nichts mehr. Der erste Eindruck das es sich bei Malastrana um einen typisch italienischen Giallo handeln könnte, relativiert sich ziemlich schnell. Zum einen wegen der Sache mit der Erzählweise aus der Sicht eines ruhelosen Geistes und zum anderen, weil die Anzahl der verübten Morde sehr gering ist, man kaum Blut sieht und kein traumatisierter Mörder mit schwarzen Handschuhen sein Unwesen treibt. Wer also etwas in der Richtung erwartet, sollte sich besser auf einen ganz anderen Film einstellen, da man sonst nur enttäuscht werden kann.

Gregory Moore hat keinen blassen Schimmer was ihm und seiner Freundin passiert ist und muss erstmal die Erinnerungsbruchstücke für sich ordnen. Langsam wird ersichtlich, dass er sich sich in einem Umfeld voller seltsamer Gestalten und Bedrohungen bewegt hat. Die Handlung wechselt dabei ständig zwischen der Gegenwart, in der Gregorys Leiche untersucht wird, und Flashbacks in die Vergangenheit. Gregory Moore war ein Journalist, der auch gerne mal ein heißes Eisen anpackte, aber dabei anscheinend immer glimpflich davon kam. Das Verschwinden Miras wirft ihn allerdings aus der Bahn, vor allem weil es keinen einzigen Hinweis gibt und seine Ermittlungen nur noch mehr Fragen aufwerfen. Eventuelle Zeugen wollen oder können nichts sagen und andere Hinweise führen nur in eine Sackgasse. Zudem befindet sich Gregory in einer Umgebung, die politisch ganz anderen Einflüssen unterworfen ist (die Handlung spielt nur wenige Jahre nach dem Prager Frühling). Stück für Stück wird eine Atmosphäre des Mysteriösen, der Unsicherheit und einer stillen Bedrohung aufgebaut.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Und dafür nimmt sich der Film viel Zeit. Die erste halbe Stunde passiert streng genommen nicht viel, sondern die Charaktere und ihre Beziehung untereinander werden vorgestellt. Gregory ist glücklich mit Mira und beruflich irgendwelchen Machenschaften eines Politikers auf der Spur. Jessica war fürher mal seine Geliebte, kann sich aber immer noch nicht richtig von ihm lösen und ist dementsprechend über seine Beziehung zu Mira nicht sehr glücklich. Und sein Freund und Kollege Jack ist jemand, der nicht immer alles ernst nimmt, leichten Mädchen nicht abgeneigt ist und meistens einen lockeren Spruch auf den Lippen hat. Die Ermittlungen Gregorys führen ihn zu allerlei bizarren Gestalten, darunter auch einen Mann, der durch ein Experiment Schmerzen bei einer Tomate nachweist!

Wer die üblichen Giallo- bzw. Exploitation-Elemente erwartet, der dürfte also etwas enttäuscht werden. Malastrana geht seinen eigenen Weg seine Geschichte zu erzählen und baut vor allem auf Atmosphäre auf. Die wenigen Morde sind außerdem relativ blutarm in Szene gesetzt worden und auch der vielleicht erwartete Sleazefaktor bewegt sich auf Null-Niveau. Malastrana ist deutlich weniger reißerisch inszeniert als die typischen Gialli und Thriller, was ihn zwar etwas anspruchsvoller, aber auch weniger leicht zugänglich macht. Zumal die Handlung dem Zuschauer nicht unbedingt alle Antworten auf dem Silbertablett präsentiert, sondern manches auch der eigenen Vorstellungskraft überlassen wird. Man mag zwar vielleicht gewisse Zusammenhänge etwas früher als Gregory erahnen, wirklich weiter bringt einen das aber nicht. Und auch Gregory scheint irgendwann der Sache nicht mehr gewachsen, so dass Malastrana im Endeffekt als psychologischer Thriller mit Mystery-Elementen zu werten ist. Wer sich damit nicht so anfreunden kann, bekommt immerhin noch ein Finale geboten, das es in sich hat. Alle werden mit Malastrana einen Film entdecken, der subtil arbeitet und seine Stärken mal nicht aus der Kombination Sex und Gewalt holt, sondern die erzeugte Stimmung für sich arbeiten läßt.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Für ein Debütwerk ist Malastrana produktionstechnisch erstaunlich gut geworden. Die Inszenierung wirkt niemals unbeholfen, sondern handwerklich durchaus mit einigem Können umgesetzt. Aldo Lado verstand es eine schöne Spannung aufzubauen und eine Atmosphäre zu kreieren, der den Helden des Films langsam paranoid werden läßt. Dabei baute er auch einige schöne visuelle oder auch akkustische Tricks ein, um auch den Zuschauer hinters Licht zu führen. Ganz zu Beginn wird z.B. Gregorys Leiche durch einen Gärtner gefunden. Als der sein Ohr an die Brust legt um nach dem Herz zu lauschen, meint man zunächst das Klopfen des Herzens zu hören - was sich dann aber als das Geräusch zweier Steine in den Händen eines Krüppels herausstellt, der sich so auf seinem Rollbrett fortbewegt, weil ihm die Beine fehlen. Die Kameraarbeit kann sich ebenfalls sehen lassen - auch wenn das richtige Prag nur in ein paar Szenenschnipseln zu sehen ist. Sehr schön wird z.B. mit Licht und Schatten gearbeitet, als Gregory ein bestimmtes Gebäude untersucht. Unerwähnt lassen darf man auch die Musik von Ennio Morricone nicht, die aber auch nicht ganz typisch für ihn ist, sondern teilweise recht experimentell, wenn nicht gar avantgardistisch ausgefallen ist, was aber zur Atmosphäre des Films gut passt.

