Film Daten

Titel:
Originaltitel:
The Visitor
Land & Jahr:
USA / Italien 1979
Laufzeit ca.: ?
101 Min.
Regie:
Giulio Paradisi
Darsteller:
Mel Ferrer
Glenn Ford
Lance Henriksen
John Huston
Joanne Nail
Sam Peckinpah
Shelley Winters
Paige Conner
Ja Townsend
Jack Dorsey
Franco Nero
Weitere Infos:
IMDB  OFDB

Review

(Ein Kurzreview von Carsten Henkelmann)

Von einem fremden Planeten reist ein Mann (John Huston) zur Erde, um dort die Nachfahrin eines teuflischen Mannes zu finden, der vor Urzeiten vernichtet wurde. Dabei handelt es sich um die achtjährige Katy Collins (Paige Conner), der Tochter der allein erziehenden Barbara Collins (Joanne Nail), die ein Verhältnis zu dem Football-Manager Raymond Armstead (Lance Henriksen) pflegt, dessen Heiratswünsche sie aber ablehnt. Was sie nicht weiß ist, dass Armstead im Hintergrund für eine große Organisation unter der Leitung von Dr. Walker (Mel Ferrer) arbeitet, die mit aller Macht darauf pocht, dass er Barbara heiratet. Denn Katy verfügt über telekinetische Kräfte, die noch am Anfang stehen und die irgendwann die Macht über die Erde erlangen soll...

Ich hab ja schon einige trashige Filme gesehen, aber selten konnte eine filmische Gurke über so eine hochkarätige Besetzung verfügen und dabei so kläglich scheitern. Mel Ferrer, John Huston, Lance Henriksen, Glenn Ford, Sam Peckinpah als Gynäkologe und sogar Franco Nero als halber Jesus mit blonder Langhaarperücke spielen verzweifelt gegen ein Drehbuch an, das fast nur aus hahnebüchenem Schmonz besteht. Und obendrein ist die technische Umsetzung, sei es nun der Schnitt oder diverse Effekte, teilweise wirklich amateurhaft ausgefallen. Weiß die Eingangssequenz mit ihrem extremem psychedelischen Touch durchaus zu gefallen, geht es danach rasant bergab. Der Film kann sich nie entscheiden, ob er nun das Science Fiction oder Horror Genre oder pseudo-philosophische Ansätze bedienen möchte. Katys telekinetischen Kräfte kommen nur kurz am Anfang mal zum Einsatz, die sie ansonsten fast nie gegen ihre Gegner einsetzt. Hartgesottenen Trash-Fans ist ein Blick durchaus empfohlen, aber sie seien gewarnt: das ist echt harter Tobak.

Inszeniert hat dieses Werk der Italiner Giulio Paradisi, der ansonsten weder als Regisseur, Schauspieler noch Drehbuchautor etwas bemerkenswertes geschafft hat. Für Mel Ferrer entstand dieser Film in seiner Zeit, als er sich in Italien seinen Ruf durch seine Auftritte in Trashfilmchen wie Insel der neuen Monster (L' Isola degli uomini pesce, 1979), Guayana - Kult der Verdammten (Guyana: Crime of the Century, 1979) oder Der Fluß der Mörderkrokodile (Il Fiume del grande caimano, 1979) selber demontierte. Lance Henriksen hatte zuvor zwar gerade Damien: Omen II (1978) abgedreht, aber Die Außerirdischen entstand noch lange bevor er als Bishop in Aliens (1986) einem breiteren Publikum bekannt wurde.

Autor: Carsten Henkelmann
Film online seit: 23.07.2007

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