Film Daten

Titel:
Basket Case - Der unheimliche Zwilling
Originaltitel:
Basket Case
Land & Jahr:
USA 1982
Regie:
Frank Henenlotter
Darsteller:
Kevin Van Hentenryck
Terri Susan Smith
Beverly Bonner
Robert Vogel
Diana Browne
Lloyd Pace
Bill Freeman
Joe Clarke
Ruth Neuman
Richard Pierce
Sean McCabe
Dorothy Strongin
Ilze Balodis
Kerry Buff
Tom Robinson
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Basket Case - Der unheimliche Zwilling

Review

Basket Case - Der unheimliche Zwilling

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Duane Bradley (Kevin Van Hentenryck) nistet sich in einem schmierigen Hotel ein, um von dort aus mit seinem vollkommen entstellten Bruder Belial einen Rachefeldzug zu vollziehen. Als siamesische Zwillinge auf die Welt gekommen, wurden sie von ihrem Vater verabscheut, der drei Ärzte damit beauftragte sie zu trennen, als sie zwölf Jahre alt waren. Wider erwarten hat Belial überlebt und wird nun immer von Duane in einem Korb getragen. Duane bringt Belial nun in die Nähe der Ärzte, der sie dann schließlich auf grausame Art und Weise umbringt. Während die Polizei nach dem Täter sucht, spannt sich eine Kluft zwischen den Brüdern auf, als Duane sich in Sharon (Terri Susan Smith) verliebt...

Hallalli... Hier hat Regisseur Frank Henenlotter aber ein wildes Gebräu zusammengerührt, ein wahres Potpourri an durchgeknallten Ideen, Horror, Humor, Splatter und sogar etwas Dramatik. Während Duane noch ein scheinbar normaler junger Mann ist, sieht sein Bruder, dieser "Klumpen von Mensch", schon recht bizarr aus. Und wenn der in den Flashbacks dann noch direkt an Duanes Körper sitzt, wirds schon fast surreal. Dazu passt dann auch irgendwie das wunderbar schmierige Hotel, in dem die beiden absteigen. Denn das ist voll von schrägen Charakteren, gescheiterten Existenzen und einem herzallerliebsten Hotelmanager, dem der Schweiß aus jeder schmutzigen Unterhemdfaser tropft und ständig nach Ruhe im Haus verlangt, dabei aber die geforderten Lautstärken selbst galant überschreitet. Auch wenn man hier kaum von richtigen Schauspielern sprechen möchte, erfüllt doch jeder seine Rolle mit Leben und den passenden Charakterzügen.

Inzeniert wurde diese Rachestory zwar unter den Bedingungen eines sehr niedrigen Budgets, aber irgendwie passt das auch gut zur Geschichte. Wenn Belial sich bewegt, kommen gute alte Stop-Motion-Effekte zum Einsatz. Ist dann vielleicht mal nur seine entstellte Hand zu sehen, wirkt es schon fast wie in der Muppet Show. Ernst nehmen kann man das alles nicht unbedingt, aber irgendwie gelang es Henenlotter trotzdem, einen sehenswerten und sehr unterhaltsamen Trashfilm daraus zu machen. Neben dem Horror und dem Humor gibt es dann sogar ein paar düstere, dramatischere Szenen, wie z.B. die bei Nacht durchgeführte Trennungs-OP, wo einem die beiden Jungs schon fast leid tun. Und bei den Mordszenen wird es dann sogar schon mal recht blutig. Wer also auf Trashkino abfährt, sollte diesen kleinen, aber liebenswerten Streifen unbedingt mal antesten.

Frank Henenlotter inszenierte ansonsten noch Werke wie Elmer (Brain Damage, 1988), Frankenhooker (1990) sowie die beiden Sequels zu Basket Case, war aber daneben z.B. auch für das Ausgraben obskurer Filme für das Something Weird Label tätig. In Elmer und den Sequels war dann auch noch Kevin Van Hentenryck wieder zu sehen, der ansonsten nicht viel im Bereich Film gemacht hat.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 20.05.2007

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