Mit ein paar kleineren logischen Ungereimtheiten und seltsamen Entscheidungen seitens der Protagonisten muss man zwar leben, was aber nicht so extrem stört. Schauspielerisch gibt es nicht viel zu meckern. Jean Sorel wirkt zunächst etwas blass in seiner Rolle als kompromissloser Reporter, aber im weiteren Verlauf passt dies sehr gut zu seinem Charakter, der mehr und mehr seine innere Sicherheit verliert. Er erinnert optisch des öfteren an einen etwas soft geratenen Franco Nero. Barbara Bach wurde zwar als Zugpferd des Films vermarktet, ihre Rolle ist aber relativ klein. Schier unglaublich erscheint es aber, das ausgerechnet Schlager-Schnülzchen Jürgen Drews hier eine sehr kleinen Gastauftritt als Hippie-Sänger hat und ein Flower-Power-Stück auf englisch schwingen darf! Da der Film eine Co-Produktion mit Deutschland war, sorgte Produzent Dieter Geissler für diesen kleinen Gastauftritt.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Die Inspiration zu dem Drehbuch kam Aldo Lado durch gewisse politische Ereignisse, von denen aber die breite Öffentlichkeit kaum etwas erfuhr. Als Hauptdarsteller wollte er eigentlich Mario Girotti haben, der den meisten als Terence Hill sicherlich besser bekannt ist. Aber dessen Agent zeigte sich mit dem Ende des Films nicht einverstanden und Jean Sorel, der zu der Zeit recht populär in Italien war, sagte nach dem Studium des Skriptes sofort zu. Aldo Lado wollte den Film von Beginn an Malastrana nennen, aber als dann der Start in den Kinos bevorstand, gab es Bedenken seitens der Produzenten und des Vertriebs wegen des Titels. "Malá Strana" ist ein Künstlerviertel in Prag, aber man nahm an, dass die Leute diesen Namen nicht kennen würden und das auch als Filmtitel nicht interessant genug ist. So sollte der Film dann als "La Corta Notte Delle Farfalle" (= "Short Night of the Butterflies") in die Kinos kommen, aber kurz zuvor kam dann mit Una Farfalla Con Le Ali Insanguinate (The Bloodstained Butterfly / Das Messer / Blutspur im Park, 1971) bereits ein Titel mit Schmetterlingen im Titel heraus. Und so wurde in den italienischen Kinos aus "Malastrana" dann "La Corta Notte Delle Bambole Di Vetro" (= "Short Night of Glass Dolls")

