Film Daten

Titel:
The Boogey Man
Originaltitel:
The Boogeyman
Land & Jahr:
USA 1980
Laufzeit ca.: ?
82 Min.
Regie:
Ulli Lommel
Darsteller:
Suzanna Love
Ron James
John Carradine
Nicholas Love
Raymond Boyden
Felicite Morgan
Bill Rayburn
Llewelyn Thomas
Jay Wright
Natasha Schiano
Gillian Gordon
Howard Grant
Jane Pratt
Lucinda Ziesing
David Swim
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

DVD Daten

DVD Cover - Marketing
Label:
Marketing
Regionalcode / Norm:
0 / PAL
Bild / Zeit:
1.85:1 (anamorph) / 81:47
Sprachen/Ton:
Deutsch - DD 2.0
Deutsch - DD 5.1
Englisch - DD 2.0
Untertitel:
-
Extras:
  • 2 TV-Spots
  • Die Legende vom Boogey Man
  • Produktionsnotizen
  • Aushangfotos
  • Artworks
  • Bio- und Filmographien
  • weitere Trailer: School Killer

The Boogey Man

Review

The Boogey Man

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Als sie sich von den Kindern gestört fühlt, lässt eine Mutter (Gillian Gordon) ihren Sohn Willy durch ihren Liebhaber (Howard Grant) ans Bett fesseln. Seine Schwester Lacey befreit ihn mit Hilfe eines großen Küchenmessers, mit dem er postwendend den Liebhaber umbringt. 20 Jahre später kehren die Erinnerungen zurück, als Lacey (Suzanna Love) und Willy (Nicholas Love) einen letzten Brief von ihrer Mutter bekommen. Willy hat seit den Geschehnissen damals kein Wort mehr gesprochen und Lacey wird von Alpträumen heimgesucht. Um mit der Vergangenheit abzuschließen, lässt sie sich von ihrem Mann Jake (Ron James) dazu überreden, ihr altes Elternhaus noch einmal zu betreten. Dort glaubt sie in einem Spiegel den Geist des Liebhabers zu sehen und zerstört den Spiegel. Dadurch wird tatsächlich ein Geist freigesetzt, der nun anfängt wild zu morden...

Ulli Lommel war eigentlich noch nie ein Garant für Glanzstücke des Films und dürfte neben seinem noch akzeptablen Die Zärtlichkeit der Wölfe (1973) und eben The Boogey Man vor allem für die Obergurke Daniel der Zauberer bekannt sein. The Boogey Man entstand zur Hochzeit der durch Halloween (1978) entzündeten Slasher-Welle und beginnt zunächst dann auch gleich wie dieser. Der Soundtrack erinnert sofort an die Scores von John Carpenter, es gehen seltsame Dinge in einem Familienhaus vor sich und der Prolog endet mit dem Mord eines Jungen mittels eines Messers an einer anderen Person. Es fehlt eigentlich nur die Hockeymaske, dann wäre es ein ziemlich dreistes Plagiat. Neu ist hier eigentlich nur, dass eine gleichaltrige Schwester Zeugin des Mordes wird.

Mit dem Sprung 20 Jahre später ändert sich die Richtung dann aber komplett. Es folgt kein Slasher nach Schema F, sondern es scheint sich erst ein durchaus vielversprechender Psychothriller anzubahnen, denn Lacey hat massiv unter der Vergangenheitsbewältigung zu leiden. Ist die Vision im Spiegel echt oder eine Erscheinung ihres labilen seelischen Zustands? Zumal sie auch einen Psychiater (John Carradine) aufsucht. Das Drehbuch macht dann aber leider den Fehler, nicht die Psychoseite auszuspielen, sondern verwandelt den Film in einen unausgegorenen Mix aus Slasher, Poltergeist und Exorzistenthriller, angereichert mit dezentem Blutgematsche und leichten Andeutungen nackter Haut. Dies haut aber alles so gar nicht hin und läßt The Boogey Man schließlich zu einem kleinen Ärgernis verkommen. Die Mordszenen sind im Vergleich zu manchen Filmen aus der gleichen Epoche noch relativ verhalten inszeniert und manchmal sogar lächerlich (der Begriff "Todeskuss" bekommt hier eine ganz andere Dimension). The Boogey Man ist nicht gut genug, um als halbwegs souveränes B-Movie zu unterhalten, aber auch wiederum nicht schlecht genug, um als unfreiwillig komische Trashgranate für Schenkelklopfer zu sorgen.

Ulli Lommel war drei Jahre später sogar an dem Sequel Boogeyman II beteiligt, indem er wieder zusammen mit der die Hauptrolle spielenden Suzanna Love das Drehbuch schrieb und ließ es sich auch nicht nehmen, ein wenig an dem Direct-to-Video Sequel Return of the Boogeyman (1994) mitzuarbeiten. Es folgten noch weitere Low Budget Filme wie Vorsicht, Hochspannung! (BrainWaves, 1983), Overkill - Inferno der Angst (1986) und dreht auch heute noch billige Filmchen, die meistens als Direct-to-DVD Veröffentlichungen erscheinen. Suzanna Love war von 1979 bis 1987 Ulli Lommels Ehefrau und finanzierte sogar einen großen Teil seiner Werke. Dies erklärt auch, warum sie eigentlich nur in seinen Werken als Schauspielerin tätig war. Mehr hat da schon ihr Bruder Nicholas geschafft, der immerhin noch in einigen TV-Serien wie Unheimliche Geschichten (Amazing Stories, 1985-1987), Twin Peaks (1990-1991) oder Filmen wie Jennifer 8 (Jennifer Eight, 1992) zu sehen war. Ron James hingegen schlug den Weg eines TV-Comedian ein und war nur in Nebenrollen für einige TV-Serien und Filme eingesetzt worden. Ein wahrer Veteran ist hingegen John Carradine, der hier in nur wenigen Szenen als Psychiater verheizt wird. Er trat in über 300 Filmen und TV-Serien in kleineren und größeren Rollen auf, zu den bekanntesten gehören darunter sicherlich Der Gefangene der Haifischinsel (The Prisoner of Shark Island, 1936), Frankensteins Braut (The Bride of Frankenstein, 1935) und Der Unsichtbare (The Invisible Man, 1933), auch wenn er in den letzten beiden Filmen nicht im Abspann genannt wurde.

Auf DVD hat der Film inzwischen verschiedene Reinkarnationen auf dem deutschen Markt erlebt. Die DVDs von Marketing und CMV präsentieren den Film in seiner ungekürzten Fassung. Die Bildqualität der Marketing DVD geht über durchschnittliche Werte nicht hinaus, vor allem der Ton läßt in allen drei Varianten zu wünschen übrig. Die deutsche 5.1 Abmischung ist ohnehin vollkommen überflüssig. Die Extras sehen zunächst auch zahlreich aus, aber außer Trailern, TV-Spots und einigen Textinformationen wie im Endeffekt nichts geboten.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 17.05.2007

Leser-Kommentare

17.05.2007, 19:23:32 immi666 ( Email schreiben )

der film ist DEFINITIV einer der kleinen, aber feinen klassiker der 80er jahre...

mit der kritik bin ich nicht wirklich einverstanden.

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