Film Daten

Titel:
Secret Agent
Originaltitel:
Secret Agent
Land & Jahr:
England 1936
Regie:
Alfred Hitchcock
Darsteller:
John Gielgud
Peter Lorre
Madeleine Carroll
Robert Young
Percy Marmont
Florence Kahn
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Secret Agent

Review

Secret Agent

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

England 1916: Der Offizier Edgar Brodie (John Gielgud) wird zum Schein für tot erklärt und nach London gebracht. Brodie soll unter dem Decknamen Richard Ashenden in die Schweiz reisen und dort einen deutschen Agenten ausschalten, der sich auf dem Weg nach Arabien befindet um dort eine Allianz mit den arabischen Staaten aufzubauen, was den Engländern deutliche Nachteile im Krieg bringen dürfte. Man weiß zwar, wo sich der Agent aufhält, aber von seinem Aussehen ist nichts bekannt. Ashenden reist in die Schweiz und erfährt dort, dass mit Elsa Carrington (Madeleine Carroll) eine hübsche Schein-Ehefrau engagiert wurde. Außerdem steht ihm als Assistent der "General" (Peter Lorre) zur Seite, ein notorische Frauenheld und Attentäter in einer Person. Zusammen müssen sie innerhalb von wenigen Tagen herausfinden, wer der Agent ist. Eine erster Verdacht erweist sich als trügerisch und eine völlig unschuldige Person kommt ums Leben. Die Lage wird immer dramatischer und die Zeit drängt...

Hitchcock wich hier etwas von dem Wege ab, den er mit "The Man who knew too much" und "39 Steps" eingeschlagen hatte. Diesmal steht kein unbedarfter Bürger im Mittelpunkt der Ereignisse, sondern ein Mann der extra für gefährliche Aufträge ausgebildet wurde. Allerdings zeigt sich spätestens ab der Hälfte des Films, dass dieser Mensch durchaus menschliche Züge aufweisen kann und weltliche Bedürfnisse besitzt, die ihn von seiner Aufgabe fast abhalten. Elsa hingegen, stellt fast eine Person dar, wie sie später Cary Grant in Fall von Eva Marie Saint in "North by Northwest" begegnen wird. Trotz teilweise aufkommender Spannung hat der Film doch so seine kleinen Schwächen. Der Wandel Brodies/Ashendens vom rational überlegenden Soldaten/Geheimagenten zum verliebten Mann, der wegen einer Frau seinen Job aufgeben will, passiert etwas zu schnell. Am Ende des Films, während des Finales, kommt dann noch das Militär ins Spiel um auf Nummer Sicher zu gehen, man fragt sich, warum das ganze Theater eigentlich veranstaltet wurde, wenn am Schluß letztendlich das Militär noch eingreift. Zudem ist Ashenden nicht gerade der Überheld, sondern wirkt ein wenig blass in der Darstellung. Neben diesen offensichtlichen Mängeln in der Story bietet "Secret Agent" aber noch genug ansprechende und kurzweilige Thrillerunterhaltung.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 09.03.2004

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