Nach Malastrana kamen zwar noch weitere Filme von Aldo Lado, aber zu den wirklich produktiven Regisseuren Italiens gehörte er nie. Seine aktivste Zeit waren deutlich die 1970er Jahre. Erwähnen sollte man aber den Giallo The Child - Die Stadt wird zum Alptraum (Chi l'ha vista morire?, 1972), den The Last House on the Left-Nachahmer Night Train - Der letzte Zug in der Nacht (L'Ultimo treno della notte, 1975) oder den vergnüglichen Science Fiction Trash Kampf um die 5. Galaxis (L'Umanoide, 1979). Jean Sorel stand vorher schon mal neben Catherine Deneuve in Luis Buñuels Belle de Jour - Schöne des Tages (Belle de jour, 1967) oder Lucio Fulcis Nackt über Leichen (Una sull'altra, 1969) vor der Kamera. Ingrid Thulin begann bereits mit 19 Jahren ihre Schauspielkarriere und war vor allem für ihre Filme mit Ingmar Bergmann bekannt, darunter Wilde Erdbeeren (Smultronstället, 1957), Das Gesicht (Ansiktet, 1958), Das Schweigen (Tystnaden, 1963) und Die Stunde des Wolfs (Vargtimmen, 1968). Auch war sie in Luchino Viscontis Die Verdammten (La Caduta degli dei, 1969) und sogar Salon Kitty (1976) zu sehen gewesen.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Für Mario Adorf entstand Malastrana inmitten in einer produktiven Phase in Italien. Zu der Zeit entstanden auch die Thriller Gewalt - Die fünfte Macht im Staat (La Violenza: Quinto potere, 1972), Milano Kaliber 9 (Milano calibro 9, 1972) und (La Polizia chiede aiuto, 1974). Barbara Bach hatte gerade zuvor Black Belly of the Tarantula (La Tarantola dal ventre nero, 1971) fertiggestellt und trat später z.B. noch in Ein Mann schlägt zurück (Il Cittadino si ribella, 1974) auf, bevor sie ihren großen internationalen Auftritt in James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte (The Spy Who Loved Me, 1977) hatte. Danach ging es dann aber wieder leicht bergab und sie landete in den von Sergio Martino inszenierten Monsterfilmchen Insel der neuen Monster (L'Isola degli uomini pesce, 1979) und Der Fluß der Mörderkrokodile (Il Fiume del grande caimano, 1979). Die Filmauftritte von Jürgen Drews beschränken sich nur auf eine Handvoll unterschiedlichster Werke, darunter Das Syndikat (La Polizia ringrazia, 1972) oder Wilder Sex junger Mädchen.

Malastrana stellte auch die erste Zusammenarbeit zwischen Aldo Lado und Ennio Morricone dar. Es folgten noch 8 weitere Filme, darunter auch Night Train - Der letzte Zug in der Nacht und Kampf um die 5. Galaxis. Mit Kameramann Giuseppe Ruzzolini lief die Zusammenarbeit allerdings nicht so glatt, da der keinen Hehl daraus machte, dass er von dem Film nicht viel hielt. Ruzzolini bediente zuvor die Kamera für z.B. Pier Paolo Pasolini in Teorema - Geometrie der Liebe (Teorema, 1968) oder Der Schweinestall (Porcile, 1969) und arbeitete auch bei Todesmelodie (Giù la testa, 1971), Polanskis Was? (What?, 1972), Die Nonne von Verona (Le Monache di Sant'Arcangelo, 1973) oder Mein Name ist Nobody (Il Mio nome è Nessuno, 1973) mit.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

Noch ein Wort zur deutschen Fassung. Damals kam der Film hierzulande leider nur in einer gekürzten Fassung heraus. Da der Film ohnehin nicht sehr gewalttätig war, wurde in dieser Hinsicht eher wenig entfernt. Statt dessen fehlten damals einige, teilweise nicht gerade unwichtige Dialogszenen (viele Aussagen von dem blinden Mann) und auch das Finale musste einige Federn lassen. Das sich das nicht unbedingt vorteilhaft auf das Verständnis der Handlung auswirkte, dürfte daher niemanden verwundern.

Im Jahre 2002 erschien Malastrana zum ersten Mal auf DVD im Rahmen der "Giallo Collection" von Anchor Bay Entertainment USA. Die Bildqualität kann selbst heute noch überzeugen, es gibt kaum etwas an Schärfe, Kontrast oder den Farben auszusetzen. Außer der englischen Tonspur gibt es hier aber keine Sprachalternative, allerdings wurde der Film sowieso teilweise in Englisch gedreht und es ist unklar, ob es sowas wie eine italienische Originaltonspur überhaupt gibt. Als exklusives Extra gibt es ein Interview namens "Strange Days of the Short Night" mit Regisseur und Drehbuchautor Aldo Lado. Hier geht er kurz auf die wichtigsten Schauspieler ein, seine Motivation diesen Film zu drehen und auch über die Dreharbeiten an sich. Zwar ist das Interview mit 11 Minuten nicht sehr lang, aber durchaus informationshaltig. Und vor allem gibt es über die älteren Schauspieler im Finale eine recht amüsante Anekdote. Die einzigen anderen Extras sind noch der Trailer sowie eine Aldo Lado Filmographie.

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

In einer schönen Digipack-Verpackung erschien jetzt endlich vier Jahre später die deutsche DVD von Koch Media. Ihnen stand das gleiche Master wie auch Anchor Bay zur Verfügung, denn auch hier gibt es den englischen Titel Short Night of Glass Dolls im Vorspann zu sehen. Das Bild hat allerdings durch die PAL-Auflösung einen kleinen Vorteil gegenüber dem der US-DVD. Der englische Ton ist hier auch vorhanden sowie natürlich die deutsche Synchronisation, die man als relativ gelungen bezeichnen kann. Da der Film aber damals nur in einer gekürzten Form in den Kinos lief und somit nie komplett synchronisiert wurde, gibt es ein paar Szenen in denen der englische Ton zu hören ist und deutsche Untertitel eingeblendet werden.

Das Bonusmaterial ist allerdings reichhaltiger als bei der US-DVD. Ein Audiokommentar von Schlagersänger Jürgen Drews erscheint zuerst sehr befremdlich, vor allem weil sich sein Auftritt in dem Film auf nicht einmal eine Minute beschränkt. Zum Glück gibt er sich selbst sehr selbstironisch und manchmal auch selbstkritisch, was den Kommentar relativ erträglich macht, auch wenn er teilweise extrem von Thema zu Thema springt. Zu der Produktion des Films kann er kaum etwas erzählen, dafür berichtet er mehr von dem damaligen Leben in den 1970ern und wie es damals teilweise in der Filmindustrie zuging, was dann doch sehr interessant ist. Sehr amüsant ist z.B. seine Anekdote über Helmut Berger, der ihm damals sagte, dass aus ihm nichts werden könne, wenn er nicht bisexuell wird!

Malastrana - ScreenshotMalastrana - Screenshot

"Abenteuer Filme machen: Mario Adorf erzählt..." ist dann ein fast 30 Minuten langes Interview mit dem Schauspieler, in dem aber im Detail auch nicht auf Malastrana, sondern allgemein seine Karriere eingegangen wird. Zumal sich Adorf kaum noch an den Film erinnern kann. Dafür wird man mit einer Menge amüsanter Anekdoten entschädigt, denn Mario Adorf hat bei seinen Filmen eine Menge erlebt und gibt hier einige Geschichten zum Besten. Leider leidet dies Interview unter einer unvorteilhaften Tonaufnahme, was durch einen Defekt in einem Mikro entstanden ist. Wenn man aber den Ton etwas lauter macht, kann man eigentlich alles verstehen. Ebenfalls bei den Extras enthalten ist der englische Trailer zum Film sowie noch eine Bildergalerie. Im Booklet gibt es außerdem noch Liner Notes von Christian Kessler.

Update 29.04.2006: Wer im Audiokommentar-Menü mal ein wenig mit der Fernbedienung spielt, der kann noch einen versteckten Menüpunkt finden. Dahinter verbergen sich ca. 3 Minuten an amüsanten Aufnahmen von Jürgen Drews wie er seinen Audiokommentar spricht.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 24.04.2006
Letzte Textänderung: 29.04.2006

Leser-Kommentare

28.04.2006, 22:00:53 wellermaniac ( Email schreiben )

Auch ich kann mich dem bereits Geschriebenen nur anschließen. Ein zuerst einmal merkwürdiger Film, den ich vor kurzem zusammen mit meiner Freundin das erste Mal im Fernsehen verfolgte, lief übrigens auf VOX, nicht im Vierten und was soll ich sagen, wir waren von der ersten Minute an gefesselt und die Schlußszenen gingen sowas von unter die Haut, das auch wir am Ende des Films uns ziemlich fassungslos anstarrten. Kommentare von "abgefahren" über "echt schräg" bis hin zu "einfach grandios" etc. Für mich schlichtweg ein echtes Meisterwerk italienischer Filmkunst. Das einzige, was ich allerdings nicht ganz verstehe, ist auf der Koch-DVD der Kommentar von Mario Adorf zu diesem Streifen. Er sagt so etwas wie "ein nicht ganz glücklicher Film von Aldo Lado". Dem kann und werde ich nicht beipflichten...

25.04.2006, 21:53:56 jakob ( Email schreiben Homepage )

Ja, wirklich sehenswert dieser Film, besonders das schon angesprochene Ende. Einfach umwerfend, lief irgendwann mal nachts auf dem Vierten oder so. nach dem Film saß ich dann erstmal eine Zeit vor dem Fernseher und musste die ganzen Ereignisse rekapitulieren. Komplex und sehr fassend, doch fast schon zu komplex und durchdacht. In der Mitte des Films war ich wahrhaftig verwirrt.

Doch was ich noch besondes lustig fand' is ja die Rolle von Mario Adorf, der kann zwar manchmal richtig nervig sein, aber dieses Mal ganz und gar nicht.

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